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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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ISSN
2194-9646
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Volume 47, Issue 8-9

Issues

Berlin

Katharina Droese
Published Online: 2013-09-06 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0066

Im geltenden Pflichtexemplargesetz (PflExG)1 des Landes Berlin, das die Ablieferungspflicht an die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) regelt, finden sogenannte elektronische Pflichtexemplare derzeit keine Berücksichtigung. Einzige Ausnahme bilden die amtlichen Veröffentlichungen des Landes Berlin, d.h. alle Veröffentlichungen, die von Behörden, Dienststellen und Einrichtungen des Landes sowie von landesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts herausgegeben werden oder in deren Auftrag erscheinen. Deren Ablieferung ist durch den Erlass einer Verordnung zum Berliner Pflichtexemplargesetz vom März 2007, die auch Veröffentlichungen in elektronischer Form mit einschließt,2 gesondert geregelt und erfolgt, abweichend von den sonstigen Berliner Pflichtexemplaren, an die Senatsbibliothek Berlin, die seit 2005 Teil der ZLB ist.3 Die wenigsten der Pflichtdokumente werden jedoch unaufgefordert abgeliefert oder gemeldet, da „die Einräumung eines unentgeltlichen Zugriffs auf die jeweiligen Speichermedien“4 und demzufolge bereits deren kostenfreie Bereitstellung im WWW auch als Ablieferung gilt. Deshalb muss ein Großteil dieser Publikationen mit relativ hohem personellen Aufwand aktiv auf den Webseiten der jeweiligen Einrichtungen ermittelt und „eingesammelt“ werden.

Für die Archivierung der Pflichtdokumente, derzeit ausschließlich pdf-Dateien, nutzt die ZLB einen Dokumentenserver basierend auf der Open-Source-Software OPUS in einem Hosting-Angebot des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV). Bereitstellung, Betrieb und Pflege von Server und Software sowie Datenhaltung und Backup-Routinen zur Datensicherung erfolgen durch die KOBV-Zentrale, während sich die Aktivitäten der ZLB an dieser Stelle im Wesentlichen auf das Einpflegen der Inhalte beschränken. Das Speichern der Dokumente sowie deren Erschließung auf Grundlage der fünfzehn Basiselemente von Dublin Core erfolgt über ein Webformular. Die Definition differenzierter Zugriffsberechtigungen im Sinne eines Rechtemanagements ist in OPUS zwar möglich, spielte aber im Bereich der amtlichen Veröffentlichungen in Berlin bisher keine größere Rolle.

Der bibliographische Nachweis der Pflichtdokumente erfolgt primär im lokalen Bibliothekssystem (aDIS/BMS). Im jeweiligen Titeldatensatz wird der individuelle Uniform Resource Name (URN), der für jedes Dokument in OPUS automatisch generiert wird, in Form eines dauerhaft stabilen Links5 verankert. Neben der Erstellung von reinen Titeldaten im Rahmen der Katalogisierung werden im Bibliothekssystem integrierte Funktionalitäten zu Lieferkontrolle und Mahnung genutzt, um insbesondere bei periodischen Veröffentlichungen den kontinuierlichen Zugang der einzelnen Hefte bzw. Bände sicherzustellen. Periodika werden darüber hinaus auch vollständig in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) erschlossen und nachgewiesen. Die Verlinkung auf die jeweiligen Dokumente erfolgt hier über eine sogenannte Collection-URL, da Periodika in OPUS in hierarchischen Strukturen, bestehend aus Titel- und Jahrgangs-Kollektionen, verwaltet und gespeichert werden.

Neben der Recherche im ZLB-OPAC und überregionalen Katalogen wie beispielsweise dem KVK oder der ZDB können die Dokumente auch direkt über die OPUS-Suchoberfläche via Browsing, Metadaten- und Volltextrecherche sowie über allgemeine Suchmaschinen wie Google aufgefunden werden. Darüber hinaus unterstützt die OPUS-Software das OAI Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH), über das die Metadaten bereitgestellt und durch OAI-Service-Provider wie bspw. BASE6 gesammelt, indexiert und weiterverbreitet werden können.

Footnotes

  • Vgl. Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren (Pflichtexemplargesetzes – PflExG). GVBl. 61 (2005) Nr. 27, S. 414. 

  • Vgl. Verordnung über die Ablieferung amtlicher Veröffentlichungen an Bibliotheken vom 16. 3. 2007. GVBl. 63 (2007) Nr. 10, S. 141, § 1 Abs. 2: „Elektronische amtliche Veröffentlichungen werden nur in dieser Form abgeliefert.“ 

  • Die Senatsbibliothek Berlin war bis zum 31. 12. 2004 nachgeordnete Einrichtung der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Mit Wirkung vom 1. 1. 2005 ist sie in die ZLB eingegliedert worden, wo sie bis heute unter Beibehaltung ihres Namens als Spezialbereich ihren Aufgaben nachkommt. 

  • Vgl. Verordnung über die Ablieferung amtlicher Veröffentlichungen an Bibliotheken § 1 Abs. 2. 

  • Bestehend aus: http://nbn-resolving.de/+ URN. 

  • Bielefeld Academic Search Engine; http://www.base-search.net/[Zugriff: 30. Mai 2013]. 

About the article

Katharina Droese

Katharina Droese

Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Senatsbibliothek

Postfach 610179

10922 Berlin


Published Online: 2013-09-06

Published in Print: 2013-09-03


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 47, Issue 8-9, Pages 609–610, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0066.

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