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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Tzok, Tuk (Beševliev), Tsok (Bury), Tzykos — Τζυκος, Tukos — Τουκος (Prot. Inschriften).

T: Ičirgu boilas — ηζουργου βουληα.

V: T. war ein hochrangiger Würdenträger und Offizier im Heer der Bulgaren. Er wurde im Jahre 815/16 vom bulgarischen Khan (zu der Frage, um welchen Khan es sich handelte und wann die Repressionen wahrscheinlich stattfanden, s. unter Omurtag: # 5651) mit der Verfolgung von Christen beauftragt. Er wird ferner erwähnt im Menologium Basilii (dort fälschlich als Bulgarenherrscher, so übernommen von Bury) und wohl auch, jedoch ohne Namen, in einer kleinen Katechese des Theodoros Studites (# 7574). Nach beiden Quellen hat er Christen hingerichtet oder hinrichten lassen, nach Theodoros Studites insbesondere vierzehn Märtyrer (# 10442). Im Jahre 813 war er der Befehlshaber des rechten Flügels des bulgarischen Heeres. Ihm unterstanden Bardanes (# 768) und Ioannes (# 3198) (Beševliev, Prot. Inschriften, Nr. 47). Wohl im Jahre 819/20 wird er als einer der Gesandten beim Abschluß eines Friedensvertrags mit Byzanz erwähnt (Beševliev, Prot. Inschriften, Nr. 43).

Q: — (Hag.): Men. Basilii 276D. — (Hom.): Theod. Stud., Catech. parv. 63 (p. 221 Auvray) (= BHG 2264). — (Inscr.): Beševliev, Prot. Inschriften (1963) Nr. 43,6, p. 209; Nr. 47,15-17, p. 220; idem, Părvobălgarski nadpisi (1979) Nr. 43,6, p. 166; Nr. 47,15-17, p. 173.

L : Beševliev, Prot. Inschriften 211. 213f. 223f.; idem, Periode 253. 274. 282; zum Titel ibidem 343–345; idem, in: Polychronion XXXII 95; Bury, Eastern Rom. Emp. 359f.; Božilov p. 255.

P: Grégoire, in: Byz 9 (1934) 762f., identifizierte Tzokos mit Dukumos (# 1422). — Das Men. Basilii 276D (22. Januar) nennt ihn als Verantwortlichen für die Hinrichtung des Erzbischofs von Adrianopel, Manuel (# 4702), und anderer Einwohner der Stadt nach deren Einnahme 813; jedoch scheinen die Hinrichtungen erst wesentlich später stattgefunden zu haben (cf. unter Manuel und Omurtag: # 5651). — Es ist nicht ganz sicher, daß der Tzykos (Prot. Inschriften Nr. 43) und der Tukos (ibidem, Nr. 47) der protobulgarischen Inschriften identisch ist mit Tzokos; s. dazu Beševliev, Prot. Inschriften 223; idem, Geschichte 274 spricht sich dagegen für eine Identität aus. — Problematisch ist das Datum des in den Prot. Inschriften, Nr. 43 dokumentierten Friedensvertrags. Beševliev datierte ihn (in: Prot. Inschriften 212. 213f.) aufgrund der Angabe des Weltjahrs ͵ϛτκη´ (6328) in das Jahr 819/20 und meinte, daß er “in irgendeinem Zusammenhang” mit dem von Omurtag 815/16 abgeschlossenen Friedensvertrag stünde. Später (in: Periode 281f.) datierte er ihn in das Jahr 820 und brachte ihn in Zusammenhang mit der Thronbesteigung Michaels II., nach der der neue Kaiser den Vertrag “bestätigt und erweitert” habe. Jedoch kann dies frühestens im Jahre 821 der Fall gewesen sein, da Michael II. erst am Weihnachtsfest 820 den Thron bestieg. Das in der Inschrift angeführte Weltjahr 6328 ist für Michael II. in jedem Fall zu früh.

Angehörige (anonym):

1. Bruder (?) 8542A

N: Von dem wahrscheinlich protobulgarischen Namen sind nur die letzten drei Buchstaben: ...sas — ... ΣΑΣ erhalten.

V: Er war ein Bulgare und lebte in der ersten Hälfte des 9. Jh.s; er wird als Bruder (des T.?) in einer Inschrift erwähnt, die den Abschluß eines Vertrags zwischen Bulgaren und Byzantinern im Jahre 819/20 dokumentiert.

Q: — (Inscr.): Beševliev, Prot. Inschriften (1963) Nr. 43,7f., p. 209; idem, Părvobălgarski nadpisi (1979) Nr. 43,7f., p. 166.

Geographische Orte

  • Adrianopel (Thrakien)
  • Bulgarien

Quellen

  • Beševliev, Prot. Inschriften bzw. Beševliev, Părvobălgarski nadpisi
  • Men. Basilii
  • Theod. Stud., Catech. parv.
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