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ABI Technik

Zeitschrift für Automation, Bau und Technik im Archiv-, Bibliotheks- und Informationswesen

Editor-in-Chief: Söllner, Konstanze

Ed. by Bauer, Bruno / Brandtner, Andreas / Haas, Edeltraud / Maier, Gerald / Schnelling, Heiner / Sommer, Dorothea

Online
ISSN
2191-4664
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Volume 39, Issue 1

Issues

Editorial

Published Online: 2019-04-01 | DOI: https://doi.org/10.1515/abitech-2019-1001

Forschende nutzen immer häufiger alternative Plattformen jenseits der originalen Verlagsplattformen, um Literatur abzurufen, zu speichern oder zu teilen. Dies können ebenso Repositorien oder Forschungsnetzwerke sein wie spezifische Lesewerkzeuge, z. B. webbasierte PDF-Reader oder Literaturverwaltungssysteme, aber auch Aggregatorenplattformen oder intelligente Suchsysteme. Diese alternativen Plattformen nutzen auch Forschende, deren Einrichtungen die Inhalte eigentlich beim Verlag subskribiert haben. Da die Nutzungen der Artikel nicht auf den Original-Verlagsplattformen stattfinden, können sie von den Verlagen auch nicht gezählt, folglich Nutzungszahlen auch nicht an etwaige Subskribenten weitergegeben werden, obwohl die Nutzungen durch Mitglieder der beziehenden Einrichtungen stattfinden. „So what?“, könnte man im Zeitalter von Open-Access-Transformationsverträgen sagen, schließlich wird nun nicht mehr fürs Lesen, sondern fürs Publizieren bezahlt. Aber auch Autorinnen und Autoren werden Nutzungsstatistiken übermittelt, die aufgrund der Vielzahl der Rezeptionswege immer unvollständiger werden. Wer hat sich nicht schon über die Mitteilung eines Netzwerks gefreut, dass er einen neuen Meilenstein bei den Zugriffen erreicht hat? Ebenso spielt das Zählen von Online-Aktionen bei der Berechnung alternativer Metriken, die sich in der Open-Access-Welt immer mehr durchsetzen, eine wichtige Rolle. Und auch Bibliotheken, die soeben Buchtitel mittels Crowdfunding in den Open Access überführt haben, fordern Nutzungsstatistiken von den Anbietern.

Die Zauberformel für die Ermittlung der verteilten Nutzung nennt sich „Distributed Usage Logging“. Besonders interessant ist Distributed Usage Logging natürlich für Verlage, die auf die Subskription als Hauptvertriebskanal setzen. Aber auch andere Plattformen werden ihren Outreach optimieren wollen, selbst wenn sie vielleicht weder einen Verkauf noch eine Vermietung anstreben, sondern Open-Access-Dokumente zur Verfügung stellen und Nutzungsstatistiken reporten wollen.

Die Zusammenarbeit im Bereich Distributed Usage Logging soll mittels eines privaten Peer-to-Peer-Kanals gewährleistet werden, der für den sicheren Austausch und die Verarbeitung von COUNTER-konformen Nutzungsaufzeichnungen der Hosting-Plattformen an die Verlage bereitgestellt wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Publikation über einen DOI verfügt. Nutzung, DOI und IP-Adresse sowie die institutionelle ID des Nutzers oder der Nutzerin werden mittels einer generischen Schnittstelle übermittelt. Dreh- und Angelpunkt für die Zuordnung der Nutzungen zu den Verlagen ist die Crossref-Plattform. Alle Daten, die den Verlagen bereitgestellt werden, sollen auf Einrichtungsebene anonymisiert sein, so dass die Privatsphäre des Einzelnen geschützt ist. Entsprechende neue Standards für Distributed Usage Logging befinden sich in der Entwicklung.

Wenn Sie künftig also ein Forschungsnetzwerk oder einen semantikfähigen Reader benutzen, sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass diese Plattform Ihre Nutzungsdaten an eine Vielzahl von Verlagskunden zurückmeldet – hoffentlich sicher und ausreichend anonymisiert. Aber auch die Bibliotheken dürfen sich nicht wundern, wenn die Nutzungszahlen ab 2019 einen Sprung nach oben machen. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von Distributed Usage Logging.

Konstanze Söllner

About the article

Published Online: 2019-04-01

Published in Print: 2019-04-01


Citation Information: ABI Technik, Volume 39, Issue 1, Pages 1–1, ISSN (Online) 2191-4664, ISSN (Print) 0720-6763, DOI: https://doi.org/10.1515/abitech-2019-1001.

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