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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Wahrscheinlich Wiedergabe des slawischen Namens Dragoj.

V: D. war wahrscheinlich einer der zwanzig Begleiter des Methodios (# 25062), die nach dessen Ankunft in Pannonien, von Kocel (# 23721) zusammen mit Methodios umgehend wieder nach Rom geschickt wurden (1 ). Auf der Reise nach Rom wurde die Gruppe von bairischen Klerikern, die ihre Missionsbestrebungen in Pannonien gefährdet sahen, wahrscheinlich Anfang 870 gefangengesetzt. Beteiligt waren an dieser Gefangennahme wohl die Bischöfe Adalwin von Salzburg (859–873), Hermenrich von Passau (866–874) und Anno von Freising (854–875). Gegen Ende 870 wurde in Regensburg vom bairischen Klerus eine Synode in Anwesenheit Ludwigs “des Deutschen” (# 24754) abgehalten, auf der Methodios und seine Begleiter verurteilt und nach Schwaben verbannt wurden, entweder ins Kloster Ellwangen oder auf die Reichenau (2 ). In diesem Zusammenhang entstanden wahrscheinlich die Eintragungen im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau (p. 4 [A1]; p. 5 [D4/X4/D5]; p. 53 [D4/D5]), wo Methodios zusammen mit seinen Begleitern bzw. Schülern D., Leon (# 24353), Ignatios (# 22730), Ioakin (# 22774), Symeon (# 27472), wahrscheinlich Gorasdos (# 22319) und Lazarus (# 24287) genannt wird (3). Erst als der Papst die bairischen Bischöfe mit dem Kirchenbann belegte und ihnen verbot, die Messe zu lesen, solange sie Methodios gefangen hielten, ließen diese Methodios und seine Begleiter im Frühjahr 873 wieder frei (4).

Anmerkungen: — (1) Vita Methodii Thess. (VM) cap. VIII 17. — (2) Laut der Vita Methodii Thess. hatte Methodios eine Auseinandersetzung mit dem König von Mähren und den dortigen Bischöfen und wurde für zweieinhalb Jahre zu den bzw. nach Schwaben verbannt (VM cap. IX 1. 9). — (3) Zu den Eintragungen im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau cf. Zettler, Methodius in Reichenau; idem, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos, p. 127–139. Die These, daß die im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau erwähnten Personen identisch seien mit den Schülern des Methodios, wird aber abgelehnt von Ziegler, Methodius in Ellwangen, der vehement für Ellwangen als Ort der Inhaftierung des Methodios eintritt und die Identifizierung der Einträge im Reichenauer Verbrüderungsbuch mit Methodios und dessen Schülern ablehnt; cf. auch KME III (2003) 436–438. — (4) Vita Methodii Thess. (VM) cap. X 1-3.

Q: — (lat.): Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau. — (sl.): Vita Methodii Thess. (VM).

L: A. Zettler, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos, p. 127–139; Ziegler, Methodius in Ellwangen 305–324. — Zum Namen cf. Malingoudis, Personennamen 39f.

P: Da sich die fünf bzw. sechs Begleiter des Methodios in den Einträgen im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau in eine Dreiergruppe Leon – Ignatios – Ioakin und eine Zweiergruppe Symeon – Lazarus bzw. Symeon – Dragaïs aufteilen, ist erwogen worden, ob es sich bei ihnen nicht um die in der Vita Methodii Thess. (VM) VI 4 genannten Begleiter des Methodios handelt: Drei Slawen wurden in Rom 868/69 zu Priestern und zwei zu Diakonen geweiht (cf. A. Zettler, in: Leben und Werk der byzantinischen Slavenapostel Methodios und Kyrillos, p. 133). Weiters ergäbe sich aus dieser Zusammenstellung dann aber auch eine Identität von Lazarus und Dragaïs, die aber letztlich ebensowenig bewiesen werden kann wie die Identität der namentlich ganannten Begleiter des Methodios mit den in Rom Geweihten. Ohnehin wurde der gesamten Identifikation der Genannten mit Schülern des "Slawenapostels" Methodios heftig widersprochen von Ziegler, op. cit.

Geographische Orte

  • Reichenau
  • Regensburg
  • Pannonien
  • Schwaben

Quellen

  • Vita Methodii Thess. (VM)
  • Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau
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