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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Anthypatos, Patrikios, Domestikos der Scholen (Theoph. cont. IV 25, p.180,2-9; V 17, p. 236,18-20).

V: Geboren nach Theoph. cont. 853/54 (cf. aber unter P) als Sohn des Bardas (# 791) und wahrscheinlich dessen erster Frau (# 791C). Zu möglichen weiteren Verwandten cf. unter Bardas. Gemeinsam mit dem Patrikios Konstantinos (# 3962) besuchte er laut Genesios ein Gastmahl des Theophilos (# 8221), wo er auf (den späteren Kaiser) Basileios aufmerksam wurde, was schließlich dazu führte, daß Basileios in die Hetaireia des Kaisers Michael III. überwechselte. Laut Skylitzes 123,3 – 124,31 und Theoph. cont. V 12, p. 229,1-5 war A. selbst Veranstalter dieses Gastmahls, bei dem Basileios sich durch einen erfolgreichen Ringkampf auszeichnete, diesmal gegen einen bulgarischen Ringer, während Genesios von einem Mitglied der Hetaireia des Bardas oder des Kaisers spricht (cf. hierzu unter # 11861 und # 12073). Laut Symeon log., Ps.-Symeon und Georg. mon. cont. (Bonn. Muralt. Istrin) wurde er von Michael III. nach einem gescheiterten Anschlag auf seinen Vater Bardas zum Domestikos der Scholen befördert, als sein Vater Kuropalates und sein Bruder (# 791A) Monostrategos wurden (laut Ps.-Symeon geschah dies im dritten Regierungsjahr Michaels, also wohl 858). Die Ermordung seines Vaters 866 konnte er nicht verhindern, da es den Verschwörern gelang, ihn für die Zeit des Anschlags aus dessen unmittelbarer Umgebung zu entfernen. Wenig später dürfte er abgesetzt worden sein. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

Q:(Hist.): Theoph. cont. (zusätzlich IV 41, p. 205,10-12); Genesios IV 22, p. 74,12-15; 23, p. 75,27-34; 26, p. 78,14-31; Skylitzes (zusätzlich 112,92f.); Symeon log. (Leon gr. 238,2f.; Theod. mel. 166,18f.; Symeon sl. 104,23); Georg. mon. cont. (Bonn) 824,5f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1049A; Georg. mon. cont. (Istrin) 8,11f.; Ps.-Symeon 665,3f.; Zonaras (III 397).

L: Guilland, Recherches I 438; Tobias, Basil 115f. 143. 148f.

P: Möglicherweise ist es A.'s Frau, mit der sein Vater Bardas ein Verhältnis hat, das diesem sowohl von Theoktistos (# 8050) als auch von dem Patriarchen Ignatios (# 2666) vorgehalten wird (cf. unter Bardas: # 791A. B). — Laut Theoph. cont. IV 25, p. 180,2-9 ist Antigonos 863 erst neun oder zehn Jahre alt und bekleidet nur formal das Amt des Domestikos der Scholen, während er in der tatsächlichen Leitung von Petronas (# 5929) vertreten wird. Dieser Behauptung widersprechen jedoch die anderen über ihn bekannten Nachrichten. So ist nur schwer vorstellbar, daß A. im Alter von zwei oder drei Jahren das oben geschilderte Gastmahl besucht oder gar veranstaltet hat, und ebenso wären die Maßnahmen der Verschwörer von 866 gegen Bardas kaum glaubhaft, wenn A. zu diesem Zeitpunkt gerade zwölf oder dreizehn Jahre alt gewesen sein sollte. Ebenso sprechen die Titel und das 866 ja auch de facto ausgeübte Amt eines Domestikos der Scholen gegen eine Geburt des A. in den fünfziger Jahren. Tatsächlich dürfte er wohl mindestens zehn Jahre älter gewesen sein. — Da über A. kaum weiterführende Einzelheiten bekannt sind, kann auch nicht mehr festgestellt werden, ob er mit dem Domestikos der Scholen identisch ist, dessen Nachricht eines arabischen Angriffs unter ‘Umar ibn ‘Abdallāh ibn Marwān al-Aqta‘ (# 8552) ein gleichfalls namentlich nicht genannter Protonotarios (# 12025) Kaiser Michael III. während eines Wagenrennens meldet (Theoph. cont. IV 36, p. 199, 2f.; Ps.-Symeon 660,10f.).

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 503A

V: Frau des Antigonos. Sie soll, wenn es sich nicht um die Frau eines anderen Bruders des A. handelt, ein ehebrecherisches Verhältnis mit ihrem Schwiegervater Bardas (# 791) unterhalten haben, der ihretwegen seine eigene Ehefrau verstoßen haben soll.

Q:(Hist.): Theoph. cont. IV 30, p. 193,13-17; Skylitzes 94,62-65; 106,22-32. — (Hag.): Vita Ignatii (BHG 817) 503B.

P: Sollte die Angabe bei Theoph. cont. IV 25, p. 180,2-9, zutreffen, daß Antigonos 863 erst neun oder zehn Jahre alt gewesen ist, wäre eine Liaison seiner Frau mit ihrem Schwiegervater nicht vorstellbar. Es wäre dann sogar zweifelhaft, ob er überhaupt verheiratet gewesen ist. Andererseits ist auch die Altersangabe bei Theoph. cont. höchst zweifelhaft (s. oben unter P). Nach anderen Quellen soll es sich bei der betroffenen Schwiegertochter des Bardas um Eudokia Ingerina (# 1632) bzw. um die Frau (# 791B) eines zweiten Sohnes (# 791A) des Bardas gehandelt haben, cf. dort sowie unter # 791C.

Quellen

  • Symeon log.
  • Leon gr.
  • Theod. mel
  • Zonaras
  • Symeon sl.
  • Theoph. cont.
  • Skylitzes
  • Ps.-Symeon
  • Genesios
  • Georg. mon. cont. (Bonn)
  • Georg. mon. cont. (Muralt)
  • Georg. mon. cont. (Istrin)
  • Vita Ignatii (BHG 817)
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