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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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Kombinationsartikel: Anna (# 463).

T: Prinzessin, Nonne.

V: Das genaue Geburtsdatum von A. ist unklar, lag aber laut Kresten, der sie für älter als ihre Schwester Anastasia hält, vermutlich vor 867. Ihre Eltern waren daher wahrscheinlich Basileios I. und Maria (# 4744). Geschwister bzw. Halbgeschwister (s. P) waren Anastasia (# 20280), Helene (# 22572) und Maria (# 24913), sowie Konstantinos (# 23742), Leon, Alexandros und Stephanos (# 27208).

Einige Zeit nach seiner Krönung (ταῦτα δὲ εἰ καὶ τοῖς χρόνοις ὕστερον τυχὸν γέγονεν) ließ Basileios I. seine vier Töchter, darunter offenbar auch A., im Euphemiakloster in Konstantinopel zu Nonnen weihen. Die Chroniken sprechen ausdrücklich davon, daß alle vier Töchter geschoren worden seien.

A. wird in einer Wundergeschichte der Vita Constantini Iudaei (BHG 370) erwähnt. Danach soll sie, wohl unter Kaiser Leon VI., also nach 886, einen versiegelten Brief mit einem Boten (# 30719) von Konstantinopel auf den bithynischen Olymp geschickt haben. Dort wurden nacheinander die Mönchsväter befragt, was denn in dem versiegelten Brief stehe und aus welchem Grund der Bote gekommen sei. Niemand konnte die Aufgabe lösen außer Konstantinos Iudaios (# 23739), der von allen in der größten göttlichen Gnade (χάρις) stand. In dem Brief standen Fragen (πεύσεις) wohl theologischer Natur, die Konstantinos ihr schriftlich beantwortete.

Nach dem Zeremonienbuch war sie im Euphemiakloster in einem kleinen mit Skulpturen geschmückten Sarkophag zusammen mit ihrer Schwester Helene und mit Zoe Karbonopsina (# 28506) beigesetzt. Dieses Kloster diente auch anderen Angehörigen der makedonischen Dynastie als Begräbnisstätte.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. V 35, p. 264,17 – 265,2; Skylitzes, Basileios Kephalas 17, p. 134,90f.; Zonaras XVI 8, p. 419,7-9. — (Hag.): Vita Constantini Iudaei (BHG 370) cap. 70, p. 649A-C. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II 42, p. 648,21 – 649,3 (Reiske). — (Inscr.): Preger, in: BZ 21 (1912) 466f. (= Schneider, Mauern und Tore 98f.).

L: ODB II 1262f. s. v. “Macedonian Dynasty”. — Vogt, Basile 59; Mango, in: ZRVI 14–15 (1973) 22 Anm. 35; Kresten, Heirat 194f. mit Anm. 84; 208 (Nr. b).

P: In einer Inschrift aus dem Zeitraum zwischen 905 und 912 werden Leon VI., Alexandros, Anna, Helene und Maria sowie Konstantinos VII. genannt, wobei sie als Porphyrogennetoi bezeichnet werden. Während man die weiblichen Namen früher auf die Töchter Basileios’ I. bezog, hat jetzt Kresten, Heirat 188ff. mit Anm. 69, wahrscheinlich gemacht, daß es sich um die Töchter Kaiser Leons VI. handelt und nicht um diejenigen des Basileios. — In einigen Quellen der Logothetengruppe wird zum Jahre 872 ein Domestikos der Scholen namens Christophoros (# 21258) erwähnt, der der Gambros des Basileios gewesen sei. Wenn dieser Begriff hier Schwiegersohn meint, müßte Christophoros der Ehemann entweder der A. oder der Anastasia gewesen sein, da die anderen Schwestern laut Kresten erst nach 867 geboren worden sein können und demzufolge für eine Heirat noch zu jung waren. Gambros muß jedoch nicht ausschließlich den Schwiegersohn meinen, sondern kann praktisch jede durch Anheirat begründete Beziehung bezeichnen; zum Gambros, allerdings erst während der Ära der Komnenen, cf. auch Stiernon, in: REB 23 (1965) 222–243. Gegen eine Ehe spricht die ausdrückliche Mitteilung bei Theoph. cont. und Skylitzes, daß Basileios seine vier Töchter zu Nonnen scheren ließ und in das Kloster der hl. Euphemia gab. Dies geschah in den ersten Jahren seiner Regierungszeit, in jedem Fall vor 873 (Theoph. cont. V 43, p. 275,20-22), so daß keine von ihnen für eine Heirat mit Christophoros in Frage käme. — Das Geburtsdatum ist umstritten und damit auch die Frage nach ihrer Mutter. Die Chronisten behaupten recht eindeutig, daß Basileios alle seine Töchter noch als Jungfrauen ins Kloster gegeben hatte, was vielleicht eher dafür spricht, daß es sich um die Töchter aus erster Ehe handelte.

Geographische Orte

  • Euphemiakloster (Kpl.)
  • Kpl.: Euphemiakloster

Quellen

  • Theoph. cont. 5
  • Skylitzes
  • Preger, in: BZ 21
  • Schneider, Mauern und Tore
  • Zonaras
  • Konst. Porph., De cerim.
  • Vita Constantini Iudaei (BHG 370)
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