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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Beiname: Thaumaturgos — θαυματουργός.

T: Äbtissin.

V: Geboren auf Aigina zu Anfang des 9. Jahrhunderts, aus reicher Familie; Eltern sind Niketas (# 5475) und Eirene (# 1451). Bereits mit sieben Jahren fühlt A. ihre Berufung zu einem asketischen Leben. Dennoch wird sie von den Eltern gegen ihren Willen verheiratet, jedoch stirbt der Ehemann (s. unten) schon sechzehn Tage nach der Hochzeit bei einem arabischen Einfall. Aufgrund eines kaiserlichen Edikts, das die (Wieder)verheiratung von Ledigen und Witwen befiehlt, geht sie eine zweite Ehe mit einem “ungläubigen Barbaren” (ἐθνικὸς βάρβαρος, s. unten) ein, führt aber zugleich ein asketisches und wohltätiges Leben, u. a. hilft sie bedürftigen Athinganern (# 10611) und schart einen Kreis gleichgesinnter frommer Frauen um sich. Nach dem Klostereintritt ihres zweiten Mannes gründet sie selbst ein Kloster und wird drei oder vier Jahre später dessen Äbtissin. Nach weiteren vier Jahren zieht sie mit einigen anderen Nonnen in die Nähe der Stephanoskirche. In Timia errichtet sie drei Kirchen, die der Theotokos, dem Ioannes Prodromos und dem hl. Nikolaos geweiht werden. Anschließend begibt sich A. nach Konstantinopel, wo sie sechs oder sieben Jahre in einem Kloster verbringt. Welchen Grund dieser Aufenthalt gehabt hat, ist unklar. Ganz freiwillig kann er nicht gewesen sein, da die Heilige sich laut Aussage der Vita in Konstantinopel wie in einem Exil gefühlt haben soll und schließlich auch wieder nach Timia zurückkehrt, wo sie wenig später stirbt (an einem 15. August, das Jahr ist unbekannt). An ihrem Sarg sollen zahlreiche Wunderheilungen geschehen sein. Gefeiert im Studioskloster, in dessen Menologion (Cod. Vat. gr. 1660) auch ihre Vita erhalten ist. Als Heilige gefeiert am 18. April.

Q:(Hag.): Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180), ed. Carras (1984), Halkin (1987); Synax. Cpl. 611/612,46 – 613/614,55 (18. April) (BHG 180b); lateinische Fassung in: AASS Aug. III 170–175.

L: BHG 180. 180b. — Loparev, in: VV 19 (1912/1915) 80–85; Petit, Acolouthies grecques 16. 294; Carras in: Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180); F. Halkin, Six inédits d'hagiologie byzantine, Brüssel 1987, 179; Huxley, in: Les femmes et le monachisme byzantin 19f.; Ditten, Ethnische Verschiebungen 27. 202f.; Kazhdan–Talbot, in: BZ 84/85 (1992/93) 393; DO Hagiography Database Nr. 1; Sherry, in: Holy Women of Byzantium 137–141 (engl. Übersetzung von BHG 180: 142–158); Kaplan, Chrétienté 130.

P: Die Lebenszeit Athanasias ist nicht mehr genau zu bestimmen. Die (erste) Herausgeberin der Vita, L. Carras, nimmt die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts an.

Angehörige (anonym):

1. Erster Ehemann 659A

V: Erster Ehemann der Athanasia, mit der er gegen ihren Willen verheiratet wurde. Sechzehn Tage nach der Hochzeit fiel er im Kampf gegen Araber, die Ägina angriffen.

Q:(Hag.): Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180) cap. 3, p. 212,24-28 (Carras); cap. 1, p. 180f. (Halkin); Synax. Cpl. 611/612,48-50.

L: Carras, in: Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180) 204f. (zum Datum des arabischen Angriffs); Huxley, in: Les femmes et le monachisme byzantin 20.

P: Die Historizität dieses arabischen Angriffs auf Ägina ist zweifelhaft. Als Zeitpunkt kommt jedes Datum zwischen 813 und 826 in Frage.

2. Zweiter Ehemann 659B

V: Dieser “ungläubige Barbar” (ἐθνικὸς βάρβαρος) wird aufgrund eines kaiserlichen Edikts, wonach Ledige und Witwen mit ἐθνικοῖς ἀνδράσι zu verheiraten seien, mit der heiligen Athanasia von Aigina verheiratet. Nach einigen Jahren tritt er, durch das heiligmäßige Leben seiner Gattin dazu bewogen, in ein Kloster ein, wo er später auch stirbt.

Q:(Hag.): Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180) cap. 4, p. 212,34; cap. 6, p. 213,26-30 (Carras); cap. 2-3, p. 181f. (Halkin); Synax. Cpl. 611/612,53-56.

L: Huxley, in: Les femmes et le monachisme byzantin 19f., nimmt an, daß der Ehemann Anastasias möglicherweise zu den Kapheiroi gehört habe.

P: Ein derartiges kaiserliches Edikt ist aus anderen Quellen nicht bekannt und mutet auch reichlich unwahrscheinlich an. Daher kann auch über Herkunft und Status des Ehemanns nichts ausgesagt werden. Es handelt sich aber wohl kaum um einen geborenen Aigineten, sondern um einen “Zugereisten”.

Geographische Orte

  • Ägina (s. Aigina)
  • Stephanoskirche (in Timia auf Aigina)
  • Nikolaoskirche (in Timia auf Aigina)
  • Theotokoskirche (in Timia auf Ägina)
  • Ioannes-Prodromos-Kirche (in Timia auf Ägina)
  • Timia (Aigina)
  • Frauenkloster (Kpl.)
  • Studioskloster (Kpl.)
  • Aigina
  • Ioanneskirche (Aigina)

Quellen

  • Vita Athanasiae Aegin. (BHG 180)
  • Synax. Cpl.
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