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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Beiname: der Armenier — Λέοντα τὸν Ἀρμένιον (Kedrenos); ὁ Ἀρμένης (Georg. mon.); Schimpfnamen: Nachfahre des Amalek — ἐξ Ἀμαλήκ (s. z. B. Genesios, Titel und Prooimion, p. 3,2. 19, aber auch bei anderen Autoren); auch Amalekites — ὁ Ἀμαληκίτης (z. B. Ps.-Symeon 650,22); Parabates — ὁ παραβάτης (Symeon log.; Georg. mon. cont. [Muralt]); häufiger auch: Chamaileon — Λέων Ἀρμένιος ὁ καὶ Χαμαιλέων, ὁ παραβάτης καὶ εἰκονομάχος (Ps.-Symeon, 603 [Titel]; Vita Niceph. patriarchae [BHG 1335] 162,24; Scriptor inc. 341,3-7. 356,8. 358,1. 16 u. ö. [Bekker]; III, p. 49,28-30. p. 66,442. p. 67,487 u. ö. [Iadevaia]); Syrarmenios (Synodicon vetus); Kopronus — ὁ κοπρόνους (Vita Niceph. patriarchae [BHG 1335] 198,19); Noe — Νῶε (Nikeph., Refutatio 36,15. 36,22, p. 79).

T: Vermutlich Turmarches der Phoideratoi, Strategos von Armeniakon, Hypostrategos bzw. Strategos von Anatolikon, Oberkommandierender der kleinasiatischen Thementruppen (vielleicht Monostrategos; cf. Vita Niceph. patriarchae [BHG 1335] 163,1: δημαγωγὸς τοῦ πρώτου καταλόγου τῆς στρατιωτικῆς τῶν λεγομένων θεμάτων καθίστατο φάλαγγος; s. noch unten Anm. 21 zu der Bezeichnung bei Theophanes 502,6f.), Patrikios (Georg. mon. 776,19; Symeon log.; Epistula ad Theophilum; Scriptor inc.), Basileus (12. Juli 813 – 25. Dezember 820).

V: L. war der Sohn des Bardas (# 784) und dessen Frau (# 784A) (1). Er heiratete später Theodosia (# 7790, die auch abwertend Barka genannt wurde) und hatte mit dieser die Söhne Symbatios (# 3925, der anläßlich seiner Mitkaiserkrönung in Konstantinos umbenannt wurde), Basileios (# 927), Gregorios (# 2474) und Theodosios (# 7871).

Bereits der Name seines Vaters und sein Beiname weisen darauf hin, daß er armenischer Abstammung war (2). Möglicherweise ist er auch in Armenien aufgewachsen (3). Während seiner Kindheit soll seine Familie in das Dorf Pidra im Thema Anatolikon gezogen sein (4), wo er auch, als er herangewachsen war, Soldat wurde. Er gehörte dann zur Hetaireia des Bardanes Turkos (# 766). Dort diente er gemeinsam mit Michael (dem späteren Kaiser Michael II.) und Thomas dem Slawen (# 8459), denen allen eine niedrige Herkunft unterstellt wird. Tatsächlich war L. aller Wahrscheinlichkeit nach ein Neffe des Bardanes (5). Nach einer Beschreibung seiner Gestalt und Person war er von kleiner gedrungener Statur, feist, aber ansehnlich, mit vollem Bart und Haupthaar, einer durchdringenden Stimme wie ein Löwe, mutig, aber auch feige (6).

Während des Aufstandes des Bardanes Turkos gegen Kaiser Nikephoros I. im Jahre 803 gingen L. und Michael auf die Seite des Kaisers über. Im Gegenzug wurde L. nach seinem Verrat an Bardanes von Nikephoros I. zum Kommandanten, vermutlich zum Turmarches der Föderaten ernannt (7). Außerdem wurde ihm (nur nach Theoph. cont.) die Aufsicht über den kaiserlichen Palast des Zenon und den Dagistheus übertragen (8).

Nach einer Episode, die in der Chronographie des Theophanes und bei Theoph. cont. berichtet wird (9), ist vermutlich er (10) im Frühjahr des Jahres 811 als Strategos des Themas Armeniakon (nur bei Theophanes ausdrücklich so) vom Kaiser mit dem Soldtransport für seine Themensoldaten (demnach die Armeniakoi) betraut gewesen. Aufgrund seiner Nachlässigkeit und der Nichteinhaltung kaiserlicher Befehle hätten die Araber am 1. März 811 (11) bei Euchaita den Troß überfallen können, wobei L. das gesamte Geld (dreizehn Talente bzw. 1.300 Pfund Gold) und viele Männer verlor. Dafür sei er dann von Nikephoros I. mit Prügel und Verbannung bestraft worden (12).

Nach dem Tod des Kaisers Nikephoros I. am 26. Juli 811 und der kurzzeitigen Herrschaft des Staurakios muß er durch den nachfolgenden Kaiser Michael I. frühestens im Oktober desselben Jahres begnadigt worden sein (13). Der Scriptor inc. berichtet, daß Michael I. alle diejenigen, die von Nikephoros I. verbannt worden waren, aus der Verbannung entlassen habe, darunter auch Leon, den Sohn des Bardas (14). Auch Theoph. cont. berichtet, daß L. durch Michael I. aus der Verbannung entlassen und kurz darauf zum Patrikios und Strategos des Anatolikon ernannt worden sei (15). Genesios und Skylitzes erwähnen ihn dagegen als Hypostrategos von Anatolikon, der erfolgreiche Kriege gegen die Araber geführt habe und deshalb von Michael I. zum Patrikios ernannt worden sei (16).

Als Strategos von Anatolikon war er nach der Chronographie des Theophanes mit der Konfiszierung des Eigentums der häretischen Athinganer und mit ihrer Verbannung beauftragt (17). Kurze Zeit später, nämlich im August des Jahres 812, schlug er eine arabische Armee unter Ṯābit ibn Naṣr (# 7224), tötete dabei 2.000 Mann und eroberte Pferde und Troß der Araber (18).

Ebenfalls als Strategos von Anatolikon nahm er im Frühjahr 813 am Feldzug gegen die Bulgaren teil und spielte in der Schlacht von Versinikia (bei Adrianopel) am 22. Juni wohl eine bedeutende Rolle. Über diese Rolle und den genauen Hergang der Schlacht finden sich in den Chroniken allerdings abweichende Darstellungen.

Dabei bescheinigt die älteste Chronik, die Chronographie des Theophanes, L. zumindest Kühnheit (19). Demnach habe L. gemeinsam mit Ioannes Aplakes (# 3197) bereits, als man noch 30 Meilen von den Bulgaren entfernt war, auf einen baldigen Angriff gedrängt, Michael I. habe dies aber zunächst verhindert und hinausgezögert. Als man sich schließlich in Schlachtordnung gegenüberstand, habe die Byzantiner der Mut verlassen und die meisten seien geflohen, ehe es noch zum ersten Zusammentreffen kam. In dieser Quelle trifft L. also keine besondere Schuld an der verheerenden Niederlage, vielmehr wird er als kühner General dargestellt, auch scheint hier eher das zögerliche (oder unsichere) Verhalten des Kaisers Michael I. eine Rolle bei der Niederlage gespielt zu haben (20). Folgerichtig soll Michael I. nach der Schlacht, als er aus Enttäuschung über die schmähliche Niederlage bereits seine Abdankung plante, auch gerade L. den Kaiserthron angetragen haben, den dieser freilich ablehnte. Daraufhin ließ der Kaiser ihn als Befehlshaber der Themen im Amt (21).

Dagegen versuchen sämtliche späteren Chroniken, L. die Schuld an der verlorenen Schlacht zuzuschieben. Die propagandistische Umdeutung ist noch deutlich erkennbar bei Theoph. cont. und Genesios. Beide Chronisten kannten noch die beiden gegensätzlichen Versionen des Herganges der Schlacht (Leon als Verräter und Feigling gegenüber Leon, dem kühnen und tapferen General) und bringen auch beide Versionen (22), wobei allerdings die leonfeindliche Version bereits zuerst genannt wird. Die anderen Zeugen überliefern dann nur noch die leonfeindliche Version, wonach dieser mit seinen Truppen zuerst geflohen sei, und zwar, weil er nach dem Thron gestrebt habe. Im Fragment des Scriptor inc. wird L. gar als besonders übler Verräter dargestellt, der Ioannes Aplakes allein angreifen läßt, ihm dann nicht zu Hilfe kommt und somit den Tod des Generals auf dem Schlachtfeld zu verantworten hat (23).

Es deutet also einiges darauf hin, daß die beiden kommandierenden Generäle, Ioannes Aplakes und L., sich nichts hatten zuschulden kommen lassen. Ioannes kämpfte tapfer und ließ auf dem Schlachtfeld sein Leben, und auch L. hatte sich vermutlich achtbar geschlagen. Es drängt sich eher der Verdacht auf, daß der Kaiser, Michael I., sich zögerlich und unentschlossen verhielt und womöglich einige taktische oder auch psychologische Fehler beging, die letztlich zu Flucht und Niederlage führten. Dafür sprechen im Grunde auch die anschließenden Ereignisse.

Nach der Rückkehr nach Konstantinopel dankte Michael I. ab und ging am 11. Juli 813 gemeinsam mit der gesamten Familie ins Kloster.

Regierungszeit: Am 11. Juli riefen die Themen Leon zum neuen Kaiser aus (24). Am folgenden Tag wurde er auf dem Ambo der Hagia Sophia von Patriarch Nikephoros I. (# 5301) gekrönt (25).

Außenpolitik: Die erste und dringlichste Aufgabe L.s als Kaiser war es nun, der bulgarischen Bedrohung zu begegnen, in deren Schatten er sozusagen an die Macht gekommen war. Die Bulgaren unter Khan Krum (# 4164) hatten die fliehenden byzantinischen Truppen verfolgt und erschienen am 17. Juli 813 vor den Toren von Konstantinopel. Angesichts seiner ungünstigen militärischen Position und seiner beschränkten Mittel schreckte Leon V. nicht davor zurück, die Ermordung des bulgarischen Khans während vorgeblicher Verhandlungen zu planen. Das Attentat schlug allerdings fehl, und Krum konnte fliehen (26). In einer großangelegten Vergeltungsaktion plünderten die Bulgaren anschließend Thrakien bis zum Wintersanfang 813/14. Dabei kam es anscheinend zu schweren Verwüstungen (27). Anfang des Jahres 814 begann Krum mit den Vorbereitungen zur Belagerung Konstantinopels. Er ließ Kriegsgerät und Belagerungsmaschinen bauen und ein Heer, darunter wiederum Slawen und Awaren, zusammenziehen. Im Gegenzug ließ L. die Befestigungen ausbessern und vor dem Blachernentor eine neue Mauer errichten (28). Außerdem schickte er eine Gesandtschaft zu Karl dem Großen (# 3628) mit der Bitte um Hilfe gegen die Bulgaren (29). Allerdings sollte es zu der Belagerung Konstantinopels durch die Bulgaren nicht mehr kommen, weil Krum am 13. April 814 plötzlich starb.

Die Bulgaren verstrickten sich nun in interne Machtkämpfe, während die Byzantiner erst einmal Atem holen konnten. Vermutlich noch unter Khan Ditzeugos (# 1352) kam es zu Racheaktionen an Christen in Bulgarien, obwohl diese Christenverfolgungen in einigen Quellen auch dem nachfolgenden Khan Omurtag (# 5651) zugeschrieben werden, der ab März 815 herrschte. Im Jahre 816 schloß Leon V. mit Omurtag einen Friedensvertrag für die Dauer von 30 Jahren. Damit war auf dem Balkan die Sicherheit der Grenzen vorerst wiederhergestellt.

Innen- und Kirchenpolitik: Erst nach dem Tode Krums im April 814 konnte sich L. stärker innenpolitischen Themen widmen. Er wirkte nun, noch im Jahre 814, auf das erneute Verbot der Ikonenverehrung hin, wobei er sich anscheinend auf eine gewisse Stimmung in der Öffentlichkeit sowie auf größere Gruppen in allen Schichten der hauptstädtischen Bevölkerung stützen konnte, die die Ikonenverehrung ebenfalls ablehnten (30). Propagandistisch wollte er damit wohl an die militärisch erfolgreiche syrische Dynastie anknüpfen (31). An Pfingsten (4. Juni) des Jahres 814 setzte er eine theologische Kommission von Klerikern ein, um Argumente für das Verbot der Ikonenverehrung zu sammeln und die theologische Argumentation für einen Konzilsbeschluß vorzubereiten. Die Kommission stand offiziell unter der Leitung von Antonios (# 550), dem Bischof von Syllaion, während Ioannes Grammatikos (# 3199) ihr führender Kopf gewesen zu sein scheint (32).

Im Dezember 814 wurde der Patriarch von Konstantinopel, Nikephoros I., mit den Absichten des Kaisers konfrontiert. Nikephoros weigerte sich jedoch, dem Verbot der Ikonenverehrung zuzustimmen, und begann stattdessen, eine Opposition zu formieren. Schließlich kam es am Weihnachtstag (25. Dezember) zu einem großen Disput im Kaiserpalast zwischen der theologischen Kommission des Kaisers auf der einen und dem Patriarchen Nikephoros und weiteren Bischöfen auf der anderen Seite, ohne daß eine Einigung erzielt werden konnte (33). Auch Anfang des Jahres 815 setzte sich die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Patriarch fort und spitzte sich weiter zu (34). In diesem Zeitraum versuchten beide Seiten, Anhänger für ihre Sache zu gewinnen. Schließlich glaubte L. sich im März 815 stark genug, den Patriarchen abzusetzen. Die Absetzung und anschließende Verbannung nach Chrysopolis fand am 13. oder am 20. März des Jahres 815 statt (35).

L. ernannte den weltlichen Würdenträger (36) Theodotos (# 7954) zum neuen Patriarchen von Konstantinopel. Dieser wurde am 1. April 815 (Ostern) zum Patriarchen geweiht. Unter seinem Vorsitz fand kurz darauf (vielleicht zwischen dem 3. und dem 8. April 815) in Konstantinopel eine Synode statt (37), in deren Beschlüssen das 7. Ökumenische Konzil von Nikaia für ungültig erklärt und die Ikonenverehrung erneut verboten wurde. Die Anhänger der Ikonenverehrung wurden anathematisiert, einschließlich der ikonodulen Patriarchen (Germanos, Tarasios und Nikephoros). Schließlich verhängte man über alle Gegner der ikonoklastischen Doktrin Anathema und Verbannung.

In der Folge versuchte L. mit Unterstützung des Patriarchen Theodotos und des Ioannes Grammatikos (# 3199), das Verbot der Ikonenverehrung und die Akzeptanz der ikonoklastischen Doktrin durchzusetzen. Auf der einen Seite hatte L. damit zunächst wohl auch einigen Erfolg, auf der anderen Seite traten etliche Kleriker lieber den Weg in die Verbannung an, als das Verbot der Ikonenverehrung zu akzeptieren. Schließlich bildete sich ein permanenter Widerstand heraus, dem mit kaiserlicher Strafverfolgung allein kaum beizukommen war (38). Diese verhärteten Fronten – die ikonoklastische Amtskirche auf der einen und die ikonophile Opposition in der Verbannung auf der anderen Seite – blieben bis zur Ermordung Leons bestehen. L. war daher mit der völligen Durchsetzung des Verbots der Ikonenverehrung gescheitert.

Im siebten Jahr der Regierung L.s und seines Sohnes Konstantinos, also 819/20, erließ er gemeinsam mit Sohn und Mitkaiser eine Novelle zum Eherecht (39).

Die Quellenlage vermittelt heute den Eindruck, als sei das erneute Verbot der Ikonenverehrung und dessen Durchsetzung das wichtigste innenpolitische Anliegen L.s gewesen. Dieser Eindruck ist jedoch vermutlich nicht richtig, wie unter anderem eine überlieferte Bemerkung des Patriarchen Nikephoros anläßlich der Ermordung L.s schließen läßt: Demnach soll Nikephoros über den ikonoklastischen Kaiser, der ihn abgesetzt und verbannt hatte, folgendes, vergleichsweise gerechte Urteil abgegeben haben: “Wenn er auch ein Frevler (sc. ein Häretiker) war, so verlor doch die Stadt in dem Mann einen wirklichen Hüter des Gemeinwohls” (40) .

In ähnlicher Weise läßt die Verschwörung, die schließlich zu seiner Ermordung führte, innenpolitische Schwierigkeiten ahnen, die mit dem Verbot der Ikonenverehrung in keinerlei Zusammenhang standen. Darüber jedoch schweigen unsere Quellen.

Tod, Nachleben und Urteil: Am 25. Dezember des Jahres 820 wurde L. von Verschwörern in der Kirche ermordet (41). Sein Leichnam wurde anschließend auf der Insel Prote beigesetzt.

Das Bildnis L.s in der Geschichte ist durch die (stark klerikal geprägte) byzantinische Überlieferung vermutlich in überaus großem Maße reduziert und verfälscht worden (42). Dies läßt sich jedoch heute nur noch an wenigen Punkten greifen und kaum stringent beweisen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang etwa die Darstellung L.s in der Chronographie des Theophanes, weil diese zu einem Zeitpunkt vor dem erneuten Verbot der Ikonenverehrung (also als noch nichts gegen L. vorlag) abbricht. Diese Darstellung ist eindeutig positiv, und ihr Vergleich mit späteren parallelen Darstellungen entlarvt bereits einige der späteren verunglimpfenden Nachrichten (beispielsweise die angeblich verweigerte Loyalitätserklärung gegenüber der Kirche) als Fiktion oder starke, tendenziöse Verzerrung.

Interessant ist ebenfalls das bereits erwähnte, überlieferte Urteil des Patriarchen Nikephoros über L. nach dessen Tod, das man gerade deshalb, weil es teilweise positiv ausfällt, obwohl es einem ausgesprochenen Gegner L.s in den Mund gelegt wird, für gewichtig halten sollte. In die Chronik des Theophanes continuatus ist diese Nachricht sicherlich nicht mit der Absicht gelangt, L. zu loben, sondern aus einem anderen Grund (43).

Der Hauptstrom der Überlieferung reduziert L.s gesamte Herrschaft dagegen im wesentlichen auf eine einzige kirchenpolitische Maßnahme, nämlich das erneute Verbot der Ikonenverehrung, und stempelt ihn so zu einem Häretiker, der die Kirche erschütterte, Heilige verfolgte usw. Das Urteil über ihn wird dadurch so ausschließlich negativ gefärbt, daß ihm etwa in späteren Quellen auch Konspiration oder sogar die Usurpation des Thrones unterstellt werden konnten.

Vermutlich war L. in Wirklichkeit ein recht fähiger Militär und Außenpolitiker (44), der sowohl auf dem Schlachtfeld als auch mit diplomatischen Mitteln erfolgreich zu agieren wußte. In außergewöhnlichen Situationen griff er allerdings auch zu außergewöhnlichen Mitteln (man denke an das Attentat auf Khan Krum). Insgesamt gelang es ihm jedoch, die zuvor schon seit langem unsichere bulgarische Grenze zu befrieden. Möglicherweise wird er in einer Protobulgarischen Inschrift (Nr. 4) erwähnt, was für die Intensität der (friedlichen) byzantinisch-bulgarischen Beziehungen unter seiner Herrschaft sprechen könnte. Auch ist L. sicherlich zumindest ein gewisser Anteil an der unter seiner Herrschaft einsetzenden Orientierung der Bulgaren an Byzanz unter Khan Omurtag zuzubilligen.

Auch innenpolitisch war er vermutlich recht kompetent (45). Er kümmerte sich in ähnlicher Weise um das Gemeinwesen wie andere Kaiser auch, gab also Münzen aus und erließ außerdem Gesetze (46). Man sollte in diesem Zusammenhang auch das Urteil des Patriarchen Nikephoros noch einmal bedenken, der L. als “einen wirklichen Hüter des Gemeinwohls” bezeichnete. Sehen wir vom Verbot der Ikonenverehrung und dessen Folgen einmal ab, erfahren wir aus den Quellen fast nichts über die innenpolitische Situation oder innenpolitische Maßnahmen und Ereignisse in dieser Zeit. Das dürfte wohl auch so zu deuten sein, daß eben nichts Spektakuläres geschah, jedenfalls nichts, was sich im nachhinein gegen L. verwenden ließ. Der Frieden an der bulgarischen Grenze dürfte jedenfalls wieder eine gewisse Sicherheit für die Bewohner der Balkanprovinzen des Reiches und wahrscheinlich auch allgemein eine Verbesserung der Staatsfinanzen mit sich gebracht haben.

Zumindest zwei “Fehler” kann man L. allerdings vorwerfen: 1. Mit dem erneuten Verbot der Ikonenverehrung ergriff L. Partei für diejenige kirchenpolitisch-dogmatische Strömung, die sich am Ende nicht durchsetzen sollte; dies beschädigte sein Andenken ganz erheblich. 2. Die Legenden um sein Ende lassen den Verdacht aufkommen, daß er eher zu milde gegen potentielle oder auch nachweisliche Verschwörer in seinem Umfeld vorging; dies kostete ihn schließlich Thron und Leben.

Zusätzliche hagiographische Nachrichten:Herkunft: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) cap. 15, p. 227,27f.; Narratio de imagine τῶν Λατόμων ... (BHG 798) cap. 9, p. 109,27-32; Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337) cap. 2–6, p. 117–121; Vita Theodorae Thess. (Paschalides; BHG 1737) cap. 11,1 – 12,15, p. 86–88. — Stellung unter Michael I.: Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 16, p. 347A; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 16, p. 392C; Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937) cap. 18–19, col. 5 A-D; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 43f.; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 877C–880A; Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381, p. 141,17 (Gauer); cap. 36, p. 113,7f. (Munitiz). — Prophezeiungen seiner künftigen Herrschaft: Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 16, p. 347B; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 17, p. 392C–393B; Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381, p. 141,5-21; cap. 35–36, p. 111,13 – 113,11 (Gauer); Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XVI, p. 104,25-35; cap. XVII, p. 104,36-38; cap. XVIII–XIX, p. 106,14-17. 27-36; 108,1-30 (Gauer); cap. 16.d, p. 177,9-19; cap. 17.a, p. 177,20-23; cap. 18.b – 19.b, p. 179,12-16; 179,24 – 183,2 (Munitiz) (cf. hierzu Speck, Ich bin's nicht 241–250). — Verrat und Sturz Michaels I.: Encomium Ignatii (BHG 818) 292B- D; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 16, p. 392C; Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937) cap. 18–19, col. 5 A-D; cap. 20, col. 53D–56A; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 43f.; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 877C–880A; Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 6, p. 36,21 – 38,2; Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 163,8-25. — Krönung und Loyalitätserklärung: Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 163,26 – 164,25. — Ikonoklast: Vita Antonii Cauleae (BHG 139b) cap. 3, p. 23,93-109; Vita Eustratii (BHG 645) cap. 2 A., p. 368,24f.; cap. 9, p. 374,1-22; Narratio de imagine τῶν Λατόμων ... (BHG 798) cap.9, p. 109,27-32; Vita Ignatii (BHG 817) 492B–493B; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 18, p. 393B–394A; Passio XLII mart. (BHG 1214a) cap. 11,2-7, p. 134; Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296) 58,12. 27-29; 62,6-28; 64,1 – 66,30; Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 31, p. XXIV; Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 202,7 – 205,5 (Konzil 815). 205,22 – 206,26; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 40f.; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 880B–881A; Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381, p. 141,2 – 146,36 (Gauer); cap. 34–52, p. 111,11 – 121,20 (Munitiz); Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XX, p. 108,31–110,7. 14-17; cap. XXIV, p. 114,29 – 116,5 (Gauer); cap. 20.a-c, p. 183,3-16; cap. 20.d., p. 183,24-27; cap. 24.a-b, p. 189,12 – 191,3 (Munitiz) (cf. hierzu Speck, Ich bin's nicht 520 Anm. 1326); Vita Theodorae Thess. (BHG 1738) cap. 11–17, p. 6,29 – 11,18; Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 7, p. 38,3 – 39,9; Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b) 733/734,25-30. 32-43; Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451) cap. 10–14, p. 76–80; Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452) cap. 5–7, p. 176–180; Theod. Stud., Laudatio Theophanis (BHG 1792b) cap. 11, p. 276 (Efthymiadis); Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 165,20 – 208,30; Synax. Cpl. 379/380,56f. — Nachahmer Leons III.: Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 17, p. 347C–348C; Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 31, p. XXIV; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 44; Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XVIII, p. 106,8-12; cap. XXIII, p. 114,15-19 (Gauer); cap. 18.a, p. 179,6-11; cap. 23.a, p. 187,29 – 189,4 (Munitiz). — Verfolgungen von Ikonenverehrern (allgemein): Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 206,12-25; Vita Antonii Cauleae (BHG 139b) cap. 3, p. 23f.,93-113; Vita Eustratii (BHG 645) cap. 2 A., p. 368,24f.; cap. 9, p. 374,1-22; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 46f.; Epistula ad Theophilum (BHG 1387), cap. XXIII, p. 114,15-19 (Gauer); cap. 23.a, p. 187,29 – 189,4 (Munitiz); Vita Theodorae Thess. (Paschalides; BHG 1737) cap. 11,1 – 12,15, p. 86–88; Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 7, p. 38,3 – 39,9; Synax. Cpl. 379/380,56f. — Verfolgung einzelner Ikonenverehrer: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) cap. 15, p. 227,25-30 (Symeon Stylites: # 7178); ibidem cap. 16, p. 229,3-23 (Patriarch Nikephoros I.: # 5301; Euthymios von Sardes: # 1838; Theophanes: # 8107; Georgios von Lesbos: # 2160); Encomium Ignatii (BHG 818) 292B-D (Ignatios: # 2666); cap. 20, col. 53D–56A (Patriarch Nikephoros I.: # 5301); Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 153,13 – 154,31. 155,33 156,5 (Makarios: # 4672 und Patriarch Nikephoros I.); Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296) cap. 12, p. 68,1-9; cap. 13, p. 68,22 – 70,19; cap. 14, p. 70,20-23 (Michael: # 5059; Iob: # 3396; Theodoros: # 7526 und Theophanes: # 8093); Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 167,22 – 189 (Patriarch Nikephoros I.); Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 38, p. X f. (Niketas von Medikion: # 5443); Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 46–51 (Patriarch Nikephoros I.); Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 880B–888C (Theodoros: # 7574; Patriarch Nikephoros I. und Nikolaos: # 5576); Vita Theodorae Thess. (BHG 1737) cap. 11,10-17, p. 86–88; cap. 13–16, p. 90–98 (Paschalides); cap. 11, p. 7; cap. 13–16, p. 8–10 (Arsenij); Vita Theodorae Thess. (BHG 1738) cap. 11–17, p. 6,29 – 11,18 (Antonios: # 556); Translatio Theodori Studitae et Josephi (BHG 1756t) cap. 5, p. 52,15–53,8 (Theodoros Studites: # 7574); Vita Theoph. conf. (BHG 1788) cap. 7, p. 29f. (Theophanes: # 8107); Theod. Stud., Laudatio Theophanis (Efthymiadis; BHG 1792b) cap. 13–16, p. 278–282 (Theophanes: # 8107); Vita Euthymii Sard. (BHG 2146) cap. 12–22, p. 74–87 (Patriarch Nikephoros I.); Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 7, p. 38,3 – 39,9 (Nikephoros I.); cap. 8, p. 39,10 – 40,14 (Georgios: # 2160); Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177), Resümee Matantseva 19–21 (col. 15–32); Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b) 733/734,25-30. 32-43 (Hilarion: # 2584); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451) cap. 10–14, p. 76–80 und Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452) cap. 5–7, p. 176–180 (Patriarch Nikephoros I.; Aimilianos von Kyzikos: # 153; Euthymios von Sardes: # 1838; Ioseph von Thessalonike: # 3448; Eudoxios von Amorion: # 1643 und Theophylaktos von Nikomedeia: # 8295); Synax. Cpl. 483,31f. (Athanasios: # 678); Synax. Cpl. 531,6ff. und Men. Basilii 349A (Theophanes: # 8107); Synax. Cpl. 875,8f. und Men. Basilii 576D (Aimilianos: # 153). — Absetzung des Patriarchen Nikephoros I.: Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 190,12 – 201,29; Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337) cap. 2–4, p. 117–120; cap. 6, p. 121; Vita Ignatii (BHG 817) 492B–493B; Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 17, p. 348B; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 18, p. 393B–394A; Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337) cap. 2–6 , p. 117–121; Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 36, p. XXV; Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1376) cap. 3– 6, p. 231,1 – 232,1; Epistula ad Theophilum (BHG 1387) cap. XXIII, p. 114,15-19; Vita Georgii Mityl. (BHG 2163) cap. 7, p. 38,3 – 39,9; Synax. Cpl. 724,20 – 725,12. — Einsetzung des Patriarchen Theodotos I.: Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 37, p. XXV; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 45; Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 201,30 – 202,7. — Sturz und Tod: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) cap. 16, p. 229,3-23; Vita Euthymii iun. (BHG 655) cap. 4, p. 171,22-26; Vita Ignatii (BHG 817) 492B–493B; Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937) cap. 29, col. 645B; Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 156,16-18; Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296) cap. 15, p. 72,7f.; Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 38, p. XXf.; Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 207,23 – 208,30; Vita Nicet. Medic. (BHG 1342) 51; Vita Nicolai Stud. (BHG 1365) 889B; Vita Tarasii (BHG 1698) 422,17-30; Vita Theodorae Thess. (Paschalides; BHG 1737) cap. 17,1-3, p. 100; Vita Theodorae Thess. (BHG 1738) cap. 11–17, p. 6,29 – 11,18; Vita Theoph. conf. (BHG 1788) cap. 8, p. 29,3; Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b) 733/734,42f.; Synax. Cpl. 724,20 – 725,12. — Verwandte: Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 16, p. 347A: Vetter (ἀδελφιδός): Bryenis (# 1044). — Ikonoklastische Anhänger Leons: Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) cap. 31, p. XXIV: Ioannes Spektas (# 3251), Eutichianos (# 1866), Ioannes Grammatikos (# 3199), Antonios von Sylaion (# 550), Leontios (# 4590) und Sosimas (# 8665). — Sonstige Nachrichten: Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) 227,25-30; Narratio de imagine τῶν Λατόμων ... (BHG 798) cap. 11–13; Vita Ignatii (BHG 817) 492B–493B; Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935) cap. 17, p. 348C; cap. 21, p. 352B; cap. 24, p. 355B; cap. 46, p. 372A; cap. 47, p. 373A; Vita Ioannic. (Petros; BHG 936) cap. 30, p. 401B-C; Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937) cap. 28, col. 61D–64A; Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003) 153,13 – 154,31; 155,33 – 156,5; Vita et Miracula Phantini sen. (BHG 1508–1509) Z. 1063-1065, p. 72 (Λεόντος τοῦ Αἰρητικοῦ); Z. 1110-1156, p. 74f. (Saletta); cap. 56, p. 566B-C; cap. 61, p. 566F; cap. 63–64, p. 567A-B (AASS; lat. Übers.) (Es könnten auch Leon III. oder Leon IV. gemeint sein; Acconcia Longo, in: RSBN N. S. 32 [1995] 86–89, plädiert für Leon IV.); Vita Euthymii Sard. (BHG 2146) cap. 12–22, p. 74–87; Vita Petri Atroënsis (BHG 2364) cap. 12,5-9, p. 97; cap. 22, p. 97–99; cap. 23,1-3, p. 119; cap. 33,1-5, p. 137; cap. 63,6, p. 187; Vita Petri Atroënsis retractata (BHG 2365) cap. 12, tit. 5–9, p. 97; 12–86, p. 97–102; Synax. Cpl. 577/578,45 – 579/580,27; Vita Jacobi § 2. 3, p. 144.

Anmerkungen:(1) Zu möglichen weiteren verwandtschaftlichen Beziehungen L.s cf. Turner, The Origins and Accession of Leo V (813–820), in: JÖB 40 (1990) 171–203, bes. 172–187. — (2) Cf. auch Theoph. cont. 6,4-7; Genesios I 24, p. 21,39-42; Georg. mon. 780,20 – 781,12; Georg. mon. cont. (Muralt) 985B-C behauptet, L. sei ein μιξοβάρβαρος gewesen und stamme von Assyrern (Kindern des Sennacherim) ab, die nach Armenien geflüchtet seien. Eine arabische Abstammung unterstellt dagegen das Kitāb al-Mukāfa’a. — (3) Nach Ps.-Symeon 603 (Titel) stammte er von einem Armenier aus der Stadt Thettalia in Armenien ab, der bereits mit Iason ausgezogen sei. — (4) So Theoph. cont. und Genesios. — (5) So schon Brooks, in: EHR 31 [1916] 256f.; zu weiteren verwandtschaftlichen Beziehungen cf. Turner (wie in Anm. 1). — (6) Ps.-Symeon 603 (Titel). — (7) Theoph. cont. I 4, p. 10,21: τὴν τῶν φοιδεράτων ἀρχήν…; Kedrenos II 32,4. 14- 21; II 33,2-4. Skylitzes 11,59 bezeichnet ihn, vermutlich inkorrekt, als ἡγεμὼν τοῦ τάγματος τῶν φοιδεράτων. Der genaue Titel dürfte jedoch der des Turmarches gewesen sein; cf. Haldon, Praetorians 246, wo sich auch weitere Literatur zum Thema in den Anmerkungen findet. — (8) Die Quelle drückt sich folgendermaßen aus, cf. Theoph. cont. I 3, p. 9,10f: ἆθλον ὁ μὲν τὴν φοιδεράτων καὶ βασιλικὸν οἶκον τοῦ Ζήνωνος καὶ τὸν Δαγισθέα. Beck, Gefolgschaftswesen 20 Anm. 3, interpretierte die Stelle wie folgt: “... und bekommt außerdem die Kuratorie über die Domus Zenonis und Dagistheae.” Zum Dagistheus, dem ehemaligen Bad des Dagisthaios, cf. Berger, Patria 439–442. Die genauen Bedingungen dieser Schenkung, Überlassung oder Übertragung von Verwaltungsaufgaben sind nicht klar. Fest dürfte lediglich stehen, daß diese Belohnung gewisse Vorteile, also Einkünfte oder Nutzungsrechte, beinhaltet haben muß. Ob damit ein gewisses Amt und/oder ein Titel (etwa der des Kurators?) einhergingen, wissen wir nicht. — (9) Theophanes 489,17-21; Theoph. cont. I 4, p. 11. — (10) Die Forschung war über die Identifizierung des dort erwähnten L. mit dem späteren Leon V. lange Zeit geteilter Meinung. Aus diesem Grunde wird er in der PmbZ auch als eigenständige Person aufgeführt; cf. # 4412. Insgesamt scheint jedoch mehr für eine Identität der Personen zu sprechen; auch scheint Theophanes hier, insbesondere im Zusammenhang mit Theoph. cont., den Grund für die Verbannung zu liefern, aus der L. nach dem Scriptor inc. unter Michael I. entlassen wird, dort eindeutig als “Leon, Sohn des Bardas” bezeichnet! — (11) Theophanes 489,17f. datiert die Episode in den Februar, aber gleichzeitig auf den ersten Fastensamstag, der auf den ersten März fiel; cf. dazu Grumel, Chronologie 310. 312. — (12) Die Bestrafung, erweitert um die Strafe der Schur des Haupthaares, hat auch Scriptor inc. 336,10-12 (Bekker); II, p. 40, 28-30 (Iadevaia). In diesem Zusammenhang wurde – rein hypothetisch – auch eine Verwicklung in die Revolte seines Schwiegervaters Arsaber (# 600) vermutet, die im Jahre 808 stattfand; cf. Turner, in: JÖB 40 (1990) 179f. — (13) Vermutlich abwegig ist die Darstellung bei Kedrenos II 43,10-22, wonach L. selbst den Kaisertitel zunächst abgelehnt und sich dann für Michael ausgesprochen habe. — (14) Scriptor inc. 336,12f. (Bekker); II, p. 40,30-32 (Iadevaia). — (15) Theoph. cont. I 4, p. 12; der Titel wird für das Jahr 813 bestätigt bei Theophanes 500,32f. — (16) Skylitzes 11,62-67; Genesios I 8, p. 8,55-58. — (17) Theophanes 497, 4-6. — (18) Theophanes 497, 6-9; Zonaras XV 17, p. 314,13-16. — (19) Theophanes 500,32 – 501,3. — (20) Nach Theoph. cont. I 6, p. 15,19f. waren es gerade die kaiserlichen Garderegimenter (Tagmata), die sich zur Flucht wandten und Verrat begingen. — (21) Theophanes 501,27 – 502,7; die Ausdrucksweise der Chronographie des Theophanes, ἐάσας (sc. Michael I.) αὐτὸν (sc. Leon) προΐστασθαι τῶν θεμάτων, deutet darauf hin, daß L. neben Ioannes Aplakes, der die “Balkantruppen” der Themen Makedonia und Thrake kommandierte, als Oberkommandierender (etwa Monostrategos) der kleinasiatischen Thementruppen fungierte. Siehe dazu auch bereits oben unter T. Dies spricht für eine besonders hohe Stellung bzw. ein sehr hohes Ansehen Leons. — (22) Theoph. cont. I 6, p. 15,5-16 versus I 6, p. 15,18 – 16,4; Genesios I 1, p. 3,21 – 4,27 versus I 2, p. 4,28-36. Man beachte auch die Bemerkung bei Genesios I 2, p. 4,28, der die leonfreundliche Darstellung mit den Worten einleitet: ὡς δέ τινες ἔφησαν ... — (23) Scriptor inc. 338,2-15; 340,7-9 (Bekker); II, p. 42,80f. 44,141-143 (Iadevaia); Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 162,31 – 163,8; Skylitzes 6,5-17; Zonaras XV 18, p. 317,10-12; nicht kommentiert wird die Niederlage bei Georg. mon. 776,17-20. — (24) Theophanes 502,12-16; Scriptor inc. 340,1-12 (Bekker); II, p. 44,159-162 (Iadevaia); Ausrufung am 12. Juli 813: Theoph.; 11. Juli: Symeon log.; (falsch) 10. Juni der 7. Indiktion (814): Scriptor inc. — (25) Zu der in einigen Quellen kolportierten, angeblichen Weigerung L.s, eine “Loyalitätserklärung” gegenüber der Kirche abzugeben cf. Pratsch, Theodoros 206f. Demnach ist diese Nachricht als spätere Propaganda zu verwerfen. — (26) Zu dem Attentat Beševliev, Periode 255f. Nach Theophanes 503,20f. wurde Krum verwundet, allerdings nicht schwer; von einer schweren Verwundung durch Leon V. selbst berichten die Annales regni Francorum (813) 139. — (27) Cf. dazu Pratsch, Theodoros 203. — (28) Scriptor inc. (Bekker) 347,11 – 348,10; die Blachernenmauer war die Schwachstelle der Landmauer; cf. dazu Speck, in: Rechtshistorisches Journal 3 (1984) 32 Anm. 31. — (29) Annales Laurissenses Minores (Codex Fuldensis) p. 122 ad a. 814; auch ediert von H. Schnorr von Carolsfeld: Chronicon Laurissense breve, in: Neues Archiv 36 (1911) 15–39, ad annum 813; zur Quelle cf. Wattenbach–Levison, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter. Vorzeit und Karolinger, II. Heft: Die Karolinger vom Anfang des 8. Jahrhunderts bis zum Tode Karls des Großen, bearbeitet von W. Levison und H. Löwe, Weimar 1953, p. 264; zur Gesandtschaft cf. Dölger, Regesten Nr. 391; Lounghis, Ambassades 162f. 338; sowie unter Christophoros (# 1120). — (30) Cf. dazu ausführlich Pratsch, Theodoros 204–214. — (31) Cf. Pratsch, Theodoros 204f. — (32) Näheres zu dieser Kommission bei Pratsch, Theodoros 211–214. — (33) Cf. zu diesen Ereignissen Pratsch, Theodoros 215– 225. — (34) Cf. Pratsch, Theodoros 225–229. — (35) Cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 141f. — (36) Er war Spatharokandidatos oder Spatharios und vielleicht (Prot- )Asekretis, möglicherweise auch Senator; cf. dazu Pratsch, in: Patriarchen (BBS 5) 150– 152. — (37) Cf. dazu Pratsch, Theodoros 231–234. — (38) Cf. dazu ausführlicher Pratsch, Theodoros 234–261. — (39) Cf. Ehegesetz; cf. dazu Kresten, in: FM IV (1981) 37–106. In der früheren Forschung war dieses Gesetz Leon IV. und dessen Sohn und Mitkaiser Konstantin VI. zugewiesen worden; cf. noch Dölger, Regesten Nr. 338. — (40) So bei Theoph. cont. I 18, p. 30,13-15; cf. Genesios I 16,14f., p. 14. — (41) Theoph. cont. 33,13 – 41,7; Genesios (Thurn) 15,44 – 20,1; Georg mon. 777,18 – 779,6; Ps.-Symeon 609,22 – 610,9; 619,3 – 620,6; Leon gr. 210,4 – 211,5; Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 207,23 – 209,11; Vita Ignatii (BHG 817) 493A-B; Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) 229,20-23; cf. auch die modifizierte Version der Ereignisse in einer arabischen Quelle, dem Kitāb al-Mukāfa’a, bei B. Lewis, An Arabic Account of a Byzantine Palace Revolution, in: Byz 14 (1939) 383–386; dazu Pratsch, Theodoros 263f. — (42) Cf. zu diesem Problem auch Turner, in: JÖB 40 (1990) 171. — (43) Etwa weil L. hier (wieder einmal) als Frevler bzw. Häretiker bezeichnet wird, oder um die Milde des Nikephoros zu unterstreichen o. ä. — (44) Man vergleiche hier seine Darstellung in der Chronographie des Theophanes. — (45) Siehe wiederum die Chronographie des Theophanes, die L. auch allgemeines Herrschertalent zugesteht. — (46) Cf. dazu ausführlich Kresten, in: FM IV (1981) 37–106.

Q: (Hist.): Theophanes; Theoph. cont.; Genesios; Skylitzes; Georg. mon. 776,18-20; 777,1 – 792,5; Symeon log. (Leon gr. 207,21 – 211,5; Theod. mel. 142,23 – 145,18, Symeon sl. 90,16 – 92,8); Georg. mon. cont. (Muralt) 980A–1000A; Ps.-Symeon 603 – 620,6; 625,15; Kleinchroniken 2, 21, p. 49; 14, 43, p. 137; Zonaras XV 18–21, p. 319,10 – 335,13; Scriptor inc. (Bekker); Scriptor inc. (Iadevaia); Petros v. Alexandreia 197,24-26; Glykas 532,2f. 17; 533,1 – 535,2; Theod. Skut. 129,25-30; 130,25-27; 131,5 – 132,4. 7; 138,13f.; Michael Psellos, Historia Syntomos 94–95, p. 84,11-29. — (Ep.): Theod. Stud., Epp. 58. 63. 72. 74. 85. 358. 419. 448. 478 (Fatouros); II 83. 198 (PG 99); 1. 3. 14. 259 (Mai); Photios, Ep. 98 (I 134 Laourdas–Westerink); ep. Michaelis Balbi et Theophili impp., in: Mansi XIV 417C–418A (= MGH. Legum Sectio III. Concilia, Tomi II. Pars I., Hannover–Leipzig 1906, 476,7-25); Epistula synodica ad Theophilum (BHG 1386), Version des Cod. Athous Iviron 381, p. 141,2 – 146,36 (Gauer); cap. 34–52, p. 111,11 – 121,20 (Munitiz); Epistula ad Theophilum (BHG 1387); Arethas, Scripta minora Nr. 20, I, 199. — (Conc.) : Synodicon vetus, cap. 154,3 – 155,2, p. 128 – 130; Appendix II, cap. 154,16 – 155,3, p. 193–195; cap. 156,4, p. 196. — (Hag.): Vita Antonii Cauleae (BHG 139b); Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494); Vita Eustratii (BHG 645); Vita Euthymii iun. (BHG 655); Narratio de imagine τῶν Λατόμων ... (BHG 798); Vita Ignatii (BHG 817); Encomium Ignatii (BHG 818); Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935); Vita Ioannic. (Petros; BHG 936); Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937); Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003); Passio XLII mart. (BHG 1214a) cap. 11,2-7, p. 134; Vita Mich. Syncell. (Cunningham; BHG 1296); Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) loc. cit., zusätzlich 162,22- 30; 206,27 – 207,22; Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337); Vita Nicet. Medic. (BHG 1341); Vita Nicet. Medic. (BHG 1342); Vita Nicolai Stud. (BHG 1365); Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1337b); Vita Tarasii (BHG 1698); Vita Theodorae Thess. (Paschalides; BHG 1737); Vita Theodorae Thess. (BHG 1738); Vita B Theod. Stud. (BHG 1754) 276A–304C. 320B; Vita A Theod. Stud. (BHG 1755) 169B–205D; Vita C Theod. Stud. (BHG 1755d) 278–292; Translatio Theodori Studitae et Josephi (BHG 1756t); Vita Theoph. conf. (BHG 1788); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2451); Vita Theophyl. Nicomed. (BHG 2452); Vita Euthymii Sard. (BHG 2146); Vita Georgii Mityl. (BHG 2163); Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177), s. das Resümee von Matantseva, in: RSBN N. S. 30 (1993) 19–21; Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b); Vita Petri Atroënsis (BHG 2364); Vita Petri Atroënsis retractata (BHG 2365); Theod. Stud., Laudatio Theophanis (Efthymiadis; BHG 1792b) cap. 11, p. 276–278; cap. 13–16, p. 278–282; cap. 17, p. 282; Synax. Cpl. — (Hom.): Theod. Stud., Catech. parv. 49. 51 (p. 181. 184 Auvray) ohne Namen; II 75. 106. 129 (PG 99). — (Fs.): Suda III 402,28; Nikephoros, Chron. synt. 101,7- 10; 105,22; Catal. patriarch. (Fischer) 291,21f.; Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch. 460B; Peri Metatheseon (Darrouzès) Nr. 31, p. 178. — (Sonst.): Ehegesetz 21; Nikephoros, Apol. minor, cap. 9, col. 845B (anonym; εὐσεβέστατον βασιλέα); cap. 11, col. 848B (anonym; τῷ εὐσεβεῖ ἡμῶν βασιλεῖ); Nikeph., Refutatio 2,27f., p. 4f.; 3,1, p. 5; 36,15. 22, p. 79. — (lat.): Annales regni Francorum (813–815. 817) 139–141. 143. 145f.; (821) 155; Einhard, Vita Karoli, cap. 16, p. 19,26 – 20,5; Vita Hludovici 34, p. 402,10-14; Poeta Saxo (814) 272,513-516; Annales Fuldenses (817) 20; Annales Laurissenses Minores 122; Chronicon Laurissense breve (wie oben Anm. 29); Gesta episc. Neapol. 49, p. 428,9-11; 54, p. 429,15-20; Chronicon Vulturnense 62,20; Chronicon Altinate 110,11-17; MGH Epp. V, epp. Leonis Nr. 7, p. 99,7f.; Vita Jacobi. — (arm.): Samuel von Ani 705 (PG); 421 (Brosset); Kirakos 40. — (georg.): Synodikon georg. — (syr.): Michael syr. III 26. 36. 70-72; Bar Hebraeus 129; Chronik v. 1234: cap. 201f. 209, p. 9. 15. — (arab.): a¬ṭ-Ṭabarī (Yar-Shater XXXI) 45 [775]; al-Mas‘ūdi, Avertissement (Carra de Vaux 230); Kitāb al-Mukāfa’a, trad. Lewis, in: Byz 14 (1939) 383–386. — (Sg.): ZV 48 (Zeitraum 813–815); ZV 49 a-d (Zeitraum 815–820) jeweils mit (seinem Sohn und Mitkaiser) Konstantin: Λέων καὶ Κωνσταντῖνος πιστ(οὶ) βασιλεῖς Ῥωμαίων (zu ähnlichen Siegeln cf. dort). — (Inscr.): (vermutlich) Beševliev, Prot. Inschriften (1963) Nr. 4, p. 146; idem, Părvobălgarski nadpisi (1979) Nr. 4, p. 121. — (Num.): Metcalf, in: Byz 37 (1967) 288–295; Morrisson II 449–464; Tafel LXVI; Catalogue, Byzantine Coins III/1, 371–386; Tafeln XVIIIf.; Grierson, Coins 403 (Reg.); Abb. 701. 702.

L: ODB II 1209f.; LdMA V (1991) 1890f.; Nicol 73. — Alexander, Nicephorus 126 Anm. 7 (Abstammung). 284 (Reg.); Adontz, in: Armeniaca 2 (1927) 1–10 (= N. Adontz, Études Armé-no-Byzantines, Lissabon 1965, 37–46), wo auch seine Verwandten aufgeführt werden; Bury, Eastern Rom. Emp. 28f. 43ff.; Grumel, in: REB 18 (1960) 19–44; Beck, Gefolgschaftswesen 18ff. (zur Hetaireia); Speck, in: JÖB 16 (1967) 75 Anm. 14 (armenische Herkunft); Tinnefeld, Kaiserkritik 94; Treadgold, Revival 490f. (Reg.); idem, in: DOP 33 (1979) 157–197; Head, in: Byz 50 (1980) 231 (zur Beschreibung des Äußeren); Niavis, Nicephorus I 309 (Reg.); Rochow, Theophanes 310. 315–323; Turner, in: JÖB 40 (1990) 171–203; Speck, Ich bin' s nicht 713 (Reg.); Külzer, in: Byz 61 (1991) 413–447, bes. 445f.; J. Signes Codoñer, in: Mnemosynum C. Codoñer a discipulis oblatum, edición a cargo de A. R. Guerreira, Salamanca 1991, 309–320 (zur Herkunft Leons); idem, in: Habis 25 (1995) 357–376 (zu Familie, Herkunft, Beiname; cf. hierzu auch schon Brooks, in: EHR 31 [1916] 256f.); Lilie, Eirene 430 (Reg.); Sansterre, in: Byz 66 (1996) 373–380; Pratsch, Theodoros 196– 264 und 342 (Reg.); Treadgold, History 428–449. 541. 551. 553. 561. — Zur Gesetzgebung cf. Kresten, in: FM IV (1981) 37–106.

P: Eine märchenhafte Version seiner Herrschaft findet sich bei Michael syr. III 70–72. Dort wird berichtet, daß Leon die Bulgaren geschlagen habe und daher von Michael (I.) selbst zum Kaiser gekrönt worden sei. Außerdem sei Leon gegen die Bilderverehrung vorgegangen, nachdem er erfahren habe, daß der Patriarch die Bilder wieder verehre. Als der Patriarch, dessen Name nicht genannt wird, unter dem aber zweifelsfrei Nikephoros zu verstehen ist, zu Betrugsmanövern gegriffen habe, um das angeblich hohe Alter der Bilderverehrung unter Beweis zu stellen, und dies von Leon erkannt worden sei, habe der Kaiser Nikephoros verbannt und an seiner Stelle Theodotos zum Patriarchen gekrönt. Später sei Leon wegen seiner Verfolgung der Bilder von Michael (II.) gestürzt worden. Diese Darstellung, die nicht von den bekannten griechischen Quellen abhängen kann, fällt durch ihre Parteinahme für Leon und die Ikonoklasten auf. — Ein Brief Michaels II. (Mansi XIV, col. 417C–418D = MGH 476,7-25) an den fränkischen Kaiser Ludwig I. (# 4625) behauptet, daß Leon infolge des Aufstands Thomas’ des Slawen, auf den er keine Antwort gewußt habe, gestürzt worden sei (zu Brief und Gesandtschaft cf. Dölger, Regesten Nr. 408f.; Lounghis, Ambassades 164; sowie unter Leon [# 4423] und Theodotos [# 7957]). Erst danach sei Michael zum Kaiser erhoben worden. Hierbei handelt es sich allerdings eindeutig um eine propagandistische Fälschung Michaels. — Zu einer angeblichen Verschwörung der Prokopia (# 6351) gegen Leon V. cf. unter Konstantinos (# 3918). — Wahrscheinlich mit L. identisch ist Leon (# 4412); s. dazu bereits oben unter V.

Geographische Orte

  • Armenien
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  • Frankenreich
  • Chrysopolis (Bithynien)
  • Prote (Prinzeninsel)
  • Prinzeninseln
  • Stadtmauer (Kpl.)

Quellen

  • ZV
  • Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335)
  • Scriptor inc.
  • Vita Nicolai Stud. (BHG 1365)
  • Vita Nicet. Medic. (BHG 1341)
  • Vita Nicet. Medic. (BHG 1342)
  • Theod. Stud., Ep.
  • Mansi
  • Kleinchroniken
  • Theophanes
  • Suda
  • Epistula synodica ad Theophilum imp. (BHG 1386)
  • Synax. Cpl.
  • Symeon log.
  • Leon gr.
  • Theod. mel
  • Zonaras
  • Symeon sl.
  • Kedrenos
  • Theoph. cont.
  • Epistula ad Theophilum (BHG 1387)
  • Skylitzes
  • Ps.-Symeon
  • Synodikon georg.
  • Catal. patr. (Fischer)
  • Photios, Epp. (Laourdas–Westerink)
  • Theod. Skut.
  • Chronicon Altinate
  • Vita Theoph. conf. (BHG 1788)
  • Petros v. Alexandreia
  • Genesios
  • Vita Tarasii (BHG 1698)
  • Peri Metatheseon
  • Chronicon Vulturnense
  • Georg. mon. cont. (Muralt)
  • Michael syr.
  • Georg. mon.
  • al-Mas‘ūdi, Avertissement
  • Vita Macarii Pelecetae (BHG 1003)
  • Annales Fuldenses
  • Men. Basilii
  • Vita C Theod. Stud. (BHG 1755d)
  • MGH, Epp.
  • Vita B Theod. Stud. (BHG 1754)
  • Vita Hilarionis Dalmat. (BHG 2177)
  • Kirakos
  • Vita et Miracula Phantini sen. (BHG 1508-1509)
  • Vita Euthymii iun. (BHG 655)
  • Samuel v. Ani
  • Vita Ioannic. (Sabas; BHG 935)
  • Vita A Theod. Stud. (BHG 1755)
  • Poeta Saxo
  • Nikephoros, Refutatio
  • Vita Theodorae Thess. (BHG 1737)
  • Grierson, Coins
  • Metcalf (Byz 37 [1967] 288–295)
  • Vita Ioannic. (Petros; BHG 936)
  • Bar Hebraeus
  • Theod. Stud., Laudatio Theophanis (BHG 1792b)
  • Synodicon vetus
  • Theophanes Presbyter, Logos auf Nikephoros Patriarches (BHG 1336–1337)
  • aṭ-Ṭabarī
  • Vita Petri Atroënsis (BHG 2364)
  • Vita Theodorae Thess. (BHG 1738)
  • Vita Theophyl. Nicomed.
  • Synax. Hilarion. Dalmat. (BHG 2177b)
  • Vita Iacobi
  • Vita Georg. Mityl. (BHG 2163)
  • Vita Ioannic., Metaphr. (BHG 937)
  • Chronik v. 1234
  • Translatio Theodori Studitae et Josephi (BHG 1756t)
  • Glykas
  • Nikephoros, Apol. minor
  • Vita Hludovici
  • Vita Eustratii (BHG 645)
  • Vita Euthymii Sard. (BHG 2146)
  • Theod. Stud., Catech. parv.
  • Vita Petri Atroënsis retractata (BHG 2365)
  • Einhard, Vita Karoli
  • Vita Antonii Cauleae (BHG 139b)
  • Translatio Niceph. patriarch. (BHG 1337b)
  • Gesta episc. Neapol.
  • Encomium Ignatii (BHG 818)
  • Vita Ignatii (BHG 817)
  • Kitāb al-Mukāfa’a
  • Nikephoros, Chron. synt.
  • Narratio de imagine ton Latomon ... (BHG 798)
  • Annales Laurissenses Minores
  • Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494)
  • Michaelis Balbi et Theophili impp. ep
  • Annales regni Francorum
  • Arethas, Scripta minora
  • Beševliev, Prot. Inschriften bzw. Beševliev, Părvobălgarski nadpisi
  • Michael Psellos, Historia Syntomos
  • Morrisson
  • Catalogue, Byzantine Coins
  • Vita Mich. Syncell. (BHG 1296)
  • Nikephoros Kallistos, Catal. patriarch.
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