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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Sein Familienname, der in der Vita Theophanus (BHG 1794) allerdings nicht genannt wird, lautete Martinakios bzw. Martinakes — Μαρτινάκιος bzw. Μαρτινάκης. In den Patria erscheint er nur unter dem Namen Martinakes.

T: Atriklines; so wohl richtig, statt des in der Quelle überlieferten “Artoklines” — ἀρτοκλίνης.

V: M. wurde wahrscheinlich um das Jahr 839 in Konstantinopel geboren und gehörte zu der Familie der Martinakioi. Sein Vater war Inger (# 2683), seine Geschwister hießen Konstantinos (# 3992) und möglicherweise, allerdings unwahrscheinlich (s. P.), Eudokia Ingerina (# 1632). Er war der Onkel der späteren Kaiserin Theophano (# 8165; sowie Abt. II). Mit ihm bekannt und befreundet war der anonyme Verfasser (cf. Abt. II) der Vita Theophanus (BHG 1794). Angeblich erschien M. ihm eines Tages im Traum, ermutigte ihn, an die von der hl. Theophano (# 8165; sowie Abt. II) gewirkten Wunder zu glauben und ihre Vita niederzuschreiben.

Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß M. identisch ist mit dem Martinakes, der laut den Patria zur Zeit der Herrschaft des Basileios und Michaels III., also 866/67, das Martinakioskloster gegründet haben soll (s. P).

Q: — (Hag.): Vita Theophanus (BHG 1794) cap. 30, p. 21,31 – 22,9. — (Fs.): Patria III 98, p. 249,15-17: τὴν μονὴν τοῦ Μαρτινάκη ἀνήγειρε Μαρτινάκης πατρίκιος ὁ θεῖος τῆς ἁγίας Θεοφανοῦς ἐν τοῖς χρόνοις Βασιλείου καὶ Μιχαήλ.

L : Kurtz, Theophano 59f. (Anm. 34); Preger, in: Patria II 249; Janin, Églises 340; Berger, Patria 669. — Zu der Familie der Martinakioi cf. Mango, in: ZRVI 14/15 (1973) 17–27; Kislinger, in: JÖB 33 (1983) 119–135; Winkelmann II 131. 186f.; Treadgold, Revival 301. 370. 448.

P: Die Verwandtschaftsverhältnisse der Martinakiosfamilie sind nicht mehr eindeutig zu klären. Konstantinos und M. können nicht Brüder der Eudokia (Ingerina) gewesen sein, da in diesem Fall Leon VI., der Sohn Eudokias, seine Cousine ersten Grades geheiratet hätte, was kirchenrechtlich verboten war; eine solche Verbindung wäre kaum ohne ein Echo in den Quellen geblieben. Zu der Familie cf. die Diskussion bei Mango, in: ZRVI 14/15 (1973) 17–27. — Die Patria berichten von der Klostergründung eines Onkels der Theophano mit Namen Martinakes während der gemeinsamen Regierungszeit Michaels III. und Basileios' I., also in den Jahren 866/67. Hierbei kann es sich eigentlich nur um M. handeln, der auch laut der Vita Theophanus der Onkel der Theophano war. Weitere Brüder des Konstantinos Martinakios sind nicht bekannt. Berger, Patria 669, identifiziert M. mit einem Martinakes, der um das Jahre 837 von Kaiser Theophilos gezwungen wurde, Mönch zu werden, und dessen Haus in ein Kloster umgewandelt wurde (s. unter Martinakes: # 4843), und lehnt daher eine Identität des Klostergründers mit dem Onkel der Theophano aus chronologischen Gründen ab. Jedoch reicht dies eigentlich nicht aus, um die Angabe der Patria (Onkel der Theophano zur Zeit der gemeinsamen Herrschaft Michaels und Basileios') anzuzweifeln. Für eine zweifelsfreie Klärung der Frage reichen die vorhandenen Quellennachrichten nicht aus.

Geographische Orte

  • Martinakioskloster (Kpl.)

Quellen

  • Vita Theophanus (BHG 1794)
  • Patria
  • Patria
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