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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 47, Issue 2

Issues

arXiv-Workshop in der TIB

Published Online: 2013-02-14 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0017

arXiv-Workshop in der TIB

TIB stellte aktuellen Projektstand und ihre Aufgaben als nationale arXiv-Kontaktstelle vor.

Hannover, 30. November 2012 – 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – vornehmlich Bibliothekarinnen und Bibliothekare, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – besuchten am 20. November 2012, den arXiv-Workshop an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover.

Die Open-Access-Plattform arXiv, die den wissenschaftlichen Informationsaustausch revolutioniert hat, ist als schnelles Kommunikationsmedium für die Physik und verwandte Fachgebiete nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts arXiv-DH begleitet die TIB die Cornell University Library (Ithaca, USA) bei der Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells zur kooperativen Finanzierung der Open-Access-Plattform arXiv. Die TIB wirkt für die deutschen Partner (deutsche Universitäten, Max-Planck-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren) in internationalen Gremien mit. Als nationale arXiv-Kontaktstelle übernimmt die TIB die Rolle als Koordinatorin.

Der Workshop informierte die deutschen arXiv-Nutzer und -Nutzerinnen über den aktuellen Stand der Entwicklungen bei arXiv, über Finanzierungsmodelle und über die Rolle und die Aufgaben der TIB als nationaler arXiv-Kontaktstelle: Vorgestellt wurde in dem Workshop das neue Membership Program von arXiv sowie dessen Umsetzung in Deutschland. Nach diesem Modell steuern die 23 deutschen Universitäten unter den Top 200-Institutionen zur Finanzierung von arXiv einen Gesamtbeitrag in Höhe von circa 50 000,– US-Dollar (circa 40 000,– Euro) bei. Die TIB hat diesen Betrag in ihrer mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2013 bis 2017 in ihrem Erwerbungsbudget eingestellt, so dass die Finanzierung des Beitrags der deutschen Universitäten sichergestellt ist. Mit Übernahme der Finanzierungsmaßnahme durch die TIB wird vermieden, dass die Kosten des Verwaltungsaufwands einer dezentralen Bereitstellung den zu zahlenden Betrag übersteigen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops haben das Engagement der TIB zur Zukunftssicherung von arXiv begrüßt: Neben der zentralen Finanzierung des Anteils der deutschen Universitäten und ihrer Vertretung im arXiv Member Advisory Board durch die TIB wurde die Etablierung einer nationalen arXiv-Kontaktstelle an der TIB unterstützt. Auch in Zukunft soll es regelmäßige Informationen und einen kontinuierlichen Austausch zu arXiv geben.

Erschließung mittelalterlicher Handschriften in der ULB Düsseldorf

Den Kern des historischen Bestands der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Düsseldorf bilden über 400 mittelalterliche Handschriften. Sie datieren vom zweiten Viertel des 8. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts und sind überwiegend niederrheinischer Provenienz. Der Bestand liefert hervorragendes Quellenmaterial für die Erforschung der Stadt- und Landesgeschichte sowie der in nationale und internationale Kontexte eingebetteten Kultur-, Sozial- und Sprachgeschichte. Zu den Spitzenstücken zählen unter anderem Kodizes aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Ludger in Werden, dem Kanonissenstift Essen, dem Frauenkloster Paradiese bei Soest und den Kreuzherrenkonventen Marienfrede und Düsseldorf. Die Erschließung der Objekte wird seit 1998 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Als Ergebnis des Projekts ist – nach den Bänden 1 (2005) und 2 (2011) – nun Band 3 des Handschriftenkatalogs erschienen.

Der Katalog präsentiert die Ergebnisse der Erschließungsarbeiten an den zur Signaturengruppe C (Liturgie, Hagiographie, Paraliturgie, Schriften zur Ordensgeschichte) gehörenden mittelalterlichen Handschriften. Der Band enthält Beschreibungen zu 136 Einzelhandschriften, eine Einleitung in den beschriebenen Bestand, ein Literaturverzeichnis und einen umfassenden Registerteil.

Die beschriebenen Kodizes sind überwiegend als Säkularisationsgut nach Düsseldorf gelangt und stammen größtenteils aus niederrheinischen und westfälischen Klöstern. Umfangreiche Bestände der Signaturengruppe C stammen aus den Kreuzherrenkonventen Marienfrede bei Wesel und Düsseldorf und den Zisterzienserabteien Altenberg im Bergischen Land und Heisterbach im Siebengebirge. Bemerkenswert ist, dass mit der Signaturengruppe C eine beachtliche Anzahl volkssprachiger Texte präsentiert wird.

Die Benutzung der empfindlichen Originale kann durch die im Katalog vorgenommenen wissenschaftlichen Ausführungen gegebenenfalls vermieden werden. Die in den „Digitalen Sammlungen“ der ULB im Aufbau befindliche Präsentation der Handschriften als Volldigitalisate unterstützt den Substanzerhalt ebenfalls:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/nav/classification/507874.

Bibliographische Angaben:

Die mittelalterlichen Handschriften der Signaturengruppe C in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Beschrieben von Agata Mazurek. Hrsg. von Irmgard Siebert u. Gabriele Dreis. Wiesbaden: Harrassowitz, 2012. ISBN: 978-3-447-06724-9

Preis: 168,– Euro, Bezug über den Buchhandel

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ – Thüringer Familienministerin Heike Taubert überreicht Lesestart-Set in Kinderarztpraxis in Greiz

Mainz/Greiz, 3. Dezember 2012. Mit der Übergabe von Lesestart-Sets an drei Familien machte die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert, in einer Kinderarztpraxis in Greiz auf die frühkindliche Leseförderinitiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ aufmerksam. Die vom Bundesbildungsministerium finanzierte und von der Stiftung Lesen durchgeführte bundesweite Initiative will Eltern zum Vorlesen motivieren und so mehr Kinder zum Lesen bringen und ihre Bildungschancen konkret und nachhaltig verbessern. Dazu werden zwischen Ende 2011 und 2018 bundesweit insgesamt 4,5 Millionen Lesestart-Sets in drei Phasen in Kinderarztpraxen, Bibliotheken und Grundschulen an Eltern und Kinder überreicht. Ein Set enthält ein altersgerechtes Buch sowie umfangreiche Informationen und Tipps für Eltern rund ums Vorlesen. Der Fokus der „Lesestart“-Initiative liegt auf Kindern, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen und denen wenig vorgelesen wird.

Seit Beginn der „Lesestart“-Initiative im November 2011 haben bundesweit rund 60 Prozent der Familien mit einjährigen Kindern eines von insgesamt 400 000 Lesestart-Sets erhalten.

In Thüringen wurden mehr als 10 000 Sets von den rund 170 teilnehmenden Kinder- und Jugendärzten, Hausärzten sowie Medizinern in Ämtern und Kliniken überreicht. Ministerin Heike Taubert: „Die ‚Lesestart‘-Initiative ermuntert Eltern zum Vorlesen und vermittelt Kindern so frühzeitig Freude an Sprache, Büchern und am Lesen. Ich freue mich sehr, dass viele Kinder und Familien in Thüringen von den ‚Lesestart‘-Angeboten profitieren können.“ Wie wichtig das Lesen in unserer Gesellschaft ist, betonte Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, während der Set-Übergabe: „Lesen ist die Schlüsselkompetenz für den Erwerb von Bildung. Gleichzeitig wissen wir, dass 7,5 Millionen Erwachsene in unserem Land nicht richtig lesen können. ‚Lesestart‘ leistet einen ganz konkreten Beitrag, diese Zahl langfristig zu senken und die Bildungschancen von Kindern zu stärken.“

Auch im zweiten Jahr der „Lesestart“-Initiative erhalten Eltern mit einjährigen Kindern die Lesestart-Sets bei der U6-Vorsorgeuntersuchung bei den teilnehmenden Kinder- und Jugendärzten. Im November 2013 folgt die zweite „Lesestart“-Phase, in der Familien und ihre dann dreijährigen Kinder ein Lesestart-Folge-Set in der örtlichen Bibliothek erhalten. Das dritte Lesestart-Set gibt es ab 2016 unmittelbar nach dem Schuleintritt. Zu den offiziellen Partnern von „Lesestart“ zählen neben dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die sozialen und kommunalen Spitzenverbände und Einrichtungen sowie die Bibliotheksverbände mit ihren zahlreichen Bibliotheken.

Informationen über das bundesweite frühkindliche Leseförderprogramm sowie eine Übersicht über die in Thüringen teilnehmenden Kinder- und Jugendarztpraxen finden Sie auf www.lesestart.de.

Die Stiftung Lesen ist anerkannter, kompetenter und unabhängiger Partner und Anwalt für das Lesen. Sie fördert Lesekompetenz und Zugänge zum Lesen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Medien. Als operative Stiftung führt sie in enger Zusammenarbeit mit Partnern – Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen – Forschungs- und Modellprojekte sowie breitenwirksame Programme durch. Zu ihren herausragenden Initiativen zählen der jährliche „Bundesweite Vorlesetag“, der „Welttag des Buches“ und „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, ein bundesweites frühkindliches Leseförderprogramm, das vom Bundesbildungsministerium finanziert wird. Zahlreiche Prominente unterstützen die Stiftung als Lesebotschafter. Die Stiftung Lesen wurde 1988 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Kontakt:

Anne Tischer, PR-Managerin

Kommunikation und Public Affairs

Römerwall 40, 55131 Mainz

Tel.: 06131/2 88 90-68

Email: anne.tischer@stiftunglesen.de

www.stiftunglesen.de

SISIS-Anwenderforum Berlin-Brandenburg

28. SISIS Anwenderforum Berlin-Brandenburg

Am 7. 11. 2012, fand in der Alice-Salomon-Hochschule Berlin das 28. SISIS-Anwenderforum Berlin-Brandenburg statt, bei dem 36 Teilnehmer aus 18 Einrichtungen vertreten waren. Im ersten Teil wurde das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten eines Discovery Systems, anschließend die Anwendungen und Services im Rahmen der WorldShare Plattform von OCLC erläutert. WordShare als offene Plattform mit dokumentierten Schnittstellen ist auch für die für die Erstellung von Apps frei zugänglich und bietet damit allen Interessenten die Möglichkeit, ergänzend eigene Anwendungen zu erstellen und sie darüber hinaus über die WorldShare Plattform für die Nachnutzung durch andere Anwender zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss daran zeigte ein „Blick in die Glaskugel“ die mögliche Zukunft der Bibliotheken, der Verbünde und somit auch der Lokal- und Verbundsysteme. Dabei wurden sowohl Cloudlösungen (als Beispiel WMS) als auch Endnutzeranwendungen, wie reine Discovery Services, betrachtet.

Ein weiterer Block beschäftigte sich mit dem bibliothekarischen Regelwerk RDA und seiner Auswirkungen auf die digitale Welt. Das Regelwerk wurde vorgestellt und daraus Forderungen seitens der Bibliotheken hinsichtlich der Abbildung bzw. Verknüpfung von Entitäten und Beziehungen in den Lokalsystemen beim Endanwender abgeleitet. Ein Teil davon steht heute bereits zur Verfügung, für einige weitere sind Fortentwicklungen geplant.

Ein letzter Schwerpunkt war datenschutzrechtlichen Grundlagen sowie Vorschriften zur Datensicherheit gewidmet. Hierin wurde dargestellt, welche Module der SISIS-Lokalsysteme personenbezogene Daten enthalten (z. B. Ausleihe, Erwerbung, Systemverwaltung) und eine Bewertung insbesondere der Benutzerdaten im Ausleihmodul/OPAC sowie der Datenaustausch mit der anderen Stellen (z. B. Studierendenverwaltung oder ASP-Dienst) erforderlich machen. Dabei stützen sich die Bibliotheken vor allem auf Satzungen der Berliner und Brandenburgischen Hochschulen zum Datenschutz, die sich aus den einschlägigen Gesetzen speisen.

Abschließend wurde Ulf Damerow (FH Potsdam) zum neuen Vorsitzenden des SISIS-Anwenderforums Berlin-Brandenburg gewählt. Frau Dr. Birgit Zänker wurde für ihre vergangene Tätigkeit als Vorsitzende gedankt.

gez. Dr. Birgit Zänker

Alte Schätze neu entdecken

Karlsruhe – November 2012 – „Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage […]“, mit diesen passenden Worten beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das seit November 2012 als digitale Version der Originalhandschrift zusammen mit weiteren rund 5,5 Mio. digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in der DDB abrufbar ist. Die DDB ermöglicht den zentralen Zugang zu Millionen von digitalisierten Büchern, Archivalien, Gemälden, Skulpturen, Denkmälern bis hin zu Filmen und Musik aus verschiedensten Sammlungen und Beständen von deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen und vernetzt diese miteinander. Damit findet man bei einer Suche unter dem Stichwort „Weihnachtsoratorium“ nicht nur die digitale Version von Bachs Originalpartitur, die von der Staatsbibliothek zu Berlin vorgehalten wird, sondern auch eine historische Tonaufnahme von 1951 auf Schellackplatte, dirigiert von Günther Ramin, dem 12. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach; diese Aufnahme gehört zur Sammlung der SLUB Dresden.

Als technischer Betreiber ist FIZ Karlsruhe für die gesamte IT-Infrastruktur der DDB zuständig. Diese umfasst nicht nur das öffentlich sichtbare Portal, sondern auch Systeme zur Aufbereitung beziehungsweise zur sogenannten Normalisierung der Daten sowie zur Vernetzung der Partner. Die DDB läuft auf zwei redundant ausgelegten System-Strängen in räumlich getrennten Rechenzentren, um den hohen Ansprüchen an Performanz und Verfügbarkeit gerecht zu werden. Durch eine cloud-ähnliche Architektur kann die Leistungsfähigkeit des Systems dynamisch an die Besucherzahlen des Portals angepasst werden. Darüber hinaus unterstützt FIZ Karlsruhe die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen bei der technischen Aufbereitung und Angleichung ihrer sehr heterogenen Daten für die Aufnahme in die DDB und hilft ihnen bei der Registrierung. Mit dieser Kombination aus Technik, Inhalt und Service stellt FIZ Karlsruhe eine robuste Basis für den erfolgreichen Betrieb der DDB bereit. „Die DDB hat nun ein Stadium erreicht, in dem die technischen Prozesse und Abläufe weitestgehend funktionieren und das Portal – wenn auch noch nicht in vollem Funktionsumfang – öffentlich nutzbar ist“, erklärt Matthias Razum, der das Projekt bei FIZ Karlsruhe leitet. „Damit ist das Fundament gelegt, auf dem die DDB in den nächsten Jahren weiter wachsen kann, sowohl was die Inhalte betrifft als auch hinsichtlich der Funktionalität. Wir freuen uns, mit der DDB endlich online zu gehen“, so Matthias Razum weiter, „und von den Besuchern des Portals Rückmeldungen und Anregungen zu erhalten, um gemeinsam mit unseren Partnern den weiteren Ausbau der DDB bedarfsgerecht gestalten zu können.“

Sabine Brünger-Weilandt, die Direktorin und Geschäftsführerin von FIZ Karlsruhe, betont: „Wir sind stolz darauf, als Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur an diesem bedeutenden nationalen, kulturpolitisch- und wissenschaftsrelevanten Vorhaben maßgeblich beteiligt zu sein. Die DDB ist ein anspruchsvolles Beispiel dafür, wie Inhalte, Technologien und Service in einer innovativen Informationsinfrastruktur verschmolzen werden und dabei gleichzeitig höchsten Qualitätsanforderungen genügen. Diesen Anspruch hat FIZ Karlsruhe an alle seine Produkte und Dienstleistungen.“

FIZ Karlsruhe ist seit 35 Jahren einer der erfolgreichsten Player im Informationssektor. Neben der DDB entwickelt und betreibt das Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur weltweit renommierte Datenbank-Services für Wissenschaft und Wirtschaft, mit dem Fokus auf Forschungs- und Patentinformation. Auf Basis der damit verbundenen Erfahrungen und Kompetenzen gehört die Entwicklung von innovativen e-Science-Lösungen für Wissenschaft und Forschung ebenfalls zum Produktportfolio.

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur ist eine gemeinnützige GmbH und hat als eine der größten außeruniversitären Informationsinfrastruktureinrichtungen in Deutschland den öffentlichen Auftrag, Wissenschaft und Forschung – auch in der Wirtschaft – mit wissenschaftlicher Information zu versorgen und entsprechende Produkte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationsinfrastruktur zu entwickeln. Das erklärte Ziel von FIZ Karlsruhe ist es, den nationalen und internationalen Wissenstransfer zu stärken und die Innovationsförderung zu unterstützen.

Die Geschäftsfelder sind:

  • STN International – der weltweit führende Online-Service für wissenschaftlich-technische Forschungs- und Patentinformation

  • KnowEsis – innovative e-Science-Solutions zur disziplinunabhängigen Unterstützung des gesamten Forschungsprozesses (z. B. Forschungsdatenmanagement)

  • Datenbanken und Informationsdienste – Datenbanken und Wissenschaftsportale in den Fachgebieten Mathematik und Informatik, Kristallographie und Chemie sowie Energie.

FIZ Karlsruhe ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, unter deren Dach mehr als 80 Einrichtungen vereint sind, die Forschung betreiben oder wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen.

Weitere Informationen über FIZ Karlsruhe erhalten Sie unter:

FIZ Karlsruhe

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1

76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Tel. 07247 808-0

www.fiz-karlsruhe.de

contact@fiz-karlsruhe.de

DBV-Themendienst Kooperation mit dem Internet-Giganten

So unabwendbar und verlockend diese Entwicklung derzeit ist, so schwierig ist sie für viele Bibliotheken aber auch umzusetzen. Denn das Erstellen der Digitalisate ist aufwändig und teuer. „Die Bibliotheken müssen Finanzierungsmöglichkeiten finden, um die entsprechenden Geräte anzuschaffen, um das nötige Personal einzustellen, um die Infrastrukturen zu schaffen“, sagt Dr. Frank Simon-Ritz, der Direktor der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar und Vorstandsmitglied des Deutschen Bibliotheksverbands e. V. (dbv). Die Digitalisierung der Bestände wird seit 1995 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Es gibt auch Programme auf Länderebene oder private Unterstützer. „Doch wir brauchen dringend eine solide Grundfinanzierung“, meint Simon-Ritz. „Aus Sicht des dbv wären in den kommenden fünf Jahren weitere zehn Millionen Euro aus Bundesmitteln jährlich nötig, um die Bibliotheksbestände angemessen zu digitalisieren.“

Auch bei der Bayerischen Staatsbibliothek kommen finanzielle Mittel für die Digitalisierung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der EU sowie anderen Kooperationspartnern. „Die Bestände bis zum 16. Jahrhundert und die Sondersammlungen zum Beispiel werden überwiegend in unserem eigenen Scan-Zentrum auch durch DFG-finanzierte Projekte digitalisiert“, sagt Klaus Kempf, der Leiter der Digitalisierungsabteilung der BSB. Als erste und bislang einzige Bibliothek in Deutschland nutzt sie für die Mammutaufgabe aber zudem eine Kooperation mit dem Internet-Unternehmen Google Books. In dieser Zusammenarbeit stellt die BSB die Inhalte zur Verfügung. Das Privatunternehmen Google Books übernimmt das Einscannen. „Die Digitalisate nutzen anschließend beide Seiten“, sagt Kempf. „Alles aus dieser Kooperation stellen wir in die Deutsche Digitale Bibliothek ein.“ Hier ist die BSB der mit Abstand größte Lieferant digitaler Texte.

Die DDB wird aus Mitteln von Bund und Ländern finanziert. Für den Aufbau der Infrastruktur hat der Bund acht Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für fünf Jahre ab 2011 haben Bund und Länder 2,6 Millionen Euro jährlich für den Betrieb zugesichert. Sie ist zugleich der deutsche Beitrag zur Europeana. In diese europäische digitale Bibliothek stellen Bibliotheken, Museen und Archive aus mittlerweile 35 europäischen Staaten ihre Schätze ein. Ziel der 2008 gegründeten Europeana ist es, das Wissen des Kontinents überall auf der Welt per Mausklick zugänglich zu machen. „Mittlerweile sind in ihr mehr als 20 Millionen digitale Objekte versammelt“, sagt Kempf. „Mit seinem Beitrag von knapp 3,5 Millionen Objekten ist Deutschland derzeit Spitzenreiter bei diesem europäischen Projekt.“

„Neben der Finanzierung sind die Urheberrechte ein weiteres Problem beim Thema Digitalisierung“, sagt Frank Simon-Ritz aus Weimar. Bislang können fast nur Werke eingescannt werden, bei denen der Autor vor mehr als 70 Jahren verstorben ist. Denn diese sind urheberrechtsfrei. Schwierig ist die Klärung der Rechte, wenn ein Sterbedatum noch nicht so lange zurückliegt oder sich nicht ohne weiteres ermitteln lässt.

Anders ist das etwa bei den jüngeren so genannten vergriffenen und verwaisten Werken. An den vergriffenen Werken besteht in der Regel kein Verwertungsinteresse mehr. Deshalb sind sie im Buchhandel nicht mehr erhältlich. Bei den verwaisten Werken sind die Rechteinhaber unbekannt. „Hunderttausende von ihnen lagern derzeit in Bibliotheken und konnten bislang nicht digitalisiert werden“, sagt Simon-Ritz. Um diese Werke nutzbar zu machen, sei im Einvernehmen mit den Verlagen dringend eine Urheberrechtsnovellierung nötig. Dann könne man die Digitalisierung der Bestände bis ins 20. Jahrhundert ausweiten. „Ein entsprechender Vorschlag der Deutschen Literaturkonferenz e. V. liegt vor“, sagt Simon-Ritz. „Vertreter der Autoren, Verlage, Verwertungsgesellschaften und Bibliotheken haben ihn gemeinsam erarbeitet.“

Immerhin zeichnet sich bei den verwaisten Werken auf europäischer Ebene mittlerweile eine Lösung ab. Nach einem Beschluss des Europaparlaments Mitte September sollen sie künftig für nicht-kommerzielle Zwecke im Internet verwendet werden dürfen. Die Richtlinie muss noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dann kann sie in Kraft treten. Laut Literaturkonferenz könnte eine Regelung für vergriffene Werke auf nationaler Ebene ebenfalls schon jetzt geschaffen werden. Dazu müsse man nicht abwarten, welchen Ausgang das Richtlinienverfahren für die verwaisten Werke auf europäischer Ebene nehme. „Einen solchen Schritt würden wir ausdrücklich begrüßen“, sagt Simon-Ritz.

Ambitioniert setzen sich die Bibliothekare auch beim Thema E-Books ein. Denn immer mehr Medien werden heute elektronisch publiziert. „Auch in diesem Bereich brauchen wir eine dauerhafte urheberrechtliche Regelung, die einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Verlage und denen der Bibliotheken schafft“, sagt Simon-Ritz. Trotz der großen Fortschritte stecke der digitale Wandel noch in den Kinderschuhen. Wenn Bibliotheken auch in Zukunft einen uneingeschränkten öffentlichen Zugang zum kulturellen Angebot schaffen sollten, müssten jetzt nachhaltige Grundlagen dafür geschaffen werden.

AG der Sondersammelgebietsbibliotheken

Beschluss zur langfristigen Archivierung von SSG-Materialien

An die SSG-Bibliotheken wurde die Frage nach der langfristigen Archivierung von SSG-Material gestellt, da dies ein Kriterium für Aussonderungsentscheidungen in anderen Bibliotheken ist. Die AG SSG hat in ihrer Sitzung vom 27. November 2012 dazu die folgende Position beschlossen:

  • 1.

    SSG-Bibliotheken sehen sich in der Pflicht, Material, dass im Rahmen der SSG-Tätigkeit erworben wurde, langfristig in Printform zu archivieren und überregional im Rahmen der Fernleihe und ggf. von Dokumentlieferdiensten zur Verfügung zu stellen. Das gilt unabhängig davon, ob das Material aus SSG-Fördermitteln oder aus Eigenmitteln erworben wurde und ebenfalls unabhängig davon, ob das SSG an der jeweiligen Bibliothek aktuell noch gepflegt wird. Auch bei Vorliegen einer allgemein zugänglichen elektronischen Version (z. B. Nationallizenz) wird die SSG-Bibliothek den Printbestand nicht aussondern.

  • 2.

    Bei Printbeständen, die aufgrund ihres Erhaltungszustandes umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen erforderlich machen, sieht die AG SSG hingegen nicht die Verpflichtung, diese aus Eigenmitteln zu bestreiten. Die SSG-Bibliotheken sind in diesen Fällen bestrebt, diese Materialien (unter Beachtung der urheberrechtlichen Möglichkeiten und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen) zu digitalisieren oder ggf. zu verfilmen.

  • 3.

    Bibliotheken, die Aussonderungsentscheidungen treffen, werden dringend gebeten, zu überprüfen, ob das auszusondernde Material an der aktuellen (!) SSG-Bibliothek vorhanden ist und dieses ggf. zur Lückenergänzung anbieten. Die SSG-Bibliotheken werden die Möglichkeit zur Lückenergänzung in allen Fällen nutzen, in denen das angebotene Material dem Erwerbungsprofil des SSG entspricht. SSG-Bibliotheken, die ein SSG abgegeben bzw. verloren haben, sind hingegen nicht verpflichtet, für das ehemalige SSG Lückenergänzungen vorzunehmen.

Ansprechpartner:

Ralf Depping

USB Köln

Vorsitzender AG SSG

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Published Online: 2013-02-14

Published in Print: 2013-02-01


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 47, Issue 2, Pages 134–143, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0017.

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Bongjune Kim and Hoonsoo Kang
Laser Physics, 2015, Volume 25, Number 4, Page 046001
[2]
Cristiano Nisoli
New Journal of Physics, 2014, Volume 16, Number 11, Page 113049
[3]
Ajay Nath and Utpal Roy
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