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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 47, Issue 8-9

Issues

Bericht aus der 64. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme

am 16. und 17. April 2013 in Konstanz

Published Online: 2013-09-06 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0079

:

Auf Einladung des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg traf sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zu ihrer 64. Sitzung am 16. und 17. April 2013 in Konstanz.

1 Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Neuausrichtung überregionaler Informationsservices

Im Januar 2012 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Ausschreibung zur Neuausrichtung überregionaler Informationsservices veröffentlicht, die darauf abzielte, einen umfassenden Umstrukturierungsprozess anzustoßen. Die derzeit vorrangig regional orientierten Informationsangebote sollen zu nachhaltigen, funktional definierten, nationalen Services, die auch international vernetzt sein müssen, weiterentwickelt werden. Der Bedarf einer solchen Neuorientierung wurde zuvor sowohl im DFG-Positionspapier zur „Weiterentwicklung der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur“ als auch in den „Empfehlungen [des Wissenschaftsrates] zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland“ formuliert. Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme beteiligte sich mit einem gemeinsamen Antrag des BVB, von HeBIS und des KOBV „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)“ sowie mit einem gemeinsamen Antrag der DNB, des GBV und des hbz „Libary Operating Systems (libOS)“ an dem Ausschreibungsverfahren der DFG.

Im Themenfeld 1 „Bibliotheksdateninfrastruktur und Lokale Systeme“ wurde der Antrag des Hessischen Bibliotheksinformationssystems (HeBIS), des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) und des Kooperativen Bibliotheksverbunds Berlin-Brandenburg (KOBV) angenommen. Das Projekt „CIB“ sieht die Entwicklung einer cloudbasierten Infrastruktur für Bibliotheksdaten mit der verstärkten Anpassung und Einbindung bestehender Dienste (Normdaten, Zeitschriftendatenbank, Fernleihe) in internationale Nachweissysteme vor. Die Perspektive liegt auf der Integration von Verbund- und Lokalsystemen in internationale, webbasierte Bibliothekssystemplattformen. Für dieses Vorhaben hat der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung am 15. März 2013 die Bewilligung ausgesprochen; sie umfasst zunächst drei Jahre. Die Anträge sind unter den folgenden Links zugänglich: http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/projekte/cib/Projektantrag_CIB.pdf, http://www.hbz-nrw.de/dokumentencenter/veroeffentlichungen/libos_antrag.pdf.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme hat sich mit der Situation nach Abschluss des DFG-Ausschreibungsverfahrens für die Neustrukturierung der Informationsinfrastruktur befasst. Der erfolgreiche Antrag des CIB-Konsortiums wurde in der AG Verbund intensiv diskutiert. Fragestellungen, wie Open Data, Auswirkungen auf Finanzierungsströme oder der Betrieb eines nationalen Datenpools, die im Rahmen der Durchführung des Projekts geklärt werden, wurden angesprochen und gemeinsame Bedarfslagen formuliert. Die AGV wird das Vorhaben konstruktiv begleiten.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme wird darüber hinaus Arbeitsfelder, die im Zuge der DFG-Initiative zum Teil zurückgestellt wurden, wieder aufnehmen und im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitsprogramms weiterentwickeln. Hierzu gehören der Aufbau eines gemeinsamen verteilten Indexes als Basis für einen nationalen Fernleihzugang, die Weiterführung der Culturegraph-Plattform, der Aufbau eines E-Book-Pools für eine zeitnahe Versorgung der Bibliotheken mit Metadaten zu den lizenzierten Medien sowie die Evaluierung von Open-Source-Lokalsystemen.

Ein weiterer Antrag im Kontext der DFG-Ausschreibung zu ERM (Electronic Rights Management) ist nur in Teilen (zwei Arbeitspakete für die Laufzeit von einem Jahr) bewilligt worden. Entsprechend wurde auch nur ein Teil der beantragten Mittel bewilligt. Es soll zunächst eine Bedarfsanalyse bestehender und zukünftiger Systeme und Funktionsmodelle für das Datenmanagement erstellt werden. Hierbei soll die Evaluierung bestehender Lösungen im Vordergrund stehen. Verhandlungen der Konsortialpartner mit der DFG über die Dauer und die Zuteilung von Ressourcen laufen noch.

2 Einführung der Resource Description and Access (RDA) im deutschsprachigen Raum

Erstmals im Jahr 2012 hat die deutschsprachige Bibliothekscommunity, insbesondere die Mitglieder der Expertengruppen des Standardisierungsausschusses, an dem jährlichen Stellungnahmeverfahren zu den RDA-Proposals teilgenommen. Im Jahr 2012 waren beim JSC 57 Proposals und Discussion Papers eingereicht worden.

Wie im Auftrag des Standardisierungsausschusses festgelegt, wurde in der AG RDA ein gemeinsamer Zeitplan erstellt und die kooperative Arbeitsweise des Projekts ausgearbeitet. Er markiert den Anfang und das Ende aller Arbeitspakete und sieht einen Abschluss des Projekts RDA für Mitte 2015 vor. Die letzten drei Monate des Projekts, April bis Juni 2015, sind als Übergangszeit ausgewiesen. In dieser dreimonatigen Phase führen die deutschsprachigen Verbünde inklusive der ZDB sukzessive die RDA für die Verbundkatalogisierung ein. Dazu kommen die übrigen im Standardisierungsausschuss vertretenen Institutionen, soweit sie die Einführung von RDA nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt vollzogen haben.

Abb. 1: Der von der AG RDA erarbeitete Zeitplan für die RDA-Einführung.

Die Projektplanung in der DNB wurde diesem Gesamtzeitplan entsprechend angepasst. Für das Arbeitspaket 1 (Erarbeitung der deutschen Anwendungsbestimmungen) wurde der AG RDA eine Feinplanung vorgelegt. Diese beschreibt den Gesamtdurchgang durch den Standard sowie die Ausarbeitung und Abstimmung der benötigten Anwendungsbestimmungen. Alle Unterarbeitsgruppen und thematisch arbeitenden Gruppen müssen sich an diesem Zeitplan orientieren und ihre Arbeitsergebnisse der AG RDA entsprechend zeitnah vorlegen.

Im Arbeitsauftrag für die AG RDA ist die Einrichtung sogenannter Ad-hoc-Arbeitsgruppen (in der Praxis Unterarbeitsgruppen genannt) vorgesehen. Als erste wurde im Dezember 2012 eine Unterarbeitsgruppe GND eingerichtet, deren Aufgabe die RDA-gerechte Anwendung der Normdaten der GND ab Ende 2013 ist. Mit ihrer konstituierenden Sitzung am 4. Dezember 2012 hat diese UAG ihre Arbeit aufgenommen. Bereits in der darauf folgenden Sitzung der AG RDA wurde der Bedarf an weiteren Unterarbeitsgruppen deutlich. Die AG RDA hat deshalb den Standardisierungsausschuss um die Einrichtung je einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe für Musik (UAG Musik) und für fortlaufende Sammelwerke (UAG fS) gebeten. Beide Unterarbeitsgruppen haben sich Ende Februar bzw. Anfang März 2013 zu ihrer konstituierenden Sitzung in der DNB in Frankfurt getroffen und haben ihre Arbeitspakete beschrieben sowie die Arbeitsweise festgelegt. Die erste Aufgabe der UAG fortlaufende Sammelwerke ist die Ausarbeitung eines Discussion Papers zur Thematik „first/latest issue“ bei fortlaufenden Sammelwerken. Das Discussion Paper wird dem JSC Anfang August 2013 übermittelt.

Bereits zu Beginn des Regelwerksdurchgangs wurde festgestellt, dass grundsätzliche Themen, die sich nicht nur auf eine Regelwerksstelle beziehen, getrennt betrachtet werden müssen. So haben sich, neben den Unterarbeitsgruppen, Kolleginnen und Kollegen aus der AG RDA zu thematisch arbeitenden Gruppen zusammengeschlossen. Beispiele hierfür sind die Themengruppen zur Abbildung der Werk- und Expressionsebene und zu Teil-Ganzes-Beziehungen, die sehr umfangreich sind, aber auch Themengruppen mit einem kleineren Auftrag, wie z. B. „Bevorzugte Informationsquellen“, die bereits abgeschlossen sind.

Ein DNB/ZDB-internes Team hat den Gesamtdurchgang durch den Standard Ende Februar 2013 beendet und befasst sich nun, in einer kleineren Gruppe, mit der Ausformulierung der Anwendungsregeln. Darüber hinaus wurde begonnen, die Aufgabenstellung für die Testphase Regelwerk auszuarbeiten. Anfang Juni 2013 wurde in der DNB ein Testsystem zur Verfügung gestellt. Die Tests in der DNB und der ZDB werden Ende Juni beginnen und die Ergebnisse dieser Testphase werden auch den Partnern in der AG RDA zur Verfügung gestellt. Die Verzahnung aller Arbeitsergebnisse aus dem Arbeitsbereich Regelwerk mit dem Arbeitsbereich Implementierung ist durch eine eigene Arbeitsgruppe, ebenfalls aus Kolleginnen und Kollegen der DNB und der ZDB, gewährleistet.

Bereits seit Dezember 2012 befasst sich die AG RDA mit den von den JSC-Nationalbibliotheken zusammengestellten Tabellen zu den Kernelementen und den Zusatzelementen. Hieraus entstand ein vorläufiges Standardelemente-Set der RDA für den deutschsprachigen Raum, das die Festlegungen für die Kernelemente und die Zusatzelemente beinhaltet.

Die Mitglieder der AG RDA haben im Januar 2013 mit dem Gesamtdurchgang durch das Regelwerk begonnen. In den zweimonatlich stattfindenden Sitzungen der AG RDA werden jeweils Kapitel der RDA abgestimmt und festgehalten, an welchen Stellen Bedarf für eine Anwendungsregel besteht. Die Ausformulierung der gewünschten Anwendungsregeln wird ebenfalls kooperativ von den Partnern in der AG RDA erarbeitet. Die Endredaktion liegt bei der DNB.

Im ersten Quartal 2013 wurde in der AG RDA ein Meinungsbild zur Abbildung der Werkebene bei den beteiligten Verbünden und Institutionen eingeholt und besprochen. Grundlage der Diskussion war ein Vorschlag der DNB zur Abbildung der Werkebene. Konsens besteht in der AG RDA darüber, dass das Implementation Scenario 2 der RDA angewendet und eine Composite Description mit beschreibenden Elementen für die FRBR-Entitäten Werk, Expression, Manifestation angelegt werden soll. Unter bestimmten, noch näher zu definierenden Bedingungen sollen intellektuell Normdatensätze für Werke in der GND erfasst bzw. vorhandene Werksätze nachgenutzt werden. Das automatische Clustern von Manifestationen eines Werks wird angestrebt, jedoch wird eine Realisierung im laufenden Projekt nur von der DNB und dem OBV verfolgt.

Im November 2012 konnte die deutsche Übersetzung der RDA in einer ersten Version von der DNB veröffentlicht werden. Gemäß den Vereinbarungen mit den RDA-Verlegern wird diese Übersetzung für die Dauer von zwölf Monaten auf der Website der DNB zur Verfügung stehen. Mit dem aktuellen Release im Mai 2013 hat das RDA Toolkit eine deutsche Oberfläche und enthält neben dem englischen Originaltext auch die französische und die deutsche Übersetzung des Regelwerkstexts. Die deutsche Übersetzung ist auf dem Stand des Regelwerks vom April 2012, enthält also die Änderungen, die das JSC im Herbst 2011 beschlossen hat. Die Aktualisierungen der RDA, die das JSC im Herbst 2012 beschlossen hat, werden in der englischen Version voraussichtlich im Juli-Release 2013 enthalten sein. Im November-Release folgt die deutsche Übersetzung. Aufgrund dieser Zeitverzögerungen bleibt die Grundlage für die laufende Regelwerks- und Standardisierungsarbeit immer der Originalstandard in englischer Sprache.

Alle Arbeitsergebnisse aus dem RDA-Projekt werden regelmäßig im RDA-Informationswiki https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/RDA-Info veröffentlicht sowie über fachliche Mailinglisten, Fachpublikationen und Social Media verbreitet.

Bei nahezu allen Partnern der AG RDA finden Informationsveranstaltungen zu RDA statt. Kolleginnen aus dem RDA-Projektteam der DNB informieren regelmäßig bei Schulungs- und Informationsveranstaltungen sowie bei Kongressen und ähnlichen Veranstaltungen über den Standard RDA und die aktuelle Entwicklung im Projekt zur Implementierung der RDA in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Treffpunkt Standardisierung im Rahmen des 5. Kongresses Bibliothek & Information Deutschland in Leipzig beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Thema RDA. Es wurde in Werkstattberichten zur Arbeit des JSC, zum Projekt RDA, aus internationaler und aus der Sicht der Partner in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie über die praktische Anwendung des RDA Toolkits berichtet.

Informationen unter https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/RDA-Info.

3 Arbeitsgruppe Kooperative Verbundanwendungen der AG Verbund

Schwerpunkte der Beschäftigung der Arbeitsgruppe im Berichtszeitraum waren der weitere mögliche Einsatz der Plattform Culturegraph, die Auswirkungen des GND-Umstiegs, das Projekt VD 18 und die CJK-Erfassung. Die AG KVA verfolgt die aktuellen Entwicklungen zur Implementierung der RDA im deutschsprachigen Raum auf nationaler Ebene (Expertengruppe Formalerschließung und Arbeitsgruppe RDA) in Europa (EURIG) und international (JSC). Der Schwerpunkt liegt dabei bei den im Zuge des RDA-Umstiegs notwendig werdenden Anpassungen in den Verbundsystemen.

4 Datenlieferungen an Google-Books

Die im Jahr 2012 an Google gelieferten Daten liegen zur Abholung bereit, müssen jedoch zunächst noch in ein von Google gewünschtes MARC-21-Format überführt werden. Der KOBV, als Koordinator der Lieferungen, überprüft zurzeit die Möglichkeiten hierfür.

5 MARC-Umstieg der Verbünde

Die DNB wird ab dem 1. Juli 2013 keine Datenlieferungen im MAB2-Format mehr ausliefern. Diese Änderung bedingt in den Verbünden Anpassungen. Für die Vorbereitung des Imports von DNB-Daten aus dem MARC 21-Format in das eigene System ist es notwendig, eine aktuelle deutschsprachige und systemunabhängige Beschreibung der DNB-MARC-Lieferschnittstelle zu haben. Eine solche Beschreibung liegt zurzeit erst für das Pica-Format vor. Eine systemunabhängige Beschreibung wird zurzeit erstellt und voraussichtlich im Sommer 2013 zur Verfügung gestellt werden.

In einem gemeinsamen Verfahren unter Federführung der OBVSG wurden die erforderlichen Kategoriekonkordanzen erarbeitet und die Parametertabellen für die Formatumsetzung erstellt. Die Version 0.4 des neuen Konverters konnte im März 2013 fertig gestellt werden. Nach einer Erprobung im Testbetrieb ist die Freigabe einer Version 1.0 mit den wesentlichen Funktionalitäten bis zur Umstellung auf die reinen MARC-21-Lieferungen der DNB vorgesehen und voraussichtlich auch bis zum 1. Juli 2013 realisierbar. Auch die ZDB-Lokaldaten werden ab Juli 2013 in MARC 21 geliefert werden. MAB-Lieferungen an die ZDB werden weiter entgegengenommen.

6 Culturegraph

Culturegraph ist eine Plattform für Dienste und Projekte rund um die Themen Datenvernetzung, Persistent Identifier und Linked Open Data für kulturelle Entitäten. Die Plattform hat zum Ziel, die Datenvernetzung im kulturellen Sektor voranzutreiben und verteilte, geschlossene Datenquellen zu öffnen und zu einem globalen Wissensnetz zu verknüpfen. Die zentrale Idee dahinter ist der Aufbau einer Infrastruktur, die gezielt die Vernetzung bibliografischer Daten, Thesauri, Klassifikationen und Normdaten unterstützt. Die gewonnenen Verknüpfungen sind allgemein zugänglich und werden nach den Linked-Data-Standards angeboten.

Mittlerweile ist Culturegraph auch Heimat verschiedener anderer Vernetzungsprojekte und -ideen der Kulturdomäne und eine Open-Source-Bibliothek für Vernetzungstools: Die Plattform stellt Anwendungen zur Identifizierung, Disambiguierung und Deduplizierung kultureller Erzeugnisse und ihrer Beschreibungen zur Verfügung.

Im Rahmen der AG Culturegraph innerhalb der AG KVA einigte man sich auf regelmäßige Datenlieferungen in MARC 21. Aktuelle Herausforderung ist die stärkere inhaltliche Vereinheitlichung dieser Lieferungen: Es wird angestrebt, die Formatkonversionen künftig verbundübergreifend nach gleichen Regeln zu realisieren. Als Grundlage der Angleichung dient die an alle Partner verteilte aktuelle Umsetzung der DNB. Zu den nächsten Schritten (Anpassungen bei den Verbünden) konnten noch keine verbindlichen Vereinbarungen getroffen werden.

Der Source-Code von Culturegraph wurde revisioniert und nach GitHub3 migriert. In diesem Zuge wurde auch die Programmbibliothek „metafacture“ geschaffen, die nun alle Funktionen zur Metadatenverarbeitung in einem eigenständigen Paket vereint. Diese Bibliothek kommt in der DNB und bei anderen Partnern nun auch unabhängig von der Culturegraph-Infastruktur zum Einsatz.

Neben der Fortführung laufender Projekte (TOCII, RVK/DDC-Konkordanz) werden sich die Aktivitäten auf den Ausbau des Datahubs und dessen Services fokussieren. Hierzu wird gerade ein Projekt „EntityFacts“ initiiert. Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Normdaten-Informationsdienstes für die Deutsche Digitale Bibliothek, die DNB und die AG Verbund. Der Dienst soll das Netzwerk hinter den einzelnen Entitäten für den Endnutzer sichtbar machen. Insbesondere werden die Verweise auf angeschlossene Kataloge und Online-Dienste, die Material oder Services zur angefragten Entität bieten, präsentiert. Dieser Dienst wird als Endnutzer- und Maschinenschnittstelle realisiert. Bibliotheken, Archive und Museen werden diesen Webdienst in ihre eigenen Web-Angebote integrieren können.

Informationen unter http://www.culturegraph.org/Subsites/culturegraph/DE/Home/home_node.html.

7 BIBFRAME

Mit der „Bibliographic Framework Transition Initiative“ (kurz BIBFRAME) hat die Library of Congress gemeinsam mit der von ihr beauftragten Firma Zepheira das Ziel, bibliografische Daten, die auf der Basis von bereits existierenden und neuen Regelwerken entstehen, mit den Mitteln von Linked Data/RDF transportierbar zu machen und so perspektivisch MARC 21 abzulösen. Die DNB beteiligt sich als „Early Experimenter“ neben OCLC, der National Library of Medicine, der British Library und zwei US-Universitäten.

Im November 2012 ist ein erstes Modelldokument („Bibliographic Framework as a Web of Data: Linked Data Model and Supporting Services“) veröffentlicht worden; daran schlossen sich zwei Treffen zu allgemeinen Fragen der Modellbildung anhand von ersten konkreten Erfahrungen an. Aktuell entstehen sogenannte Point Papers zu wesentlichen Themen, z. B. Typen von Ressourcen, Relationen, Normdaten, Serien und Sammlungen, Bestandsdaten, Bezeichner. Unter www.bibframe.org ist das bisher Erreichte, insbesondere das Vokabular dokumentiert, auch Beispieldaten und Testtools stehen zur Verfügung. Auf der letzten ALA (Midwinter Meeting in Seattle) wurden von der DNB die Sicht der Bibliotheken der deutschsprachigen Länder und bisherige Erfahrungen und Arbeitsergebnisse vorgestellt. Die Deutsche Nationalbibliothek stellt Ressourcen für ein DNB-internes BIBFRAME-Projekt zur Verfügung, um eine stetige Mitarbeit gewährleisten zu können. Durch die Mitarbeit soll der Einfluss auf einen der wichtigsten entstehenden internationalen Standards im Bibliothekswesen gefestigt werden. Die DNB sieht sich als Multiplikatorin und Ansprechpartnerin der Initiative im deutschsprachigen Raum.

8 Arbeitsgruppe „Verteilter Index“

Im Februar 2013 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Verbünde zur AG Verteilter Index in Frankfurt am Main. Der Aufbau eines verteilten Indexes über die Verbunddaten zu Recherchezwecken, insbesondere für die Fernleihe, wurde beschlossen. Auf Basis eines gemeinsamen Referenzsystems werden alle Verbünde eine eigene Installation aufbauen. Das Referenzsystem wird aus mehreren Teilen bestehen. Als Indexsoftware wird die derzeit aktuelle Version von SOLR (4.1) verwendet. Zum Füllen des Indexes mit MARC-21-Daten wird SolrMarc genutzt. Zusätzlich wird eine Beispieloberfläche unter Vufind 1.3 zur Verfügung gestellt. Die initiale Konfiguration wird sehr einfach gestaltet sein und sukzessive erweitert werden. Die Referenzinstallation wird arbeitsteilig vom BSZ (SolrMarc) und von HeBIS (Solr) erstellt. HeBIS übernimmt die Pflege des Referenzsystems, wartet die entsprechende Codebasis und stellt zudem eine Kollaborationsplattform für die koordinierte Entwicklung zur Verfügung. Der KOBV wird sich kurzfristig um die Anpassung des bestehenden Index des KOBV an das Indexprofil bemühen. Bis zum Sommer 2013 soll ein Zeitplan für das Projekt und ein Prototyp des geplanten Dienstes vorliegen.

9 AG Leihverkehr

Folgende aktuelle Empfehlung der AG Leihverkehr wurde im Berichtszeitraum ausgesprochen:

Empfehlungen der AG Leihverkehr zur Einbeziehung elektronischer Zeitschriften in den Leihverkehr

Bibliotheksverbünde, EZB und ZDB haben die technischen Voraussetzungen für die Einbindung von elektronischen Zeitschriften in die Fernleihe geschaffen. Durch den maschinenlesbaren Nachweis der Lizenz/Fernleih-Informationen in den regionalen Verbundsystemen wird zukünftig sichergestellt, dass Online-Fernleihbestellungen auf elektronische Zeitschriften möglich sind, aber nur den Bibliotheken zugewiesen werden, denen lizenzrechtlich gesehen eine positive Erledigung gestattet ist. Vertragsrechtliche Einschränkungen (z. B. „Nur Inland“) sind ebenfalls in codierter Form enthalten.

Die AG Leihverkehr empfiehlt den Verbundbibliotheken daher nachdrücklich, zukünftig auf elektronische Zeitschriften eingehende Fernleih-Bestellungen auf der Grundlage der in den Lizenzverträgen eingeräumten Möglichkeiten positiv zu bearbeiten.

In der ersten Phase können bei der Erledigung von Fernleihbestellungen die Printzeitschriften noch den Vorrang vor den elektronischen Zeitschriften haben, d. h., im Leitweg haben die Nachweise der gedruckten Ausgabe Vorrang vor den eholdings. Ist der bestellte Aufsatz in gedruckter Form vorhanden, wird die Bestellung aus der gedruckten Zeitschrift erledigt, ist der Aufsatz nur in elektronischer Form vorhanden (z. B. e-only), wird die Bestellung aus der elektronischen Version erledigt.

Hat ein Besteller selbst Online-Zugriff auf die elektronische Form, soll der Benutzer zur Online-Ressource übergeleitet werden.

Die AG Leihverkehr empfiehlt den Verbundbibliotheken nachdrücklich, die fernleihrelevanten Informationen zu ihren eJournals in der ZDB nachzuweisen. Hierzu kann der EZB/ZDB-Datendienst genutzt werden. Die EZB wird die Erfassungsmöglichkeit solcher Informationen auch für Einzelbibliotheken freigeben.

Nur wenn die Lizenz/Fernleih-Informationen vollständig in den zentralen und regionalen Verbunddatenbanken vorhanden sind, können die elektronischen Zeitschriften umfassend für die Fernleihe nutzbar gemacht werden.

10 Linked Data

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme spricht sich ausdrücklich für eine Open Data Policy aus und unterstützt ausdrücklich die Ausweitung auf die Bereiche Archive und Museen. Aus diesem Grund wird sie sich weiterhin intensiv mit diesem Thema beschäftigen. Eine einführende Präsentation zum Thema ist auf der Website der AG Verbund zu finden, siehe: http://www.dnb.de/DE/Wir/Kooperation/AGVerbundsysteme/berichtSitzung64Konstanz.html.

11 Deutsche Digitale Bibliothek

Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) soll das Zugangsportal zu digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in Deutschland bilden. Ziel der DDB ist es weiterhin, den deutschen Knoten für die Europeana zu bilden und die aggregierten Metadaten weiterzugeben. Träger der DDB ist das Kompetenznetzwerk „Deutsche Digitale Bibliothek“ (KNW) aus 13 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Die Geschäftsstelle der DDB ist an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin angesiedelt. Der Koordinator des Kompetenznetzwerks mit Schnittstellenfunktionen zwischen Arbeitsgruppen, dem technischen Betreiber (FIZ Karlsruhe) und dem technischen Entwickler ist die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt (DNB).

Nach Abschluss des Projekts DDB-Beta-Launch Ende 2012 haben unmittelbar die Vorbereitungen für die anschließende Projektphase „DDB-Weiterentwicklung“ begonnen. Sie ist auf den Zeitraum des Kalenderjahres 2013 angelegt und soll entsprechend zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die organisatorischen Vorbereitungen konnten Mitte Januar 2013 abgeschlossen werden. Der Arbeitsplan für die gesamte Projektphase 2013 wurde ebenfalls Mitte Januar fertig gestellt. Die eigentlichen Arbeiten sind Anfang 2013 angelaufen. Die operative Projektstruktur für diese Phase wurde Mitte Januar 2013 eingerichtet. Sie besteht im Kern aus der zentralen Projektleitung bei der DNB und der ständigen Projektgruppe, in der die Projektleitung, die Arbeitsgruppen Daten und Präsentation sowie FIZ Karlsruhe und Fraunhofer IAIS vertreten sind.

Es ist vorgesehen, die Betaphase Ende 2013 oder im Frühjahr 2014 abzuschließen. Damit wäre die erste funktionale Ausbaustufe der DDB erreicht. Wie unter anderem das Beispiel der Europeana zeigt, wird die funktionale Entwicklung dann allerdings nicht abgeschlossen sein. Um die DDB weiterhin für eine breite Öffentlichkeit attraktiv zu halten und sie auch im Sinne der Bedürfnisse und Anforderungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weiter zu entwickeln, ist ein kontinuierlicher Ausbau auch nach Abschluss der Betaphase erforderlich.

Informationen unter http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/.

12 5. Kongress für Bibliothek und Information in Leipzig

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme hat am 5. Kongress für Bibliothek und Information in Leipzig mit einer eigenen Veranstaltung und einer Posterpräsentation teilgenommen. Die Veranstaltung bot einen Überblick über die Zusammenarbeit der Verbundsysteme bei der Datenerzeugung und Datenhaltung. Neben der Vorstellung von bestehenden Projekten und Kooperationen wurden Perspektiven für die Weiterentwicklung dieses Gremiums innerhalb der föderalen Infrastruktur für Informationsdienstleistungen im deutschsprachigen Raum aufgezeigt.

Beiträge der Veranstaltung unter http://www.dnb.de/DE/Wir/Kooperation/AGVerbundsysteme/vortraegeBID2013.html.

13 Personalia

In der 4. Amtszeit des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (1. Juli 2013 bis 30. Juni 2016) wird die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme von Frau Dr. Silke Schomburg (hbz) vertreten. Ihre Stellvertretung erfolgt durch Beate Rusch (KOBV) und Hans-Jörg Lieder (ZDB).

Frau Dr. Mallmann-Biehler, die Leiterin des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg, wird in Kürze in den Ruhestand gehen und aus der AG Verbund ausscheiden. Die Mitglieder des Gremiums danken ihr für ihre langjährige Mitarbeit ausdrücklich und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft.

Die 65. Sitzung der AG Verbund findet am 19. und 20. November 2013 auf Einladung der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt.

Allgemeine Informationen zur Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme unter www.ag-verbund.de, aktuelle Berichte der Mitglieder unter http://www.dnb.de/DE/Wir/Kooperation/AGVerbundsysteme/berichtSitzung64Konstanz.html.

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Published Online: 2013-09-06

Published in Print: 2013-09-03


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 47, Issue 8-9, Pages 664–674, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2013-0079.

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