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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Bei- oder Familiename, vermutlich Patronym (“Sohn des Patzikos”, s. aber P): tu Patziku — Κ. τὸν λεγόμενον τοῦ Πατζικοῦ.

V: Er war ein Schwager des Bulgarenkhans Krum (# 4164), hatte eine Schwester Krums zur Frau genommen und hatte mit dieser auch einen Sohn (zu beiden s. unten). Er war griechisch-byzantinischer Herkunft; entweder war bereits sein Vater (namens Patzikos) oder er selbst viele Jahre vor 813 zu den Bulgaren geflüchtet bzw. übergelaufen (s. unter P). Im Jahre 813 begleitete er zusammen mit seinem eigenen Sohn den Khan Krum und dessen “Logothetes” (# 11353) zu Verhandlungen mit den Byzantinern, die im Anschluß an die verlorene Schlacht von Versinikia und im Verlaufe einer kurzen Belagerung von Konstantinopel durch die Bulgaren stattfanden. Möglicherweise sollte er dabei als Dolmetscher dienen. Bei einem byzantinischen Überfall aus dem Hinterhalt wurde er zusammen mit den übrigen Begleitern Krums gefangengenommen, während es dem Khan selbst gelang zu fliehen.

Q: — (Hist.): Ps.-Symeon 613,6 – 614,2; Scriptor inc. 343,5 – 344,3 (Bekker); III, p. 51,69 – 52,96 (Iadevaia).

L : Winkelmann II 159.

P: Ps.-Symeon 613,7f., Scriptor inc. [Bekker] 343,5f.: Κωνσταντίνον τὸν λεγόμενον τοῦ Πατζικοῦ φυγόντος εἰς Βουλγαρίαν πρὸ πολλῶν ἐτῶν ... Die Stelle ist nicht ganz eindeutig und könnte möglicherweise sogar korrupt sein (cf. Winkelmann). Zwar ist die Partizipialkonstruktion (φυγόντος εἰς Βουλγαρίαν), die von der Flucht berichtet, aufgrund des Genitivs grammatikalisch nur auf τοῦ Πατζικοῦ zu beziehen, hingegen ist ihr inhaltlicher Bezug, also ob hier tatsächlich von der Flucht des Patzikos oder doch eher von der des K. die Rede ist, nicht so klar. Es könnte nämlich auch eine Verschreibung des Akkusativs (φυγόντα) zum Genitiv (φυγόντος) vorliegen, zu der der Verfasser oder Kopist von dem vorangegangenen Genitiv (τοῦ Πατζικοῦ) leicht verleitet werden konnte. Wir können also nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob nun bereits Patzikos oder doch eher K. nach Bulgarien geflohen war. — Da “Patzikos” als Name eines Byzantiners recht ungewöhnlich ist, läßt sich auch nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich bei dem Beinamen des K. tatsächlich um ein Patronym handelt. Folglich wäre auch eine Rekonstruktion einer Person namens Patzikos (Vater des K.) auf der Grundlage allein dieser Stelle recht verwegen; “Patzikos” hat daher kein eigenes Lemma in der PmbZ erhalten, sondern es wird sub nomine nur auf das Lemma des K. verwiesen.

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 3920A

V: Sie war eine Schwester des Bulgarenkhans Krum, verheiratet mit Konstantinos und Mutter eines Sohnes.

Q: — (Hist.): Ps.-Symeon 613,8; Scriptor inc. 343,8 (Bekker); III, p. 52,71f. (Iadevaia).

2. Sohn 3920B

V: Sohn des Konstantinos und einer Schwester des Bulgarenkhans Krum. Er begleitete im Jahre 813 während der Belagerung von Konstantinopel Krum, seinen Vater und einen bulgarischen “Logothetes” zu Verhandlungen mit den Byzantinern, hielt während der Unterhandlungen das Pferd Krums, mit dem dieser dann floh, und wurde zusammen mit seinem Vater von den Byzantinern gefangengenommen.

Q: — (Hist.): Ps.-Symeon 613,8-14f.; 613,24 – 614,2; Scriptor inc. 343,7. 15f.; 344,1-3 (Bekker); III, p. 52,71f. 80-82. 96 (Iadevaia).

Geographische Orte

  • Bulgarien

Quellen

  • Scriptor inc.
  • Ps.-Symeon
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