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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Patrikios, vielleicht Strategos des Themas Anatolikon; cf. unter P.

V: L. protestierte im Jahre 681/82 als einziger Patrikios – was hier wohl heißt: als einziges Senatsmitglied – gegen die Absetzung der Brüder (Herakleios: # 2556; Tiberios: # 8484) Kaiser Konstantins IV. durch diesen, da es sich nicht schicke, sie nach so langer Herrschaftsdauer abzusetzen. Konstantin ließ ihm daraufhin die Zunge abschneiden und Hände und Füße abschlagen. Bevor ihm die Zunge abgeschnitten wurde, erklärte Leon lauthals, er glaube an die himmlische Trinität und ebenso an die irdische (meint: die gemeinsame Herrschaft der drei Brüder).

Q: — (syr.): Michael syr. II 455f.; Bar Hebraeus 101; Chronik v. 1234: cap. 140, p. 224 (Palmer, Chronicles § 122f., p. 288f.) — (arab.): Agapius 494.

L : Stratos, Byzantium IV 135–140. — Zu den Quellenproblemen cf. auch Proudfoot, in: Byz 44 (1974) 413f.; Prolegomena 227–229.

P: Der Bericht der syrischen Quellen findet keine direkte Bestätigung bei den griechischen Autoren, hat aber eine gewisse Parallele bei Theophanes 352,14-23, der (allerdings zum Jahr 669) davon spricht, daß die Soldaten des Themas Anatolikon eine Regierung der drei Brüder gewollt hätten, da dies der himmlischen Trinität entspreche. Theophanes nennt keine Namen, jedoch ist die Parallelität mit den syrischen Quellen so zwingend, daß die Abhängigkeit von einer gemeinsamen Vorlage unzweifelhaft ist. Warum Leons Name ausgelassen und überhaupt der ganze Vorgang bei Theophanes umdatiert und zugunsten Konstantins IV. entschärft wird, läßt sich nur noch vermuten (cf. auch unter Herakleios und Tiberios). Immerhin wäre, wenn man Theophanes und die syrischen Quellen verbindet, nicht auszuschließen, daß Leon Strategos von Anatolikon gewesen ist und daß die Soldaten des Themas möglicherweise als Reaktion auf seine Bestrafung aufbegehrt haben. Stratos nimmt als Anlaß der Revolte des Anatolikon den Mißerfolg Konstantins IV. gegen die Bulgaren an. Ebenso wird manchmal eine monotheletische Parteinahme der Brüder angeführt. Belege in den Quellen gibt es hierfür nicht.

Geographische Orte

  • Anatolikon (byz. Thema)

Quellen

  • Michael syr.
  • Bar Hebraeus
  • Chronik v. 1234
  • Agapius
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