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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Episkopos von Nikomedeia — ἀνάξιος ἐπίσκοπος τῆς Νικομηδέων μητροπόλεως τῆς Βιθυνῶν ἐπαρχίας (Quinisextum = ACO II/2/1-2, p. 398,3 [actio X]); ἐπισκόπου Νικομηδείας (Präsenzlisten des 6. Ökumenischen Konzils; s. a. episcopo Nicomediae – actio XVII); indignus episcopus Nicomediae metropoleos Bithiniae provintiae — ἀνάξιος ἐπίσκοπος τῆς Νικομηδέων μητροπόλεως τῆς Βιθυνῶν ἐπαρχίας (Subskriptionslisten des 6. Ökumenischen Konzils – actiones XVII und XVIII, Sermo prosphoneticus sowie Epist. conc.).

V: Petros, der Metropolit von Nikomedeia (Bithynia), war 680/81 Teilnehmer des 6. Ökumenischen Konzils in Konstantinopel und nahm an allen Sitzungen teil. Im Jahre 691/92 subskribierte er die Beschlüsse des Quinisextum. Während der ersten Sitzung des 6. Ökumenischen Konzils (7.11.680) trat er gemeinsam mit Makarios (# 4670), dem Patriarchen von Antiocheia, dem antiochenischen Abt Stephanos (# 6920) und Bischof Solomon von Klaneos (# 6836) als Vertreter der monotheletischen Sache auf (ACO II/2/1, p. 22,10ff.). Während der sechsten Sitzung (12.2.681) trat P. gemeinsam mit den eben Genannten als Autor eines monotheletischen Florilegs auf, das jedoch abgelehnt wurde (ACO II/2/1, p. 178,10ff.). Während der wichtigen achten Sitzung (7.3.681), die den Wendepunkt des Konzilsgeschehens brachte, wurde P. als einer der Mitinitiatoren einer Schrift genannt (neben anderen), die Theodoros von Melitene (# 7331) vortragen ließ und in der eine Beendigung der Diskussion um einen oder zwei Willen in Christo (auf der Basis des 5. Ökumenischen Konzils) gefordert wurde. P. (sowie die anderen zwei Bischöfe und fünf Kleriker) bestritten ihre Mitautorschaft entschieden. Als eigentlicher Verfasser wurde dann der Abt Stephanos ausgemacht (ACO II/2/1, p. 204,11ff.; 208,13ff.). P. jedoch und die anderen Genannten wurden vom Kaiser (und dem zustimmenden Konzil) beauftragt, bei der nächsten Sitzung ein schriftliches Glaubensbekenntnis vorzulegen, das die Grundlage für ihre Beurteilung liefern sollte (ACO II/2/1, p. 208,19-22). Zusammen mit den anderen Betroffenen wurde P. zu Beginn der neunten Sitzung (8.3.681) vor das Konzil gelassen; sie kamen aber nicht zu Wort, da zunächst weitere Testimonien aus den Kirchenvätern verlesen und besprochen wurden (ACO II/2/1, p. 268,1-10). Am Ende der Sitzung meldeten sie sich erneut, um ihre Glaubensbekenntnisse (λίβελλοι τῆς ὀρθοδόξου πίστεως) vorzutragen (ACO II/2/1, p. 276,6ff.). Vorher waren Makarios und Stephanos bereits verurteilt worden. Gleichzeitig hatten die Synodalen verkündet, daß die, die sich zum orthodoxen (sprich: dyotheletischen) Glauben bekehrten – womit wohl vor allem Theodoros von Melitene, P. von Nikomedeia und die anderen Involvierten gemeint waren –, auf ihren Posten bleiben und in der nächsten Sitzung ihr Glaubensbekenntnis vorlegen könnten (ACO II/2/1, p. 274,15-23). Am Ende der zehnten Sitzung (18.3.681) durfte dann P. – zugleich für die anderen Beschuldigten – das von ihm verfaßte Glaubensbekenntnis vortragen. Es mündete in die Verdammung aller, die nicht zwei Willen und Energien in Christo bekennen (ACO II/2/1, p. 390,26 – 398,9). Damit hatten P. und die anderen ihre Posten gerettet, und zehn Jahre später – während des Quinisextum – war P. immer noch Metropolit von Nikomedeia.

Er fehlte während der neunten Sitzung (8.3.681; wie z. B. auch Theodoros von Melitene und Antonios von Hypaipa: # 527). Die Ursache ist nicht klar, doch steht zu vermuten, daß dies mit seinen früheren monotheletischen Ansichten zusammenhing.

Q: — (Conc.): ACO II/2/1-2, p. 22,12; 178,12; 204,14; 208,3; 268,2; 276,7; 284,14; 286,5; 390,7; 390,18; 398,3; Präsenzlisten: p. 16,24; 28,28; 38,4; 48,27; 162,30; 172,24; 182,24; 192,22; 280,18; 402,27; 516,16; 570,34; 630,21; 666,30; 684,30; 707,7 (nur latein.); 756,3; cf. 936f.; Subskriptionslisten: p. 731,20 (nur latein.); 780,19 (actio XVIII, Nr. 22); 823,15 (Sermo prosphoneticus, Nr. 22); 892,7 (Epist. conc., Nr. 20); Ohme, Quinisextum 146 Nr. 18.

L : Le Quien I 591; Fedalto 94. — Hefele III 263. 266f. 273f.; Caspar II 599; Riedinger, Präsenz- und Subskriptionslisten 8; Brandes, Städte 133; Ohme, Quinisextum 272f.

Geographische Orte

  • Nikomedeia (Bithynien)
  • Bithynien (Kirchenprovinz)

Quellen

  • ACO II/2/1-2 (680/81)
  • Ohme, Quinisextum
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