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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Liudprand gibt ihm den Beinamen Chersonites und begründet dies damit, daß M. aus einem Ort Chersona (wohl Cherson auf der Krim) gebürtig sei: Michael nomine, Chersonitis, a loco scilicet Chersona.

T: Strategos von Korfu (Kerkyra); möglicherweise Patrikios und Strategos von Cherson (s. P).

V: M. war im Jahre 968 Strategos auf Kerkyra und hatte in dieser Eigenschaft Liudprand von Cremona (# 23645) empfangen, als dieser im Sommer 968 als Gesandter des des “westlichen” Kaisers römischen Kaisers Otto I. (# 26211) nach Byzanz reiste. Auf der Rückreise machte Liudprand wieder auf Kerkyra Station und wurde dort von M. 20 Tage aufgehalten, obwohl er ein Schreiben Kaiser Nikephoros’ II. Phokas vorweisen konnte, in dem der Kaiser M. befahl, Liudprand sofort per Schiff zu dem Koitonites Leon (# 24514) zu bringen, der offenbar ein Kommando in Italien innehatte. Erst als Leon einen Boten (# 31496) schickte, der M. aufforderte, Liudprand nicht länger aufzuhalten, reagierte M. und übergab Liudprand einem anderen (# 31497), der für seine Weiterreise sorgen sollte.

Liudprand war gegen M. höchst erbittert. Er beklagt sich, daß er schon auf der Hinreise dessen Sohn einen wertvollen Schild geschenkt und nun dem Vater ein kostbares Gewand übergeben habe. Zum Dank sei er extrem schlecht behandelt worden. M. sei zwar grauhaarig, von heiterem Angesicht und angenehm in seiner Rede, aber tatsächlich von der Gesinnung her ein Teufel: homo ipse canus capite, facie hilaris, sermone bonus, risu semper iucundus, sed, ut post patuit, mente diabolus. Zeichen hierfür seien auch mehrere Erdbeben und eine Sonnenfinsternis (am 22. Dezember 968) gewesen, die sich während des Aufenthaltes Liudprands auf Kerkyra ereignet hätten.

M. scheint ein frommer und persönlich bedürfnisloser Mensch gewesen zu sein, da Liudprand ihn auch als halben Eremiten und Mönch (semiheremitam, semimonachum) bezeichnet.

Q: — (lat.): Liudprand, Legatio 64–65, p. 211,25 – 212,38.

L: Morris, in: Byz 51 (1981) 248–254; Dölger–Müller, Regesten Nr. 716.

P: Morris hält einen weiteren Michael, der cap. 65, p. 212,34-38, genannt und als semiheremita und semimonachus bezeichnet wird, nicht für M., sondern für Michael Maleïnos (# 25124), der allerdings schon 961 verstorben war. Da Liudprand aber ausdrücklich betont, daß er diesem M. persönlich begegnet sei, und da dieser M. laut der Darstellung in der Legatio 968 eindeutig noch am Leben war, ist die Hypothese von Morris nicht haltbar. — Ein Patrikios und Strategos von Cherson Michael Chersonites (# 25150) ist durch zwei Siegel belegt, die von dem Herausgeber Alekseenko in die Wende vom 10. zum 11. Jh. datiert werden. Cheynet–Theodoridis p. 62 sind der Ansicht, daß diese Siegel M. zuzuweisen sind. Das Siegel eines Chartularios namens Michael Chersonites (# 25345) gehört M. hingegen sicher nicht.

Angehörige (anonym):

1. Sohn 25252A

V: Als Liudprand von Cremona (# 23645) im Sommer 968 als Gesandter des römischen Kaisers Otto I. (# 26211) nach Byzanz reiste, schenkte er während seines Aufenthalts auf Kerkyra diesem Sohn des dortigen Strategos Michael Chersonites einen kostbaren, vergoldeten Schild, den er von Otto I. erhalten hatte.

Q: — (lat.): Liudprand, Legatio 65, p. 212,7-11.

Geographische Orte

  • Cherson (Krim)
  • Kerkyra (= Korfu)
  • Krim

Quellen

  • Liudprand, Legatio
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