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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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ISSN
2194-9646
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Volume 47, Issue 8-9

Issues

Saarland

Caroline Dupuis
Published Online: 2013-09-06 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0074

1 Geschichtlicher Überblick zum Saardok1

Bereits 2003 startete an der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) ein Projekt zur Archivierung landeskundlicher elektronischer Dokumente, zunächst mit der Software OPUS. Es stellten sich frühzeitig Probleme beim Import der Daten in den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) ein. Darüber hinaus bestand keine Möglichkeit zum automatischen Download von Webseiten und zur Darstellung hierarchischer Strukturen. Es war nicht möglich, Beziehungen zwischen Heften und Zeitschriften bzw. Artikeln und Heften abzubilden. Ferner stellte sich die Langzeitarchivierung mit der Software als schwierig dar.

Aus diesen Gründen fand 2006 der Umstieg auf die Archivierungssoftware SWBcontent des BSZ statt. Ein Vorteil der Software liegt im einfachen Import bibliographischer Daten aus dem SWB. Eine Darstellung hierarchischer Strukturen (Spiegelungen von Webseiten werden zusammenhängend dargestellt) ist ebenso möglich. Der Up- und Download einzelner PDF-Dokumente ist unkompliziert. Entscheidend für den Umstieg war auch der einfache Nachweis aller Dokumente im SWB, dem Saarländischen Virtuellen Katalog (OPAC) und dem KVK.

2 Gesetzliche Grundlage

Das Saarländische Mediengesetz (SMG) vom 27. Februar 20022 regelt in § 14 die Abgabe von Druckwerken. Medienwerke in digitaler Form unterliegen nicht der Anbietungspflicht. Da inzwischen zahlreiche Dokumente und Informationen nur noch in elektronischer Form vorliegen, ist eine Erweiterung des Saarländischen Mediengesetzes erforderlich.

3 Rechtemanagement

Aufgrund der Gesetzeslage wird eine schriftliche Einverständniserklärung für jedes elektronische Dokument, das auf dem Server archiviert wird, eingeholt. Die SULB wird darin ermächtigt, elektronische Angebote zu speichern und in Datennetzen öffentlich zugänglich zu machen. Zum Zweck der Langzeitarchivierung darf die SULB die gespeicherten Daten mit anderen Institutionen austauschen und, falls erforderlich, in andere Dateiformate überführen.

4 Workflow elektronische Ressource

Sowohl Beschäftigte als auch Nutzer der SULB können Webseiten und pdf-Dokumente zur Archivierung vorschlagen.3

Die an SaarDok beteiligten MitarbeiterInnen treffen eine Vorauswahl aus den eingegangenen Vorschlägen. Die endgültige Auswahl treffen die FachreferentInnen. Nach der Entscheidung durch den Fachreferenten wird beim Betreiber der Webseite oder dem Autor das Einverständnis zur Archivierung eingeholt. Parallel erfolgt ein Eintrag in eine interne Verwaltungsdatenbank. Nach Erhalt der Einverständniserklärung erfolgt eine Meldung an die Medienbearbeitung der SULB für die Titelaufnahme. Die Daten der Titelaufnahme werden nach SaarDok überspielt. Anschließend wird das eigentliche Harvesting betrieben und eine URN für die Seite vergeben, die dann automatisch der DNB gemeldet wird.

Bei der Archivierung wird unterschieden zwischen Monographien, Zeitschriften und Webseiten. Die auf SaarDok archivierten Dokumente werden in Auswahl in der Saarländischen Bibliographie verzeichnet. Regelmäßig werden die bereits archivierten Dokumente auf Updates und Titeländerungen überprüft.

5 Technische Grundlage

Die Archivierung wird mit der Archivsoftware „SWBcontent“4 des BSZ realisiert. Der Download erfolgt mit der integrierten freien Software „HTTrack“. HTTrack kann prinzipiell Html-Objekte (Webseiten) und PDF-Objekte automatisch downloaden. Problematisch sind Angebote dynamischer Webseiten sowie Javascript-gesteuerte Seiten und Flashinhalte. SWBcontent ermöglicht es, Zeitschnitte von Webseiten und Gliederungszusammenhänge elektronischer Dokumente abzubilden (Hierarchisierung).

Darüber hinaus können mit SWBcontent URNs vergeben werden, die über eine Schnittstelle automatisch zur DNB gesendet werden. Archivierte Objekte erhalten einen eindeutigen und dauerhaften Namen zur eindeutigen Identifizierung im Web. Eine weitere Schnittstelle ist zum Südwestdeutschen Bibliotheksverbund realisiert, so dass der Titeldatenimport (Download Mab-Format aus WinIBW) aus der Verbunddatenbank gewährleistet ist.

Durch die Rechteverwaltung ist es prinzipiell möglich, den Zugang zu einzelnen Dokumente auf einzelne Rechner oder IP-Ranges einzuschränken. Zuzeit werden aber auf SaarDok Dokumente nur ohne Zugriffsbeschränkung zur Verfügung gestellt (s. Rechtemanagement).

Verbesserungen beim Download soll das Nachfolgeprogramm Heritrix bringen. Das Programm befindet sich in der SULB momentan in der Testphase. Heritrix ermöglicht mit seinem Format WARC (Web ARChive) die Lanzeitarchivierung von Web-Downloads. Eine Volltextsuche soll (bislang nur Metadatensuche und Browsen) in Zukunft realisiert werden.

6 Benutzersicht

Abb. 1: SaarDok. Der Archivserver für das Saarland.

Footnotes

  • http://saardok.sulb.uni-saarland.de/menu.do?start. 

  • ABl. Saarland 13. März 2002, S. 498. 

  • http://www.sulb.uni-saarland.de/de/service/publikationsangebote/saardok/. 

  • http://www.bsz-bw.de/mare/lza/swbcontent.html. 

About the article

Caroline Dupuis

Dr. Caroline Dupuis

Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek

Campus

Gebäude B1 1

66123 Saarbrücken


Published Online: 2013-09-06

Published in Print: 2013-09-03


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 47, Issue 8-9, Pages 642–645, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0074.

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