11. Diskurslinguistik und die Ethnographie des Alltags

in Handbuch Diskurs

Abstract

Der Beitrag behandelt das Verhältnis von Diskurslinguistik und Ethnographie. Ausgehend von der Feststellung, dass die germanistische Diskurslinguistik fast ausschließlich thematische Diskurse in Massenmedien untersucht, wird aufgezeigt, dass ethnographische Vorgehensweisen die sprachwissenschaftliche Diskursforschung wesentlich erweitern können. In der Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den theoretischen Prämissen und Ausrichtungen von Diskursanalyse und Ethnographie zeigt sich insbesondere, dass sich beide u. a. durch methodische Offenheit auszeichnen und mit den Begriffen Sprachfunktion, Muster und Kontext operieren. Als mitunter problematisch in der Beziehung zueinander werden Rekonstruktion von Intentionalität und Kritische Wissenschaft benannt. Der Beitrag stellt dar, dass ethnographisch vorgehende Diskurslinguistik sowohl synchron die Kommunikation von Einzelpersonen und Gruppen in privaten bis öffentlichen Alltagsräumen analysieren als auch diachron sprachlich vollzogene Wissens- und Machtordnungen als Alltagsgeschichte rekonstruieren kann. Die Möglichkeit mikroanalytischer Untersuchungen situativer Generierungen und Praktiken sprachgebundenen Wissens ergänzt die bestehende makroanalytisch ausgerichtete Diskurslinguistik.

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