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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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ISSN
2194-9646
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Volume 49, Issue 3-4

Issues

Bericht aus der 67. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 18. und 19. November 2014 in Köln – Stand: November 2014

Renate Behrens
Published Online: 2015-03-18 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0028

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Auf Einladung des Hochschulbibliothekszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen traf sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zu ihrer 67. Sitzung am 18. und 19. November 2014 in Köln.

Personalia

Neue Vertreterin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist Frau Dr. Angela Holzer.

CIB-Projekt

Das DFG-geförderte Projekt „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten“ (CIB) hat das Ziel, bibliothekarische Workflows und Dienste in herstellerunabhängige cloudbasierte Arbeitsumgebungen zu überführen. Zu den Arbeitspaketen des Vorhabens gehören deshalb, neben der Synchronisierung der Plattformen von OCLC und Ex Libris, die Konzeption und der Aufbau eines deutschlandweiten einheitlichen Datenraums und die Einbindung von Norm- und Fremddatenangeboten in diese Plattformen.

Projektstart war der 1. September 2013 und das Projekt wird in der ersten Phase über drei Jahre gefördert. Projektpartner sind das Hessische Bibliotheksinformationssystem (HeBIS) als Konsortialführer, der Bibliotheksverbund Bayern (BVB) und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV).

Das Projekt beinhaltet vier Arbeitspakete:

  • Integration zentraler Katalogisierungsressourcen in die Plattformen (GND, ZDB, Fremddaten, Kataloganreicherungen),

  • Datenmanagement/Regelwerksfragen,

  • Schutz personenbezogener Daten,

  • Plattform-Synchronisation.

Im Rahmen des Arbeitspakets 1 ist eine bidirektionale Synchronisation zwischen der Gemeinsamen Normdatei (GND) und den Plattformen geplant. Hierzu finden zurzeit Verhandlungen mit den Systemanbietern statt.

Weiterhin wurden allgemeine Grundprinzipien zur Erfassung bibliografischer Metadaten in den Katalogisierungsplattformen ausgearbeitet. Diese sollen plattformübergreifend sein, ein einheitliches Regelwerk und einheitliche Regelwerksanwendung sowie ein einheitliches (externes) Datenformat als Ausgangsbasis haben. Es wurden Forderungen an die Plattformbetreiber ausgearbeitet und vorgelegt.

Im weiteren bisherigen Projektverlauf wurden Analysen der Datenqualität im WorldCat bezüglich Bestand, Datenmodell und Deduplizierung vorgenommen sowie datenschutzrechtliche Fragen angesprochen.

Durch die geplante Synchronisation der Metadaten deutscher Bibliotheken entsteht ein „deutscher Datenraum“ innerhalb der beiden betrachteten Plattformen. Dieser soll die OCLC Number (OCN) als gemeinsamen, plattformübergreifenden Identifikator führen. Die Deduplizierung soll im OCLC WorldCat stattfinden.

Nach den bislang durchgeführten Arbeiten im Projekt konnte folgende Zwischenbilanz gezogen werden. Die Dienste aus der „Cloud“ sind als Option unstrittig. Dies bedeutet für die konkrete Ausgestaltung:

  • Aufbau eines einheitlichen deutschen Datenraums über eine Plattformsynchronisation im deutschen Datenpool,

  • Integration der GND, ZDB in Plattformen,

  • Aufgreifen von datenschutzrechtlichen Fragen,

  • Bearbeitung von Fragen zur Katalogisierungspraxis und zum Datenmanagement.

Konkret geplante nächste Schritte des Projekts sind:

  • der schrittweise Aufbau der (Plattform)Synchronisation

  • unmittelbar (WorldCat – Alma GNZ),

  • nationales Datenfenster (Lizenz + Prototyp),

  • praktische Umsetzung der GND-Integration (2015) und der ZDB-Anbindung,

  • Cloud-Betrieb: Sicherheitskonzept, Verfahrensverzeichnisse, Datenkataster,

  • CIB-Datenmodell bis Februar 2015,

  • Datenqualität/Deduplizierung WorldCat,

  • Pilotbetrieb Alma German Network Zone.

Der Beirat des CIB-Projekts gab in seiner letzten Sitzung am 23. September 2014 folgende Empfehlung:

  • Eine einheitliche Katalogisierung aller Materialien, auch von Periodika und elektronischen Ressourcen, in den internationalen Plattformen. Eine Aufspaltung der Katalogisierung nach Materialart sollte vermieden werden.

  • Die ZDB erhält aus den internationalen Plattformen über eine Versorgungsschnittstelle alle Neueinträge und Änderungen von bzw. an Periodika, um weiterhin Dienste anbieten zu können.

  • Eine Abwägung des Aufwandes zur Synchronisation der Plattformen gegen eine direkte Katalogisierung aller Bibliotheken in den OCLC WorldCat.

  • Ein einheitliches Vorgehen hinsichtlich der Weiterentwicklung von Katalogisierungsregeln im Rahmen des CIB-Datenmodells.

Der DFG-Unterausschuss Informationsmanagement hat die erste Phase des CIB-Projekts evaluiert und empfiehlt die Weiterförderung des Projekts. Darüber hinaus wird die Ausarbeitung unterstützender Projekte angeregt.

Die Mitglieder des CIB-Projekts haben Vorschläge für Kooperationen und flankierende Projekte gemacht. Mögliche Handlungsfelder sind hier:

  • das nationale Datenfenster,

  • die German Network Zone,

  • die Verbesserung der nationalen Infrastruktur (z. B. Aufbau einer „Konsortial-“ oder „Geschäftsstelle Bibliotheksdienste“ oder der Informationsaustausch über Anwendertreffen).

Electronic Resource Management (ERM)

Das Projekt „Electronic Resource Management“ ist auf die Entwicklung eines bundesweit einsetzbaren, mandantenfähigen Systems ausgerichtet, welches das Management elektronischer Ressourcen lokal, regional sowie national unterstützt und die Bibliotheken bei den entsprechenden Verwaltungsaufgaben entlastet. Die DFG fördert in einem ersten Schritt die ersten zwei Arbeitspakete des Projekts: die Bedarfserhebung und die Konzeption des Gesamtsystems.

Im Rahmen des ersten Arbeitspakets führte das Projektteam, bestehend aus der UB Freiburg, der UB Frankfurt, der Verbundzentrale des GBV und unter Federführung des hbz, Interviews mit etwa 20 ausgewählten Experten aus verschiedenen Bibliotheken und Konsortialstellen, wodurch vielfältige Anregungen zu Fokus, Konzeption und Chancen des Systems gewonnen wurden. Zusätzlich legten etwa 200 wissenschaftliche Bibliotheken aus Deutschland im Juni und Juli 2014 in einer Nutzerumfrage ihre Anforderungen an ein ERMS dar und wirkten so daran mit, dass das geplante System auf die Bedürfnisse späterer Nutzer zugeschnitten wird.

Parallel dazu haben die Arbeiten am ebenfalls geförderten Arbeitspaket 2 „Konzeption des Gesamtsystems“ begonnen. In einem ersten Schritt soll ein Datenmodell konzipiert werden, das die spezifischen Anforderungen deutscher Bibliotheken und Konsortialstellen abbildet.

Das Projekt, das eine Laufzeit bis Ende Oktober 2015 hat, liegt im Zeitplan. Die durchgeführten Experteninterviews und Nutzerumfragen werden zurzeit ausgewertet. Das Arbeitspakt 2 ist abgeschlossen. Aus den Ergebnissen der bislang durchgeführten Arbeiten soll voraussichtlich im April/Mai 2015 ein Folgeantrag gestellt werden. Ziel ist der Aufbau eines Systems für alle Bibliotheken.

Einführung der RDA im deutschsprachigen Raum (RDA-Projekt)

Alle Arbeitspakete des RDA-Projekts befinden sich im Rahmen der im Gesamtzeitplan ausgewiesenen Zeiten. Mit dem Abschluss des Umstiegs der Gemeinsamen Normdatei auf RDA nach der vereinbarten dreimonatigen Übergangszeit wurde am 15. Oktober 2014 der erste Projektmeilenstein erreicht und das Arbeitspaket 3 Normdaten abgeschlossen.

Dank der intensiven Vorbereitungen aller Arbeitsgruppen konnte der weitaus größte Teil der für die Implementierung erforderlichen Anwendungsrichtlinien für den deutschen Sprachraum im Sommer 2014 fertiggestellt und in das RDA Toolkit eingebracht werden. Dort sind sie unter dem Button „D-A-CH“ seit Mitte August sichtbar. Zuvor wurden alle Anwendungsregeln dem Standardisierungsausschuss zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

Die Anwendungsregeln werden bei Bedarf mit Erläuterungen, Beispielen oder Arbeitshilfen angereichert und bilden in ihrer Gesamtheit unter dem Namen Anwendungsrichtlinie ein Set für den deutschen Sprachraum. Bereits seit Januar 2014 werden die jeweils fertiggestellten Anwendungsregeln als PDF-Dateien sukzessive im RDA-Info-Wiki der DNB unter https://wiki.dnb.de/x/6gRQBQ bereitgestellt.

Das für den deutschen Sprachraum bereits zu Beginn des Projekts erarbeitete Standardelemente-Set liegt für den Bereich der bibliografischen Daten in einer aktualisierten Version 1.3 vor (https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Regelwerk). Das Standardelemente-Set für Normdaten ist unverändert.

Seit Sommer 2013 steht in der Deutschen Nationalbibliothek ein Abzug des Gesamtbestands als Testsystem für die Erfassung nach RDA zur Verfügung. Die Zeitschriftendatenbank (ZDB) beteiligt sich aktiv an diesen Tests, alle weiteren Partner in der AG RDA haben einen lesenden Zugriff auf das Testsystem und können sich bei Bedarf auch aktiv beteiligen. Bereits getroffene Entscheidungen für die Formatanpassungen werden sukzessive in regelmäßigen Releases eingebracht. Im Herbst 2014 erfolgte das fünfte Release. Bislang wurden Monografien, fortlaufende Ressourcen, Musik-Ressourcen und in einer kleinen Auswahl auch Archivalien und unikale Bestände aus den Sondersammlungen der DNB getestet.

Seit Herbst 2014 findet ein externer Test im Testsystem der DNB statt. Die HTWK Leipzig führt im Wintersemester 2014/2015 mit einer Gruppe von Studierenden im Rahmen des Masterstudiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft einen Wahlkurs „Aktuelle Tendenzen der Katalogisierung (RDA)“ Tests zur Erfassung mit RDA durch.

Ein weiterer externer Test mit dem Schwerpunkt Schulbücher ist in Zusammenarbeit mit der Forschungsbibliothek des Georg-Eckert-Instituts, Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, und dem GBV geplant.

Bei den Partnern im RDA-Projekt finden eigene Tests im OBV und im BVB statt.

Der erste Meilenstein innerhalb des RDA-Projekts wurde mit der produktiven Erfassung der Normdaten nach RDA am 15. Oktober 2014 erreicht. Zu Beginn der Übergangszeit am 1. Juli standen alle Anwendungsrichtlinien und der überwiegende Teil der Erläuterungen sowie die Arbeitshilfen für die Erfassung in der Gemeinsamen Normdatei zur Verfügung. Bereits im Frühjahr waren die Schulungsunterlagen in einem kooperativen Verfahren in der Unterarbeitsgruppe GND ausgearbeitet worden. Die Schulungen wurden bei allen Partnern mit diesen Unterlagen zwischen Juni und Oktober 2014 durchgeführt.

Die Unterarbeitsgruppe GND befasst sich seit der Implementierung der RDA in die GND mit den noch ausstehenden Arbeiten, den aus den GND-Schulungen entstandenen Nacharbeiten und ist im Arbeitspaket Schulungen mit eingebunden. Für den Umstieg am Projektende müssen die GND-Schulungsunterlagen um die Bereiche ergänzt werden, die erst mit dem Komplettumstieg nach RDA erfasst werden. Alle Schulungsunterlagen werden aktualisiert und an die Vereinbarungen für die Gesamt-Schulungsunterlagen angepasst.

Durch die bereits bei der Entwicklung des GND-Formats vorgenommene Orientierung an den RDA mussten für die Implementierung der RDA in die GND keine Änderungen am Format vorgenommen werden.

Dieses Arbeitspaket hat die technische Durchführung der Implementierung der RDA zum Inhalt und begann im Oktober 2013. Seit Projektbeginn fanden jedoch bereits vorbereitende Arbeiten z. B. für die Erfassung der Werkebene und die Abbildung von Teil-Ganzes-Beziehungen statt.

Bis Mitte Oktober 2014 wurden alle für die Implementierung der RDA Ende 2015 erforderlichen Anforderungen an die Formate und Systeme zusammengetragen. Sowohl beim Datenformat als auch bei den Datenstrukturen besteht Kontinuität. Ausgangsbasis für die Formatänderungen sind die bestehenden Internformate und die bestehende Anwendung des Austauschformats MARC 21. Hier werden nur dann Änderungen vorgenommen, wenn sie erforderlich sind. Für die Datenstrukturen wurde zu Beginn des Projekts festgelegt, dass die FRBR-Entitäten Werk, Expression und Manifestation in einer zusammengesetzten Beschreibung erfasst werden. Zusätzlich kann für die Entität Werk ein Normdatensatz angelegt und mit der zusammengesetzten Beschreibung verknüpft werden. Bei Teil-Ganzes-Beziehungen wird zum Umstieg in der Regel die hierarchische Beschreibung weiterhin angewendet, ist jedoch bei bestimmten Sachverhalten nicht mehr vorgeschrieben, da nach RDA auch eine umfassende oder analytische Beschreibung erfolgen kann. Damit entspricht das Datenmodell für RDA weitestgehend dem heutigen gängigen Stand im deutschsprachigen Raum. Nach dem Umstieg sollen die Datenstrukturen einer weiteren Analyse unterzogen werden, um für die Zukunft auch im Hinblick auf den internationalen Gebrauch die richtigen Weichen zu stellen.

Am 23. Oktober 2014 fand in der DNB in Frankfurt ein Workshop für Systemanbieter und Systemverantwortliche statt, der von Mitgliedern der Themengruppe Implementierung und der AG Kooperative Verbundanwendungen der AG Verbund organisiert und vorbereitet wurde. Fast 100 Interessierte folgten der Einladung. Alle Informationen zu dieser Veranstaltung sind unter https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/Technische+Implementierung veröffentlicht worden.

Mit dieser Veranstaltung hat die Themengruppe Implementierung ihren ersten Meilenstein erreicht. Das Datenformat ist weitgehend festgelegt und die Systemanbieter sind über die bevorstehenden Änderungen informiert. Das bedeutet gleichzeitig, dass keine neuen Anforderungen zu Datenformatänderungen mehr angenommen werden können.

Bis zum Umstieg auf RDA ab Oktober 2015 werden ca. 40 Änderungen in den Intern- und Austauschformaten erfolgen müssen. Alle geplanten Änderungen sind in einer Tabelle zusammengefasst, die im RDA-Info-Wiki öffentlich zur Verfügung steht. https://wiki.dnb.de/pages/viewpage.action?pageId=99090449. Die DNB und die ZDB werden ab dem 1. Oktober 2015 nach RDA erfasste Daten ausliefern. Alle Partner im RDA-Projekt folgen diesem Schritt bis zum 31. Dezember.

Im Frühjahr 2014 wurde eine Themengruppe Schulungen eingerichtet und die Mitglieder trafen sich Mitte Mai das erste Mal. Alle am Projekt beteiligten Institutionen haben Vertreterinnen und Vertreter in diese Arbeitsgruppe entsandt. Als eine der ersten Aufgaben wurde ein Zeitplan für die Arbeit der Gruppe ausgearbeitet und vereinbart.

Für alle Schulungsunterlagen wurde eine standardisierte Form für die Präsentation der Inhalte sowie ein einheitliches Design vereinbart. Die bereits vorliegenden Schulungsunterlagen für die GND (Modul 4 des Schulungskonzepts) werden an die aktuellen Vereinbarungen angepasst und aktualisiert.

Nach der Zeitplanung wurde ein Schulungskonzept erstellt, das im Oktober 2014 abgestimmt wurde und unter https://wiki.dnb.de/download/attachments/94676180/Schulungskonzept.pdf?version=1&modificationDate=1418893045000 zur Verfügung steht. Es hat einen modularen Aufbau und besteht aus sechs Einzelmodulen. Darin wurden Zielgruppen definiert und die einzelnen Module von den für die Ausarbeitung zuständigen Arbeitsgruppen mittels einer Stoffsammlung beschrieben.

Die von der Themengruppe Schulungen getroffenen Vereinbarungen zu den Schulungen im Jahr 2015 greifen allerdings nur bei den Bibliotheken, die einem Verbund oder einer der weiteren Institutionen der AG RDA angehören, die selbst Schulungen durchführen werden. Der Schulungsbedarf von meist kleineren Einrichtungen, die keinem Verbund angehören, ist hoch. Unter den Mitgliedern der AG RDA besteht jedoch Konsens, dass dieser Bedarf im Jahr 2015 nicht bedient werden kann. Betroffen sind hiervon vor allem Spezialbibliotheken und öffentliche Bibliotheken.

Die Projektleitung bemüht sich daher, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Interessenverbänden und den Fachstellen für die öffentlichen Bibliotheken eine Lösung zu finden. Im Jahr 2015 sind Informationsveranstaltungen geplant bzw. bereits vereinbart und im Frühjahr 2016 plant die DNB, in Zusammenarbeit mit den Partnern aus der AG RDA eine Schulungsveranstaltung in Frankfurt für diese Institutionen anzubieten.

Im Rahmen der IFLA 2014 in Lyon wurde das RDA-Projekt im deutschsprachigen Raum während der Postersessions vorgestellt, es stieß dort auf großes Interesse. Insgesamt konnten im Rahmen des Kongresses zahlreiche Gespräche zur Einführung des neuen Standards geführt werden.

Für den Bibliothekartag 2015 in Nürnberg wird RDA im Treffpunkt Standardisierung eines der Themen sein. Nach dem großen Erfolg des RDA-Workshops in diesem Jahr ist eine gleiche Veranstaltung geplant und ein Poster zum Thema wird ebenfalls wieder zu Gesprächen einladen.

Zum Ende des Jahres 2014 wird die bisherige RAK-Liste eingestellt und eine neue Mailingliste mit dem Namen RDA-Info-Liste für die Diskussion zum Standard eröffnet werden.

Alle abgestimmten Arbeitsergebnisse werden der Fachöffentlichkeit auf der DNB-Website, im RDA-Info-Wiki, über fachliche Listen und über Social-Media-Kanäle der DNB zur Verfügung gestellt.

http://www.dnb.de/DE/Standardisierung/International/rda.html

https://wiki.dnb.de/display/RDAINFO/RDA-Info

Vertreterinnen und Vertreter der Österreichischen, der Schweizerischen und der Deutschen Nationalbibliothek haben sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengefunden. Ziel ist es, ein gemeinsames nationalbibliothekarisches Katalogisierungslevel für den deutschsprachigen Raum zu definieren. Die Gruppe hat sich am 29. Oktober 2014 das erste Mal in der DNB in Frankfurt getroffen. Bei diesem Treffen wurde ein dreistufiges Katalogisierungslevel ausgearbeitet. Dieser Vorschlag wird nun in den beteiligten Institutionen abgesprochen und fertig ausgearbeitet. Die Arbeitsgruppe möchte ihre Vereinbarung bis Anfang 2015 fertigstellen.

Die während des Workshops „RDA für Kultureinrichtungen“ im September 2013 initiierte neue Arbeitsgruppe aus Kolleginnen und Kollegen von Museen und Archiven traf sich am 5. Februar 2014 zum ersten Mal in der DNB in Frankfurt. Hier wurde über die mögliche künftige Zusammenarbeit beraten und einzelne Themenfelder wurden ausgewiesen. Leider konnte im Berichtszeitraum nicht in der bei diesem ersten Treffen gewünschten Weise weitergearbeitet werden, da die Arbeitsergebnisse an den für die Museen und Archive relevanten Stellen erst in der AG RDA ausgearbeitet werden müssen (z. B. Formangaben). Die Kommentierung solcher Stellen durch die AG RDA für Kultureinrichtungen muss nun nachgezogen werden. Erfreulicherweise konnte aber im Rahmen des jährlichen RDA-Revisionsverfahrens auch eine Stellungnahme für den Bereich Archive und Museen aus der Arbeitsgruppe heraus eingebunden werden.

In einem Teilbereich konnte ein erstes Arbeitsvorhaben ausgearbeitet werden. Aus dem letzten KOOP LITERA-Treffen in Bern heraus entstand eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der KOOP LITERA und Vertretern der DNB, der NB und der OBVSG. Diese Arbeitsgruppe hat sich als konkretes Vorhaben die Angleichung der RNA an die RDA bis zum Jahr 2017 vorgenommen und wird einen entsprechenden Antrag in die Dezember-Sitzung des Standardisierungsausschusses einbringen.

Im Rahmen von Kongressen und Veranstaltungen wurden die RDA und das Implementierungsprojekt der Bibliotheken vorgestellt. Es besteht zumindest in Teilbereichen wie den Normdaten großes Interesse, enger zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Standardisierung voranzubringen. Die Zusammenarbeit mit weiteren Kultureinrichtungen zum Thema RDA wird ein wichtiges Themenfeld bei der Weiterarbeit mit und an den RDA sein.

Im Frühjahr 2014 konnte eine Vereinbarung mit ALA Publishing über eine Konsortiallizenz für das RDA Toolkit für alle beteiligten Partner in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgeschlossen werden. Sie wird von der Deutschen Nationalbibliothek in ihrer Eigenschaft als Geschäftsstelle des Standardisierungsausschusses organisiert und durch die Bibliotheksverbünde, die Deutsche und die Schweizerische Nationalbibliothek sowie die ekz finanziert.

Auch in diesem Jahr nahm die deutschsprachige Community über die AfS am jährlichen RDA-Review-Verfahren teil. In diesem Jahr wurden 45 RDA-Revisionsanträge und Diskussionspapiere eingereicht, davon zwei Anträge aus der deutschsprachigen Community.

Die Sitzung des Joint Steering Committee for Developing of RDA (JSC) fand vom 3.–7. November 2014 in Washington, DC, statt. Die Ergebnisse werden mit dem April-Release des RDA Toolkit in der englischen Ausgabe erscheinen und voraussichtlich im August 2015 in der deutschen Ausgabe zur Verfügung stehen.

Am 25. April 2014 fand in Wien das jährliche EURIG-Meeting statt. 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus europäischen Nationalbibliotheken, wissenschaftlichen Bibliotheken sowie aus Bibliotheksverbünden und bibliografischen Agenturen berieten über RDA-Revisionsanträge und Diskussionspapiere zur Weiterentwicklung des Standards RDA. Neben der Diskussion und Bearbeitung fachlicher Fragen der Standardisierung erfolgte auch ein Erfahrungsaustausch über Themen der RDA-Implementierung. Hierbei sind besonders folgende Aspekte zu nennen: Übersetzung und Semantik, Katalogisierungssprache und Interoperabilität, Kooperationen sowie Metadaten und Umgang mit vorhandenen Daten. Neben den Bibliotheken des deutschen Sprachraums wird im Jahr 2015 die Nationalbibliothek von Finnland RDA einführen, die Nationalbibliothek von Lettland folgt im Jahr 2016. Das nächste Jahrestreffen wird 2015 in Bern stattfinden.

Arbeitsgruppe Kooperative Verbundanwendungen

Intensiv in der Arbeitsgruppe diskutiert wurde der Themenkomplex Serienverknüpfungen und hierarchische Beschreibung mehrbändiger Werke. Die Mehrheit der Verbünde spricht sich für eine Flexibilisierung bei den Serienverknüpfungen aus. Die Flexibilisierung beinhaltet, dass jeder Verbund unterschiedlich regeln kann, ob zwischen Stücktitel und Serie verknüpft wird oder nicht. Die Serienverknüpfung wird nicht generell in Frage gestellt. Die Erfassung der Serienhauptaufnahme ist davon nicht betroffen – diese wird weiterhin erstellt. Bei der Erfassung mehrbändiger Werke spricht sich die Mehrheit für die Beibehaltung der hierarchischen Beschreibung während des RDA-Projekts aus; nach Abschluss des Projekts soll die Fragestellung wieder aufgenommen werden.

Am 5. November 2014 fand ein RDA-Workshop der Themenspeichergruppe Alte Drucke in München an der BSB statt. Ein Thema des Workshops war auch die Frage der Vereinheitlichung der Regelwerke für Alte Drucke, insbesondere auch im Hinblick auf VD16, VD17 und VD18.

Die aktualisierte Fassung der CJK Praxisregeln wurde vom Standardisierungsausschuss genehmigt. Sie ist auf der Webseite der AG Verbundsysteme unter http://bit.ly/CJKPRAXIS verfügbar.

Die aktualisierte Fassung berücksichtigt die neue Umschrift des Japanischen nach DIN 32708 sowie die Umschrift des Koreanischen in der revidierten Romanisierung 2000. Die Neufassung entspricht auch den für die GND vereinbarten Erfassungsregeln.

Die „Vereinbarungen zum Datentausch in MARC 21“ wurden um Vereinbarungen zum Austausch von Sacherschließungsdaten erweitert und werden zeitnah in dieser erweiterten Version auf der Webseite der AG Verbundsysteme veröffentlicht werden.

Die Leitung des VD18-Projekts wurde von der SUB Göttingen übernommen. Für die Hauptphase des VD18-Projekts sind bei den Bibliotheken zwischenzeitlich DFG-Bewilligungen/Ablehnungen hinsichtlich der gestellten Anträge eingegangen. Folgende Bibliotheken nehmen neu am VD18-Projekt teil: UBs Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Kiel, Rostock, HAB Wolfenbüttel. Ende Juli 2014 fand in Göttingen eine erste Besprechung aller Projektteilnehmer statt.

Der Datentausch und die Übernahme von VD18-Daten in die Verbunddatenbanken wurden zunächst zwischen SWB und GBV (für die Daten der Pilotbibliotheken SLUB Dresden bzw. SBB Berlin, SUB Göttingen und ULB Halle) aufgenommen. Darüber hinaus wurden die BSB-Datensätze (für die Print- und Onlineausgaben) zur Verfügung gestellt. Im SWB wurden die Titelaufnahmen der Digitalisate von GBV und BVB eingespielt. Die Einspielung der Printaufnahmen wird folgen. Im GBV wurden die Titelaufnahmen der Digitalisate und die Printaufnahmen von SWB und BVB eingespielt.

Zur Vorbereitung der Hauptphase haben BSB/BVB, BSZ und VZG die in der Pilotphase bearbeiteten Daten für die Print- und Digitalisataufnahmen (mit Stand 31. Juli) abgezogen und zur Verfügung gestellt.

Zukünftig soll der Datentausch der VD18-Daten monatlich erfolgen (neue Sätze und Korrekturen). Der Abstand wird ggf. verkürzt, wenn mehr Daten vorliegen, sobald alle Projektbibliotheken ihre Arbeit aufgenommen haben. Bisher erfolgt der Austausch der VD18-Daten ausschließlich in MAB2-Format. Dies soll spätestens mit RDA-Umstieg eingestellt werden. Zur Vorbereitung des Datentausches für das VD18-Projekt in MARC 21 wurden die speziellen Festlegungen für VD18 überarbeitet.

Culturegraph

Ende Oktober 2014 stand die halbjährliche Gesamtlieferung aller Verbünde an Culturegraph an. Da alle Daten einen gemeinsamen Stand haben sollten, wurde für die Herbstlieferung ein gemeinsamer Termin vereinbart. Nach einer Frist von zwei Wochen wurden die Lieferungen, die bis zu diesem Zeitpunkt vorlagen, eingespielt. Ggf. wurden ältere Datenlieferungen verwendet, um die Cluster vollständig erstellen zu können. Derzeit können nur Gesamtlieferungen akzeptiert werden, ein Update-Prozess ist nicht installiert.

Zur unmittelbaren Nutzung der Culturegraph-Bündelungen wurde in der AG KVA ein Entwurf erarbeitet, um potentielle Anreicherungen für einen Datensatz bereits in einem Bündel zu ergänzen, beispielsweise RVK-Notationen oder Schlagwörter.

Ein neues Update für Culturegraph soll in Kürze zur Verfügung gestellt werden. Für die Weiterarbeit wurden Vereinbarungen zu den Namenskonventionen, zum Lieferumfang (so wenig Teilpakete wie möglich), zur Lieferung der Daten mit Newline-Zeichen getroffen und es wurden Ansprechpartner benannt.

Im nächsten Schritt werden die Daten soweit aufbereitet, dass diese nach Culturegraph importiert und geclustert werden können. Die neuen Bündel werden voraussichtlich erst Ende Januar 2015 vorliegen.

BIBFRAME

Die Bibliographic Framework Initiative hat bei der Annual Conference der American Library Association einen spürbaren Schub erfahren: In vielen Veranstaltungen und Einzelvorträgen wurde BIBFRAME thematisiert, Gremien und Interessengruppen haben sich damit befasst, Gespräche drehten sich um die erkennbaren Strukturen und um die vielen noch offenen Fragen. Dadurch, dass in den USA unmittelbar in MARC 21 erfasst und gedacht wird, sind wesentlich mehr Kolleginnen und Kollegen von einer denkbaren Ablösung des MARC-21-Formats betroffen. Neben Skepsis und Bedenken waren dort aber auch die Offenheit und die Bereitschaft zu spüren, bei der Erschließung und Bereitstellung von Informationen die neuen Gegebenheiten des Internets zu berücksichtigen und an der Weiterentwicklung von BIBFRAME mitzuwirken. So hat das „Program for Cooperative Cataloging“ bereits für dieses frühe Stadium angekündigt, sich gemeinsam mit der Library of Congress aktiv und prominent an BIBFRAME und dessen Einführung zu beteiligen, eine erste testweise Katalogisierung in BIBFRAME ist für 2015 vorgesehen. Das Verhältnis zwischen RDA und BIBFRAME bleibt dabei ein interessantes und wichtiges Thema: Das Stichwort „RDA as a BIBFRAME Profile“ im Sinne des Papiers „BIBFRAME Profiles: Introduction and Specification“ (http://www.loc.gov/bibframe/docs/bibframe-profiles.html) ist ein Ansatz für den Beginn eines Weges, den RDA und BIBFRAME mit den Gremien der jeweiligen Community gemeinsam einschlagen und gehen müssen.

Die Library of Congress investiert weiterhin auf mehreren Ebenen in die BIBFRAME-Initiative, u. a. durch Verträge mit Software-Entwicklern zu Open-Source-Bausteinen. Der BIBFRAME-Editor wird weiterentwickelt. Parallel dazu verfolgt die Firma Zepheira Ansätze, BIBFRAME weiter voranzubringen, u. a. durch Workshops und Schulungen und durch das Projekt Libhub (http://www.libhub.org), in dessen Rahmen in größerem Umfang MARC-21-Daten nach BIBFRAME konvertiert, gematcht, mit Relationen angereichert und dann ins Web gebracht werden.

RVK

Zwischen dem BSZ und der UB Regensburg wurde eine Zusammenarbeit im Bereich der RVK aufgenommen. Ziel hierbei ist es, die RVK als Normdatei auszubauen und regelmäßige Datenlieferungen für die Anwender bereitzustellen. Zum Aufbau der RVK als Normdatei ist es nötig, dass die Notationen mit eindeutigen Identnummern versehen werden. Folglich wird die UB Regensburg in ihrer Datenbank eine Anreicherung der Notationen mit Identnummern vornehmen müssen.

Vereinbart wurden auch regelmäßige Updates, sowohl als Gesamtlieferung als auch als Updatelieferungen. Der vierteljährliche Lieferrhythmus, der zurzeit für die Gesamtlieferungen besteht, wird dabei beibehalten werden. Die Lieferungen sollten in einem bibliothekarischen Standardformat erfolgen. Das BSZ wird als Pica-Testpartner zur Verfügung stehen, während die Verbundzentrale des BVB als Aleph-Testpartner fungiert.

Folgende Ergebnisse konnten erzielt werden. Ab dem ersten Quartal 2015 werden in der RVK die Notationen mit Identnummern angereichert. Gleichzeitig werden zu den Registerbegriffen zu den Notationen die GND-Nummern ergänzt. Im zweiten Quartal 2015 soll der erste Gesamtabzug mit Identnummern und den Identnummern für die GND-Begriffe an die beiden Partnerverbünde BVB und SWB ausgeliefert werden.

Anschließend muss im BSZ und im BVB ein Gesamtabzug eingespielt werden und eine Nachbereitung vorgenommen werden.

Arbeitsgruppe Leihverkehr

Bereits in der vorigen Sitzung der AG Leihverkehr war vereinbart worden, die Lizenzverträge im Hinblick auf für die Fernleihe problematische – d. h. auslegungsfähige – Formulierungen erneut zu untersuchen und eine Bewertung durch die dbv-Kommission Recht durchführen zu lassen. Hierzu wurde ein erstes Arbeitspapier vorgelegt. Darin sind die Lizenzbedingungen zunächst thematisch geordnet zusammengestellt. Im nächsten Schritt sollen die Vorgaben nun aufgeschlüsselt werden und entweder der AG ERLV oder der dbv-Rechtskommission vorgelegt werden.

ZDB und BVB haben ein Projekt für die Erstellung einer Adressdatei in der ZDB aufgesetzt. Der BVB fragt die Daten bereits ab. Bayerische Bibliotheken werden bei Adressänderungen auf das Formular der ZDB geschickt und die Fernleih-E-Mail-Adressen sind bereits änderbar.

Die AG Technik spricht sich dafür aus, die einfachen Adresstabellen, die derzeit zwischen den Verbünden für die Fernleihe ausgetauscht werden, kurzfristig durch die gemeinsame Nutzung der Adressdatei zu ersetzen. Die Grundlieferung der wenigen, hierzu noch benötigten Daten kann die ZDB von allen Verbünden maschinell importieren, auch Grundlieferungen für weitere Daten können übernommen werden. Unabhängig davon betonen die Verbünde nochmals die Notwendigkeit einer Schnittstelle für den Online-Upload in die Adressdatei, wie sie z. B. auch für die GND besteht.

Deutsche Digitale Bibliothek/Europeana

Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) bildet das Zugangsportal zu digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in Deutschland. Darüber hinaus wird mit der DDB ein zentrales Datendrehkreuz für digitale Inhalte aus Kultur- und Wissenseinrichtungen entwickelt. Das heißt, der Aspekt der DDB als Plattform tritt zunehmend in den Vordergrund. Sie bildet mit der öffentlich verfügbaren Programmierschnittstelle (API) einerseits weiterhin die Grundlage für das Portal als Primäranwendung, kann aber andererseits auch für die Realisierung anderer Anwendungen genutzt werden, die durch Dritte entwickelt und betrieben werden.

Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) fungiert in der DDB einerseits als Koordinator des Kompetenznetzwerks und damit als zentrale Projektsteuerung für die Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur und des DDB-Portals. Ihr obliegt damit die Projektleitung einschließlich der Koordinierung der beteiligten Partner im Kompetenznetzwerk DDB (KNW), des technischen Betreibers und der Umsetzungspartner. Andererseits wird an der DNB seit Juli 2013 die zentrale Servicestelle betrieben, die als Ansprechpartner für Kultur- und Wissenseinrichtungen die Partner in organisatorischen und technischen Fragen zur Datenlieferung berät und für effiziente Verfahren beim Datenclearing sorgt. Die Servicestelle wird dabei von mehreren Fachstellen unterstützt, die an Kultureinrichtungen der unterschiedlichen Sparten angesiedelt sind und denen die Servicestelle regelmäßig Arbeitspakete zuweist. Insgesamt umfasst die DDB-Arbeitsgruppe an der DNB derzeit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen derzeit je vier den beiden Funktionsbereichen Koordination und Servicestelle zugeordnet sind.

Nach der erfolgreichen Präsentation der ersten Vollversion der DDB Ende März 2014 und der ebenfalls in diesem Zeitraum erfolgten Evaluierung standen seit April 2014 vor allem der Dateningest sowie die Entwicklung und Verbesserung der Werkzeuge, Abläufe und Mechanismen zu dessen Beschleunigung und weiterer Professionalisierung im Vordergrund. Dank dieser Schwerpunktsetzung, die auch den Verzicht auf einige technische Weiterentwicklungen bzw. deren Verschiebung beinhaltete, konnte der Datenbestand der DDB im Berichtszeitraum signifikant erhöht werden. Die Grenze von zehn Millionen Objektnachweisen ist nun nahezu erreicht. Neben dem unmittelbar operativen Geschehen gab es im Berichtszeitraum folgende Arbeitsschwerpunkte in der Servicestelle: Die Analyse der komplexen Geschäftsprozesse mit dem Ziel ihrer Optimierung, die Ermöglichung und Realisierung einer verlässlichen Ingestplanung und die Koordinierung der Fachstellenaufgaben.

Daneben wurden auch zahlreiche technische Entwicklungen umgesetzt, die ihrerseits wiederum in vielen Bereichen auf die Verbesserung des Ingests und die Unterstützung der Servicestelle abzielen. Außerdem wurden Verbesserungen an der technischen Infrastruktur und am Frontend vorgenommen, die zu großen Teilen noch aus den Restmitteln der Sonderfinanzierung von 2013 realisiert wurden.

Die Arbeiten im Meilenstein M5 fanden zum großen Teil im Frontend-Bereich statt. Schwerpunkte bildeten dabei die Aufgliederung der Suche nach Entitätentypen, die neuen Facetten „Rechtsstatus“ und „Verwendbarkeit“, neue Discovery-Einstiege (Personeneinstieg, virtuelle Ausstellungen, öffentliche Favoritenlisten), die Überarbeitung und Erweiterung des Medienviewers sowie die grundsätzliche Überarbeitung des Interaktions- und Webdesigns im DDB-Portal. Auch das API hat einige Anpassungen erfahren. Dazu zählen die Einbindung eines sog. CORS-Header für einen leichteren Zugriff auf die Daten des Backends, die Auslieferung einer selbstbeschreibenden Dokumentation per WADL (Web Application Description Language) und die Bereitstellung der API-Methode entities für den Zugriff auf die Entitäten. Außerdem werden nun auch BEACON-Dateien zur Verlinkung mit anderen Anwendungen, Portalen und Webangeboten öffentlich bereitgestellt. Weiterhin wurden die Entwicklungen an den Werkzeugen für die Servicestelle (Ticketsystem, Serviceportal) vorangetrieben.

Der Berichtszeitraum war für Koordinator und Servicestelle auch in besonderem Maße durch den neu aufgenommenen Strategieprozess, der im Mai 2014 begonnen wurde, geprägt. Der Strategieprozess setzt auf den Resultaten der Evaluierung auf, die im Frühjahr stattfand und mit einem Gutachten dokumentiert wurde. Darin werden dem Vorhaben gute Ergebnisse und ein hohes Entwicklungspotential bescheinigt. Die Verstetigung hinsichtlich der Finanzierung der Organisationsstrukturen wird dafür als die zentrale Voraussetzung genannt.

Neben Messeständen und Fachvorträgen auf dem Bibliothekartag in Bremen und der Buchmesse in Frankfurt war die DDB auf zahlreichen Veranstaltungen und Workshops mit eigenen Präsentationen und Vorträgen präsent und hat auch selbst mehrere Veranstaltungen organisiert bzw. war daran beteiligt. Dazu zählt der erste deutsche Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“ 2, der von April bis Juli 2014 stattfand und den die DDB gemeinsam mit Wikimedia Deutschland, der Open Knowledge Foundation und DigiS durchführte.

Stand „Vergriffene Werke“

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Web-Dienstes zur Beantragung von Digitalisierungslizenzen für vergriffene Werke bis zum Erscheinungsdatum 31. Dezember 1965 bei den Verwertungsgesellschaften (VGs). Zur exakten Identifizierung der Werke sowie weiterer Entitäten, wie Personen oder Körperschaften, sollen reichhaltige Metadaten zu potentiell vergriffenen Werken (Kandidaten) verfügbar sein.

Das Projekt wurde im Mai 2014 gestartet und hat seitdem einen erheblichen Fortschritt verzeichnet. Während des Berichtszeitraums wurden Konzepte für die fachliche und technische Architektur erarbeitet. Ein Kandidatenpool wurde in der Testumgebung aufgebaut, für den auch bereits die Kriterien für den Datenabgleich definiert wurden. Umfangreiche Arbeiten wurden für die Antragstellung der Bibliotheken, die Austauschschnittstellen zu den VGs und die Rechercheschnittstelle durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme plant für den Deutschen Bibliothekartag 2015 in Nürnberg eine Arbeitsgruppensitzung. Die Themen der Vorträge werden auf der Website der AG Verbund www.ag-verbund.de veröffentlicht.

Termine der nächsten Sitzungen

Die 68. Sitzung findet am 21. und 22. April 2015 in Wien statt. Die 69. Sitzung findet am 17. und 18. November 2015 in Zürich statt.

Renate Behrens:

About the article

Published Online: 2015-03-18

Published in Print: 2015-03-31


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 49, Issue 3-4, Pages 243–258, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2015-0028.

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© 2015 by De Gruyter. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License. BY-NC-ND 3.0

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