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Psyche und Wirklichkeit 1 Psychiatrie und Psychosomatik sind jene Bereiche der Medizin, deren enge Be- ziehung zur Psyche sich schon im Namen verrät. Die Psyche steht im Mittel- punkt, wie das Auge in der Augenheilkunde und das Herz in der Kardiologie. Wie in diesen klinischen Bereichen auch werden Symptome erfasst, Diagnosen gestellt, Therapien eingeleitet. An dieser Stelle zeigt sich ein Problem, das die Au- genheilkunde nicht kennt und auch den Kardiologen sind solche Fragen fremd. Ist denn die Psyche überhaupt real? Niemand bezweifelt doch, dass Herz und

Psyche-Soma – Eros – Genos Die so genannte platonische Ideenlehre kann, so meine Hauptthese, als das Re- sultat einer Verkehrung im Verhältnis zwischen Eidos und mimêma betrachtet werden. Die platonischen Ideen, welche ja vor ihren sinnlichen Abbildern da ge- wesen sein sollen, bilden sich für uns erst durch die Abbilder heraus. Diese für die Ideen konstitutive Dimension der Abbilder hat eine ontologische, das heißt seinsrelevante Bedeutung; sie lässt sich nicht auf die Prozesse der beschränkten menschlichen Wahrnehmung alleine reduzieren (eine

1 Psyche und Physis Die nächstliegende Möglichkeit, sich mit Affekten in Reiseberichten, Feldtagebüchern oder Forschermemoiren auseinanderzusetzen, ist, dies thematisch zu tun, d. h. zu beobachten, wie sie in Texten direkt ange- sprochen oder reflektiert werden. Wo ist etwa die Rede davon, dass der Reisende Angst hat? Dass er sich einsam fühlt? Oder dass er auf einen Einheimischen wütend ist? Wie werden affektive Reaktionen und psy- chische Dynamiken beschrieben? Ein besonderer Signalcharakter kommt, zum Beispiel, dem Ekel zu. Wenn etwas als

psyché, soma, logos Medizinische Verhandlungen zwischen Seele und Körper in der französischen und spanischen Literatur des 19. Jahrhunderts GREGOR SCHUHEN Geschichten vom Anfang kommen häufig im mythischen Gewand daher und bleiben allen Bemühungen um Objektivität zum Trotz doch nur selekti- ve, höchst eigenwillige Setzungen. Nicht anders liest sich die Geschichte der Psychiatrie: Nahezu jede historiografische Darstellung, die sich aus medi- zinhistorischer Perspektive mit der Erforschung der Geisteskrankheiten be- schäftigt, setzt andere

G. Eskapismus und Psyches iatron Als Ergebnisdarstellung differenziere ich ein allgemeineres Fazit meiner Über- legungen als Teil einer eher insgesamt, aber gerade auch mit Blick auf die Inter- Textualitäten spärlichen Kästner-Forschung einerseits und ein spezielleres Fazit, das Kästner und sein Werk andererseits im Rahmen einer psychodynamischen Betrachtung positioniert. Ich möchte zunächst in aller Dichte wichtige Erkenntnisse und Einschätzun- gen zusammenfassen: Erhart Kästner wurde im Lichte seiner Lebensverlaufsgeschichte in einem Haltungswandel re

41SCHWERPUNKT R E I N H O L D G Ö R L I N G SZENISCHE VERFASSTHEIT DER SUBJEKTIVITÄT, MEDIENÖKOLOGIE DER PSYCHE — Es gibt zwei medientheoretische Urszenen der Psychoanalyse im Werk Sigmund Freuds. Die eine ist die Notiz über den Wunderblock. Sie ist von Jacques Derrida als scène de l’écriture, als Schreibszene, kommentiert worden und wird gemeinhin als Beitrag der Psychoanalyse zur Medientheorie anerkannt, worauf etwa ihre Aufnahme in einschlägige Reader hindeutet.1 Die andere Szene ist nicht minder prominent, aber sie wird viel seltener nach den in ihr

der Literatur die Idee des Gartens als locus amoenus, als glückvoller Ort zweier Liebender. Diese Traditionen schlagen sich in Flauberts Gartenraum Yonville als raumkonstitutives Bilderpotpourri nieder, als ein Bild also, das der Text als »le tout« mit dem Lektürekapitel aus der Mäd- chenzeit der Heldin bereits vorgelegt hat, mit der ihre Geschichte beginnt. Mit dem Städtchen Yonville nun hat sich die Welt selbst faul als Hirte auf einem Mantel ausgestreckt, den ein Gartenraum umschließt. LOCUS AMOENUS UND APULEIUS’ AMOR UND PSYCHE Devenere locos laetos

Heilung der Psyche, Optimierung des Selbst Diskursiver Wandel in den Psy-Disciplines: Der Fall der Familientherapie (1940-2000) JENS ELBERFELD Von der Familientherapie zur Lebensberatung, vom Paar-Seminar zum Stressmanagement-Ratgeber – Therapie, Beratung und Coaching sind zum festen und allgegenwärtigen Bestandteil unseres Alltags ge- worden. Dabei geht es gerade nicht mehr nur um die Heilung psy- chischer Krankheiten, sondern in einem weit umfassenderen Sinn um Arbeit am Selbst. Dies kann so verschiedene Dinge umfassen wie die Hilfe in privaten

6. Die Person – ein Multiplex | 47 B. Die Psyche und das Bewußtsein Die Nachzeichnung dessen, was als soziale Adresse und im engeren Sinne als Person gelten kann, schöpfte wesentlich aus Theoriebestän- den, die – in der soziologischen Systemtheorie – seit einiger Zeit zur Verfügung stehen. Im Kern geht es bei der Form Person um individuell attribuierte Verhaltenseinschränkungen, die im Medium Sinn fabri- ziert werden und auf beiden Seiten der Schlüsseldifferenz psychisch/ sozial ihre Wirkung entfalten. Bei dem Versuch, sich die

Die Leidenschaften des Nervensystems oder die Substanzen der Psyche Herkules ermordet seine Kinder. Spuren im Asphalt verfolgen eine Spa- ziergängerin. Ein Mann verwechselt seine Frau mit einem Hut. Heiseres Lachen torkelt über grundlose Normalität. Was sind das für Phänomene? Herkules wird im antiken Griechenland von der Göttin Hera mit Wahn- sinn geblendet. Die Spaziergängerin plagt im kaiserlichen Wien ein Ver- folgungswahn aus der Tiefe ihres Unbewussten. Der Mann leidet unter einem Gedächtnisdefekt, den der Neurologe Oliver Sacks 1985 so wunder- bar