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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Überliefert ist gleichfalls Martinakios bzw. Martenakios (Genesios 49,78: τῷ Μαρτηνακίῳ). Denkbar ist auch, daß es sich hier bei Martinakes/Martinakios um einen Familiennamen handelt, während der Eigenname nicht überliefert ist.

T: Patrikios.

V: Aufgrund eines Orakelspruchs, daß nach ihm und der Herrschaft seines Sohnes die Martinakioi an die Macht kommen würden, zwang Kaiser Theophilos im Jahre 837 den M., obwohl dieser ein entfernter Verwandter von ihm war (Theoph. cont. 121,18f.: τοῦτον τὸν Μαρτινάκην, καί τοί γε προσῳκειωμένον αὐτῷ πως κατὰ συγγένειαν, von Mango 20 als “distant relative” interpretiert) zur Ablegung des monastischen Gelübdes und ließ sein Haus zum Kloster machen.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. III 27, p. 121,16-20; Genesios III 15, p. 49,77-81; Skylitzes 72,53-57; Ps.-Symeon 635,18-21.

L : Preger, in: Patria II 249; Janin, Églises 340; Berger, Patria 669. — Zu der Familie der Martinakioi cf. Mango, in: ZRVI 14/15 (1973) 17–27; Kislinger, in: JÖB 33 (1983) 119–135; Winkelmann II 131. 186f.; Treadgold, Revival 301. 370. 448.

P: Eine genaue Entscheidung, ob es sich bei Martinakes/Martinakios um einen Taufnamen oder um einen Familiennamen handelt, während der Vorname dann nicht genannt wird, ist auf der gegebenen Quellengrundlage nicht möglich. Im zweiten Fall wäre eine Identität mit Inger (# 2683) oder einem anderen, uns nicht bekannten Mitglied der Martinakiosfamilie denkbar. — Fraglich ist auch die Klostergründung. Die Geschichte von der Prophezeiung kann frühestens nach 867 entstanden sein (Thronbesteigung des Basileios I., des Gatten der Eudokia Ingerina [# 1632], die ein Mitglied der Martinakioifamilie war), genau genommen sogar erst nach 870 (dem Datum der Ernennung Leons VI., des Sohnes der Eudokia, zum Mitkaiser). Außerdem findet sie sich nur in den promakedonischen Quellen (Theoph. cont., Genesios, Skylitzes). Es ist also nicht auszuschließen, daß hier die mögliche Klostergründung eines Martinakes oder eines Mitgliedes dieser Familie um das Jahr 837 herum mit einer angeblichen Aktion des Theophilos gegen die Familie motiviert wurde. Freilich kann auch eine entsprechende Maßnahme des Kaisers nicht ausgeschlossen werden, über deren tatsächlichen Hintergrund wir aber nichts wissen. — Eine Verbindung mit der von den Patria (III 98, p. 249,15-17) für die Jahre 866/67 berichteten Klostergründung eines Martinakes (cf. Berger, Patria 669) ist eher unwahrscheinlich; cf. hierzu unter Martinos (# 4849).

Geographische Orte

  • Martinakioskloster (Kpl.)

Quellen

  • Theoph. cont.
  • Genesios
  • Skylitzes
  • Ps.–Symeon
  • Theoph. cont.
  • Skylitzes
  • Ps.-Symeon
  • Genesios
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