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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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Kombinationsartikel: Helene (# 2548).

T: Prinzessin, später Nonne.

V: Sie wurde vermutlich nach 867 geboren und war damit aller Wahrscheinlichkeit nach eine Tochter Basileios’ I. und der Eudokia Ingerina (# 21754), auch wenn Maria (# 4741), die erste Frau des Basileios, sich nicht mit letzter Sicherheit als ihre Mutter ausschließen läßt. Geschwister bzw. Halbgeschwister waren Anastasia (# 20280), Anna (# 20427) und Maria (# 24913), sowie Konstantinos (# 23742), Leon, Alexandros und Stephanos (# 27208).

Einige Zeit nach seiner Krönung (ταῦτα δὲ εἰ καὶ τοῖς χρόνοις ὕστερον τυχὸν γέγονεν) ließ Basileios I. seine vier Töchter, darunter offenbar auch H., im Euphemiakloster in Konstantinopel zu Nonnen weihen. Die Chroniken sprechen ausdrücklich davon, daß alle vier Töchter geschoren worden seien.

Nach dem Zeremonienbuch war sie im Euphemiakloster in einem kleinen, mit Skulpturen geschmückten Sarkophag, zusammen mit ihrer Schwester Anna und mit Zoe Karbonopsina (# 28506), beigesetzt. Dieses Kloster diente auch für andere Angehörige Basileios’ I. als Begräbnisstätte.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. V 35, p. 264,17 – 265,2; Skylitzes, Basileios Kephalas 17, p. 134,90f.; Zonaras XVI 8, p. 419,7-9. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II 42, p. 648,21 – 649,3 (Reiske). — (Inscr.): Preger, in: BZ 21 (1912) 466f. (= Schneider, Mauern und Tore 98f.).

L: ODB II 1262f. s. v. “Macedonian Dynasty”. — Vogt, Basile 59; Mango, in: ZRVI 14–15 (1973) 22 Anm. 35; Kresten, Heirat 191f. mit Anm. 75; 209 (Nr. e).

P: In einer Inschrift aus dem Zeitraum zwischen 906 und 912 werden Leon VI., Alexandros, Anna, Helene und Maria sowie Konstantinos VII. genannt, wobei sie als Porphyrogennetoi bezeichnet werden. Während man die weiblichen Namen früher auf die Töchter Basileios’ I. bezog, hat jetzt Kresten, Heirat 188ff. mit Anm. 69, wahrscheinlich gemacht, daß es sich um die Töchter Kaiser Leons VI. handelt und nicht um diejenigen des Basileios. — In einigen Quellen der Logothetengruppe wird zum Jahre 872 ein Domestikos der Scholen namens Christophoros (# 21258) erwähnt, der der Gambros des Basileios gewesen sei. Wenn dieser Begriff hier Schwiegersohn meint, müßte Christophoros der Ehemann entweder der Anna oder der Anastasia (für letztere ODB II 1262f.) gewesen sein, da die anderen Schwestern laut Kresten erst nach 867 geboren worden sein können und demzufolge für eine Heirat noch zu jung waren. Gambros muß jedoch nicht ausschließlich den Schwiegersohn meinen, sondern kann jede durch Anheirat begründete verwandtschaftliche Beziehung bezeichnen; zum Gambros, allerdings erst während der Ära der Komnenen, cf. auch Stiernon, in: REB 23 (1965) 222–243. Gegen eine Ehe spricht die ausdrückliche Mitteilung bei Theoph. cont. und Skylitzes, daß Basileios seine vier Töchter zu Nonnen scheren ließ und in das Kloster der hl. Euphemia gab. Dies geschah in den ersten Jahren seiner Regierungszeit, in jedem Fall vor 873 (Theoph. cont. V 43, p. 275,20-22), so daß keine seiner Töchter für eine Heirat mit Christophoros in Frage gekommen wäre.

Geographische Orte

  • Euphemiakloster (Kpl.)
  • Kpl.: Euphemiakloster

Quellen

  • Theoph. cont. 5
  • Skylitzes
  • Preger, in: BZ 21
  • Schneider, Mauern und Tore
  • Zonaras
  • Konst. Porph., De cerim.
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