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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Schimpfname: Barka — Βάρκα (Theoph. cont. I 9, p. 14f.; Genesios 5,66f.; Skylitzes 8,63-67; ohne Namensnennung: Genesios 15,52-54; Skylitzes 19,19-22). Zu dem Schimpfnamen Βάρκα cf. Lesmüller-Werner, Genesios 136.

T: Augusta (Nikephoros, Chron. synt.; Genesios), Basilis — βασιλίς (Skylitzes), später Nonne.

V: Tochter des Arsaber (# 600) und Ehefrau Kaiser Leons V. (813–820), mit dem sie die folgenden Kinder hatte: Konstantinos-Smbatios (# 3925), Basileios (# 927), Gregorios (# 2474) und Theodosios (# 7871).

Der Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) zufolge soll Patriarch Nikephoros (# 5301) 814/15 an sie geschrieben und um ihre Unterstützung gegen die Wiedereinführung des Ikonoklasmus gebeten haben; über ein diesbezügliches Eingreifen T.s ist jedoch nichts bekannt. Als Leon V. kurz vor dem Weihnachtsfest 820 entschlossen war, den bereits wegen Verschwörung überführten und festgesetzten Michael (den späteren Kaiser Michael II.) hinrichten zu lassen, setzte sie sich, obwohl selbst schwer von Michael beleidigt (1), dafür ein, die Hinrichtung aufzuschieben, was von den Verschwörern schließlich zur Ermordung Leons genutzt wurde (2). Nach denselben Quellen wurde sie nach dem Tod Leons V. zusammen mit ihren Söhnen auf die Insel Prote verbannt, wo die Knaben entmannt wurden und Theodosios bald darauf starb (3). Michael setzte ihr und ihren Söhnen einen Teil der Einkünfte aus Leons konfiszierten Gütern als Rente aus, überließ ihnen einige seiner Diener zur Aufwartung und befahl, daß sie in Sicherheit im Kloster τῶν Δεσποτῶν leben sollte (4).

T. war gemeinsam mit ihrem Sohn Basileios Adressatin eines Briefes des Theodoros Studites (# 7574) zwischen 821 und 824 (Fatouros) bzw. 823 (Treadgold), dem zufolge sie und Basileios ein Kloster auf der Insel Chalke bezogen hatten, weshalb die dortigen Mönche (# 10448) samt ihrem Abt Ioannes (# 3194) hatten weichen müssen. In dem Brief lobte Theodoros sie dafür, daß sie sich von der Häresie Leons (dem Ikonoklasmus) abgewendet hätten und zum orthodoxen Glauben zurückgekehrt seien.

Anmerkungen: — (1) Genesios I 17, p. 15,53f.; Skylitzes 19,21f. — (2) Theoph. cont. I 21, p. 35,6-19; Genesios I 18, p. 16,81-94; Skylitzes 20,46-59; Symeon log. (Leon gr. 210,8f.; Theod. mel. 145,2f.; Symeon sl. 91,34f.); Georg. mon. cont. (Muralt) 996A; Ps.-Symeon 610,7f.; Michael syr. III 72; Bar Hebraeus 129. — (3) Theoph. cont. II 1, p. 41,1-7; Genesios I 21, p. 19,91 – 20,94; ihm folgend Skylitzes 24,69-73; ebenso Symeon log. (Leon gramm. 211,1-5); laut Zonaras XV 22, p. 336,2-7 wurden nur die Söhne nach Prote verbannt, und T. kam ins Kloster τῶν Δεσποτῶν. — (4) Theoph. cont. II 7, p. 46,16 – 47,6; Skylitzes 26,55 – 27,59; Ps.-Symeon 619,14f.; Zonaras XV 22, p. 337,2-6; cf. Janin, Églises 88.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Genesios; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Georg. mon. cont. (Muralt); Zonaras; Glykas 534,9-11. 14; Theod. Skut. 131,6; 132,7f. — (Ep.): Theod. Stud., Ep. 538 (Fatouros); II 204 (PG 99). — (Conc.): Synodicon vetus, Appendix II, cap. 154,19, p. 194. — (Hag.): ohne Namensnennung: Vita Niceph. patriarchae (BHG 1335) 189,19-24. — (Fs.) Nikephoros, Chron. synt. 105,22. — (lat.): MGH Epp. V, epp. Leonis, Nr. 8, p. 99,33 –100,26. — (syr.): Michael syr. III 72; Bar Hebraeus 129.

L : Bury, Eastern Rom. Emp. 55 mit Anm. 4; Alexander, Nicephorus 79. 132 Anm. 5; Treadgold, Revival 188. 196–199. 203. 211f. 220. 224; Turner, in: JÖB 40 (1990) 195 mit Anm. 122 und Stammbaum 202f.; Pratsch, Theodoros 20. 225; Treadgold, History 431–433.

P: Alexander, Nicephorus 132, und Treadgold nehmen an, daß Leon T. erst 813 geheiratet habe, nach der Scheidung wegen Ehebruchs von Barka, der Tochter des Bardanes Turkos (# 766), im Jahre 813. Jedoch gibt es für die Annahme einer Scheidung Leons im Jahre 813 und anschließende neue Heirat mit T. keinen ernsthaften Grund, zumal Scheidung und Neuheirat nirgendwo erwähnt werden. Sofern Turner mit seiner Erklärung der Herkunft Leons Recht hat, wäre die Heirat Leons mit einer Tochter des Bardanes Turkos schon aufgrund der Verwandtschaft nicht möglich. — Bury hält den Titel des Briefes des Theodoros Studites nicht für beweiskräftig genug und möchte daher dem, ansonsten eher unzuverlässigen, Theoph. cont. glauben, wonach die Mutter Leons (# 784A) gemeinsam mit T. in das Frauenkloster τῶν Δεσποτῶν (Lage unbekannt, vielleicht auf Chalke) geschickt, die Söhne aber auf die Insel Prote verbannt wurden. — Einem von Papst Leo III. (# 4239) in einem Brief an Karl den Großen (# 3628) kolportierten Gerücht zufolge ist die – nicht mit Namen genannte – Ehefrau Leons V. mitsamt einem kleinen Sohn auf Betreiben der Prokopia (# 6351), der Witwe Michaels I., getötet worden, während Leon im Feld gegen die Bulgaren gestanden habe. Am Ende des Briefes modifiziert der Papst dieses Gerücht dahingehend, daß nur eine kleine Tochter Leons getötet worden sei. Der Bericht dürfte ein Reflex auf die angeblichen Streitigkeiten zwischen beiden Frauen sein (zu diesen s. unter Prokopia), entbehrt jedoch jeglicher Grundlage; cf. ausführlicher unter Konstantinos (# 3918).

Geographische Orte

  • Prote (Prinzeninsel)
  • Prinzeninseln
  • Despotaikloster (Lage unbekannt, vielleicht auf Chalke)
  • Chalke (Prinzeninsel)

Quellen

  • Vita Niceph. patriarch. (BHG 1335)
  • Theod. Stud., Ep.
  • Symeon log.
  • Leon gr.
  • Theod. mel
  • Zonaras
  • Symeon sl.
  • Theoph. cont.
  • Skylitzes
  • Ps.-Symeon
  • Theod. Skut.
  • Genesios
  • Georg. mon. cont. (Muralt)
  • Michael syr.
  • MGH, Epp.
  • Bar Hebraeus
  • Synodicon vetus
  • Glykas
  • Nikephoros, Chron. synt.
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