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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Beiname: Homologetes.

T: Archiepiskopos von Ephesos.

V: Er war Adressat dreier Briefe des Theodoros Studites (# 7574), die zwischen 815 und 821 datiert werden. Während der Regierungszeit Kaiser Michaels I. (811–813) gehörte er offenbar zu der Partei, die sich für die Tötung der “Manichäer” (Paulikianer) aussprach, während Theodoros Studites hier eine mildere Haltung einnahm (1). Unter Kaiser Leon V. wurde er als Anhänger der Ikonenverehrung verbannt. Die beiden ersten Briefe wurden an seinen Verbannungsort, der dritte wahrscheinlich nach Ephesos geschickt. T. war möglicherweise älter als Theodoros (* 759), der ihn unter anderem als πατροπάτορ (προπάτορ, πρωτοπάτωρ codd.) bezeichnet (2). Er scheint, vielleicht unter Kaiser Michael II. (820–829), auf seinen Posten zurückgekehrt zu sein. Im April 824 wohnte er der Beisetzung des Niketas von Medikion (# 5443) bei (3). Kaiser Theophilos (829–842) setzte ihn wiederum ab, nachdem er angeblich mit dem Gedanken gespielt hatte, ihn zu beseitigen (4). Laut der Vita Euthymii Sard. (BHG 2145) soll er unter Theophilos wegen seiner Mildtätigkeit gegenüber den Armen (πτωχοτροφία) verfolgt worden sein, so daß er sich verstecken mußte. Den Sieg der Ikonodulen im Jahre 843 erlebte er nicht mehr. Bereits im Jahre 833 wird von der Vita Hludovici ein gewisser Markos (# 4838) als Erzbischof von Ephesos genannt, der als Gesandter am fränkischen Hof erschien. T. starb wahrscheinlich an einem 25. September (5) zwischen 829 und 833; als Bekenner gefeiert am 25. September.

Anmerkungen: — (1) Cf. Theod. Stud., Ep. 455; cf. auch Rochow, Theophanes 307f.; Pratsch, Theodoros 184–191. — (2) Cf. Theod. Stud., Ep. 414,19. — (3) Cf. Vita Nicet. Medic. (BHG 1341). — (4) Cf. Gouillard, in: BZ 53 (1960) 39. — (5) Cf. Synax. Cpl.

Q: — (Ep.): Theod. Stud., Epp. 385. 414. 455 (Fatouros); II 41. 70. 155 (PG 99). — (Conc.): Horos der Synode von 843, p. 297,112. — (Hag.): Vita Nicet. Medic. (BHG 1341) § 48, p. XXVII; Vita Euthymii Sard. (BHG 2145) 39,242-246. 248f.; Synax. Cpl. 77,14f. (25. September); Typicon Mateos I 44,21f. (25. September); Typika Dmitrievskij I 9 (25. September); Kanon auf T. von Theophanes (# 8139): ed. A. Debiasi Gonzato, in: Analecta Hymnica Graeca I 317–323 (zum 25. September). — (Fs.): Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392) 53,121 (als Bekenner und Erzbischof). — (georg.): Calendrier palestino-géorgien 92 (23. September). — (Sg.): ZV 1350 a. b = Laurent, Corpus V 1690 (zwei Siegel; Anfang des 9. Jh.s) = Catalogue III 14.8 (= ZV 1350 b): Θεοφίλῳ ἀρχιεπισκόπῳ Ἐφέσου.

L : Le Quien I 684f.; Fedalto 114. — Dobroklonskij II 403f. 421. 452; Garitte, in: Calendrier palestino-géorgien 337; Alexander, Nicephorus 99. 221; Gouillard , in: BZ 53 (1960) 39; idem, in: TM 1 (1965) 310; Debiasi Gonzato, in: Analecta Hymnica Graeca I 449f.; Kazhdan–Talbot, in: BZ 84/85 (1991/1992) Nr. 43; Fatouros 225* Anm. 279; 377* Anm. 737; Pratsch, Theodoros 187.

P: Laut ZV ist die Datierung des Siegels schwierig, entweder zwischen 787 und 815 oder nach 843. Laurent datiert das Siegel in das frühe 9. Jh. und weist es dem Zeitgenossen und Adressaten des Theodoros Studites zu. Die Herausgeber von Catalogue scheinen sich dem anzuschließen, halten aber eine Prägung auch vor 815 für möglich, während Laurent von einer Herstellung nach dem Bilderverbot ausgeht. Von den drei Briefen datiert Laurent (nach Dobroklonskij) zwei zwischen 816 und 821, den dritten zwischen 821 und 826. — Er ist nicht zu verwechseln mit Theophilos (# 8181).

Geographische Orte

  • Ephesos (Asia)
  • Asia (Provinz bzw. Kirchenprovinz)

Quellen

  • ZV
  • Vita Nicet. Medic. (BHG 1341)
  • Calendrier palestino-géorgien
  • Horos der Synode von 843
  • Laurent, Corpus V
  • Vita Euthymii Sard. (BHG 2145)
  • Theod. Stud., Ep.
  • Synax. Cpl.
  • Catalogue III
  • Typicon Mateos
  • Typika Dmitrievskij
  • Synodikon der Orthodoxie (BHG 1392)
  • Analecta Hymnica Graeca
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