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Aschkenas

Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden

[Aschkenas: A Journal of Jewish History and Culture]

Ed. by Horch, Hans Otto / Jütte, Robert / Rürup, Miriam / Wenninger, Markus J.

Online
ISSN
1865-9438
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Volume 14, Issue 1

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›Dukus Horant‹ und die deutsche subliterarische Epik des 13. und 14. Jahrhunderts

Fritz Peter Knapp
Published Online: 2007-12-21 | DOI: https://doi.org/10.1515/ASCH.2004.101

Seit dem Erscheinen der Edition des ›Dukus Horant‹ von Leib Fuks 1957 beherrscht die Frage »jüdisches oder deutsches Epos« weithin die – keineswegs vorurteilsfrei geführte – sprach- und literaturwissenschaftliche Debatte um diesen außergewöhnlichen Text, wobei, wie im jüngsten mir bekannt gewordenen Beitrag zu dem Thema der Stuttgarter Jiddist Wulf-Otto Dreeßen feststellt, »sich das Interesse fast vollständig auf die literarische Seite verlagert« hat, nachdem »die Sprache des ›Dukus Horant‹ sich nicht als durch distinktive linguistische Merkmale vom Mittelhochdeutschen geschieden erweisen ließ.« Dreeßens eigener Beitrag zielt auf den Nachweis, daß Erzählstruktur und intertextuelle Bezüge den ›Dukus Horant‹ einfach als Beispiel der genuin deutschen schablonenhaften Unterhaltungsliteratur des 13./14./15. Jahrhunderts ausweisen, wie sie im übrigen vor allem durch die Dietrichepik repräsentiert sei. Ein Vergleich mit den jüdischen Bearbeitungen aus diesem Stoffkreis, dem ›Sigenot‹ und dem ›Jüngeren Hildebrandslied‹, sowie mit dem ebenfalls in den Sog dieser Verarbeitungsmethode geratenen Artusroman ›Widuwilt‹ (umgeformt nach dem ›Wigalois‹) könne die mehr oder minder unveränderte Übernahme dieses Literaturtyps in die jüdische Erzähltradition hinlänglich erweisen. Dementsprechend konnte der ›Dukus Horant‹ nach Dreeßens Worten »wohl das Interesse eines jüdischen Publikums wecken, ohne dafür unbedingt einen jüdischen Bearbeiter zu benötigen. Gleichwohl mag der ›Dukus Horant‹ das Werk eines solchen sein, und bemerkenswert wäre dann gerade, wie wenig er seine Erzählung ›judaisiert‹ und wie weitgehend er sich an dem hätte genügen lassen, was die Tradition dieser schablonenhaften Unterhaltungsliteratur bereithielt.« Damit hält Dreeßen einerseits den engen Kontakt jüdischer Literaturkreise mit jener deutschen Literatur für evident, andererseits aber eben auf jenen Literaturtypus beschränkt. Der ›Wigalois‹ habe in seiner originalen höfischen Gestalt keine Chance gehabt, rezipiert zu werden, von anderen höfischen Gattungen wie der Minnelyrik ganz zu schweigen.

About the article

Published Online: 2007-12-21

Published in Print: 2004-12-08


Citation Information: Aschkenas, Volume 14, Issue 1, Pages 101–123, ISSN (Print) 1016-4987, DOI: https://doi.org/10.1515/ASCH.2004.101.

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