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Textil & Raum

Visuelle Poetologien in Gustave Flauberts Madame Bovary

Reihe: machina, 11

Madame Bovary (1857) ist nicht nur die Geschichte einer stickenden Heldin, die sich mit Romanlektüren, mit Text und Bild, buchstäblich vergiftet. Gustave Flaubert inszeniert seine Protagonistin auch in Anspielung auf berühmte Handarbeiterinnen wie Homers Penelope, Ovids Arachne und die Heilige Maria. Dabei werden nun die geschlossenen (Garten-)Räume bedeutsam, in denen diese Frauenfiguren in Kunst und Literatur klassischerweise gezeigt werden.
Kathrin Fehringers Studie zeichnet nach, wie der Autor - in seinem eigenen Inklusorium bei Rouen schreibend - sein Erzählen ebenfalls als textile Handarbeit versteht und sich damit in seiner Heldin selbst zu erkennen gibt. In meisterhafter Ironie setzt er sich, konfrontiert mit einer durch neue Reproduktionsverfahren hervorgerufenen Flut von Bildern, in seinem »Buch über nichts«, wie er berühmterweise sagte, mit der Moderne auseinander.

Autoreninformation

Kathrin Fehringer (Dr. phil.), geb. 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Romanistische Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Nach dem Studium der Romanistik, Germanistik und Kunst in München und Paris promovierte sie in Erfurt bei Jörg Dünne und Bettine Menke. Sie forscht insbesondere zu Kulturtechniken in den romanischen Literaturen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Rezensionen

Besprochen in:
Sociopoétique, 2 (2017), Alain Montandon

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Zielgruppe: Professional and scholarly;

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