Jump to ContentJump to Main Navigation
Show Summary Details
More options …

Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

Online
ISSN
2194-9646
See all formats and pricing
More options …
Volume 49, Issue 10-11

Issues

Bericht aus der 68. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 21. und 22. April 2015 in Wien Stand: April 2015

Renate Behrens
Published Online: 2015-10-09 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0116

Auf Einladung der Österreichischen Bibliotheken und Service-GmbH (OBVSG) traf sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zu ihrer 68. Sitzung am 21. und 22. April 2015 in Wien.

CIB-Projekt

Das DFG-geförderte Projekt „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten“ (CIB) hat das Ziel, bibliothekarische Workflows und Dienste in herstellerunabhängige cloudbasierte Arbeitsumgebungen zu überführen. Zu den Arbeitspaketen des Vorhabens gehört deshalb, neben der Synchronisierung der Plattformen von OCLC und Ex Libris, die Konzeption und der Aufbau eines deutschlandweiten einheitlichen Datenraumes und die Einbindung von Norm- und Fremddatenangeboten in diese Plattformen.

Projektstart war der 1. September 2013 und das Projekt wird in der ersten Phase über drei Jahre gefördert. Projektpartner sind das Hessische Bibliotheksinformationssystem (HeBIS) als Konsortialführer, der Bibliotheksverbund Bayern (BVB) und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV).

Das Projekt beinhaltet vier Arbeitspakete:

  • 1.

    Integration zentraler Katalogisierungsressourcen in die Plattformen (GND, ZDB, Fremddaten, Kataloganreicherungen),

  • 2.

    Datenmanagement,

  • 3.

    Schutz personenbezogener Daten,

  • 4.

    Plattform-Synchronisation.

Im Januar 2015 wurde mit OCLC ein „Memorandum of Understanding“ geschlossen, in dem das CIB-Konsortium und OCLC ihren Willen erklären, gemeinsam an der Realisierung der CIB Plattform-Synchronisation zu arbeiten. Für die Einrichtung einer prototypischen Systemumgebung wurde ein Testzugang zur WorldShare-Plattform von OCLC vereinbart. Die WorldShare-Testinstanz wurde von OCLC im Rahmen eines Workshops am 18. und 19. März an die CIB-Projektpartner übergeben.

Der CIB-Beirat traf sich am 4. März 2015 zu seiner 4. Sitzung. Es wurde der erreichte Projektstand vorgestellt und diskutiert.

Konkret ausgearbeitet wurde eine GND-Fachspezifikation. Das Dokument erweitert die bereits vorliegende High-Level-Spezifikation vom 26. August 2013 und formuliert aus fachlicher Sicht grundlegende Anforderungen an die Integration der GND in die künftigen Plattformsysteme, ohne dabei spezifisch auf eines der Systeme einzugehen oder bestimmte Varianten der technischen Umsetzung zu präferieren. Das Papier wurde an die beiden Firmen Exlibris und OCLC übersandt und soll mit beiden diskutiert werden. Mit der Deutschen Nationalbibliothek, als weiterem in die Überlegungen zur GND einzubeziehenden Partner, hat es Ende März 2015 ein erstes, sehr konstruktiv verlaufenes Gespräch gegeben. Bis Ende 2015 soll in Bezug auf die GND-Fachspezifikaton ein abschließender Stand erreicht werden.

Zur Beschreibung der Anforderungen an ein künftiges Erfassungsformat für Titeldaten wurde auf Basis der aktuellen MARC-Exporte aus der HeBIS-Verbunddatenbank und dem B3Kat ein gemeinsames MARC-Datenprofil der CIB-Verbünde BVB, HeBIS und KOBV erarbeitet. Das Profil enthält in seiner ersten Version noch anwenderspezifische Felder aus der für Deutschland und Österreich vereinbarten MARC-Praxis, die für weitere Entscheidungen noch genauer analysiert werden müssen.

Grundsätzlich befürwortet das CIB-Projekt die Primärkatalogisierung der Periodika direkt in den internationalen Plattformen, sieht aber auch die Notwendigkeit der Versorgung der ZDB. Für eine solche Synchronisierung gibt es bislang noch kein konkretes Konzept. Die Partner des CIB-Projekts wollen hierzu in Verhandlungen mit den Anbietern eintreten und hier nach Möglichkeit die Ergebnisse der laufenden Gespräche der ZDB mit den Anbietern (z. B. im Mai 2015 mit OCLC) einbinden. Allerdings laufen diese Gespräche perspektivisch auf eine echte Synchronisation hinaus.

DFG-Projekt Electronic Resource Management

Das Projekt „Electronic Resource Management“ (ERMS-Projekt) ist auf die Entwicklung eines bundesweit einsetzbaren, mandantenfähigen Systems ausgerichtet, welches das Management elektronischer Ressourcen lokal, regional sowie national unterstützt und die Bibliotheken bei den entsprechenden Verwaltungsaufgaben entlastet. Die DFG fördert in einem ersten Schritt die ersten zwei Arbeitspakete des Projekts: die Bedarfserhebung und die Konzeption des Gesamtsystems. Der Projektbeginn war Februar 2014, die erste Förderphase wird im November 2015 abgeschlossen sein. Ein Fortsetzungsantrag wird zurzeit ausgearbeitet.

Arbeitspaket 1: Bedarfsanalyse

Im Rahmen der Bedarfsanalyse wurde eine zweiteilige Erhebung durchgeführt: In Form von Experteninterviews wurden etwa 20 Experten aus Universitätsbibliotheken, Fachhochschulbibliotheken, zentralen Fachbibliotheken sowie Verhandlungsführern für Konsortial- und Allianzlizenzen befragt. Außerdem wurden Gespräche mit den assoziierten Partnern ZDB und EZB sowie einer Verbundzentrale geführt.

An einer Online-Nutzerumfrage unter wissenschaftlichen Bibliotheken und Konsortialstellen beteiligten sich etwa 200 Einrichtungen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse von Experteninterviews und einer Online-Umfrage wurden zwei Anforderungsprofile erstellt:

  • eines für die konsortiale Verwaltung von E-Lizenzen und Fragen des Informationsaustausches zwischen Konsortialstellen und -teilnehmern,

  • ein zweites in Kooperation mit dem Projekt „Kuali OLE“ für die Verwaltung bilateraler Lizenzen seitens der Bibliotheken.

Die Anforderungslisten waren, neben prinzipiellen organisatorischen und softwarearchitektonischen Fragen, Grundlage für eine Evaluation kommerzieller und nicht-kommerzieller Systeme. Als Ergebnis der Evaluation erscheint die Nachnutzung eines Open-Source-Systems sinnvoll, das die Kernanforderungen an ein ERMS jetzt schon weitreichend umsetzt und aufgrund guter Dokumentation und der Kooperationsbereitschaft der Entwickler um die laut Anforderungskatalogen für deutsche Bibliotheken und Konsortialstellen essentiellen Funktionen erweitert werden kann.

Arbeitspaket 2: Konzeption

Nach der Entscheidung für ein Open-Source-System wurden die Anforderungen an das ERMS auf der Datenebene modelliert. Modelle für die Daten zu Organisationen (Bibliotheken und Anbieter), Lizenzpreisen, Zugangsdaten (zusammen mit dem Projekt „Nationales Hosting“) etc. wurden und werden noch erstellt. Eine Bewertung ERMS-spezifischer Schnittstellenformate hat ebenfalls stattgefunden.

Eine genaue Ausdifferenzierung des Rechtemodells, die Einbindung des ReDI/HeBIS-Statistikservers, die Erstellung eines Sichtenmodells und die Konzeption der Schnittstellen ist Aufgabe für die verbliebene Laufzeit des Erstantrages.

Einführung der RDA im deutschsprachigen Raum

Das RDA-Projekt erreicht Ende des Jahres 2015 seinen letzten Meilenstein. Mit der Erfassung der bibliografischen Daten nach RDA kommen die umfangreichen Arbeiten für die Implementierung der RDA fristgerecht zum Abschluss. Die Schulungen für diesen Umstieg sowie die Anpassung der Systeme und Formate bilden einen Schwerpunkt im laufenden Jahr. Alle Projektpartner sind dabei, den Umstieg für die bibliografischen Daten ab dem 1. Oktober 2015 für den Datenimport vorzubereiten, sodass der vereinbarte Umstiegstermin (Oktober bis Dezember 2015) eingehalten werden kann.

Die DNB und die ZDB werden ab dem 1. Oktober 2015 nach RDA erfasste Daten ausliefern. Die weiteren Partner im RDA-Projekt werden zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der dreimonatigen Übergangsfrist folgen.

Regelwerksarbeit

Alle bis Ende Januar 2015 abgestimmten Anwendungsrichtlinien wurden in das RDA Toolkit eingebracht. Sie stehen darüber hinaus im RDA-Info-Wiki unter https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Regelwerk zur Verfügung. Hier werden für eine Übergangszeit auch die danach verabschiedeten Anwendungsrichtlinien bereitgestellt, die erst in das Release des RDA Toolkits im August 2015 eingebracht werden können, für die Schulungen jedoch jetzt schon abrufbar sein müssen.

Ein Bestandteil der Anwendungsrichtlinien sind Arbeitshilfen. Diese werden im RDA Toolkit lediglich verlinkt und getrennt in einem Wiki der DNB gehalten (https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Regelwerk).

Das für den deutschen Sprachraum bereits zu Beginn des Projekts erarbeitete Standardelemente-Set liegt in aktualisierten Versionen sowohl für die Titel- als auch für die Normdaten vor (https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Regelwerk).

Die drei am Projekt beteiligten Nationalbibliotheken haben in einer eigenen Arbeitsgruppe ein dreistufiges Katalogisierungslevel ausgearbeitet. Es besteht Einigkeit, dass der mittlere Level 2 (Standardelemente-Set) als Ausgangsbasis und als Mindestanforderung für die Erschließung gesehen wird. Der darüber hinausgehende Level 1 erlaubt dem einzelnen Katalogisierenden, mehr Daten als im Standardelemente-Set vorgesehen zu erfassen, und legt eine individuelle Entscheidung des Erfassenden zugrunde (Cataloguer‘s Judgement bzw. Ermessen des Katalogisierers), wie es in den RDA als Grundprinzip vorgesehen ist.

Darüber hinaus hat sich die Gruppe auf ergänzende Elemente geeinigt, die für Nationalbibliotheken erforderlich sind, um den durch die Pflichtabgabe entstehenden Anforderungen gerecht zu werden. Diese Ergänzungen wurden in das Standardelemente-Set eingebracht und durch ein eigenes Symbol gekennzeichnet.

Technische Implementierung

Bis Mitte Oktober 2014 wurden alle für die Implementierung der RDA Ende 2015 erforderlichen Anforderungen an die Formate und Systeme zusammengetragen und Ende Oktober in einer Veranstaltung in der DNB in Frankfurt am Main den Systemanbietern und Systemverantwortlichen vorgestellt. Somit ist das Datenformat weitgehend festgelegt und die Systemanbieter sind über die bevorstehenden Änderungen informiert. Das bedeutet gleichzeitig, dass keine neuen Anforderungen zu Datenformatänderungen mehr angenommen werden können.

Bis zum Umstieg auf RDA ab Oktober 2015 werden ca. 40 Änderungen in den Intern- und Austauschformaten erfolgen müssen. Alle geplanten Änderungen sind in einer Tabelle zusammengefasst, die im RDA-Info-Wiki öffentlich zur Verfügung steht: https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Formatfestlegungen+und+Mapping-Tabelle.

Informationen zu Änderungen der Datendienste der DNB und ZDB aufgrund des RDA-Umstiegs ab dem 1. Oktober 2015 sind unter http://www.dnb.de/SharedDocs/Downloads/DE/DNB/service/rundschreiben20150105AnkuendigungEinfuehrungRda.pdf zu finden.

Schulungen

Ende 2014 wurde das Schulungskonzept der AG RDA veröffentlicht (https://wiki.dnb.de/download/attachments/94676180/Schulungskonzept_end.pdf). Es sieht sechs Module vor, beginnend mit einer Einführung in den Standard- bis zu Spezialschulungen. In der Folge wurden die Schulungsunterlagen für die Module 1–5 und für die Spezialschulung für Musikressourcen, Alte Drucke und Karten ausgearbeitet. Weitere Spezialschulungen zu religiösen und juristischen Werken folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Alle Schulungsunterlagen werden im frei zugänglichen RDA-Info-Wiki ab Mitte April 2015 sukzessive zur Verfügung gestellt (https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Schulungen).

Für alle Schulungsunterlagen wurde eine standardisierte Form für die Präsentation der Inhalte sowie ein einheitliches Design vereinbart. Alle Beispiele in den Schulungsunterlagen sind formatneutral erstellt. Formatabhängige Versionen in Pica bzw. Aleph folgen.

Durch die standardisierte Form der RDA-Schulungsunterlagen werden die Nachhaltigkeit und die Einsatzmöglichkeiten der Schulungsunterlagen deutlich verbessert. Es ist nun einfacher nachzuvollziehen, welcher Kenntnisstand bei einem Erschließenden vorausgesetzt werden kann, wenn er z. B. einen Schulungsnachweis von Modul 1 bis 3 vorlegen kann. Als Nachweis hierfür werden einheitliche Teilnahmebescheinigungen für alle Projektpartner zur Verfügung gestellt.

Die von der Themengruppe Schulungen getroffenen Vereinbarungen zu den Schulungen im Jahr 2015 greifen allerdings nur bei den Bibliotheken, die einem Verbund oder einer der weiteren Institutionen der AG RDA angehören, die selbst Schulungen durchführen werden.

Der Schulungsbedarf von meist kleineren Einrichtungen, die keinem Verbund angehören, ist hoch. Unter den Mitgliedern der AG RDA besteht jedoch Konsens, dass dieser Bedarf im Jahr 2015 nicht bedient werden kann. Betroffen sind hiervon vor allem Spezialbibliotheken und öffentliche Bibliotheken.

Information zu weiteren Schulungen und zu Ansprechpartnern: https://wiki.dnb.de/pages/viewpage.action?pageId=105259490

Nacharbeiten

Bereits im laufenden Projekt wurden Arbeiten, die über den ursprünglichen Arbeitsauftrag hinausgehen, aufgenommen. Hier ist vor allem die Erfassung von Werken zu nennen. Darüber hinaus sind Sachverhalte festgehalten worden, die einer erneuten Betrachtung unterzogen werden müssen, wie die Abbildung von Teil-Ganzes-Beziehungen und von Hierarchien. Außerdem werden einige der Projektarbeiten wie die Betreuung und Weiterentwicklung der Anwendungsrichtlinien für den deutschsprachigen Raum (D-A-CH) zu Daueraufgaben. All diese Aufgaben werden zurzeit zusammengetragen und gehen mit der Beendigung des Projekts im Dezember 2015 in die reguläre Arbeit der Arbeitsstelle für Standardisierung bzw. werden dort weitergeführt.

Alle Informationen zum RDA-Projekt: https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/RDA-Info

Archive und Museen

Aus dem KOOP-Litera-Treffen in Bern im Frühjahr 2014 heraus entstand eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der KOOP-Litera und Vertretern der DNB, der NB und der OBVSG. Diese Arbeitsgruppe hat sich als konkretes Vorhaben die Angleichung der Regeln für Nachlässe und Autographen (RNA) an die RDA bis zum Jahr 2017 vorgenommen und hat einen entsprechenden Antrag an den Standardisierungsausschuss gestellt, dem dieser in seiner Dezember-Sitzung 2014 einstimmig zugestimmt hat.

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind bislang Kolleginnen und Kollegen aus Archiven und Bibliotheken. Es ist jedoch geplant, auch Experten aus Museen hinzuzuziehen. Nach dem Treffen der Arbeitsgruppe Anfang März 2015 in der DNB in Frankfurt am Main wird nun ein Arbeits- und Zeitplan erstellt. Als einer der ersten Arbeitsschritte wird eine Konkordanz der Regelwerksstellen der RNA, der RDA und von ISAD(G) erstellt.

Joint Steering Committee for Development of RDA

In seiner Sitzung im November 2014 in Washington, DC, hatte das JSC über insgesamt 47 RDA-Revisionsanträge und Diskussionspapiere beraten, davon zwei Diskussionspapiere aus der deutschsprachigen Community. Erstmals wurde dabei auch ein Antrag angenommen, der eines der bisherigen Platzhalterkapitel zur Inhaltserschließung mit Leben füllt. Breiten Raum nahm in der Sitzung auch eine Diskussion mit dem Vorsitzenden des Committee of Principals (CoP) über die möglichen Veränderungen der Organisationsstruktur und die daraus resultierende Strategie des JSC ein. Die Notwendigkeit einer Internationalisierung des Standards, die zwar bereits früher postuliert, letztlich jedoch durch die Aufnahme der Deutschen Nationalbibliothek in die beiden für RDA verantwortlichen Gremien verstärkt und offenbar wurde, war eines der zentralen Themen und bildete eine Richtschnur für Entscheidungen über einzelne Anträge.

Alle im November beschlossenen Änderungen sind im April-Release des RDA Toolkits in der englischen Originalfassung enthalten. Die deutsche Übersetzung wird diese Änderungen voraussichtlich mit dem August-Release nachvollziehen.

EURIG Meeting

Am 14. April 2015 hat die European RDA Interest Group (EURIG) auf Einladung der Schweizer Nationalbibliothek in Bern getagt. Die Gruppe besteht seit 2011 und ist eine Interessenvereinigung europäischer Nationalbibliotheken und Institutionen.

Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen wurden Alan Danskin (British Library) zum Vorsitzenden, Verena Schaffner (Die Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmbH) zur stellvertretenden Vorsitzenden und Anders Cato (The Danish Agency for Culture) zum Schriftführer gewählt. Als neue Mitglieder sind der Westschweizer Bibliotheksverbund RERO und die Luxemburgische Nationalbibliothek hinzugekommen.

In Europa haben Großbritannien, die Niederlande und Casalini Libri (Italien) RDA bereits eingeführt. Im Jahr 2015 bzw. 2016 werden die D-A-CH-Länder, Finnland, Island, Lettland, Schweden, Norwegen und Tschechien folgen. In der Planungsphase befinden sich der RERO, Dänemark, die Türkei, Polen, Slowenien und Spanien. Noch keine Planungen gibt es in Luxemburg, und Frankreich möchte RDA derzeit nicht einführen.

Wichtige Themen für die Weiterarbeit auch in dieser Gruppe sind die weitere Internationalisierung des Standards RDA und seine Anpassung an die Bedürfnisse von Spezialanwendern.

AG Kooperative Verbundanwendungen

RDA

Im Berichtszeitraum fand in der AG KVA ein intensiver Austausch zu den Planungen der Schulungen für den RDA-Umstieg für die bibliografischen Daten statt.

Zwischen der Themengruppe Implementierung der AG RDA und der AG KVA wurden Fragen zur Implementierung diskutiert. In der AG KVA wurden Informationen zum Stand und zu den Problemen bei der Implementierung ausgetauscht. Ein mögliches Altdatenkonzept konnte noch nicht ausführlich besprochen werden.

Ebenfalls im Hinblick auf die bevorstehende Implementierung der RDA sollen die Dokumente der AG KVA auf notwendige Anpassungen überprüft werden. Die Durchsicht wurde begonnen mit den Festlegungen zum Z39.50-Target-Profil. Im April 2015 sollen die Festlegungen zu Metadatenlieferungen zu E-Books und E-Book-Paketen besprochen werden, ebenso die Vereinbarungen zum Datentausch in MARC 21 und die Praxisanweisungen für Nachdrucke.

Alte Drucke

Am 5. November 2014 fand ein Workshop der Themenspeichergruppe Alte Drucke der AG RDA in München an der Bayerischen Staatsbibliothek statt. Ein Ergebnis des Workshops ist, dass auf der Basis des „AAD-Standards für die autoptische Katalogisierung Alter Drucke“ eine Richtlinie zur Katalogisierung Alter Drucke erarbeitet wird, die verbundübergreifend angewendet werden soll. In der AG KVA besteht Konsens, dass das für den deutschsprachigen Raum erarbeitete Regelwerk RDA auch für das VD 17 und das VD 18 gelten soll. Ein entsprechender Antrag, der der AG Verbund vorgelegt wurde, wurde einstimmig angenommen.

E-Books

Im BVB wurde ein neues Datenmodell „Providerneutrale E-Book-Aufnahme“ für E-Books im B3Kat entwickelt. Ziel ist es, gleiche Titel von verschiedenen Anbietern zusammenzuführen. Es wurde im ALEPH-Internformat ein anwenderspezifisches, an das MAB-Feld 655 angelehntes, wiederholbares Feld 656 eingeführt, in dem eine besitzende Bibliothek den für sie gültigen Zugriffs-URL zusammen mit ihrem Besitznachweiskürzel hinterlegt. Die Realisierung des neuen Modells ist bis zum Sommer 2015 geplant.

Datentausch

Die „Vereinbarungen zum Datentausch in MARC 21“ wurden um Vereinbarungen zum Austausch von Sacherschließungsdaten erweitert und auf der Webseite der AG Verbundsysteme veröffentlicht.

Die Aleph-Verbünde und der SWB werden ihre MAB-Exportschnittstelle auf RDA anpassen. HeBIS und der GBV werden die eingefrorenen MAB-Exportschnittstellen für eine Übergangszeit weiterhin zur Verfügung stellen.

Die MARC-Import- und Exportschnittstellen sind bzw. werden auf RDA angepasst, dabei haben die Importschnittstellen Vorrang und sollen bis zum 1. Oktober umgestellt sein. Danach folgt die Umstellung der Exportschnittstellen.

Projekt VD 18

Für die nächste Phase des VD18-Projektes konnten Bibliotheken bei der DFG bis Ende Januar Interessensbekundungen abgeben. Für diese Bibliotheken werden in der VD18-Projektdatenbank mögliche Kontingente selektiert. Der Zeitplan sieht vor, dass nach Sichtung der Interessensbekundungen durch die DFG Bibliotheken Projektanträge im 2. Quartal abgeben können.

Der Austausch der VD18-Daten erfolgt bis Ende 2015 ausschließlich im MAB2-Format. Dies soll mit dem RDA-Umstieg eingestellt werden und dann in MARC 21 ausgetauscht werden. Hierfür sind die Festlegungen für das VD 18 zum Datentausch in MAB und MARC erfolgt und den RDA-Bestimmungen entsprechend angepasst.

Culturegraph

Termingerecht haben die Verbünde ihre halbjährliche Gesamtlieferung, ca. 140 Millionen Titelsätze, bereitgestellt, sodass erstmalig alle Datenbestände mit gleichem Abzugsdatum geclustert werden konnten. Die Bündelung in Culturegraph wurde im Februar fertiggestellt.

In Absprache mit der AG KVA sollen die Informationen, die in den einzelnen Datensätzen eines Bündels vorliegen, auf einfache Art und Weise den Teilnehmer bereitgestellt werden, um damit beispielsweise ihre eigenen Daten anreichern zu können. Schwerpunktmäßig sollen Informationen der Inhaltserschließung (RVK, DDC, Schlagwörter) angeboten werden.

Der ursprüngliche Vorschlag der AG KVA, der auf Linked-Data-Strukturen basiert, ermöglicht nach Ansicht der Linked-Data-Experten keine korrekte Modellierung, da die Einbettung der komplexen XML-Strukturen zum einen nicht dem RDF-Datenmodell folgt und zum anderen eine Doppelung der Informationen produzieren würde. Daher wurde im Dezember 2014 ein alternativer Modellierungsvorschlag in der AG KVA erörtert, Ende März von der DNB ausformuliert und an die AG KVA zur Beurteilung geschickt. Der neue Vorschlag sieht ein Culturegraph-Bündel-Format mit MARC 21-Fragmenten vor. Er beschreibt eine einfache XML-Struktur auf MARC 21-Basis mit ausgewählten Feldern eines MARC 21-Datensatzes, die für die Anreicherung in den lokalen Datenbanken genutzt werden können.

BIBFRAME

Die Veröffentlichung einer neuen, konsolidierten Version „2.0“ des Vokabulars ist für den Frühsommer 2015 vorgesehen. Die Library of Congress startet ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen mit Hilfe des BIBFRAME-Editors Katalogisate „born BIBFRAME“ erstellt werden. Dabei werden die entstandenen Daten aus BIBFRAME nach MARC 21 konvertiert und in die produktive Umgebung eingebracht. Manuelle Ergänzungen sind eingeplant, sodass vollwertige MARC 21-Datensätze entstehen, die über das neu in MARC 21 definierte Feld 884 „Description Conversion Information“ als konvertiert gekennzeichnet werden können. Auf diese Weise werden Erfahrungen mit den verwendeten Tools gemacht, und es können Rückschlüsse für die Weiterentwicklung von Modell und Vokabular sowie für die Gestaltung von Profilen gezogen werden.

Das Projekt „Linked Data for Libraries“ („LD4L“) der drei Partner-Universitäten Cornell, Harvard und Stanford soll mit Linked-Data-Mitteln ein System aufbauen, das der Forschung schnellen und sicheren Zugang zu Informationen bietet. Die erste Phase ist auf zwei Jahre (2014/2015) angelegt. BIBFRAME spielt hier eine Rolle als Vokabular für bibliografische Daten, im Wesentlichen solche, die aus MARC erzeugt werden, aber auch schon in BIBFRAME generierte. Durch die Beschreibung von Use Cases wird ermittelt, welche Bausteine notwendig sind: bibliografische Daten in unterschiedlichen Formaten, Personendaten mit ihren Identifiern und Nutzungsdaten. Vorhandene Tools wie VIVO und Hydra werden produktiv genutzt, anderes wird entwickelt. Im Februar 2015 fand unter Beteiligung der DNB ein Workshop statt, bei dem die bisherigen Ergebnisse vorgestellt wurden und Reaktionen der eingeladenen Fachleute diskutiert wurden.

OCLC setzt bei seinen Linked-Data-Aktivitäten im Wesentlichen auf schema.org, das Vokabular der vier großen Suchmaschinenbetreiber. Nachdem einige wesentliche Ergänzungen von Bibliotheksseite in schema.org eingebracht worden sind, ist jetzt eine Vorgehensweise erkennbar, eine Unter-Domain von schema.org für bibliografische Daten einzurichten. OCLC selbst hat das Zusatz-Vokabular bibliograph.net angelegt, um weitere mögliche Ergänzungen zu handhaben und zumindest temporär nutzbar zu machen. Es wird betont, dass damit keine Konkurrenz zu BIBFRAME beabsichtigt ist, vielmehr ergänzen sich die beiden Ansätze. Ein gemeinsames Papier der Library of Congress und von OCLC beschreibt dies unter dem Titel „Common Ground“ zunächst auf der Modell-Ebene, bevor im Laufe des Jahres ein umfangreiches Papier auf detailliertere Fragen des Mappings eingehen soll.

Parallel dazu verfolgt die Firma Zepheira mit BIBFRAME das Ziel, Bibliotheken bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, mit ihren Daten im World Wide Web sichtbar zu werden statt lediglich über Portale erreichbar zu sein, die für das Web „dunkel“ sind. Im „Libhub“ werden Daten gesammelt, nach BIBFRAME konvertiert, miteinander relationiert und dann veröffentlicht. Suchmaschinenbetreiber sollen die Daten nutzen und in ihre Umgebungen integrieren. Einen ersten Eindruck vermittelt die Denver Public Library mit ihrer Sammlung von privaten Papieren von Molly Brown. Eine Ausweitung auf alle beteiligten Bibliotheken und ihre Sammlungen ist für den Sommer 2015 zu erwarten.

Arbeitsgruppe Gemeinsamer Verbünde Index (GVI)

Seit dem letzten Bericht haben sich die Vertreter der Verbünde mehrfach in Telekonferenzen getroffen und anstehende Aufgaben besprochen. Es wurde beschlossen, bis Anfang Mai 2015 die letzten Detailprobleme zu beheben und mit dem Einspielen in eine produktive Umgebung zu starten.

Die vorgesehene Konfiguration der Datenabbildung wurde inzwischen mehrfach getestet und hat sich als funktional erwiesen. Noch nicht abschließend geklärt ist, ob Suchfelder doppelt (zusätzlich in einer lesbaren Variante) gespeichert werden sollen.

Zur Beschreibung des Systems und zur Unterstützung der Entwicklung wurde bei Github ein öffentliches Projekt aufgesetzt (https://github.com/gemeinsamerverbuendeindex).

AG Leihverkehr

Einer der Schwerpunkte der letzten Sitzung der AG Leihverkehr am 11. Dezember 2014 war die Verabschiedung einer Empfehlung der AG Leihverkehr zur Erfassung von Fernleihdaten zu E-Zeitschriften. Sie steht u. a. auf der Website der ZDB zur Verfügung (http://www.zeitschriftendatenbank.de/fileadmin/user_upload/ZDB/pdf/arbeitshilfen/Empfehlungen_Erfassung_Fernleihdaten_final.pdf).

Weiterhin beschäftigte sich die Arbeitsgruppe im Berichtszeitraum mit der Adressdatei der ZDB in einer eigenen Arbeitsgruppe. Hier wurde festgehalten, dass der Austausch des Adresstabellen durch die Adressdatei der ZDB abgelöst werden soll. Die Verbünde werden ihre Daten in den nächsten Monaten im Hinblick darauf überprüfen.

RVK

Bereits im Jahr 2013 wurde seitens der AG Verbund die Bereitstellung der RVK als updatefähige Normdatei gefordert. In der Folge wurden zwischen dem BSZ und der UB Regensburg Gespräche über eine Zusammenarbeit im Bereich der RVK aufgenommen. Ziel der gewünschten Zusammenarbeit ist es, die RVK als Normdatei auszubauen und regelmäßige Datenlieferungen für die Anwender bereitzustellen. Folgende Ergebnisse konnten im Berichtszeitraum erzielt werden:

Umstrukturierung der Redaktionsdatenbank

Die bisherige Redaktionsdatenbank (Masterdatenbank) wurde zum 15. März 2015 durch eine neu strukturierte Datenbank ersetzt und die Inhalte wurden in die neue Struktur überführt.

Die neue Redaktionsdatenbank zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Texte sind durchgängig in die UTF-8 Zeichenkodierung überführt.

  • Hierarchiebeziehungen werden über Identnummern statt wie bisher über Notationen hergestellt.

  • Die Registereinträge sind über GND-Nummern mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) verknüpft.

Verwaltungsoberfläche zur Redaktionsdatenbank

Zur neuen Version gibt es Eingabemasken und Werkzeuge, die den Redaktionsprozess unterstützen und die Stabilität der RVK-Identnummern sicherstellen. Alle in der Analysephase erkannten Typen von Änderungen, Neumeldungen Löschungen, Änderungen (Inhalt bleibt gleich) und Änderungen (auch Inhalt ändert sich) können mit der neuen Oberfläche durchgeführt werden.

Seit dem 15. März 2015 wird die inhaltliche Weiterentwicklung der RVK nur noch mit der neuen Redaktionsdatenbank betrieben.

Arbeitspakete für das 2. Quartal (15. März – 15. Juni)

Bis zum 15. Juni werden die weiteren Komponenten, die von der Redaktionsdatenbank gespeist werden, auf die neue Datenbankstruktur umgestellt. Das sind u. a.:

  • die Benutzeroberfläche der RVK-Online im RVK-Portal,

  • die Komponenten für den Datenbankabzug im XML-Format.

Datenbankabzug im XML-Format

Trotz geänderter Datenbankstruktur werden die Daten der RVK für die Versorgung der Verbundsysteme zunächst im bisher verwendeten Format geliefert. Den Zeitpunkt für die Umstellung auf das neue Format können die abnehmenden Systeme individuell nach ihren Bedürfnissen wählen.

Weitere Schritte

Ab dem 15. Juni ist geplant, Updatelieferung in MarcXML für Testzwecke zur Verfügung zu stellen.

Deutsche Digitale Bibliothek/Europeana

Die Deutsche Nationalbibliothek nimmt für das Gemeinschaftsprojekt „Deutsche Digitale Bibliothek“ (DDB) die Aufgabe des Koordinators des Kompetenznetzwerks wahr. Ihr obliegt die Projektleitung einschließlich der Koordinierung der Partner im Kompetenznetzwerk DDB (KNW), des technischen Betreibers und der Umsetzungspartner. Die DNB betreibt darüber hinaus die zentrale Servicestelle der DDB, die Kultur- und Wissenseinrichtungen in organisatorischen und technischen Fragen zur Datenlieferung berät und für effiziente Verfahren beim Datenclearing sorgt. Die Servicestelle wird von Fachstellen unterstützt, die an Kultureinrichtungen der unterschiedlichen Sparten angesiedelt sind.

Im 4. Quartal 2014 und im 1. Quartal 2015 konnten erneut je mehr als 1 Mio. Objektdatensätze in die DDB eingespielt werden, sodass die Gesamtzahl der in der DDB nachgewiesenen Kulturobjekte Ende März 2015 auf über 12 Mio. anstieg. Etwa die Hälfte davon verweisen auf ein digitales Objekt. Der Schwerpunkt lag im Nachgang des erfolgreichen Starts des Archivportal-D – eine genre- und sparten-spezifische Sicht auf dieses Material – zunächst erneut auf den Archiven. Im 1. Quartal 2015 wurden dann vermehrt Bibliotheksbestände in die DDB integriert. Einen wichtigen Schwerpunkt für die kommenden Monate bilden die Museen. Hier ergibt sich vor allem durch die Einstellung des Betriebes des BAM-Portals zur Jahresmitte 2015 ein wichtiger Anknüpfungspunkt, den Einrichtungen ein neues Angebot für ein zentrales Nachweis- und Zugangssystem zu machen.

Technische Entwicklungen

Kleinere Erweiterungen wurden an den Kernkomponenten des DDB-Systems vorgenommen – also dem Backend, dem Ladesystem und dem Frontend. Verbesserungen fanden auch an den Favoritenlisten und den Institutionsseiten statt. Die Objektseiten wurden um eine Funktion zur Anzeige ähnlicher Objekte ergänzt. Einen wichtigen Schwerpunkt bildeten die Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO), mit denen eine bessere Auffindbarkeit des vollständigen DDB-Angebots durch Suchmaschinen sowie ein möglichst gutes Ranking in den Trefferlisten erzielt werden soll. Schließlich wurden die Arbeiten am Content-Management-System abgeschlossen, mit dem redaktionelle Inhalte des DDB-Portals bequem erstellt und bearbeitet werden können. Darüber hinaus werden derzeit die Arbeiten an mehreren Komponenten abgeschlossen, die sich an die Kultur- und Wissenseinrichtungen richten und die Prozesse in der Servicestelle unterstützen. Die DNB treibt die Entwicklung eines spartenübergreifenden Dienstes voran, der es ermöglicht, für unterschiedliche Ressourcen Persistente Identifikatoren (PI) zu vergeben, zu verwalten und aufzulösen. Derartige PI-Dienste sind für übergreifende Nachweissysteme wie die DDB eine tragende Säule, sie sind in der Kultur-Domäne außerhalb des Bibliotheksbereichs aber noch kaum verbreitet. Auch im Falle des auf der Gemeinsamen Normdatei (GND) basierenden Webservice Entity Facts, der von DNB und DDB kooperativ entwickelt wird, wird die inhaltliche Verzahnung zwischen DDB und DNB deutlich. Der Dienst, der derzeit vor allem für die dynamische Erzeugung von Personenseiten im DDB-Portal und damit für die semantische Verknüpfung von Objekten miteinander eingesetzt wird, wird derzeit konzeptionell weiterentwickelt. Zukünftig sollen insbesondere auch Informationen über Körperschaften abrufbar gemacht werden.

Umfangreiche Arbeiten gab es schließlich auch im Bereich der Kontrollierten Vokabulare. Sie spielen eine zentrale Rolle für die Qualität der Daten der DDB und ermöglichen eine bessere Vernetzung der Objekte der DDB.

Nutzung des DDB-Portals

Die Nutzungszahlen des DDB-Portals konnten in den vergangenen sechs Monaten deutlich gesteigert werden. Von August 2014 bis Februar 2015 haben sie sich um 220 % erhöht, also mehr als verdreifacht. Sie liegen jetzt bei täglich 5.400 individuellen Nutzern bzw. 5.800 Nutzern an Werktagen.

Zur Steigerung der Bekanntheit der DDB mit dem Ziel, die Anzahl der Direkteinstiege zu erhöhen, sind weitergehende Marketingmaßnahmen erforderlich. Um die Einstiegszahlen über Webseiten zu erhöhen, sind u. a. strategische Partnerschaften vorstellbar – etwa mit der Wikimedia.

Das Archivportal-D als ergänzendes Produkt der DDB weist ebenfalls steigende Zugriffszahlen auf, auch wenn sie sich derzeit noch im niedrigen dreistelligen Bereich (tägliche Besucher) bewegen.

Eine weitere Nutzung erfährt die DDB über die Programmierschnittstelle (API).

Strategieentwicklung

Im November 2014 lief die sogenannte Arbeitsphase des Strategieprozesses aus. Hieraus entstanden ist ein Strategieplan für die Jahre 2015–2020, der sich nun in der finalen Abstimmungsphase befindet.

Aus den im Strategieplan vorgezeichneten groben Linien, die auch im Evaluierungsgutachten vom Mai 2014 ihre Entsprechung haben, ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für die zukünftige Weiterentwicklung der DDB. Konzeptarbeit findet derzeit in folgenden Themenfeldern statt bzw. ist für das Jahr 2015 in Vorbereitung: Grundsätzlicher Technik-Review/Dokumentation, Umstellung der Transformationsarchitektur auf EDM als Basis-Format, Suche im Portal, Suchmaschinenoptimierung, Nutzerkonzept und Nutzungsanalysen, Ausbau des API als wichtigster Baustein für die Plattform-Funktion der DDB, Errichtung eines Zeitungsportals, Aufbau eines Jugendportals, Verknüpfung mit Wikipedia, Normdaten und kontrollierte Vokabulare, Aufbau einer Aggregatorinfrastruktur sowie Verbesserung des Datenhandlings.

Weiterfinanzierung und Verstetigung

Um die Aktivitäten der DDB über das derzeitige Ende der durch das Bund-Länder-Finanzabkommen geregelten Finanzierung Ende 2015 hinaus zu sichern, gibt es derzeit auf allen Ebenen Aktivitäten, die angestrebte Verlängerung und Verstetigung der finanziellen Förderung durch die Mittelgeber zu realisieren. Das Kuratorium der DDB hat die Empfehlung zur Weiterfinanzierung gemeinsam mit dem positiven Evaluierungsgutachten und die erhöhte Mittelforderung an die Gremien der Länder sowie den Bund auf den Weg gebracht.

Sonstige Aktivitäten

Im Rahmen ihrer Rolle als Koordinator und Betreiber der Servicestelle übernimmt die DNB auch redaktionelle Arbeiten für die DDB. Dazu zählt insbesondere die Begleitung bei der Erstellung virtueller Ausstellungen, von denen sich neben den zwei jetzt veröffentlichten drei weitere in der Vorbereitung befinden (Dresdner Maya-Codex, Kino im Ersten Weltkrieg, 300-jähriges Stadtjubiläum Karlsruhe). Weitere Schwerpunkte waren die Glossarentwicklung, die Unterstützung beim Bespielen des Twitter-Kanals @ddbkultur sowie die Erstellung eines täglichen Kalenderblattes auf der Basis von in der DDB verfügbaren Objekten.

Aus den zahlreichen Aktivitäten in der Fachöffentlichkeit sind vor allem die Mitveranstaltung des Kultur-Hackathons „Coding da Vinci“ (gemeinsam mit Wikimedia, der Open Knowledge Foundation und digiS), der 2015 bereits zum zweiten Mal stattfindet, sowie die Zusammenarbeit mit Europeana hervorzuheben.

Europeana

Die Situation bezüglich der Europeana gestaltet sich schwieriger. Zwar gibt es eine Grundfinanzierung, der Rahmen für Projekte ist jedoch massiv kleiner geworden. Es ist geplant, die virtuellen Ausstellungen wiederzubeleben und insgesamt die Sichtbarkeit der Europeana deutlich zu erhöhen.

Die geplante Überführung des TEL-Portals (The European Library) in die Europeana konnte noch nicht vollzogen werden. Sobald dies erfolgt ist, wird das TEL-Portal abgeschaltet.

Termine der nächsten Sitzungen

Die 69. Sitzung findet am 17. und 18. November 2015 in Zürich statt. Die 70. Sitzung wird im April 2016 in Göttingen stattfinden.

About the article

Published Online: 2015-10-09

Published in Print: 2015-10-31


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 49, Issue 10-11, Pages 978–994, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0116.

Export Citation

© 2015 by De Gruyter. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License. BY-NC-ND 3.0

Comments (0)

Please log in or register to comment.
Log in