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Arbitrium

Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft

Ed. by Ammon, Frieder / Harms, Wolfgang / Strohschneider, Peter / Vollhardt, Friedrich / Waltenberger, Michael

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ISSN
1865-8849
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Volume 23, Issue 3

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Hans Ulrich Gumbrecht, Diesseits der Hermeneutik. Die Produktion von Präsenz. 2004

Dieter Mersch
  • Universität Potsdam, Institut für Künste und Medien, Postfach 601553, D-14415 Potsdam. dmersch@rz.uni-potsdam.de
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Published Online: 2008-01-07 | DOI: https://doi.org/10.1515/ARBI.2005.253

„Statt einer Hermeneutik brauchen wir eine Erotik der Kunst“, notierte bereits 1964 Susan Sontag in ihrem Essay Against Interpretation. Seit Jahren ist auch Hans Ulrich Gumbrecht an einem Ausbruch aus dem hermeneutischen Gefängnis interessiert, sucht er ein „Anderes“ des hermeneutischen Verfahrens zu denken und ein „Nicht-Hermeneutisches“ einzuüben. „Heute zeichnet sich eine Konvergenz von Reflexionen im Nicht-Hermeneutischen ab“, schrieb Gumbrecht schon vor mehr als zehn Jahren; doch konstatierte er zugleich, daß sich die „Umrisse des Feldes von nicht-hermeneutischen Theorien und Forschungspraktiken“ vorerst nur unbestimmt und unscharf abzeichneten. Mit Diesseits der Hermeneutik legt Gumbrecht nun eine Studie vor, die seit dem zusammen mit K. Ludwig Pfeiffer herausgegebenen Sammelband Materialität der Kommunikation die Ergebnisse eines jahrelangen Forschungsprozesses über das bündelt, was sich dem Sinn entzieht. Die Schlüsselkategorien lauten „Präsenz“ und „Präsentifikation“, „Ereignis“ und „Epiphanie“, „Deixis“ und „Erscheinen“. Es gibt ein „Verlangen“, ein „Begehren nach Präsenz“ (S. 37, 126) heißt es mit Jean-Luc Nancy in der aus unterschiedlichen Beiträgen gebauten Studie, die immer wieder das „Vergessen der Nähe“ (S. 163) und den „Verlust der Präsenzdimensionen in unserer heutigen Kultur“ (S. 165) beklagt, „denn wir leben in einer Umwelt, die es uns gar nicht gestattet, länger als für Momente der Präsenz innezuhalten“ (S. 164). Fehlten unserer „dermaßen mit Sinn gesättigten Welt […] Phänomene und Eindrücke von Präsenz“ (S. 126), so setzt Gumbrecht auf die „Produktion von Präsenz“ – mit dem erklärten Ziel, den Regimen des Sinns und dem „Zeitalter des Zeichens“ ein „Ende zu setzen“ (S. 70f.).

About the article

Published Online: 2008-01-07

Published in Print: 2006-04-12


Citation Information: Arbitrium, Volume 23, Issue 3, Pages 253–256, ISSN (Print) 0723-2977, DOI: https://doi.org/10.1515/ARBI.2005.253.

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