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Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 47, Issue 12

Issues

Bibliotheken der Zukunft – unbegrenzte Möglichkeiten

Die Deutsche Nationalbibliothek bei der IFLA-Konferenz

Future Libraries – Infinite Possibilities

The German National Library at the IFLA Conference

Reinhard Altenhöner / Christine Frodl / Renate Gömpel / Ulrike Junger / Christel Mahnke / Anke Meyer-Heß / Susanne Oehlschläger / Lars G. Svensson
Published Online: 2013-12-05 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0103

Zusammenfassung:

Vom 17. bis 23. August 2013 hat in Singapur der Weltkongress Bibliothek und Information, die 79. IFLA-Generalkonferenz stattgefunden. In diesem Beitrag berichten Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Nationalbibliothek sowie eine Kollegin vom Goethe-Institut Jakarta über die Veranstaltungen der Sektionen Bestandserhaltung, Bibliografie, Katalogisierung, Klassifikation und Indexierung, Informationstechnologie und Nationalbibliotheken sowie der Konferenz der Direktoren der Nationalbibliotheken.

Abstract:

The IFLA World Library and Information Congress, 79th IFLA General Conference and Assembly, took place 17–23 August 2013 in Singapore. In this paper, colleagues from the German National Library and the Goethe-Institut Jakarta report on the activities of the Preservation and Conservation, Bibliography, Cataloguing, Classification & Indexing, Information Technology and National Libraries Sections as well as the Conference of Directors of National Libraries.

Schlüsselwörter: : Bestandserhaltung; Bibliografie; Erschließung; IFLA; Informationstechnik; Nationalbibliothek

Keywords: : Bibliography; cataloguing; classification and indexing; information technology; national library

Singapur begeisterte die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer in jeder Hinsicht: perfekte Organisation der Konferenz mit überschwänglich freundlichen Volunteers, spannenden Treffen, interessanten Vorträgen, phantastischem Essen, endlosen Shopping Malls, einem Cultural Evening als Beach-Party mit Tanz am Strand …

An dem diesjährigen Weltkongress vom 17. bis 23. August mit dem Thema „Future Libraries: Infinite Possibilities“ nahmen insgesamt 3.750 Personen aus 123 Ländern teil. Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen allein aus Singapur, gefolgt von den USA und Australien. Auf den 4. Platz der meist vertretenen Nationen schaffte es Deutschland mit 89 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Während der Tagung übergab die bis dahin amtierende Präsidentin, Ingrid Parent aus Kanada, das Amt an Sinikka Sipilä aus Finnland, die nun bis 2015 im Amt bleiben wird. Zur neuen President-Elect wurde Donna Scheeder aus den USA gewählt.

Die Konferenz wurde von der scheidenden Präsidentin Ingrid Parent eröffnet. Sie kündigte in ihrem Eröffnungsvortrag auch bereits den IFLA Trend Report an, den sie erst am nächsten Tag offiziell vorstellte. Passend hierzu fragte Heng Chee Chan vom Singapore Ministry of Foreign Affairs in ihrer Keynote, ob denn die Bibliotheken sich bereits auf den umfassenden gesellschaftlichen und technologischen Wandel eingestellt hätten. Zum Austragungsort passend, wurden den Besuchern der Eröffnungsveranstaltung mit einem abwechslungsreichen, multi-ethnischen Kulturprogramm inklusive Drachen- und Löwentanz die verschiedenen Kulturen des südostasiatischen Raums näher gebracht.

Am folgenden Tag stellte Ingrid Parent in einer Plenumsveranstaltung erstmals einem größeren Publikum den „IFLA Trend Report“  1 vor, der Tendenzen und Trends benennt, die die Informationsgesellschaft in Zukunft prägen werden. Hierzu hatte die IFLA im vergangenen Jahr eine Reihe von Experten unterschiedlicher Disziplinen damit beauftragt, die sich wandelnde Gesellschaft zu analysieren und Trends zu identifizieren, die den Zugang zu Informationen in den kommenden Jahren beeinflussen werden. Seinen Fokus legt der IFLA Trend Report dabei auf fünf Trends: den künftigen Zugang zu Information, die Online-Ausbildung, die Privatsphäre und den Datenschutz, die Parallelität multipler Kommunikationsmittel und last but not least neue Technologien. Der IFLA Trend Report ist als Denkanstoß gedacht und soll die Bibliotheken weltweit dazu ermuntern, die Ergebnisse in ihren jeweils eigenen Kontext zu übertragen, und ihnen dabei helfen, Position zu neuen Entwicklungen zu beziehen und gleichzeitig bestmögliche Dienstleistungen für ihre Nutzerinnen und Nutzer anzubieten.

Als neuer Service für die Bereitstellung von IFLA-Publikationen wurde IFLA Library2 eingeführt. Es handelt sich hierbei um ein Repository für die WLIC-Konferenzpapiere und soll künftig auch andere IFLA-Veröffentlichungen bereitstellen. Damit soll die Zugänglichkeit zu den Publikationen der IFLA sowohl für die Mitglieder als auch die Community insgesamt verbessert werden. IFLA Library ist im Rahmen der Digital Content Programme Key Initiative der IFLA entstanden. Die IFLA hat EPrints Services ausgewählt, um das Repository aufzubauen und zu hosten. Im Einklang mit seiner Open-Access- und Copyright-Policy haben die Verfasser der Vorträge, die für den Kongress akzeptiert wurden, ihre Beiträge unter Creative Commons Attribution 3.0 Unported licence (CC BY 3.0) gestellt. Diese Lizenz ermöglicht es der IFLA, die Vorträge im Repository zur Verfügung zu stellen und erlaubt eine umfängliche Verbreitung und Verwendung der Vorträge.

Eine bewährte Veröffentlichung, der IFLA Express, erschien erstmals nicht mehr in gedruckter Form, sondern in allen sieben IFLA-Sprachen in elektronischer Form online. Das deutsche Team war dabei nicht nur als Übersetzer tätig, sondern schrieb auch eigene Beiträge über interessante Themen und versorgte über den elektronischen Weg erstmals auch direkt die heimischen Kolleginnen und Kollegen, die nicht in Singapur dabei sein konnten.

Standing Committees: In allen Sektionen fanden Neuwahlen statt. Zu den deutschen Mitgliedern, darunter auch aus der DNB, in den Sektionen der IFLA siehe: http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla_in_deutschland/gremienvertreter/sektionen.html.

Bei der Konferenz wurde auch der Ort für den World Library and Information Congress im übernächsten Jahr bekannt gegeben. Die IFLA-Tagung 2015 wird vom 13. bis 21. August 2015 in Kapstadt, Südafrika, stattfinden.

1 Library Services Made in Germany

Mit diesem Slogan präsentierte das Goethe-Institut erstmals einen deutschen Gemeinschaftsstand beim Weltkongress der Bibliotheken in Singapur. Die Ausstellung bot auf ca. 1.000 m² 88 Stände und 130 Poster-Präsentationen (davon zwei über das Goethe-Institut). Der attraktiv gestaltete und mit 18 m² relativ große deutsche Stand war durchgehend gut besucht. Kurzvorträge deutscher Bibliotheksexperten zu innovativen Diensten boten Anlass zu intensiven Gesprächen. Besonders gefragt waren die Themen „Semantic Web and Linked Data“ und „Digital Library Content in 3D“. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher am Stand, darunter die Vertreter aller Nationalbibliotheken der ASEAN-Staaten, konnten Kontakte zur deutschen Bibliothekswelt knüpfen. Das regionale Goethe-Projekt einer Digitalen Bibliothek für das Kulturerbe der ASEAN-Staaten wurde dadurch entscheidend voran gebracht.

Das Goethe-Institut hatte alle deutschen Bibliotheken und Verbände zum Gemeinschaftsstand eingeladen. Vier der größten deutschen Bibliotheken (Bayerische Staatsbibliothek, Deutsche Nationalbibliothek, Technische Informationsbibliothek Hannover und Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg) und EBLIDA, der Europäische Lobby-Verband für Bibliotheken, beteiligten sich finanziell am Stand und waren dementsprechend auch in der Gestaltung vertreten. Für die deutsche Delegation war der Stand ein guter Treffpunkt. Viele betonten ihr Interesse, sich im nächsten Jahr stärker zu engagieren. Teilnehmer aus Frankreich und Australien wollen die Idee eines Gemeinschaftsstands ebenfalls aufnehmen.

Das Goethe-Institut stellte seine globale Reichweite und seine gute Vernetzung mit der deutschen Fachszene bei dieser IFLA-Konferenz auf ganz praktische Weise dar. Die Vertreter der TIB, die selbst seit vielen Jahren bei Messen erfolgreich sind, bezeichneten den Stand als „gelungene Premiere“. Ein schönes Kompliment, das für eine Fortsetzung im nächsten Jahr ermutigt.3

2 IFLA Committee on Standards

Vorsitzender: Patrice Landry (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern)

Website des Komitees: http://www.ifla.org/standards-committee

Das IFLA Committee on Standards (CoS) wurde Anfang 2012 gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Arbeit mit Standards innerhalb und außerhalb der IFLA zu koordinieren und die Standardisierungsaktivitäten in den Abteilungen der IFLA, insbesondere den Sektionen, zu unterstützen. Das IFLA Governing Board hat in Singapur neue Mitglieder in das Committee berufen. Die aktuellen Mitglieder sind neben dem Chair Patrice Landry für die Division I: Tay Ai Cheng (National Library Board of Singapore), für Division II: Françoise Pellé (ISSN International Center, Paris, Frankreich), für Division III: Anders Cato (BTJ, Lund, Schweden), für Division IV: Marian Koren (Netherlands Public Library Association, Den Haag, Niederlande), für Division V: Chih-Feng P. Lin (Shih Hsin University, Taiwan), für das Permanent UNIMARC Committee dessen Chair: Alan Hopkinson (Middlesex University, Vereinigtes Königreich) und die Vertretung für CDNL: Anita Goldberga (National Library of Latvia, Riga, Lettland).

Nach einer Bestandsaufnahme zu den vorhandenen IFLA-Standards hat sich die Gruppe mit der Definition von IFLA-Standards beschäftigt und beschrieben, was sie dazu zählt. Wenn von IFLA-Standards die Rede ist, kann es sich um so unterschiedliche Dinge wie konzeptionelle Modelle, Regeln für die Beschreibung von Ressourcen, digitale Formate, Richtlinien oder Best Practices handeln. Nachdem im April bereits ein erster Entwurf dieser Definition an die entsprechenden Gruppen innerhalb der IFLA verschickt wurde, wurde eine Working Group on developing an IFLA standards procedures manual eingerichtet.

3 IFLA Namespaces Task Group

Vorsitzender: Gordon Dunsire, Edinburgh, Schottland

Website der Gruppe: http://www.ifla.org/node/5353

Die Gruppe beschäftigt sich mit dem Management der IFLA-Namensräume und deren Relationierung auch zu Nicht-IFLA-Namensräumen, wie z.B. dem RDA-Namensraum.

3.1 Guidelines on using and extending IFLA namespaces

Diese Richtlinien basieren auf zahlreichen Diskussionen einzelner IFLA-Arbeitsgruppen, dem Joint Steering Committee for Development of RDA (JSC) und der Dublin Core Metadata Initiative (DCMI) und sollen demnächst veröffentlicht werden.

3.2 Issues of constrained and unconstrained namespaces

Identifiziert wurden einige Aspekte hinsichtlich der Angleichung und der Mappings zwischen ISBD und RDA im Bezug auf Kontext, Semantik, Mapping und Synchronisierung. Ähnliche Aspekte traten im Rahmen des UNIMARC-Namensraum-Projekts zu Tage.

3.3 IFLA Namespace metadata

Die IFLA-Namensräume wurden in einem kleinen Projekt betrachtet, um das Asset Description Metadata Schema (ADMS)4 unter Nutzung der Open Metadata Registry (OMR) zu testen. Folgende IFLA-Namensräume wurden berücksichtigt:

  • FRBR entity-relationship element set,

  • ISBD element set,

  • ISBD Media Type value vocabulary,

  • MulDiCat value vocabulary.

Weitere Informationen zu dem Projekt sind erhältlich unter http://wiki.dublincore.org/index.php/ADMS/OMR_Project.

3.4 FRBRoo Namespace

Die Version 2.0 des FRBRoo-Modells wurde von der International Working Group on FRBR/CIDOC CRM Harmonisation im Mai 2013 veröffentlicht. Es ist derzeit als RDFS/XML-Datei unter http://www.cidoc-crm.org/rdfs/FRBR2.0-draft-B.rdfs auf der CIDOC-CRM-Website erhältlich.

3.5 ISBD Namespaces

Eine Angleichung zwischen den ISBD-Werte-Vokabularen für Content und Media Type und dem RDA/ONIX Framework for Resource Categorization ist erfolgt. Nun muss der Namensraum für das Framework entwickelt werden. Ein Vertreter der ISBD Review Group wurde eingeladen, Mitglied einer entsprechenden Arbeitsgruppe zu werden.

3.6 UNIMARC Namespaces

Das erste Jahr eines zweijährigen Projekts zur Abbildung des UNIMARC-Formats als RDF-Elemente-Set und Werte-Vokabular wurde durch das Permanent UNIMARC Committee (PUC) finanziell unterstützt. Die Projektmitarbeiter haben ein Paper in der UNIMARC Session während der IFLA-Konferenz in Singapur vorgestellt: Mirna Willer, Gordon Dunsire, Predrag Perožić: „The UNIMARC in RDF project: namespaces and linked data“ 5 .

4 Bibliography Section (Sektion für Bibliografie)

Deutsches Mitglied im Ständigen Ausschuss der Sektion: Anke Meyer-Heß (2009–2013, Deutsche Nationalbibliothek)

Website der Sektion: http://www.ifla.org/bibliography

Die Sektion befasst sich mit Inhalt, Aufbau, Produktion, Verteilung und Erhaltung von bibliografischen Informationen, in erster Linie, aber nicht ausschließlich, bezogen auf Nationalbibliografien. Hauptarbeitsgebiet der Sektion in den Jahren 2012 bis 2014 ist die Überarbeitung und Erweiterung der Veröffentlichung: „National bibliographies in the digital age: guidance and new directions“6 . 2013 wurde eine erste überarbeitete Version dieser Guidelines im offenen Zugriff digital veröffentlicht.7 Darüber hinaus baut die Sektion ein umfangreiches Register von Nationalbibliografien8 auf.

Für die Wahlperiode 2013–2015 wurde Andres Cato (BTJ, Lund, Schweden) als neuer Vorsitzender für die Sektion gewählt. Anke Meyer-Heß wurde als Sekretärin wiedergewählt.

Das offene Programm der Sektion wurde dieses Jahr zum Thema „Opening up the bibliography for the future“ durchgeführt und bestand aus vier Vorträgen aus Indien, Iran, Dänemark und Norwegen, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Anpassungen der Nationalbibliografien für die Zukunft beschäftigt haben. Die Sektion hat es geschafft, vier Redner aus sehr verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem Hintergrund zu gewinnen, die über ihre jeweiligen nationalbibliografischen Aktivitäten berichteten.

Erste Vortragende war Swagna Banerjee, Professorin der Bibliothekswissenschaft aus Indien, die eine Studie vorstellte, die gemeinsam mit Studenten und Bibliothekaren der Nationalbibliothek aus Kalkutta entstanden war (Shahina P. Ahas und Swapna Banerjee: „The Indian National Bibliography: today and tomorrow“ 9 ). Die indische Nationalbibliografie verzeichnet nicht nur alle Publikationen Indiens, sondern gibt diese auch noch in den 14 verschiedenen Nationalsprachen und Schriften heraus. Alle Titel werden dabei im Unicode verzeichnet und dann alphabetisch sortiert. Die Aufnahmen werden zunächst in der Originalsprache der Publikation erstellt und dann in Unicode umgewandelt. Die Umwandlung in Unicode erlaubt es, die einzelnen Datensätze, die in MARC aufgenommen wurden, in die jeweiligen Schriftzeichen der 14 Nationalsprachen und in die lateinische Schrift umzuwandeln. Der Vortrag ging dann auf die schlechte Abdeckung der Nationalbibliografie ein und schlug eine Reihe von Möglichkeiten zur Verbesserung vor.

Afsneh Teymourikahni (Iranische Nationalbibliothek) präsentierte Ergebnisse einer Nutzerbefragung der iranischen Nationalbibliothek (Afsaneh Teymourikahni und Saeedeh Akbari-Daryan: „Future National Bibliography of the Islamic Republic of Iran (NBI): the users’ perspective“ 10 ). Als Hauptveröffentlichungsart der iranischen Nationalbibliografie gilt wie in Deutschland auch der Katalog der Nationalbibliothek. Wie viele andere Studien schon gezeigt haben, nutzen auch die Kunden der iranischen Nationalbibliografie am liebsten die einfache Suche auf der Eingangsseite. Viele wissen gar nicht, wie sie die erweiterte Suche bedienen sollen. So bezogen sich die Wünsche für die Erweiterung des Angebots auch vor allem auf die Nutzung der einfachen Suche. Als Kategorien für die Einschränkung wurde hier am häufigsten eine Unterscheidung nach Medientyp gewünscht, um die schnell zugänglichen Online-Ressourcen direkt auswählen zu können.

Carsten Andersen vom DBC (Danish Bibliographic Centre) hat mit seinem Beitrag „The Danish scenario: taking Danish National Bibliography reuse to the next level11 das neue Data Well des Centers vorgestellt. Der Data Well hat als Basis die nationalbibliografischen Daten. Durch verschiedene Webservices können Bibliotheken diese Daten nachnutzen und anreichern. Besonders interessant ist, dass auch Verlage diese Daten anreichern können und so diese Daten als Zugriff auf eine Masse von verschiedenen digitalen Ressourcen dienen. Bibliotheken können dann direkt mit den Daten den Nutzern auch einen Zugriff auf die E-Books, auf Audiobooks, Musik und Weiteres anbieten.

Hege Stensrud (Nationalbibliothek Norwegen, Oslo) stellte in seinem gemeinsam mit Irene Hole verfassten Beitrag „Opening up the bibliographies for the future – a collaborative research-driven model for bibliographies“ 12 verschiedene norwegische Spezialbibliografien vor und erläuterte, wie diese auf die Nutzerbedürfnisse angepasst wurden. Basis für die Anpassungen waren Konzepte wie FRBR und Linked Data und semantische Technologien.

5 Cataloguing Section (Sektion Katalogisierung)

Deutsches Mitglied im Ständigen Ausschuss der Sektion: Christine Frodl (2011–2015, Deutsche Nationalbibliothek)

Website der Sektion: http://www.ifla.org/cataloguing

Das Standing Committee der Cataloguing Section tagte, wie jedes Jahr in der IFLA-Konferenzwoche, zweimal. Wiedergewählt wurden Hanne Hørl Hansen (Danish Bibliographic Centre, Ballerup, Dänemark) zur Vorsitzenden, Miriam Säfström (Nationalbibliothek von Schweden, Stockholm) zur Secretary und Agnese Galeffi (Vatican Library, Vatikanstadt) zum Information coordinator.

5.1 Statement of International Cataloguing Principles (ICP)

Das Statement of International Cataloguing Principles (ICP)13 wurde in einem Zeitraum von sechs Jahren erarbeitet. Die ersten Entwürfe lagen 2003 vor, das fertige Dokument wurde 2009 veröffentlicht.

Da im Strategic plan 2011–2013 und im Action plan 2012 der Cataloguing Section u.a. die Überarbeitung des Statement of International Cataloguing Principles enthalten ist, hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Standing Committee, hierzu ein Thesenpapier vorgelegt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Agnèse Galeffi, Hanne Hørl Hansen, Dorothy McGarry (früher: University of California, Los Angeles), Dave Reser (Library of Congress, Washington DC, USA) und Elena Escolano Rodriguez (ISBD und FRBR Review Group).

Das Papier bezieht sich auf die Diskussionen des Standing Committee während der IFLA 2012 in Helsinki.14 Dort wurde entschieden: „The ICP must be general, so it does not have to be updated too often. There is ongoing work on aligning the IFLA standards mentioned in the ICP; should the review work start now, it must follow this alignment process closely.“

Die Arbeitsgruppe hat daraufhin zwei Hypothesen aufgestellt und diese in ihrem Papier auch näher erläutert:

  • 1.

    Die Struktur des ICP ist immer noch gut, allerdings sollten die Aspekte aktualisiert werden, die seit 2009 eine Weiterentwicklung erfahren haben.

  • 2.

    Eine Überarbeitung des ICP sollte nicht nur eine Aktualisierung sein, sondern eine tiefgehende Umstrukturierung des Dokuments darstellen.

Man sprach sich für die erste Hypothese aus und damit für eine Aktualisierung des ICP.

Des Weiteren hat die Arbeitsgruppe folgende Aspekte und Fragen aufgeworfen:

  • Bezieht sich das ICP nur auf Bibliotheken oder auf Bibliotheken, Archive und Museen?

  • Das ICP enthält Prinzipien zur Katalogisierung, jedoch nicht zum Katalog.

  • Das Konzept „Convenience of the user“, das höchste Prinzip, sollte präziser definiert und erklärt werden.

Für die weitere Arbeitsplanung wird ein Projektplan erstellt, dann werden die Mitglieder zur Mitarbeit aufgerufen.

Berichte der zugehörigen Gruppen: ISBD RG und FRBR RG (siehe eigene Berichtspunkte)

Bereits bei der IFLA-Tagung im vergangenen Jahr in Helsinki wurde eine Harmonisierung der drei konzeptionellen Modelle der FR-Familie (Functional requirements for bibliographic records, Functional requirements for authority data und Functional requirements for subject authority data) beschlossen. Für die Arbeiten an der Konsolidierung der FR-Modelle muss mit ein bis eineinhalb Jahren gerechnet werden. Geplant ist die Veröffentlichung eines Dokuments, das mehr eine grundlegende Beschreibung darstellen soll als einen ausführlichen Text. Auch die Arbeiten zu den Namensräumen sollten dabei berücksichtigt werden. Danach ist ein weltweites Stellungnahme-Verfahren vorgesehen.

5.2 SCATNews

Im Berichtsjahr erschienen zwei Ausgaben des Newsletters des Standing Committee (Dezember 2012 und Juni 2013). Gewünscht werden noch mehr Themenvielfalt und mehr Berichte auch aus den Regionen Asien, Afrika, Südamerika und Osteuropa. Um zu erfahren, was die Leser über SCATNews denken, wurde eine Umfrage durchgeführt: 20 Antworten sind bei der Redaktion eingegangen. Leser von SCATNews sind vor allem Katalogisierer, Manager und Lehrkräfte. Es sollte verstärkt über regionale Aktivitäten sowie über Konferenzen und Veranstaltungen zum Thema Katalogisierung berichtet werden. Unni Knutsen (Universitätsbibliothek Oslo, Norwegen) wurde in ihrem Amt als Herausgeberin bestätigt. Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 1. Dezember 2013.

5.3 Multilingual Dictionary of Cataloguing Terms and Concepts (MulDiCat)

In MulDiCat sind Termini und Begriffe, die von der Bibliothekscommunity verwendet werden, sowie deren Definitionen auf Englisch und in einer Vielzahl von Sprachen enthalten. Das Vokabular ist in der Open Metadata Registry (OMR) registriert und soll die Grundlage für offizielle Übersetzungen von IFLA-Standards bilden. Zurzeit sind über 20 Sprachen enthalten.

Diskutiert wurde darüber, ob die Aktivitäten zu MulDiCat künftig in der Cataloguing Section oder in der Namespaces Technical Group verortet werden sollten. Gegenwärtig ist MulDiCat der Classification and Indexing section zugeordnet. Allgemein betrachtet, gehört die Aktivität zum Committee of Standards, inhaltlich sollte sie durch die Cataloguing Section betreut werden. Auch stellte sich die Frage, ob man die Terminologie breiter fassen sollte („MulDiTerms“).

5.4 Zukünftige Veranstaltungen

Am 13. August 2014 wird in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main ein IFLA Satellite meeting zu RDA stattfinden.

Während der IFLA-Konferenz 2014 in Lyon wird die Cataloguing Section zusammen mit der Bibliography Section und der Classification and Indexing Section und möglicherweise auch mit dem Permanent UNIMARC Committee ein Open Programme zum Thema „Universal Bibliographic Control“ veranstalten.

5.5 Open Programme der Cataloguing Section

Das Open Programme der Sektion wurde in diesem Jahr zusammen mit der Audiovisual and Multimedia Section veranstaltet. Der Titel der Veranstaltung lautete „Macro and micro – ways through the maze. How methods of indexing and cata loguing can complement traditional cataloguing for audiovisual and multimedia“. Die einzelnen Vorträge hoben die zunehmende Bedeutung von Videomaterial hervor und zeigten Strategien zu dessen Erschließung und Nutzung auf.

In seiner engagierten Keynote speech „Opening up access to multimedia content“ stellte Adam Farquhar (Head of Digital Scholarship, British Library) die Regularien und Besonderheiten für die „Digitale Wissenschaft“ dar. „Digital scholarship“ umfasst die Produktion, die Nutzung und die Integration digitaler Inhalte, Services und Werkzeuge, um Wissenschaft und Forschung zu unterstützen. Neue Forschungsfragen können generiert und mit neuen Methoden bearbeitet werden. Adam Farquhar nahm Bezug auf die nationale Sammlung von Tonaufnahmen der British Library und die zunehmende Aktivität der British Library hinsichtlich der Sammlung von Nachrichten und entsprechender Medienprodukte. Ziel ist es, die Möglichkeiten für Forscher auszuloten. Problematisch dabei ist, dass die gegenwärtigen Technologien noch keine exakten Transkriptionen ermöglichen.

Stephen Rhind-Tutt (Alexander Street Press, USA) stellte in seinem Vortrag „Increasing functionality and usage of video so it may gain its rightful place in the academy“ die These auf, dass Videos wichtiger seien als gedruckte Monografien: „There is a big party going on in the community about video for social scientists.“ Die „Youtuber“ sorgen außerdem für eine Medien-Evolution. Für viele Wissenschaftsdisziplinen ist Video-Material von extrem wichtiger Bedeutung, zu nennen sind: Tanz und Darstellende Künste, Theater, Pädagogik und Bildung, Beratung, Anthropologie, Naturwissenschaften, Geschichte sowie Medizin. Die Gesellschaft wird mehr und mehr Video-zentrisch und Medien-zentrisch.

Drei weitere Vorträge beeindruckten durch eine hohe Fach- und Präsentationskompetenz. Margret Plank (Technische Informationsbibliothek, Hannover) stellte in ihrem Vortrag „TIB’s portal for audiovisual media: new ways of indexing and retrieval15 die Arbeiten des Kompetenzzentrums für nicht-textuelle Materialien (KNM) vor. Canan Hastik (Hochschule Darmstadt) stellte in ihrem Vortrag „Ontology-based framework for real-time audiovisual art16 die Forschungsfrage, wie audiovisuelle Kunstwerke beschrieben und zugänglich gemacht werden können. Dabei bezog sie sich vor allem auf das CIDOC-CRM-Modell. Myung-Ja Han (University of Illinois at Urbana-Champaign, USA) berichtete in ihrem Vortrag „Building a sustainable metadata workflow for audio-visual resources: University of Illinois Library’s Medusa Digital Preservation Repository17 über die Erschließung und Verfügbarmachung audio-visueller Ressourcen im Digital Preservation Repository „Medusa“ der Universität von Illinois in Urbana-Champaign. Im Anschluss an die Vorträge stellten die Vorsitzenden der Cataloguing Section und der Audiovisual and Multimedia Section die Arbeitsprogramme ihrer Sektionen vor.

6 FRBR Review Group

Vorsitzende: Chris Oliver (McGill University Libraries, Montréal, Kanada)

Website der Gruppe: http://www.ifla.org/frbr-rg

6.1 Erweiterung der Gruppe und Wahl der neuen Vorsitzenden

Patricia Riva (Library and Archives Canada, Montréal, Kanada), Vorsitzende der Gruppe von 2011–2013, hatte im Vorfeld zum Kongress einen Antrag auf Erweiterung der Gruppe von fünf auf zehn Mitglieder gestellt. Dieser Antrag wurde während des Meetings der Cataloguing Section am 17. August angenommen, so dass die Gruppe verdoppelt werden konnte und alle Nominierten in die Gruppe gewählt werden konnten. Im ersten Meeting der Gruppe wurde für die Amtszeit von 2013–2015 Chris Oliver (McGill University Libraries, Montréal, Kanada) als neue Vorsitzende vorgeschlagen und von der Cataloguing Section bestätigt.

6.2 Open Access der Veröffentlichung der FRAD und FRSAD

FRBR liegt nun in allen offiziellen IFLA-Sprachen vor.

FRAD wurde korrigiert und frei zugänglich online veröffentlicht.18 FRAD ist jetzt im Original wie auch in vielen weiteren Sprachen direkt online verfügbar. Ebenfalls gibt es eine Reihe von neuen Übersetzungen der FRSAD, die online abrufbar sind. Leider ist das Original von FRSAD immer noch nicht online verfügbar, sondern nur der Entwurf von 2009.

6.3 Konsolidierung des FRBR-Modells – Editorial Working Group

Ein Großteil der Arbeit dieser Gruppe liegt in der Zusammenführung der verschiedenen Begriffe für Entitäten und der unterschiedlichen Konzepte der Modelle FRBR, FRAD, FRSAD. So gibt es in einigen Fällen konzeptionelle Überschneidungen der Bezeichnungen „Nomen“, „Name“, „Identifier“ und „Appellation“. Hier wie in weiteren, ähnlich gelagerten Fällen arbeitet die Working Group an der Festlegung von einheitlichen Begriffen und Bezeichnungen. Darüber hinaus wurde eine Editorial Working Group als Untergruppe der Arbeitsgruppe gebildet. Diese Gruppe soll die Redaktion der Änderungen an dem Modell organisieren und kontrollieren.

Mitglieder der Gruppe sind Patrick Le Boeuf, Miriam Säfström, Pat Riva und Maja Žumer.

6.4 ISSN-Netzwerk und PRESSoo

2011 wurde innerhalb des ISSN-Netzwerks eine Arbeitsgruppe gegründet, mit dem Auftrag, das FRBRER-Modell aus der ISSN-Perspektive zu analysieren. Die Analyse sollte zum Ziel haben, das Verständnis des FRBR-Modells zu verbessern, insbesondere dessen Anwendbarkeit auf fortlaufende Ressourcen. Die Gruppe sollte dabei Kontakt zu FRBR-Spezialisten aufnehmen, um Bedenken und Aspekte darzustellen, die sich aus der Analyse ergeben haben. Schließlich geht es darum, interne ISSN-„Guidelines“ zur Anwendung von FRBR auf fortlaufende Ressourcen zu etablieren, die dann z.B. auch im Rahmen der FRBRisierung der Kataloge genutzt werden sollen. Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe (PRESSoo) hat Patrick Le Boeuf vorgestellt. PRESSoo ist eine Erweiterung von FRBRoo für fortlaufende Sammelwerke. Die erste Version wurde im März 2013 veröffentlicht und ist online abrufbar.19

Das PRESSoo-Modell soll dem JSC zur Prüfung hinsichtlich der RDA-Kompatibilität und zur Kommentierung vorgelegt werden.

7 ISBD Review Group

Vorsitzende: Mirna Willer (University of Zadar, Zadar, Kroatien)

Website der Gruppe: http://www.ifla.org/isbd-rg

Die Vorsitzende, Mirna Willer, wurde wiedergewählt und damit in ihrem Amt bestätigt.

ISBD future strategy

Ein wichtiger Diskussionspunkt, sowohl in den Sitzungen des Standing Committee als auch in den Sitzungen der ISBD Review Group, war die Zukunft der ISBD. Diese Diskussion muss unter verschiedenen Gesichtspunkten gesehen werden: der generell vorgesehenen Aktualisierung der ISBD, den Plänen des IFLA Committee on Standards sowie der Tatsache, dass RDA weltweit eine immer weitere Verbreitung findet.

Grundlage der Diskussion war ein Papier der Vorsitzenden und der Secretary des Standing Committee zur ISBD-Strategie. Bevor die anstehende Revision der ISBD vorgenommen werden soll, sollte zunächst die Rolle der ISBD in der Zukunft diskutiert und eingeschätzt werden. Mit Bezug auf den derzeit geltenden Strategic plan der Cataloguing Section wurden u.a. folgende Fragen gestellt:

Ist es heutzutage noch möglich, relevante Standards auf der Basis freiwilliger, ehrenamtlicher Arbeit zu erstellen und laufend zu pflegen? Insbesondere wenn es sich, wie bei der ISBD, um internationale Standards handelt?

Obwohl RDA kein IFLA-Standard ist (jedoch auf IFLA-Standards basiert), ist nicht zu leugnen, dass dieser Standard mehr und mehr internationale Verbreitung findet. Welche Konsequenzen kann dies für die ISBD haben? Besteht nicht die Gefahr von kostenintensiven Parallelentwicklungen?

Kritisch für die Verbreitung von RDA wird die Tatsache gesehen, dass der Standard kostenpflichtig ist, andererseits kann aber über die dadurch erzielten Einnahmen eine nachhaltige Standardisierungsarbeit gewährleistet werden. Auch wird die Frage aufgeworfen, ob es um die einzelnen Standards geht oder nicht vielmehr um Interoperabilitätsfragen. In diesem Zusammenhang weist die Vorsitzende der ISBD Review Group, Mirna Willer, auf die gute Zusammenarbeit mit dem JSC hin.

Man stimmt darin überein, dass eine Strategie für die Zukunft der ISBD und ihre Weiterentwicklung formuliert werden muss. Eine solche Strategie muss auch im Kontext mit UBC (Universal Bibliographic Control), d.h. mit den Functional requirements, mit UNIMARC und mit den Namensräumen gesehen werden.

Umfrage zur ISBD

Es liegt der Entwurf eines Fragebogens vor: International Survey on the Use of ISBD. Der Fragebogenentwurf enthält Fragen zur Anwendung der ISBD, zu Übersetzungen sowie zu Problemen und Erwartungen. Der fertige Fragebogen soll dann in die sieben offiziellen IFLA-Sprachen übersetzt werden. Die Ergebnisse sollen 2014, ebenfalls in allen IFLA-Sprachen, veröffentlicht werden.

7.1 ISBD Consolidated edition online

Die ISBD Consolidated edition vom März 2011 ist nun auch online auf der IFLA-Website abrufbar.20

Mappings, Alignments

Das Dokument Alignment of the ISBD: International Standard Bibliographic Description element set with RDA: Resource Description & Access element set, Draft version 1.2, 13 May 2013 wurde angenommen. Es wird auf der ISBD-Website veröffentlicht.

Das Dokument RDA Appendix D.1 ISBD Punctuation wurde angenommen und ist zur Stellungnahme an das JSC übermittelt worden.

Das Dokument ISBD Profile in RDA zeigte, dass einige Elemente der ISBD in RDA nicht vorkommen und umgekehrt. Leider ist das Dokument durch die inzwischen veröffentlichten RDA-Toolkit-Updates schon wieder veraltet, die ISBD Review Group kann eine laufende Aktualisierung nicht leisten. Das Dokument soll dennoch zur Stellungnahme freigegeben werden.

Auch eine Angleichung zwischen der ISBD (Consolidated edition) und ISSN wird angestrebt. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Oktober 2013 abgeschlossen sein.

ISBD/XML Study Group – ISBD Linked Data Study Group

Vorsitzende: Françoise Leresche (Bibliothèque nationale de France, Paris, Frankreich)

Website der Gruppe: http://www.ifla.org/node/1795

Im Rahmen der Sitzung des Standing Committee der Cataloguing Section wurde der Namensänderung in ISBD Linked Data Study Group zugestimmt.

Ziel der ISBD Linked Data Study Group ist es, die Darstellung der ISBD im W3C-RDF-Standard zu untersuchen und weiterzuentwickeln, um die Transportfähigkeit bibliografischer Daten in einer Semantic-Web-Umgebung zu fördern. Näheres dazu steht im Bericht der ISBD/XML Study Group.21

8 Classification and Indexing Section (Sektion Klassifikation und Indexierung)

Deutsches Mitglied im Ständigen Ausschuss der Sektion: Ulrike Junger (2013–2017, Deutsche Nationalbibliothek)

Website der Sektion: http://www.ifla.org/classification-and-indexing

Die Arbeit der Sektion dient dem Austausch über Methoden der Inhaltserschließung auf internationaler Ebene. Die Standardisierung und einheitliche Anwendung von Verfahren zur klassifikatorischen und verbalen Inhaltserschließung durch Einrichtungen, die bibliografische Daten erzeugen, soll gefördert werden.

Auf der IFLA 2013 fand ein größerer personeller Austausch im Ständigen Ausschuss statt: eine ganze Reihe von Mitgliedern schied wegen Ablaufs der (oftmals zweiten) Amtszeit aus, neue Mitglieder waren erstmals dabei. Darüber hinaus mussten auch alle Funktionen in der Sektion neu besetzt werden. Zur Vorsitzenden der Sektion wurde Maja Žumer (Universität Ljubljana, Slowenien) gewählt, zur Schriftführerin Sandy Roe (Illinois State University, Milner Library, Normal, IL, USA). Als Herausgeberin des Rundbriefs der Sektion stellte sich Harriet Aagaard (Schwedische Nationalbibliothek, Stockholm) zur Verfügung, während John Hostage (Harvard Library, Cambridge, MA, USA) auch weiterhin als Koordinator für Information fungiert.

Darüber hinaus beteiligen sich einzelne Mitglieder der Sektion an sektionsinternen und -übergreifenden Arbeitsgruppen, wie z.B. der FRBR Review Group. Die beiden Sitzungen des Ausschusses dienten wie in jedem Jahr vornehmlich dem Abarbeiten regelmäßig wiederkehrender Tagesordnungspunkte wie der Entgegennahme von Berichten aus Arbeitsgruppen, der Beratung des Aktionsplans, den jeder Ausschuss der IFLA haben muss, sowie der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Vortragsprogramme auf den jährlichen Konferenzen.

In diesem Jahr befasste sich der Ausschuss auch kurz mit der Frage, ob die Benennung der Sektion noch angemessen ist – Klassifizierung und Indexierung verengt das Thema „sachlich-thematischer Zugang zu Ressourcen“ möglicherweise zu sehr. So betrachtet es die Sektion auch als ihre Aufgabe, sich um das Thema Angaben zu Genre und Form von Publikationen zu kümmern, was – streng genommen – keine Inhaltserschließung ist. Es wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit diesem Thema befassen soll und zum Ziel hat, Empfehlungen zu erarbeiten.

Das diesjährige Vortragsprogramm der Sektion stand unter dem Thema „Subject access: Infinite possibilities“. Vorgesehen waren vier Vorträge, von denen allerdings nur drei auch gehalten wurden. Rund 140 Zuhörer versammelten sich in dem riesigen Saal, der zuvor die Eröffnungsveranstaltung beherbergt hatte.

Den Anfang machte Inkyung Choi von der University of Wisconsin-Milwaukee in den USA. Sie stellte eine zusammen mit Margaret E. I. Kipp und Soohyung Joo verfasste Untersuchung zum Thema „Classification of web resources using user generated terms22 vor. Ausgehend von der Tatsache, dass die heutzutage verfügbaren, riesigen Mengen an Webressourcen nicht mehr mit klassischen Mitteln thematisch organisiert werden können, widmete sich die Referentin der Frage, welche Alternativen zur Verfügung stehen. Konkret wurde untersucht, ob von Nutzern vergebene Social Tags für das Clustering von Webressourcen herangezogen werden können. Geprüft wurde dies für Webseiten aus dem Bereich Gesundheit. Dabei kamen zwei spezielle statistische Methoden zum Einsatz. Mit Hilfe der sog. Principal Component Analysis sollten die Webressourcen verschiedenen zuvor festgelegten Dimensionen wie z.B. Frauen, Senioren etc. zugeordnet werden. Die zweite Methode versuchte, die Dokumente hierarchisch zu clustern. Nach Aussage der Referentin erbrachten beide Ansätze positive Resultate. Das heißt, dass es möglich ist, mit Hilfe von Methoden des Data Mining große Mengen von Webdokumenten zumindest grob zu klassifizieren.

Auch der Vortrag von Ruwan Gamage (National Institute of Library and Information Sciences, University of Colombo, Colombo, Sri Lanka) war sehr mathematisch orientiert und befasste sich ebenfalls mit der Frage, ob eine automatische Klassifizierung von Dokumenten möglich ist. Sein Vortrag „An ontology based fully automatic document classification system using an existing semi-automatic system“ 23 , den er zusammen mit Chaaminda Manjula Wijewickrema (Sabaragamuwa University of Sri Lanka, Belihuloya, Sri Lanka) abgefasst hatte, widmete sich auch der Frage der Disambiguierung mehrdeutiger Begriffe. Um diesem Problem zu begegnen, wurde eine Wissensbasis aufgebaut, die neben Teilen der DDC auch eine Schlagwortliste enthielt. Eine kleinere Menge an Dokumenten wurde auf dreierlei Weise klassifiziert: intellektuell, halbautomatisch (eine Software schlug dem Erschließer eine passende Klasse vor) sowie mit einer vollautomatischen Klassifizierung. Die Ergebnisse waren gemischt: insbesondere für Dokumente mit uneindeutigem Vokabular war die vollautomatische Klassifizierung erfolgreicher als die halbautomatische, andererseits versagte die vollautomatische Klassifizierung bei bestimmten Teildisziplinen, d.h. alle Dokumente wurden falsch eingeordnet.

Der Vortrag von Ulrike Junger (Deutsche Nationalbibliothek) mit dem Titel „Genre Terms – completing subject access in the Deutsche Nationalbibliothek24 war demgegenüber sehr praxisorientiert. Auch die Deutsche Nationalbibliothek muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie für die steigenden Mengen an Publikationen, die zu sammeln sind, ein thematischer Zugang geschaffen werden kann. Neben automatischen Verfahren, mit denen sich auch die DNB befasst, ist die Übernahme bereits vorhandener Daten von dritter Seite ein weiterer Erfolg versprechender Weg. Neben der verbalen und klassifikatorischen Erschließung werden seit dem Jahr 2012 für Belletristik sowie für Kinder- und Jugendliteratur auch Gattungsbegriffe vergeben. Die DNB nutzt in großem Umfang Nachweisdaten der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH. Diese Daten enthalten auch die sog. Warengruppen, die thematische Zuordnungen, Gattungsbegriffe und Zielgruppeninformation beinhalten und z.B. für die Gruppierung von Büchern in einer Buchhandlung genutzt werden können. Nach der Analyse der Gattungsbegriffe (eine feststehende Liste von 63 Begriffen, die grob hierarchisch gegliedert sind) entschloss sich die Abteilung Inhaltserschließung in der Deutschen Nationalbibliothek, diese Daten nachzunutzen. Dazu wurden lokale Normdatensätze angelegt, um z.B. auch Synonyme abbilden zu können und Erfassungsfehler zu vermeiden. Bei der Einspielung der MVB-Daten in das Katalogisierungssystem der DNB werden enthaltene Gattungsbegriffe gegen die Gattungsbegriff-Normdatensätze abgeglichen und bei einem Match werden Titeldatensatz und Normdatensatz verknüpft. Der größte Teil belletristischer Titel sowie Kinder- und Jugendbücher wird auf diese Weise mit Gattungsbegriffen versehen, nur in wenigen Fällen müssen Gattungsbegriffe manuell nachgetragen oder Fehler korrigiert werden, so dass die Nachnutzung dieser Fremddaten zu einem verbesserten Zugriff auf Medienwerke führt bei gleichzeitig überschaubarem Ressourceneinsatz.

9 Information Technology Section (Sektion Informationstechnologie)

Deutsche Mitglieder im Ständigen Ausschuss der Sektion: Lars G. Svensson (2011–2015, Deutsche Nationalbibliothek) und Patrick Danowski (seit 2007 korrespondierendes Mitglied der Sektion, Sprecher der Special Interest Group Library and Web 2.0, IST, Österreich).

Website der Sektion: http://www.ifla.org/it

Die IT-Sektion tagte, wie auch sonst, zweimal in der Konferenzwoche. Da sowohl der Chair als auch der Secretary die Sektion verließen, wurde ein komplett neuer Vorstand gewählt. Zum neuen Chair wählten die Mitglieder den bisherigen Information Coordinator Edmund Balnaves (Prosentient, Australien). Neuer Secretary wurde Lars G. Svensson (DNB, Deutschland) und als Nachfolgerin im Amt des Information Coordinator wurde May Chang (IT and Digital Initiatives, USA) gewählt.

9.1 User Interaction Built On Library Linked Data

Das Programm der IT-Sektion fing schon am 16. August mit einer Preconference zum Thema „User Interaction built on Library Linked Data (UILLD“ an. Ziel des Workshops war, verschiedene Anwendungen zu zeigen, die auf die diversen Linked-Data-Angebote von Bibliotheken aufsetzen, und dass diese Datenangebote Benutzungsoberflächen mit neuen Interaktionsmöglichkeiten bieten.

Die einführende Keynote gab Paola Di Maio vom Indian Institute of Technology. Vor den über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erläuterte sie einige Beispiele für typische Herausforderungen und präsentierte eine Langzeitvision für die Verwendbarkeit von Linked Data – nicht nur in Bibliotheken: Durch die Verwendung universaler Design-Prinzipien können künftige Generationen von Linked-Data-Visualisierungen den Benutzern helfen, aus ihren Wahrnehmungskäfigen („cognitive cages“) auszubrechen, denn wenn das Anwendererlebnis vereinfacht wird, wird es auch ergiebiger sein.

Auf die Keynote folgten insgesamt sechs Vorträge, die verschiedene Aspekte der Nutzung von Bibliotheksdaten in Linked-Data-Anwendungen beleuchteten. Patrick LeBoeuf von der Bibliothèque nationale de France (BnF) referierte über den Katalog der Bibliothèque municipale de Fresnes, einer öffentlichen Bibliothek in der Nähe von Paris. Die BnF hat zusammen mit einem Dienstleister eine Kataloganwendung gebaut, die auf Linked-Data-Prinzipien basiert und auch Ressourcen aus Gallica – dem Repository französischer Digitalisate der BnF – mit einbindet.

Bernhard Humm von der Hochschule Darmstadt präsentierte ein experimentelles System, das einen Benutzer durch die Literatursuche führt, ähnlich wie ein Bibliotheksmitarbeiter an der Infotheke es machen würde. Der Prototyp verwendet die RDF-Version der GND, um eine thematische Suche in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt durchzuführen. Die Anwendung hat auch eine sehr ansprechende Benutzungsoberfläche, die das Prinzip eines Themenrades verwendet, um den Benutzer durch die Literaturrecherche zu leiten.

Emmanuelle Bermès stellte das Linked-Data-Projekt des Centre Pompidou dar, das sich nicht primär mit der Veröffentlichung der Sammlungsdaten als Linked Data befasst, sondern statt dessen Linked-Data-Prinzipien verwendet um eine Abstraktionsschicht über mehrere Datenbanken mit verschiedenen Inhalten und Metadatenstandards. Die Abstraktionsschicht ist dann Grundlage der neuen Website des Centre Pompidou und erlaubt es, eine Gesamtsicht auf alle Objekte der Sammlung zu bekommen, auch unter dem Gesichtspunkt, welche Exponate Teil welcher Ausstellung waren.

Einen ganz anderen Aspekt lieferte Ryan Shaw von der University of North Carolina at Chapel Hill. In seinem Vortrag über „Using Linked Library Data in Working Research Note“ erzählte er über die Möglichkeiten, welche Bibliotheksdaten den Forschern in den Geistes- und Sozialwissenschaften bieten. In dem konkreten Projekt ging es um die Einbindung von Linked Data bei der Erstellung von Anmerkungen und Fußnoten in einem Editionsprojekt. Die Anwendung „Editors’ Notes“ erlaubt es Redakteuren, z.B. Personen- und Ortsnamen in einem Text mit den entsprechenden Entitäten einer Normdatei zu verbinden, um sowohl die eindeutige Referenzierung als auch die verbesserte Faktenkontrolle zu erleichtern.

Martin Malmsten und Patrik Lindström von Kungliga biblioteket – der Schwedischen Nationalbibliothek – präsentierten gemeinsam die Pläne eines neuen schwedischen Verbundsystems, das komplett auf Linked-Data-Prinzipien basieren soll. Die Pläne sehen die Verwendung von verteilten SPARQL-Endpoints vor, eine Vorgehensweise, die SPARQL 1.1 ermöglicht und somit auch die Nutzung von Daten und Relationen, die nicht in den Bibliotheksdaten vorhanden sind.

Den Abschlussvortrag hielt Aida Slavic vom UDC-Konsortium, die die Vorteile für Suche und Wissensorganisation im World Wide Web betonte, die die Veröffentlichung von Thesauri, Klassifikationen und anderen Wissensorganisationssystemen ermöglicht.

Der Workshop schloss mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „What is the Benefit of Linked Data to Libraries?“ Die Diskussion führte über die Vorteile von Linked Data für Bibliotheken – z.B. bessere Sichtbarkeit und vereinfachte Integration von externen Datenquellen – über die Vorteile für andere Organisationen – vereinfachten Zugriff auf z.B. Normdaten – zu den Möglichkeiten, ein komplettes Ökosystem für Bibliotheken zu bauen, komplett basierend auf Linked-Data-Technologien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass insbesondere externe Datenbezieher von den Initiativen der Bibliotheken profitieren können, schieden sich aber bei der Frage, ob man dabei die RDF-Daten direkt verarbeiten soll oder ob vorher Optimierungsarbeiten bezogen auf den konkreten Anwendungsfall stattfinden müssen. Ein weiterer Streitpunkt war die Frage, ob Bibliotheken künftig überhaupt eigene Kataloge betreiben sollen oder ob es nicht besser wäre, alle Daten den Suchmaschinenbetreibern zur Verfügung zu stellen, da die meisten Nutzer ohnehin ihre Informationsrecherche dort beginnen.

Der Respons sowohl der Redner als auch der Zuhörer ist sehr positiv gewesen. Die Volltexte aller Vorträge der durchaus gelungenen Veranstaltung sind auf der Seite der IT-Sektion verlinkt.25

9.2 Open Source in Bibliotheken – Die Session der IT-Sektion

Die diesjährige Veranstaltung der IT-Sektion hatte als Thema „Inspiring Solutions Emerging From Open Source“ und präsentierte einige Fallbeispiele erfolgreicher Bibliotheksprojekte, die auf Open Source Software (OSS) basierten. Der erste Beitrag kam von Edmund Balnaves, Prosentient Systems (Australien), der eine Bibliotheksinfrastruktur basierend auf dem Bibliothekssystem Koha, dem Repository DSpace und der Suchmaschine VUFind präsentierte, die für die Parlamentsbibliothek der Salomoninseln entwickelt worden war.26

Kia Siang Hock von der National Library Board in Singapur referierte über die Integration des Content Management Systems (CMS) alfresco in eine Systemarchitektur, die auf lose Kupplung zwischen den Systemen basierte.27 Es standen mehrere CMS zur Verfügung, eins der entscheidenden Kriterien für alfresco war dabei, dass es OSS ist und eine große Community im Hintergrund hat.

Diego Ucha von der Sao Paulo Research Foundation, Brasilien, stellte eine virtuelle Bibliotheksplattform seiner Institution vor, die vollständig mit OSS implementiert wurde.28 Die virtuelle Bibliothek sammelt und ordnet nicht nur die Links zu den relevanten Publikationen, sondern beherbergt auch Profildaten aller brasilianischen Wissenschaftler. Ausgehend von den Profildaten war es auch möglich, eine Empfehlungsroutine zu schreiben, die einem angehenden Forscher Vorschläge unterbreiten kann, wer ein geeigneter Mentor für sein Vorhaben ist.

Die spanische Nationalbibliothek – Biblioteca nacional de Espana – hat u.a. ein Portal für den Zugang zu Ressourcen ibero-amerikanischer Bibliotheken gebaut. In diesem Fall war es eine Eigenentwicklung, die aus der Not entstanden ist, wie José Gómez-Acebo von der BNE berichtete.29 Ursprünglich war die Entwicklung des Portals ein Gemeinschaftsunternehmen mit der neuseeländischen Nationalbibliothek, das auf eine proprietäre Plattform aufsetzte. Im Laufe des Projekts zeigte sich, dass der Hersteller einige Features nicht entwickeln wollte und es nicht möglich war, sie mit Hilfe der existierenden Programmierschnittstellen umzusetzen. Somit erfolgte die Entwicklung in Eigenregie und die Software steht komplett als Open Source zur Verfügung.

Im Abschlussvortrag referierte Alenka Kavčič-Čolić stellvertretend für Evviva Weinraub-Lajoie von der Oregon State University Libraries and Press über ein Gemeinschaftsprojekt zwischen kenianischen Bibliotheken und der Oregon State University.30 Hintergrund des Projekts sind die hohen Kosten für Bücher in Kenia, besonders wenn sie nicht auf Englisch oder Swahili sind. Der Lösungsvorschlag lautet, eine OSS-Plattform mit Zugang für mobile Endgeräte zu entwickeln, mit deren Hilfe Übersetzungen per Crowdsourcing entstehen und bearbeitet werden können. Das Projekt befindet sich momentan in der Betaphase und soll demnächst für das Testen durch Endnutzer freigegeben werden.

Die Session zeigte eindrücklich, dass OSS-basierte Bibliothekssysteme gute Alternativen zu kommerziellen Systemen bieten, besonders für kleine und mittlere Bibliotheken. Eine zentrale Frage aus dem Publikum war, warum nicht mehr Organisationen OSS einsetzen. Eine Antwort war, dass viele IT-Abteilungen zögern, weil es kein Support-Modell gibt und sie im Zweifelsfall auf sich gestellt sind, wenn das System nicht funktioniert. In solchen Fällen kann es eine Lösung sein, das System von einem Drittanbieter hosten zu lassen. Andere Ergebnisse aus den Projekten waren, dass man möglichst wenige Änderungen an den Systemen vornehmen soll, da dies die Übernahme neuer Versionen deutlich erschwert und dass Erweiterungen an den Systemen über die vorgesehenen Programmierschnittstellen erfolgen sollen. Auch Skalierbarkeit und Integrierbarkeit gehörten zu den wichtigen Kriterien.

9.3 Pläne für 2014 und 2015

Für die WLIC 2014 in Lyon plant die IT-Sektion ein umfangreiches Programm. Im Vorfeld der Konferenz findet in der Bibliothèque nationale de France ein Satellite Meeting über Linked Data in Bibliotheken statt. In Lyon wird die Sektion eine Session über IT-Sicherheit bei Cloud-basierten Diensten anbieten. Weiter sind zwei Gemeinschaftssessions mit der Preservation and Conservation (eBooks) und Multimedia Section (Anforderungen an Benutzungsoberflächen bei audiovisuellen und multimedialen Ressourcen) in Planung. Auch eine Session über die Risiken und Möglichkeiten der Informationstechnologie, wie der IFLA Trend Report sie beschreibt, ist in der Diskussion. Im Rahmen ihres Commitments zur Förderung der Verwendung von OSS in Bibliotheken plant die IT-Sektion die Herausgabe eines Handbuchs über den Einsatz solcher Systeme. Die Vorarbeiten für die Publikation haben bereits begonnen und es ist geplant, sie im Rahmen eines Satellite Meeting im Vorfeld der WLIC 2015 in Südafrika vorzustellen.

10 Virtual International Authority File (VIAF)

Bei einem Treffen des VIAF Council am 16. August am Rande der IFLA-Konferenz in der Central Public Library in Singapur ging es u.a. um die Frage der Beziehung zwischen dem VIAF und ISNI, dem International Standard Name Identifier. Der VIAF ist die Grundlage für den ISNI, der seinerseits keine Normdatei darstellt. Auch wurden Überlegungen für Kriterien zur Aufnahme neuer VIAF-Mitglieder angestellt. Daneben wurden Datenschutzfragen und die Möglichkeit, VIAF noch stärker bekannt zu machen, angesprochen.

11 National Libraries Section (Sektion Nationalbibliotheken)

Deutsches Mitglied im Ständigen Ausschuss der Sektion: Renate Gömpel (2013–2017, Deutsche Nationalbibliothek)

Website der Sektion: http://www.ifla.org/national-libraries

Die Sektion befasst sich mit der gesamten Bandbreite von Aufgaben der Nationalbibliotheken. Sie arbeitet eng mit der Conference of Directors of National Libraries (CDNL) zusammen und unterstützt die National Information and Library Policy (NILP) Special Interest Group sowie die National Organizations and International Relations (NOIR) Special Interest Group der IFLA.

Zur neuen Vorsitzenden wurde Monica Rizzo Soares Pinto, Direktorin des Reference and Diffusion Center der National Library Foundation in Brasilien, zum Sekretär Roger Josevold, stellvertretender Direktor der Nationalbibliothek in Norwegen, gewählt. Als Information Coordinator wurde Melita Ambrožič von der National and University Library Ljubljana, Slowenien, bestätigt.

Für ausgiebige Diskussionen in den Sitzungen des Ausschusses sorgte ein erster Entwurf zu den derzeitigen Funktionen, Aufgaben und Rollen der Nationalbibliotheken („Guidelines for National Libraries“). Dazu wurden bisher die Gesetze sowie die Mission Statements der Nationalbibliotheken ausgewertet, soweit sie in englischer Sprache vorliegen. Das Papier wird weiter ausgebaut. Um einen größeren Rücklauf zu erreichen, sollen die Nationalbibliotheken über die CDNL angeschrieben werden. Alle Nationalbibliotheken werden gebeten, eine kurze Beschreibung ihrer Aufgaben und deren Umsetzung zu formulieren. Das Papier soll als Leitfaden (Framework) für Nationalbibliotheken dienen, vor allem in den Ländern, die noch keine Nationalbibliothek haben. Laut dem Vorsitzenden der Conference of Directors of National Libraries (CDNL) besitzen von 194 Ländern weltweit 187 eine Nationalbibliothek. Außerdem werden die Wikipedia-Seiten der Nationalbibliotheken entsprechend aktualisiert.

Im offenen Programm der Sektion mit dem Titel „Digital collection strategies at National Libraries: challenges and opportunities“ am 22. August 2013 wurden insgesamt fünf Vorträge gehalten: Caroline Brazier von der British Library hielt die Keynote „Born.digital@British.Library: the opportunities and challenges of implementing a digital collection development strategy31 . Ausgehend von der neuen Pflichtexemplar-Gesetzgebung im Vereinigten Königreich, das sich seit April 2013 auch auf nicht gedruckte Veröffentlichungen bezieht, beschrieb sie die jüngsten Entwicklungen zu den Bestandsaufbaustrategien der British Library, um zu zeigen, wie die weltweit größte Forschungsbibliothek den Wandel zur digitalen Sammlung vollzieht. Dabei ging sie auch darauf ein, wie die Veränderungen die Überlegungen zu künftigen Dienstleistungen beeinflussen und auch, dass der neue Schwerpunkt auf digitale Ressourcen auch grundlegende Änderungen beim Wissen und bei den Fähigkeiten des Personals notwendig macht. Toshiyuki Yamada von der National Diet Library in Tokyo stellte in seinem Vortrag „Digital collection strategies at the National Diet Library32 die Strategien bei der Sammlung digitaler Ressourcen seiner Institution vor, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts mit der Digitalisierung alter und seltener urheberrechtsfreier Publikationen begonnen wurde. Im Anschluss daran berichtete Chris Tang vom National Library Board Singapur in seinem Beitrag „Acquiring, organising and providing access to digital content: The Singapore Memory Project experience33 von den Erfahrungen dieses nationalen Projekts im Umgang mit den digitalen Inhalten. Ein weiterer Beitrag „Legal and technical difficulties of web archival in Singapore34 von Johnny Antonio Pabón Cadavid (Victoria University of Wellington, New Zealand), Johnkhan Sathik Basha und Gandhimani Kaleeswaran (Nanyang Technological University, Singapore) beschäftigte sich speziell mit den technischen und juristischen Fallstricken bei der Archivierung von Websites. Die Web-Archivierung in der Nationalbibliothek von Singapur ist eine der Säulen bei der Bewahrung des nationalen digitalen Kulturerbes. Die Bibliothek hatte 2006 damit begonnen, das Web Archive Singapore (WAS) aufzubauen. Mit den Überlegungen von Jerker Rydén von der Kungliga biblioteket in Stockholm, ob der digitale Zugang zum Wissen angesichts der restriktiven Urheberrechts- und Lizenzgesetzgebungen überhaupt zu erreichen ist („Legal restrictions and the digital library – is digital access to knowledge achievable?35 ), konnte die Veranstaltung den Bogen von den praktischen Problemen bei der Sammlung von digitalen Ressourcen hin zu grundsätzlichen Fragen schlagen, die letztlich für alle Akteure weltweit die gleichen sind.

11.1 Conference of Directors of National Libraries (CDNL)

Am 20. August 2013 fand im Rahmen des IFLA-Kongresses die jährliche CDNL-Konferenz statt, an der ca. 90 Direktorinnen und Direktoren von Nationalbibliotheken aus 55 Ländern teilnahmen. Die CDNL ist weltweit in Regionen organisiert. Höhepunkt 2013 war die Gründung der Conference of African National Libraries im Juli 2013 in Pretoria, Südafrika, wozu die CDNL während der IFLA-Konferenz in Durban 2007 den Anstoß gegeben hatte.

Ablauf und Vorträge der Konferenz siehe http://www.cdnl.info/index.php?option=com_content&view=article&id=125&Itemid=64.

12 Core Activity Preservation and Conservation (PAC) und Preservation and Conservation Section (Sektion Bestandserhaltung und Konservierung)

Deutsches Mitglied im Ständigen Ausschuss der Sektion: Reinhard Altenhöner (2011–2015, Deutsche Nationalbibliothek)

Website der Sektion: http://www.ifla.org/preservation-and-conservation

Für die IFLA bildet die Bestandserhaltung eines ihrer zentralen Aktionsfelder. Vielfältige Aktivitäten, nicht nur auf der Ebene einer einzelnen Sektion, sondern auch kontinuierliche Initiativen, wie die nach dem schweren Erdbeben auf Haiti Anfang 2010 eingerichteten Schulungen vor Ort, drücken dieses Interesse aus, konzeptionell zusammengefasst in der Key Initiative Cultural Heritage Disaster Reconstruction Programme, die im vergangenen Jahr gegründet wurde. Ein weiterer operativer Schwerpunkt lag in den vergangenen Jahren in der sog. „core activity“ „Strategic Programme on Preservation and Conservation (PAC)“. Diese schon 1984 gegründete Initiative ist als Netzwerk mit rund einem Dutzend Regionalbüros weltweit organisiert und wird von der französischen Nationalbibliothek koordiniert. Hauptaufgabe neben der Öffentlichkeitsarbeit ist die Koordination von Trainingsmaßnahmen und die Förderung des (fachlichen) Austauschs. Unterstützt wird die Arbeit der Core Activity durch ein Advisory Board, dessen diesjährige Sitzung hauptsächlich von der Entscheidung der französischen Nationalbibliothek bestimmt war, ihr herausgehobenes Engagement für die Core-Initiative zu beenden. Grund dafür sind die starken Budgetkürzungen, die die Bibliothek abzufangen hat. Die Tatsache, dass aus dem Kreis der internationalen PAC-Vertreter viele aus Budgetgründen nicht kommen konnten, zeigt, dass die französische Nationalbibliothek mit diesem Problem nicht alleine steht. In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass eine einfache Nachfolgelösung durch Übergabe der Aufgabe an eine andere Einrichtung nicht möglich sein wird – diese Einrichtung konnte nicht gefunden werden. Auf der anderen Seite wird auch von der Gruppe der regional agierenden Zentren, die zumeist an den jeweiligen Nationalbibliotheken angesiedelt sind, die zentrale Koordination dringend gewünscht. Die zentral erstellten Publikationen und hier ganz besonders der noch immer gedruckt erscheinende International Preservation Newsletter (IPN), der allerdings auch in digitaler Form zur Verfügung steht, werden als unverzichtbar angesehen.

In der Bilanzierung der Arbeit und Überlegungen zum weiteren Bedarf erwiesen sich folgende Aspekte als relevant: Schwerpunkt der Arbeit von PAC war das traditionelle Kulturerbe, dessen Erhalt insbesondere über eine umfassende und fachlich versierte Prävention zu vertretbarem Aufwand sichergestellt werden kann. Dieser Fokus, gepaart mit dem Management von Katastrophenfällen, ist nach wie vor von hoher Relevanz, wie beispielsweise die Ereignisse in Mali zeigen.

Ein weiterer Schwerpunkt (auch für IFLA selbst) wird in der internationalen Zusammenarbeit mit der UNESCO gesehen, z.B. bei der Vancouver-Konferenz (s.u.), in der spartenübergreifenden Zusammenarbeit sowie bei der Erarbeitung von Best Practices. Die Sitzung wurde begleitet von der IFLA-Führungsebene, die ihre Absicht verdeutlichte, die Core Activity in jedem Fall fortzuführen. Gerade die breite Themenstreuung und die vielen unterschiedlichen Partner werden als Vorteil gesehen. Daher bietet die IFLA-Zentrale zunächst interimistisch an, die Core Activity zu übernehmen und weiterzuführen, perspektivisch auch mit gesondertem Personal. Allerdings soll hierzu vorab ein Interessensbekundungsverfahren laufen, aus dem die Anforderungen an IFLA deutlich werden. Eine entsprechende Vorlage wird öffentlich gestellt und kann bis in den November hinein kommentiert werden; im Dezember wird IFLA entscheiden.

Ein weiterer Punkt der Agenda war die überwiegend Ereignis-getriebene Arbeit in den regionalen Zentren, so z.B. in Japan. Gleichzeitig wurde über besondere Entwicklungen informiert, etwa die Reorganisation in der australischen Nationalbibliothek, die nun in der Leitungsebene der Bibliothek verankert wurde und dort die „analoge“ und die digitale Bestandserhaltung zusammenführt.

Die von der Core Initiative organisierte öffentliche Veranstaltung zum Thema „Cultural heritage preservation in Asia: Innovation in cooperation“ war gut besucht und bot einen Überblick zu verschiedenen Themen. Bislang eher einen interessanten Ansatz denn eine konkrete Erfahrung bildet die Kooperation der Nationalbibliotheken von China und Neuseeland zur Digitalen Langzeitarchivierung, die von den Direktoren Bill MacNaught und Sun Yigang vorgestellt wurde und sehr ambitionierte Absichten dokumentiert. Beiträge zum großen Erdbeben in Japan und zu den weiteren Plänen der World Digital Library in Asien rundeten die Veranstaltung ab, die die thematische Abdeckung der Bestandserhaltung sehr weit auffasste.

Auch das Business Meeting der Sektion Preservation and Conservation stand stark unter dem Vorzeichen der Überlegungen zur Zukunft der Core Activity; dagegen traten die organisatorischen Aspekte der Sektion in den Hintergrund (die bisherigen Officers wurden stillschweigend in ihrem Amt bestätigt).

Neue Aspekte ergaben sich in einer emotional und engagiert geführten Diskussion aber nicht; die Überlegungen werden nun in einer Ad-hoc-AG weitergeführt. Für den nächsten IFLA-Weltkongress wurden eine Veranstaltung zum Thema E-Books (gemeinsam mit anderen Sektionen) sowie eine weitere zum Thema Gebäudemanagement und Desaster-Vermeidung, insbesondere auch bei Umzügen, vereinbart.

Ein weiteres grundsätzliches Thema der Sektion ist der professionelle Umgang mit Notfällen. Über das immer noch laufende Ausbildungsprojekt mit Haiti, den dort erreichten Stand (u.a. noch immer Schadenserhebungen) und die Schwierigkeiten vor Ort wurden in einer eigenen Veranstaltung berichtet. Überlegungen, am Rande der nächsten IFLA-Konferenz eine zusätzliche Veranstaltung im Rahmen des erweiterten Programms anzubieten (Satellite Meeting), sind noch in der Diskussion, können aber nach Auskunft der IFLA-Zentrale außerhalb der Fristen noch nachgereicht werden.

Öffentliches Hauptereignis der Sektion war eine vierstündige Veranstaltung zum Thema „Preserving for the future: Integrating physical and digital preservation“, die zusammen mit den Sektionen Information Technology, Rare Books and Manuscripts sowie den Library and Research Services for Parliaments veranstaltet wurde.36

In seinem einleitenden Beitrag legte Arthur Tennøe von der Nationalbibliothek Norwegens dar, warum die Relevanz dieses Themas zunimmt: Angesichts knapper Budgets geraten analoge und digitale Bestandserhaltung miteinander in Konkurrenz, wobei die Digitalisierung häufig als „Gegenspieler“ zur konservierenden Bestandserhaltung gesehen wird. Verschiedene Arbeitsstränge vor allem organisatorisch in einer Einrichtung enger zu verknüpfen, war der Ansatz im Beitrag von Reinhard Altenhöner von der Deutschen Nationalbibliothek zum Thema „Preservation and conservation as an integrated process in the German National Library: Status quo and outlook37 . Die zentrale Verankerung der Aufgabe Bestandserhaltung eröffnet neue Potenziale für eine bessere Vernetzung der unterschiedlichen Aktivitäten. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass auch in anderen Bibliotheken vergleichbare Überlegungen in der Umsetzung sind. Eher von der traditionellen Bestandserhaltung und Restaurierung herkommend, beschrieb Philippe Vallas von der französischen Nationalbibliothek unter dem Titel „Integrating physical preservation and digitization: a currently effective process in the French National Library38 deren Ansatz. Die Digitalisierung zehrt in der Bibliothek zusehends die Mittel für Restaurierungen und bestandsbezogene Erhaltungsmaßnahmen auf, auf der anderen Seite sorgen die im Arbeitsablauf der eigentlichen Digitalisierung vorgeschalteten Arbeiten, wie die bibliografische Aufbereitung und die physische Sichtung, für eine verbesserte Situation auch der traditionellen physischen Bestandserhaltung; z.B. werden an die Digitalisierung Entsäuerungsmaßnahmen angedockt. Für die Mitarbeiter führen diese Veränderungen zu einem veränderten Einsatzprofil, dessen Entstehung begleitet und unterstützt werden muss.

Heather Brown von der Artlab Australia & State Library of South Australia stellte zur Bedeutung und zur möglichen Rolle unter dem aus einer Erzählung von J. Sax entlehnten Titel „Seeing the whole elephant: an integrated approach to managing preservation“ 39 ihre eher konzeptionell denn praktisch geprägten Überlegungen zur Zukunft der Bestandserhaltung vor, die sich aus ihrer Zusammenarbeit mit Ross Harvey von der RMIT University, Melbourne, ergeben haben. Ihr Votum für eine integrierte Gesamtsicht, die auf einer methodisch stringenten Analyse aller vorhandenen Aktivitäten basiert, scheint dazu geeignet, ein verknüpftes Rahmenwerk zu schaffen, mit dem aktuelle Anforderungen bedient werden können. Über das Papier hinaus kündigte Brown die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse an.

Einen thematischen Sprung stellte die Präsentation des von der US-amerikanischen National Science Foundation geförderten Projekts „Chronicles in preservation: Preserving digital news and newspapers40 dar, das Frederick Zarndt aus den USA präsentierte. Hier geht es vor allem um die verteilte digitale Langzeitarchivierung, allerdings steht das Projekt noch am Anfang. Einen konkreten Use Case stellten Pat Beament und Lee Blackford von der State Library of Western Australia, Perth, Western Australia, vor. In ihrem Beitrag „The Oral History Records Rescue Group (OHRRG) Digitisation Project at the State Library of Western Australia41 präsentierten sie ein großes Projekt zur Migration historischer Tonaufnahmen, seine Schwierigkeiten und Erfolge, die sich allesamt als „lessons learned“ für den Bereich der Audioarchive nachnutzen lassen. Ähnlich granular, aber in einem völlig anderen Kontext, dokumentierte Maria Sorjonen von der Nationalbibliothek Finnlands das Zusammenwirken verschiedenster Experten bei der computergestützten Zusammenfügung von Handschriftenfragmenten.42 Rie Nagasaki von der japanischen Nationalbibliothek schließlich stellte die Bemühungen zum Aufbau eines Digitalen Archivs zum „Great East Japan Earthquake“ vor.43 Trotz der hohen Priorität, die das Projekt national genießt, kämpfen die Macher insbesondere mit rechtlichen Fragen bei der Bereitstellung von Material (z.B. bei mit dem Handy aufgenommenen Video-Clips).

Insgesamt erwies sich die Veranstaltung als vergleichsweise gut besuchte und anregende Veranstaltung, die zwar unter der Gesamtlänge von vier Stunden etwas litt, aber doch einige weiterführende Diskussionen und Einsichten ergab. Deutlich wurde, dass die Bestandserhaltung – insbesondere unter organisatorischen Aspekten – in vielen Einrichtungen derzeit neu aufgestellt wird und einen höheren Stellenwert erhält.

Auch die IFLA-Präsidentin führte eine eigene Veranstaltung mit Bezug zur Bestandserhaltung durch: Im Mittelpunkt stand hier die Zusammenarbeit mit der UNESCO, die schon eine lange Tradition hat. Schwerpunkt der aktuellen Aktivitäten ist der Folgeprozess nach der Vancouver Deklaration44 , die die nachhaltige Sicherung der Langzeitverfügbarkeit von digitalen Objekten in den Mittelpunkt rückt. Joe Springer, zuständig bei der UNESCO für den Bereich Information und Kommunikation, stellte hier die wesentlichen Eckpunkte vor, die sich vor allem auf die weltweit ausgerichtete Fokussierung der Politik auf das Thema konzentrieren. Die UNESCO bereitet zusammen mit anderen Dachverbänden derzeit weitere Konferenzen und Aktivitäten vor, namentlich die Archivsparte ist hier tätig: Martin Berendse vom Nationalarchiv der Niederlande benannte mögliche Folgeschritte mit dem Ziel einer breiteren Aufmerksamkeit der politischen Öffentlichkeit für das Thema. Sein Beitrag unter dem Titel „Vancouver Declaration, the next steps – an introduction of the Vancouver Declaration roadmap project of IFLA, ICA, the Dutch UNESCO Commission, DEN Foundation and the Dutch Government“ stellte vor allem auf den spartenübergreifenden Ansatz ab und verwies auf eine für Anfang Dezember in Den Haag geplante Zusammenkunft wichtiger politischer Akteure im Bereich Kulturerbe. Mit der Veranstaltung soll u.a. die Industrie als potenter Partner für Aktivitäten rund um die Langzeitverfügbarkeit, aber auch zur Frage der Standardentwicklung und Etablierung im Bereich der Datenformate gewonnen werden. Auf Nachfragen in der Diskussion ergaben sich weitere Ziele, insbesondere in Richtung der politisch Verantwortlichen, die für die Finanzierung entsprechender Fördermaßnahmen in die Pflicht genommen werden sollen. Die Bandbreite der UNESCO-/IFLA-Aktivitäten wurde anschließend verdeutlicht durch einen Überblick zur Situation in Mali, den die IFLA-Beauftragte, die vormalige IFLA-Präsidentin Ellen Tise, gab. Knapp gehaltene Beiträge zum Ausbaustand der World Digital Library von Ismail Serageldin und zur „IFLA Key Initiative“ Cultural Heritage Disaster Reconstruction Programme (Genevieve Clavel) rundeten die Veranstaltung ab.

Die Vielzahl der Beiträge und das breit gefächerte inhaltliche Spektrum zeigen die Relevanz des Themas Bestandserhaltung für die IFLA, die in der Regel gut besuchten öffentlichen Veranstaltungen dokumentieren das hohe Interesse der IFLA-Mitglieder. Es bleibt insofern zu hoffen, dass mit den anstehenden Entscheidungen zur Weiterführung der Core Activity Entscheidungen getroffen werden, die den Aufschwung des Gesamtthemas in der IFLA aus den letzten Jahren in der Zukunft nicht bremsen.

Verzeichnis der Vorträge des IFLA Committee on Standards und der Sektionen Bestandserhaltung und Konservierung, Bibliografie, Katalogisierung, Klassifikation und Indexierung, Informationstechnologie, Nationalbibliotheken sowie des IFLA Committee on Standards und der Conference of Directors of National Libraries

Session 108 – Information Technology Inspiring solutions emerging from open source

  • From OPAC to archive: integrated discovery and digital libraries with open source

    EDMUND BALNAVES (Australian Library & Information Association; Prosentient Systems, Ultimo, Australia)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/79)

  • Content-as-a-service platform with the alfresco open-source enterprise content management system

    KIA SIANG HOCK and WANG ZHI LIANG (National Library Board of Singapore – NLB, Singapore)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/80)

  • Biblioteca Digital del Patrimonio Iberoamericano: open source technology in the service of a major cooperative project

    JOSÉ LUIS BUEREN GÓMEZ-ACEBO (National Library, Madrid, Spain)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/78)

  • Virtual libraries in research funding agencies: an open source approach to disseminate information to faculty, research teams and civil society

    DIEGO F. UCHA, GUILHERME G. MOREIRA, ROSALY F. KRZYZANOWSKI and INES MARIA DE MORAIS IMPERATRIZ (Sao Paulo Research Foundation – FAPESP, Sao Paulo, SP, Brazil)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/82)

  • Building an open source, mobile optimized, crowd-source translation tool for literacy engagement in rural Kenya

    EVVIVA WEINRAUB-LAJOIE (Emerging Technologies & Services, Oregon State University Libraries & Press, Corvallis, OR, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/81)

Session 112 – Classification and Indexing Subject access: Infinite possibilities Track 5: Ideas, innovations, anticipating the new

  • Classification of web resources using user generated terms

    MARGARET E.I. KIPP, SOOHYUNG JOO and INKYUNG CHOI (University of Wisconsin-Milwaukee, Milwaukee, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/186)

  • Genre Terms – completing subject access in the Deutsche Nationalbibliothek

    ULRIKE JUNGER (Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt/Main – Leipzig, Germany)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/184)

  • An ontology based fully automatic document classification system using an existing semi-automatic system

    CHAAMINDA MANJULA WIJEWICKREMA (Sabaragamuwa University of Sri Lanka, Belihuloya, Sri Lanka) and RUWAN GAMAGE (National Institute of Library and Information Sciences, University of Colombo, Colombo, Sri Lanka)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/159)

  • Classification of keywords selected from research articles on physics and development of a quantitative subject access tool

    BIDYARTHI DUTTA (Vidyasagar University, Midnapore, India), KRISHNAPADA MAJUMDER (Dept. of Library & Information Science Jadavpur University, Kolkata, India) and BIMAL KANTI SEN (New Delhi, India)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/164)

Session 124 – Audiovisual and Multimedia with Cataloguing Macro and micro – ways through the maze. How new methods of indexing and cataloguing can complement traditional cataloguing for audiovisual and multimedia Track 4: Tools and techniques

  • Keynote: Opening up access to multimedia content

    ADAM FARQUHAR (British Library, London, United Kingdom)

  • Keynote 2: Increasing functionality and usage of video so it may gain its rightful place in the academy

    STEPHEN RHIND-TUTT (Alexander Street Press, USA)

  • TIB’s portal for audiovisual media: new ways of indexing and retrieval

    JANNA NEUMANN and MARGRET PLANK (German National Library of Science and Technology, Hanover, Germany)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/92)

  • Ontology based framework for real-time audiovisual art

    CANAN HASTIK, ARND STEINMETZ and BERNHARD THULL (University of Applied Sciences, Darmstadt, Germany)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/87)

  • Building a sustainable metadata workflow for audio-visual resources: University of Illinois Library’s Medusa Digital Preservation Repository

    RYAN EDGE and MYUNG-JA HAN (University of Illinois at Urbana-Champaign, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/94)

  • Learning from the SCI-Arc Media Achieve

    KEVIN MCHANON (Southern California Institute of Architecture Media Archive, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/90)

Session 143 – Bibliography Opening up the bibliography for the future

  • The Indian National Bibliography: Today and tomorrow

    SHAHINA P. AHAS and SWAPNA BANERJEE (Central Reference Library, Kolkata, India)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/119

  • Future National Bibliography of the Islamic Republic of Iran: The users’ perspective

    AFSANEH TEYMOURIKHAN and SAEEDEH AKBARI-DARYAN (National Library and Archives of Islamic Republic of Iran, Teheran, Iran)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/124)

  • The Danish scenario: taking Danish National Bibliography reuse to the next level

    CARSTEN H. ANDERSEN (DBC, Copenhagen, Denmark)

    http://de.slideshare.net/DanskBiblioteksCenter/next-library-oclcdbcsessioncarsten-andersendbc

  • Opening up the bibliographies for the future – a collaborative research-driven model for bibliographies

    HEGE STENSRUD HØSØIEN and IRENE HOLE (National Library of Norway, Oslo, Norway)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/120)

  • NABOB, the National Bibliography for Botswana: History, present state and perspective for development

    VIOLET CHINA RADIPORO (University of Botswana Library, Gaborone, Botswana)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/123)

Session 146 – Information Technology with Preservation and Conservation, Rare Books and Manuscripts and Library and Research Services for Parliaments Preserving for the future: Integrating physical and digital preservation Track 2: Policy, strategy and advocacy

  • Introduction by chair: Preserving for the future: Integrating physical and digital preservation

    ARTHUR TENNØE (National Library of Norway, Oslo, Norway)

  • Preservation and conservation as an integrated process in the German National Library: Status quo and outlook

    REINHARD ALTENHOENER (German National Library, Frankfurt, Germany)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/247)

  • Seeing the whole elephant: an integrated approach to managing preservation

    HEATHER BROWN (Artlab Australia & State Library of South Australia, Adelaide, Australia) and ROSS HARVEY (RMIT University, Melbourne, Australia)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/246)

  • Chronicles in preservation: Preserving digital news and newspapers

    NICK KRABBENHOEFT, KATHERINE SKINNER, MATT SCHULTZ (Educopia Institute, Atlanta GA, USA) and FREDRIK ZARNDT (Global Connexions, Coronado, CA, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/242)

  • Integrating physical preservation and digitization: a currently effective process in the French National Library

    PHILIPPE VALLAS (Bibliothèque nationale de France, Paris, France)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/241)

  • The Oral History Records Rescue Group (OHRRG) Digitisation Project at the State Library of Western Australia

    PAT BEAMENT and LEE BLACKFORD (State Library of Western Australia, Perth, Western Australia)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/244)

  • Parchment fragments, Co-operation and Complementarity – a case study

    MARIA SORJONEN (National Library of Finland, Helsinki, Finland)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/267)

  • National Diet Library’s efforts to build the Great East Japan Earthquake Archive and its current status

    RIE NAGASAKI (National Diet Library, Tokyo, Japan)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/243)

Session 177 – Committee on Standards Future standards: infinite possibilities Track 2: Policy, strategy and advocacy

  • Improving practices. Statistical standards in global libraries

    TORD HØIVIK (LATINA Lab, Oslo and Akershus University College, Oslo, Norway)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/229)

  • Best practices of the DAISY standards in Korea -LG Sangnam library’s service for the print disabled

    HYE-YEON HANN, YOON-SEOK JEONG and WON-HONG JANG (LG Sangnam Library, Seoul, South Korea)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/251)

  • Beyond a quality service: strengthening the social fabric. Standards and guidelines for Australian public libraries

    JAN RICHARDS (Australian Library and Information Association, Kingston ACT, Australia)

  • Translating Standards into actions: a case study on implementation and training

    MARY ELLEN K. DAVIS (Association of College & Research Libraries, Chicago, USA) and LISA JANICKE HINCHLIFFE (University of Illinois at Urbana-Champaign, Urbana, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/238)

  • The ALTO editorial board: Collaboration and cooperation across borders

    FREDERICK ZARNDT (Consultant, Coronado CA, USA), JOACHIM BAUER (Hamburg Germany), MARKUS ENDERS (British Library, London, United Kingdom), BRIAN GEIGER (University of California Riverside, Riverside CA, USA), KIA SIANG HOCK (Singapore National Library Board, Singapore), JUKKA KERVINEN (National Library of Finland, Mikkeli, Finland), EVELIEN KET (Royal Library, The Hague, Netherlands), JEAN-PHILIPPE MOREUX (Bibliothèque nationale de France, Paris France) and NATE TRAIL (Library of Congress, Washington DC, USA)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/265)

Session 188 – Preservation and Conservation Programme (PAC) Core Activity From paper preservation to digital preservation: innovations in Asia Track 1: Open access and digital resources

  • Introduction: Challenges of cooperation in Preservation in Asia

    CHRISTIANE BARYLA (Director, IFLA PAC, Paris, France)

  • Preserving the digital culture of two nations: National Library of New Zealand and National Library of China work towards a shared perspective on digital preservation

    BILL MACNAUGHT (National Library of New Zealand, Wellington, New Zealand) and SUN YIGANG (National Library of China, Beijing, China)

  • World Digital Library in Asia

    JOHN VAN OUDENAREN (World Digital Library, The Library of Congress, Washington, USA)

  • Progress of collaboration in disaster preparedness for cultural properties after the Great East Japan Earthquake

    NAOKO KOBAYASHI (IFLA PAC Regional Director, PACASIA & National Diet Library, Tokyo, Japan Japan)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/256)

Session 198 – National Libraries Digital collection strategies at National Libraries: challenges and opportunities Track 1: Open access and digital resources

  • Keynote: Born.digital@British.Library: the opportunities and challenges of implementing a digital collection development strategy

    CAROLINE BRAZIER (The British Library, London, United Kingdom)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/222)

  • Digital collection strategies at the National Diet Library

    TOSHIYUKI YAMADA (The National Diet Library, Tokyo, Japan)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/218)

  • Acquiring, organising and providing access to digital content: The Singapore Memory Project experience

    CHRIS TANG (National Library of Singapore, National Library Board, Singapore)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/214)

  • Legal and technical difficulties of web archival in Singapore

    JHONNY ANTONIO PABÓN CADAVID (Victoria University of Wellington, New Zealand), JOHNKHAN SATHIK BASHA and GANDHIMANI KALEESWARAN (Nanyang Technological University, Singapore)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/217)

  • Legal restrictions and the digital library – is digital access to knowledge achievable?

    JERKER RYDÉN (The National Library of Sweden, Stockholm, Sweden)

    (http://library.ifla.org/id/eprint/223)

Kontakt:

Susanne Oehlschläger

Email: s.oehlschlaeger@dnb.de

Footnotes

  • http://trends.ifla.org [Zugriff, auch bei allen folgenden Links: 14. Oktober 2013]. 

  • http://library.ifla.org/. 

  • http://blogs.tib-hannover.de/tib/2013/09/05/gelungene-premiere-auf-der-ifla-2013-in-singapur-deutsche-bibliotheken-stellen-sich-gemeinsam-vor/. 

  • https://joinup.ec.europa.eu/asset/adms/description. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/156. 

  • http://d-nb.info/995096457. 

  • http://www.ifla.org/node/7646. 

  • http://www.ifla.org/en/node/2216. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/119. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/124. 

  • http://de.slideshare.net/DanskBiblioteksCenter/next-library-oclcdbcsessioncarsten-andersendbc. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/120. 

  • http://www.ifla.org/publications/statement-of-international-cataloguing-principles. 

  • http://www.ifla.org/files/assets/cataloguing/reports/meeting_2012.pdf. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/92. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/87. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/94. 

  • http://www.ifla.org/files/assets/cataloguing/frad/frad_2013.pdf. 

  • http://www.issn.org/files/issn/technicals/PRESSoo_01.pdf. 

  • http://www.ifla.org/files/assets/cataloguing/isbd/isbd-cons_20110321.pdf. 

  • http://www.ifla.org/files/assets/cataloguing/isbdrg/isbd-xml-activities_2012–2013.pdf. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/186. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/159. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/184. 

  • http://www.ifla.org/it/conferences. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/79. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/80. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/82. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/78. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/81. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/222. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/218. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/214. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/217. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/223. 

  • Die Darstellung hier folgt nicht dem Ablauf der Veranstaltung. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/247. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/241. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/246. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/242. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/244. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/267. 

  • http://library.ifla.org/id/eprint/243. 

  • http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/CI/CI/pdf/mow/unesco_ubc_vancouver_declaration_en.pdf. 

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Published Online: 2013-12-05

Published in Print: 2013-12-18


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 47, Issue 12, Pages 891–930, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0103.

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© 2013 by Walter de Gruyter Berlin Boston. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License. BY-NC-ND 3.0

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