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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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N: Ein späterer Zusatz zu Skylitzes gibt als Name Preasianos — Πρεασιάνος an.

T: Magistros; Strategos von Bukellarion.

V: P. war der wahrscheinlich älteste Sohn des bulgarischen Zaren Ivan Vladislav (# 23582) und seiner Gattin Maria (# 24944). Er hatte zwei, vermutlich jüngere Brüder: Alusianos (# 20263) und Aaron (# 20004), sowie drei weitere Brüder, deren Namen in einem Zusatz zu Skylitzes als Traïanos (# 28368), Rodomir (# 26826) und Klimen (# 23717) angegeben werden, sowie sechs Schwestern (# 24944A).

Als nach dem Tod des Ivan Vladislav im Februar 1018 der bulgarische Widerstand gegen Byzanz zusammenbrach, flohen P. und seine Brüder – im Haupttext werden hier nur P., Alusianos und Aaron genannt – auf den Berg Tmoros, der daraufhin von Kaiser Basileios II. mit Wachen umstellt wurde. Schließlich ergaben die Brüder sich, nachdem Basileios II. ihnen entsprechende Garantien gegeben hatte. P. wurde zum Magistros ernannt, seine Brüder zu Patrikioi (1).

Es scheint, daß P. nach oder in Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Magistros auch heiratete. Skylitzes spricht davon, daß er die Schwester (# 26878A) des Romanos Kurkuas (# 26878) geheiratet habe (2).

Zur Zeit Kaiser Konstantinos’ VIII. (1025–1028) war P. Strategos von Bukellarion. Ob er schon von Basileios II. hierzu ernannt worden ist, ist nicht sicher. Er geriet in einen heftigen Streit mit Basileios Skleros (# 21113), der so sehr eskalierte, daß es sogar zum offenen Kampf zwischen beiden kam. Konstantinos VIII. verbannte daraufhin beide auf die Prinzeninseln, den einen nach Plate, den andern nach Oxeia. Nach kurzer Zeit wurde Basileios Skleros beschuldigt, eine Flucht vorzubereiten, und er wurde geblendet. Laut Skylitzes hätte P. beinahe dasselbe Schicksal erlitten, wurde jedoch freigelassen (3).

Unter Kaiser Romanos III. Argyros (1028–1034), der ein Schwager des Basileios Skleros war, warf man P. vor, daß er zusammen mit Theodora (# 27605), der Schwester der Kaiserin Zoe (# 28508), einen Umsturz plane. Er wurde zum Eintritt in das Manuelkloster gezwungen, laut Skylitzes im Jahre 6539 a. m. (1.9.1030 – 31.8.1031). Nachdem die Anklage sich als richtig herausgestellt hatte, wurde er geblendet (4).

Anmerkungen: — (1) Skylitzes, Basileios 41, p. 359,32 – 360,46; 42, p. 360,51 (Zusatz); Zonaras XVII 9, p. 566,7-11. — (2) Skylitzes, Konstantinos VIII. 1, p. 372,88. — (3) Skylitzes, Konstantinos VIII. 1, p. 372,80-87. — (4) Skylitzes, Romanos III. Argyros 3, p. 376,82-85; 8, p. 384,10-12; Zonaras XVII 11, p. 574,5-17.

Q: — (Hist.): Skylitzes; Zonaras.

L: ODB I 1f. s. v. “Aaronios”; SSS IV (1970) 62 s. v. “Persian”. — Zlatarski, Istorija I/2 730f. 736f.; Istorija na Bălgarija II 418. 449; Seibt, Skleroi 65f.; Božilov, Bălgarite 251f.; Pirivatrić, Samuilova država 128. 130. 178. 182. 196f.; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 319f.; Dölger–Müller, Regesten Nr. 804h. 804i; Stephenson, Basil 35; Nikolov, Centralizăm 138.

P: In dem Haupttext des Skylitzes wird nur P. namentlich genannt, die Namen seiner Brüder erfahren wir aus einem späteren Zusatz. Zusammen mit der Nachricht, daß P. zum Magistros ernannt wurde, während seine Brüder nur Patrikioi wurden, läßt dies vermuten, daß P. der Älteste war und möglicherweise Anspruch auf die Nachfolge seines Vaters hätte erheben können.

Geographische Orte

  • Tmoros (Berg in Bulgarien)
  • Bulgarien
  • Bukellarion (T)
  • Manuelkloster
  • Kloster: Manuel

Quellen

  • Skylitzes
  • Zonaras
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