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Lilie, Ralph-Johannes / Ludwig, Claudia / Zielke, Beate / Pratsch, Thomas

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt

[Prosopography of the Middle Byzantine Period Online]

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T: Archontopulos — ἀρχοντόπουλος, Prinz, Archon (Herrscher von Serbien).

V: Wohl spätestens seit 922 war Z. Herrscher der Serben. Er stammte aus einem serbischen Fürstengeschlecht. Nachdem sein Vater Pribislav (# 26754) im Jahre 891 von Petar (# 26408) gestürzt worden war, wuchs Z. offenbar in Konstantinopel auf. Nach 920 setzte ihn Kaiser Romanos I. Lakapenos als Thronprätendenten gegen den von den Bulgaren gestützten Serbenherrscher Pavle (# 26399) ein, der sein Cousin war. Z. wurde jedoch geschlagen, gefangengenommen und den Bulgaren übergeben. Als aber kurze Zeit darauf Pavle sich von den Bulgaren abwandte und eine byzanzfreundlichere Politik betrieb, zog Z. erneut, nun aber im Auftrag der Bulgaren, gegen Pavle aus. In dieser Auseinandersetzung, die spätestens 922 stattfand, war Z. erfolgreich, vertrieb Pavle und wurde selbst Herrscher der Serben. Z. hatte jedoch seinen früheren Gönner nicht vergessen und stellte sich unter die Oberhoheit von Byzanz. Dies verärgerte die Bulgaren, und der bulgarische Herrscher Symeon (# 27467) entsandte – wahrscheinlich 923 – eine Streitmacht unter Theodoros Sigritzes (# 27681) und Marmaen (# 25002), um Z. zu unterwerfen. Die Serben blieben jedoch im Kampf siegreich und töteten die bulgarischen Heerführer, deren abgeschlagene Häupter und Waffen Z. zum Zeichen seines Triumphs nach Konstantinopel schickte. Daraufhin schickte Symeon ein weiteres Heer unter Knenos (# 23720), Hemnekos (# 22585) und Etzboklia(s) (# 21750) gegen Z. aus, die den serbischen Prinzen Časlav (# 21225) mit sich führten. Die Übermacht der Bulgaren war anscheinend so groß, daß Z. es vorzog, nach Kroatien zu fliehen. Die Bulgaren verwüsteten Serbien vollständig. Erst 928 übernahm Časlav den serbischen Thron.

Q: — (Fs.): Konst. Porph., DAI 32,100-120.

L: LdMA IX (1998) 443 s. v. “Zaharije Prvoslavljević”; Istorija Srpskog Naroda I 158 s. v. “Zaharije Pribislavljević” (Ćirković); SSS VII (1982) 25f. — Zlatarski, Istorija I/2 413f. 445–447. 458–461; DAI, Comm. 136; Istorija na Bălgarija II 290–292; Belke–Soustal 176f. Anm. 379f.

Geographische Orte

  • Bulgarien
  • Serbien

Quellen

  • Konst. Porph., DAI
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