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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Episkopos von Samosata (Suffraganbistum von Hierapolis/Mabug/Manbiǧ in der Kirchenprovinz Euphratensis im Patriarchat von Antiocheia) — τὸν θεοφιλῆ τοῦ Σαμοσάτου ἐπίσκοπον (BHG 794, cap. XXIII, 75**,15 [Dobschütz]).

V: A. hielt sich 943/44 gerade in Konstantinopel auf, als Kaiser Romanos I. Lakapenos die Bedingungen des Emirs von Edessa (# 31172) für die Auslieferung des Mandylions und des Christusbriefes annahm (cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 641b). Der Kaiser schickte ihn nach Edessa, damit er dort, wie mit dem Emir ausgehandelt, die beiden Reliquien in Empfang nehme (BHG 794, cap. XXIII).

    In Edessa achtete A. darauf, daß er das echte Mandylion erhielt (und nicht eine der beiden existierenden Kopien), indem er sich alle drei Bilder geben ließ, sie prüfte und nur das echte behielt, während er die beiden Kopien zurückgab (BHG 794, cap. XXIII).

    Auf seinem Weg aus Edessa wurde A. begleitet von dem Bischof von Edessa (# 31176), dessen Protopresbyteros (# 31177), einigen frommen Christen aus Edessa (τίνες τῶν εὐλαβεστέρων Χριστιανῶν) sowie einem Untergebenen (# 31181) des Emirs von Edessa (# 31172) (BHG 794, cap. XXVI).

    Am Euphrat wirkten die Reliquien das Wunder, daß das Schiff, mit dem A. und seine Begleiter über den Euphrat setzten, von allein, ohne Ruderer oder Steuermann, und sehr schnell an das andere Ufer fuhr. Dieses Wunder soll die unwillige und unruhige christliche Bevölkerung überzeugt haben, daß die Translation göttlichem Willen entsprach, so daß sie sie schließlich akzeptierten. In Samosata machten A. und seine Begleiter für einige Tage Station, während derer viele Wunder geschahen (BHG 794, cap. XXV).

    Darüber, ob A. die Reliquien auch noch weiter nach Konstantinopel begleitete, nachdem sie der kaiserliche Parakoimomenos Theophanes (# 28087) am Fluß Sangarios (im Theotokos-Kloster ta Eusebiu im Thema Optimaton) in Empfang genommen hatte, wie wir aus anderen Quellen wissen, oder aber ob A. sogleich in den Osten zurückkehrte, gibt die Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795) keine direkte Auskunft, doch scheint aus cap. I, § 3, 41**,22-24, wo der Verfasser die Berichte “der von dort [sc. aus Edessa] Gekommenen” (ἀπὸ τῶν ἐκεῖθεν ὡς ἡμᾶς ἐλθόντων) als Quelle angibt, hervorzugehen, daß einige Leute die Reliquien den ganzen Weg von Edessa nach Konstantinopel geleiteten, vermutlich also auch A.

   Die Reliquien trafen dann am 15. August 944 in Konstantinopel ein.

Q: — (Hag.): Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795), cap. XXIII–XXVI, § 46–52, 75**,13 – 77**,30 (Dobschütz) = col. 445B–448C (PG 113); cf. ferner cap. I, § 3, 41**,22-24 (Dobschütz) = 425B (PG 113) (ohne direkte Erwähnung); Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793) § 22, 76**,2f. (Dobschütz) (ohne Namensnennung); Synax. Cpl. 900,2-10 (ohne Namensnennung); Men. (Latyšev) 285,10-15 (ohne Namensnennung).

L: Fedalto 796. — Dobschütz, Christusbilder 156 mit Anm. 2; Runciman, in: Cambridge Historical Journal 3 (1931) 238–252, bes. 249; Drijvers, Image of Edessa in the Syriac tradition 29; Kessler, Copying 137f.; Vest, Melitene 760. — Zum Kloster “ta Eusebiu” s. Janin, Centres 93.

Geographische Orte

  • Samosata
  • Edessa = ar-Ruhā
  • ar-Ruha: ar-Ruhā = Rochan (griech. Transskription) = Edessa
  • Euphratensis (KP)
  • Sangarios (Fluß)
  • Euphrat (Fluß)
  • Theotokos-Kloster ta Eusebiu (im Thema Optimaton am Sangarios)
  • Eusebiu: ta Eusebiu, Beiname eines Theotokosklosters im Thema Optimation
  • Optimaton (T)

Quellen

  • Narratio de Imagine Edessena B (BHG 794–795)
  • Narratio de Imagine Edessena A (BHG 793)
  • Synax. Cpl.
  • Men. (Latyšev)
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