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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Episkopos von Madyta (Suffraganbistum von Herakleia in Europe).

V: E. ist aus einer Synaxarnotiz in einer Handschrift, die auf das Jahr 1071 datiert ist, sowie aus seiner Vita bekannt, die wohl erst gegen Ende des 13. Jh.s vom Patriarchen von Konstantinopel, Gregorios II. Kyprios (s. P), auf Anregung des Metropoliten von Athen, Meletios, der einst Episkopos von Madyta gewesen war, abgefaßt wurde. Die Vita entstand also ca. 300 Jahre nach E.s Tod. Sämtliche Datierungshinweise in der Vita weisen in die Zeit der Herrschaft Basileios’ II., genauer in den Zeitraum zwischen 989 und 996.

Die Vita bietet nur sehr wenige Fakten und ergeht sich in Gemeinplätzen und legendenhafter Darstellung. Über seine Herkunft hat die Synaxarnotiz die genaueren Informationen. Nach ihrer Darstellung stammte E. aus Epibatai in der Nähe von Selymbria in Thrake und war der Sohn eines Niketas (# 25801) und dessen Frau (s. unten), die beide Bauern waren. Nach dieser Darstellung verlor E. früh den Vater und wurde von der verwitweten Mutter frühzeitig mit der Kirche in Verbindung gebracht. Wohl in Konstantinopel erhielt er anscheinend auch eine kirchliche Ausbildung und wurde möglicherweise Priester, soll aber auch monastisches Leben organisiert haben, ohne daß dies näher spezifiziert würde. Im Anschluß vollbrachte er gute Taten und wirkte Wunder. Schließlich wurde er Bischof von Madyta. Dort wirkte er weitere Wunder; unter anderem soll er den Sieg des Kaisers Basileios II. über den aufständischen Bardas Phokas (# 20784) vorausgesagt haben. Als Todestag verzeichnet die Synaxarnotiz den 5. Mai.

Nach Aussage der Vita Parasc. iun. (BHG 1420z) war Paraskeue die Jüngere (# 26262) die Schwester des E. In deren Vita werden die Eltern der Paraskeue und des E. jedoch, im Gegensatz zu der Synaxarnotiz und zur Darstellung in der Vita des E., als reich und vornehm beschrieben.

Q: — (Hag.): Synax. Cpl. 659/660,48-50; Vita Euthymii Madyt. (BHG 654); Vita Parasc. iun. (BHG 1420z) cap. 7, p. 287.

L: Beck, Kirche 686; Tusculum-Lexikon 302f. (zu Gregorios II. Kyprios); Fedalto 289. — Külzer, Ostthrakien 501.

P: BHG 654 nennt den Verfasser der Vita, wohl in Anlehnung an die frühere Edition von Arsenij, fälschlich Georgios von Zypern. — Aufgrund der späten Abfassung und großen Legendenhaftigkeit der Vita sowie der oftmals vorhandenen chronologischen Unsicherheiten wurden die, abgesehen von den Angehörigen, in dieser Vita anonym erwähnten Personen – häufig handelt es sich um Begünstigte von Wundern des hl. E. – nicht in die PmbZ aufgenommen. — Die Vita der Paraskeue der Jüngeren (BHG 1420z) könnte nach stilistischen Kriterien in einen Zusammenhang gehören mit der Vita des E. (BHG 654). Vielleicht stammt sie ebenfalls aus der Feder des Gregorios II. Kyprios vom Ende des 13. Jh.s.

Angehörige (anonym):

1. Mutter 21951A

V: S. oben.

Q: — (Hag.): Synax. Cpl. 659/660,48-50; Vita Euthymii Madyt. (BHG 654) cap. 3, p. 394; Vita Parasc. iun. (BHG 1420z) cap. 2, p. 282.

Geographische Orte

  • Madyta
  • Selymbria (Thrake)
  • Thrake
  • Herakleia
  • Europe
  • Epibatai

Quellen

  • Vita Euthymii Madyt. (BHG 654)
  • Vita Parasc. iun. (BHG 1420z)
  • Synax. Cpl.
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