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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Prinzessin, Nonne.

V: Sie wurde wahrscheinlich vor 867 geboren und war eine Tochter Basileios’ I. und vermutlich der Maria (# 4741). Geschwister bzw. Halbgeschwister waren Anna (# 20427), Helene (# 22572) und Maria (# 24913) sowie Konstantinos (# 23742), Leon, Alexandros und Stephanos (# 27208). Kresten, Heirat 194f., hält sie für das jüngste Kind aus der Verbindung zwischen Basileios I. und Maria.

Einige Zeit nach seiner Krönung (ταῦτα δὲ εἰ καὶ τοῖς χρόνοις ὕστερον τυχὸν γέγονεν) ließ Basileios I. seine vier Töchter, darunter offenbar auch A., im Euphemiakloster in Konstantinopel zu Nonnen weihen. Die Chroniken sprechen ausdrücklich davon, daß alle vier Töchter geschoren wurden.

Nach dem Zeremonienbuch war sie im Euphemiakloster in einem mit Skulpturen geschmückten Sarkophag beigesetzt. Dieses Kloster diente auch für andere Angehörige Basileios’ I. als Begräbnisstätte.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. V 35, p. 264,17 – 265,2; V 43, p. 275,20-22; Skylitzes, Basileios Kephalas 17, p. 134,90f.; Zonaras XVI 8, p. 419,7-9. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II 42, p. 648,17-21 (Reiske).

L: ODB II 1262f. s. v. “Macedonian Dynasty”. — Vogt, Basile 159; Mango, in: ZRVI 14–15 (1973) 22 Anm. 35; zuletzt Kresten, Heirat 194f. mit Anm. 84; 208 (Nr. c).

P: Laut Mango handelt es sich bei A. um eine Tochter der ersten Frau des Basileios, da sie nicht in einer Inschrift (aus den Jahren 906–912, s. unter den genannten Namen) genannt werde, in der u. a. ihre Geschwister Leon, Alexandros, Anna, Helene und Maria genannt und als πορφυρογέννητοι bezeichnet würden. Allerdings könnte A. schon zuvor verstorben sein. Außerdem macht jetzt Kresten, Heirat 188ff. mit Anm. 69, wahrscheinlich, daß es sich bei den in der Inschrift genannten Frauennamen um die Töchter Leons VI. und nicht um die des Basileios I. handelt. — In einigen Quellen der Logothetengruppe wird zum Jahre 872 ein Domestikos der Scholen namens Christophoros (# 21258) erwähnt, der der Gambros des Basileios gewesen sei. Wenn dieser Begriff hier einen Schwiegersohn meint, müßte Christophoros der Ehemann entweder der Anna oder der A. gewesen sein, da die anderen Schwestern laut Kresten erst nach 867 geboren worden sein können und demzufolge für eine Heirat noch zu jung waren. Gambros muß jedoch nicht ausschließlich den Schwiegersohn meinen, sondern kann praktisch jede durch Anheirat begründete Beziehung bezeichnen; zum Gambros, allerdings erst während der Ära der Komnenen, cf. auch Stiernon, in: REB 23 (1965) 222–243. Gegen eine Ehe spricht die ausdrückliche Mitteilung bei Theoph. cont. und Skylitzes, daß Basileios seine vier Töchter zu Nonnen scheren ließ und in das Kloster der hl. Euphemia gab. Dies geschah in den ersten Jahren seiner Regierungszeit, in jedem Fall vor 873 (Theoph. cont. V 43, p. 275,20-22), so daß keine von ihnen für eine Heirat mit Christophoros in Frage käme.

Geographische Orte

  • Euphemiakloster (Kpl.)
  • Kpl.: Euphemiakloster

Quellen

  • Theoph. cont. 5
  • Skylitzes
  • Zonaras
  • Konst. Porph., De cerim.
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