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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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ISSN
2194-9646
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Volume 49, Issue 3-4

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DINI-Positionen zur Umsetzung der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung

Published Online: 2015-03-18 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0027

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Die rasant fortschreitende Digitalisierung von Forschung und Lehre stellt Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen vor vielfältige Herausforderungen. Forschende, Lehrende und Studierende erwarten innovative, möglichst zeit- und ortsunabhängige, digitale Dienstleistungen von ihren zentralen Infrastruktureinrichtungen. Das Management großer Mengen von Forschungsdaten, der offene Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen (Open Access) sowie die Unterstützung des Forschens, Lernens und Lehrens in virtuellen Umgebungen sind nur einige der Handlungsfelder, mit denen sich Bibliotheken, Medien und Rechenzentren sowie Einrichtungen der Hochschulverwaltung aktuell befassen.

Als überregionaler Zusammenschluss dieser Infrastruktureinrichtungen unterstützt und gestaltet die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) – www.dini.de – die Digitalisierung in Forschung, Lehre und wissenschaftlicher Verwaltung seit vielen Jahren. DINI begrüßt ausdrücklich, dass sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer „Digitalen Agenda“ und der „Hightech-Strategie“ mit dem digitalen Wandel an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen befasst.

Das Studieren und die Forschung mit Unterstützung des Netzes bieten vielfältige Chancen, bringen jedoch auch rechtliche, organisatorische, finanzielle und technische Herausforderungen mit sich. Damit Forschende, Lehrende und Lernende die vielfältigen Chancen der Digitalisierung nutzen können, bedarf es einer digitalen Informationsinfrastruktur, die sicherstellt, dass z. B. Vorlesungsverzeichnis, digitale Bibliothek, virtuelle Forschungsumgebung und Online-Kurs rund um die Uhr verfügbar sind.

DINI regt eine rasche Umsetzung der für Bildung, Forschung und Wissenschaft relevanten Maßnahmen in den Handlungsfeldern der „Digitalen Agenda“ und der „Hightech-Strategie“ der Bundesregierung an. Der Diskussionsprozess über die vorgeschlagenen Maßnahmen rund um die digitale Wissenschaft und Bildung sollte in einem offenen Dialog mit den Einrichtungen der Informationsinfrastruktur geführt werden.

Bei folgenden Themen der „Digitalen Agenda“ sieht DINI Handlungsbedarf und die Möglichkeit, die langjährigen Erfahrungen der Arbeitsgruppen und Aktivitäten von DINI sowie das Know-how seiner Mitgliedereinrichtungen in die öffentliche Diskussion einzubringen:

  • 1.

    Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht: Die angemessene Nutzung digitaler Inhalte in Forschung, Lehre und Studium darf nicht durch überholte und unzeitgemäße Urheberrechtsregelungen ausgebremst werden. DINI unterstützt daher die im Koalitionsvertrag und in der „Digitalen Agenda“ festgelegte Absicht, eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrechtsgesetz einzuführen. Dazu bietet DINI der Politik die Zusammenarbeit im Vorfeld und im Gesetzgebungsverfahren an. DINI arbeitet seit Langem eng mit dem Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ zusammen.

  • 2.

    Open-Access-Strategie: Der offene Zugang und die Nutzbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen eröffnen der Forschung neue Perspektiven und verbessern den Transfer der Ergebnisse in Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. DINI wird den Aufbau und die Vernetzung von Open-Access-Repositorien weiter gestalten, um den Transformationsprozess hin zu Open Access voranzutreiben. DINI verfolgt seit vielen Jahren das in der „Digitalen Agenda“ formulierte Ziel einer „umfassende[n] Open-Access-Strategie“. Der „Zugang zu öffentlich geförderten Forschungspublikationen und -daten“ kann dabei nur ein erster Schritt sein. Mit dem Zertifikat „Open-Access-Repositorien und -Publikationsdienste“ hat DINI einen weltweit anerkannten Standard zum Betrieb von Open-Access-Infrastrukturen geschaffen.

  • 3.

    Forschungsdateninfrastrukturen: Die Weiterentwicklung der digitalen Informationsinfrastrukturen zum Management wissenschaftlicher Daten wird im Rahmen der „Digitalen Agenda“ als notwendig betrachtet, um Transparenz, Reproduzierbarkeit und Effektivität in der Wissenschaft zu fördern. DINI wird die Professionalisierung des Forschungsdatenmanagements unterstützen und den Aufbau von Informationsinfrastrukturen zum Management von wissenschaftlichen Daten durch den Experten-Dialog fördern. Mit Workshops und dem DINI-Projekt „re3data.org – Registry of Research Data Repositories“ sowie der Website Forschungsdaten.org wird dieses Anliegen unterstützt.

  • 4.

    Digitales Lernen: DINI begrüßt die Absicht der Bundesregierung zu einer „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“, in der eine Strategie „Digitales Lernen“ entwickelt werden soll. Neue Verfahren und Techniken der digitalen Lehre eröffnen Lehrenden und Lernenden nachhaltig neue Kompetenzen im Umgang mit wissenschaftlichem Wissen. Ob Massive Open Online Courses (MOOCs) oder Open Educational Resources (OER), DINI begleitet die Diskussion zu innovativen Verfahren des digitalen Lernens und ist ein Forum für den Erfahrungsaustausch. Veranstaltungen und Wettbewerbe haben dafür bereits wichtige Inputs und Impulse gegeben.

  • 5.

    Digitale Verwaltung an wissenschaftlichen Einrichtungen: Wachsende Studierendenzahlen, gesteigerte Anforderungen an das Berichtswesen und neue Forschungsverbünde, wie z. B. Allianzen und Cluster, wirken auf die digitalen Verwaltungen an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen ein. In diesem Kontext begleitet DINI die Entwicklung innovativer Forschungs- und Publikationsdatenbanken und fördert Kooperation und Know-how-Transfer. Aktuell liegt der Fokus auf der Einführung und Weiterentwicklung von Forschungsinformationssystemen, die alle relevanten Informationen über die Forschungsaktivitäten bündeln und sichtbar machen.

Göttingen, den 15. Januar 2015 Prof. Dr. Andreas Degkwitz (Vorsitzender)

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Published Online: 2015-03-18

Published in Print: 2015-03-31


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 49, Issue 3-4, Pages 240–242, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0027.

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© 2015 by De Gruyter. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License. BY-NC-ND 3.0

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