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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 50, Issue 6

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DFG fördert Projekt Living Handbooks

Published Online: 2016-05-10 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2016-0068

Kooperationsprojekt von ZB MED und der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management der Universität Bonn erhält dreijährige Förderung

Um den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen zu verbessern, hat ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften die Plattform Living Handbooks aufgesetzt. Die Plattform – derzeit noch in einer Beta-Version – ermöglicht die dynamische Publikation von Handbüchern aus den Lebenswissenschaften. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management an der Universität Bonn wird jetzt das Handbuch „Living Handbook of Perishable Food Supply Chains“ erstellt. Für dieses Handbuch und die Weiterentwicklung der Plattform stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) rund 350.000 Euro bereit. Davon erhält ZB MED rund 242.000 Euro.

„Wissenschaftliche Handbücher sind nach ihrem gedruckten Erscheinen häufig schon wieder stellenweise veraltet“, sagt Dr. Ursula Arning, Leiterin des Bereichs Open-Access-Publizieren und -Beraten bei ZB MED. „Dieses Problem haben unsere ,Living Handbooks‘ nicht. Da sie digital vorliegen, können sie fortlaufend aktualisiert werden, sobald sich am Stand der Forschung etwas ändert“, so Arning weiter.

ZB MED startete die Plattform „Living Handbooks“ im Jahr 2014 mit dem Pilotprojekt „Living Textbook of Hand Surgery“ gemeinsam mit der Handchirurgin Dr. Richarda Böttcher. Nun wird die Plattform – abrufbar unter www.gms-books.de – im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management an der Universität Bonn wird das „Living Handbook of Perishable Food Supply Chains“ publiziert. Es schließt eine thematische Lücke in der Standardliteratur dieses sehr spezifischen Fachgebietes. „Da das neue Handbuch sehr interdisziplinär ausgerichtet ist, können wir daran unsere Publikationsplattform ,Living Handbooks‘ besonders gut erproben und weiterentwickeln“, stellt Arning fest.

Die Plattform basiert auf der Open-Source-Software Drupal, die auf die speziellen Bedürfnisse der Forschenden in den Lebenswissenschaften angepasst wird. Sie bietet die Möglichkeit, einzelne Kapitel zu veröffentlichen und zu aktualisieren, ohne auf die Fertigstellung des gesamten Buches warten zu müssen. Jede Version eines Kapitels erhält dabei einen persistenten Identifikator, eine sogenannte DOI. Diese Versionierung macht den Fortgang der Forschung für alle nachvollziehbar. Jedes Kapitel eines Handbuches unterliegt außerdem einem Review-Prozess, so dass die Qualität der Publikation gewährleistet ist.

Konkret sollen im Rahmen des DFG-Projektes verschiedene neue Features in die Plattform integriert werden. Dazu gehören responsives Design, die Einbindung von Social Media, die Möglichkeit zur 3D-Darstellung, die Einbindungen von Statistiken und vieles mehr. „Wir werden beispielsweise auch eine Schnittstelle zu konventionellen E-Book-Readern schaffen, damit die Handbücher auch von unterwegs aus bequem gelesen und kommentiert werden können“, sagt Arning.

Im Anschluss an das Projekt wird die Plattform „Living Handbooks“ in den Regelbetrieb übergehen: Sie wird Bestandteil des ZB MED-eigenen Publikationsportals PUBLISSO unter www.publisso.de. „Das System soll außerdem in Zukunft auch für alle Fachwissenschaften offen stehen, die Open Access publizieren möchten.“, erläutert Arning das langfristige Ziel.

SUB Göttingen und TIB verstärken Zusammenarbeit

Memorandum of Understanding: Bibliotheksdirektoren unterzeichnen Absichtserklärung für Kooperation von 2016 bis 2018

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) und die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover haben ein Memorandum of Understanding für eine dreijährige Kooperation von 2016 bis 2018 unterschrieben. Darin bekunden beide Partner das gemeinsame Interesse an einer intensiven Zusammenarbeit und einem regelmäßigen Informationsaustausch zu den dort festgelegten Themen.

„Die Schwerpunkte der geplanten Kooperation liegen in den Bereichen Lizenzierung und Literaturversorgung, Mathematik, Forschungsservices und Langzeitarchivierung“, erläutert TIB-Direktor Uwe Rosemann die Inhalte der Absichtserklärung. „Aber auch auf dem Gebiet Anforderungen an das lokale Bibliothekssystem werden wir zukünftig enger zusammenarbeiten“, so Rosemann. Konkrete Kooperationsthemen, die die Partner in dem Memorandum of Understanding festgehalten haben, sind beispielsweise Open-Access-Publikationsfonds, die Fortsetzung des Fachinformationsdienstes (FID) Mathematik, Forschungsdatenmanagement und digitale Forschungsmethoden (E-Research).

Mit der nun getroffenen Absichtserklärung bauen SUB Göttingen und TIB ihre Zusammenarbeit aktiv weiter aus. „Durch die Kooperation unserer Bibliotheken wollen wir unsere umfangreichen Übereinstimmungen bei Interessen, Aufgaben und Arbeitsbereichen wie beispielsweise virtuellen Forschungsumgebungen oder beim Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen nutzen und unsere Kompetenzen bündeln, um so gemeinsam strategische Ziele besser zu erreichen“, sagt Dr. Wolfram Horstmann, Direktor der SUB Göttingen.

Strategische Partnerschaft zwischen TIB und VZG in der Langzeitarchivierung

TIB und VZG bündeln Dienstleistungen im Bereich Langzeitarchivierung

Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft haben die Technische Informationsbibliothek (TIB) und die Verbundzentrale des GBV (VZG) vereinbart, ihre Dienstleistungen im Bereich Langzeitarchivierung (LZA) zu bündeln. Die VZG vermittelt ihren Verbundbibliotheken die Langzeitarchivierungsangebote der TIB.

Auf Basis der bereits realisierten Anbindung des Langzeitarchivierungssystems der TIB an den gemeinsamen Verbundkatalog des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) wurde die automatische Anreicherung der Archivierungsobjekte mit deskriptiven Metadaten entwickelt. Die notwendigen lizenztechnischen Vereinbarungen sollen entsprechend ausgeweitet werden.

Ansprechpartnerin:

Dr. Sandra Niemeyer

Pressereferentin

Kommunikation und Marketing

Welfengarten 1 B, 30167 Hannover

Tel.: 0511 762-2772, Fax: 0511 762-2686

sandra.niemeyer@tib.eu

„BSB Navigator“ – neue App der Bayerischen Staatsbibliothek online

Er macht ein Verlaufen in der Bayerischen Staatsbibliothek praktisch unmöglich: der neue „BSB Navigator“, der ab sofort kostenlos im Apple App-Store abrufbar ist. Der Indoor-Navigator leitet den Nutzer dank moderner „Beacon“-Technik zielgenau durch das denkmalgeschützte Gebäude an der Münchner Ludwigstraße. Die Bayerische Staatsbibliothek ist damit bundesweit die erste Bibliothek, die ihren Besuchern eine solche Software für das Smartphone anbietet.

152 Meter lang, 27 Meter hoch bei einer Tiefe von 78 Metern – das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Gebäude der Bayerischen Staatsbibliothek mit seinem repräsentativen Prachttreppenhaus ist weitläufig und bisweilen recht verwinkelt. Mehrere Lesesäle, ein ausdifferenziertes Spektrum lokaler Dienste – von der Fernleihe bis zum Kopierservice: die erste Orientierung fällt Besuchern und Nutzern nicht auf Anhieb leicht. Abhilfe schafft nun der „BSB Navigator“ für das iPhone. Er macht die zielgenaue Navigation durch das Haus kinderleicht und bietet eine Reihe von Optionen und Besonderheiten:

  • Eine interaktive Karte, die alle für die Benutzer zugänglichen Gebäudeebenen und Geschosse umfasst; die Ebenen sind frei anwählbar und auf dem Display des Smartphones ist stets die aktuelle Position des Anwenders ablesbar.

  • Eine Echtzeit-Indoor-Navigation, die den Nutzer von seiner aktuellen Position direkt und punktgenau zum ausgewählten Ziel innerhalb des Gebäudes führt.

  • Einen „Entdeckermodus“, der den Nutzer buchstäblich im Vorbeigehen auf interessante Objekte, Orte und Sachverhalte, die im Zusammenhang mit der Bibliothek stehen, aufmerksam macht.

  • Eine Tour-Funktionalität, die den Nutzer auf einer zuvor gewählten Route entlang bestimmter Points of Interest durch die Bibliothek führt. Aktuell sind zwei Touren abrufbar: der „Allgemeine Rundgang“ für Erstnutzer und der „Touristische Rundgang“, ein Führer zu den touristischen Highlights der Staatsbibliothek.

Um die Nutzer mit der App durch das Haus zu navigieren, sind sogenannte „Beacons“ (dt. Leuchtfeuer) nötig, da die GPS-Navigation innerhalb von Gebäuden nicht funktioniert. Über 240 dieser zwei Zentimeter großen Signalgeber sind in den Räumen der Bayerischen Staatsbibliothek angebracht. Sie senden in regelmäßigen Intervallen Signale über Bluetooth Low Energy und ermitteln den jeweiligen Standort des App-Nutzers. Die Beacons-Nutzung wurde in einem Studierendenprojekt des Lehrstuhls für angewandte Softwaretechnik der Technischen Universität München erprobt und geht nun mit der iOS-App „BSB Navigator“ in den Echtbetrieb.

Ist die App auf dem Smartphone installiert und Bluetooth aktiviert, kann der Nutzer über den „Bring mich hin“-Button die Navigation starten. Auf Wunsch erhält er während der Navigation über Push-Nachrichten Informationen zu Service und Sehenswürdigkeiten in der Staatsbibliothek. „Wissenschaftler, Studierende, Schüler, allgemeine Öffentlichkeit oder Touristen – die Bayerische Staatsbibliothek hat eine äußerst heterogene Nutzergruppe. Sie alle haben nun die Chance, mit der App sprichwörtlich neue Wege zu gehen. Zum einen, weil der BSB Navigator unsere Nutzer exakt durch das Haus lotst. Zum anderen, weil die Bayerische Staatsbibliothek mit der Indoor-Navigation einen innovativen Service anbietet, der bisher im deutschsprachigen Bibliotheksbereich einmalig ist“, erklärt Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek.

Download

Die App „BSB Navigator“ kann kostenlos in Apples App-Store heruntergeladen werden. Eine Android-Version wird noch in 2016 erscheinen.

Ansprechpartner:

Dr. Klaus Ceynowa

Generaldirektor

Bayerische Staatsbibliothek

Ludwigstr. 16, 80539 München

Tel.: 089/28 638 2201

E-Mail: direktion@bsb-muenchen.de

Peter Schnitzlein

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 089/28 638-2429

E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

„Nicht schnell, aber mit Leidenschaft“

SLUB Dresden erwirbt die Skizzen zu Roberts Schumanns Klaviertrio op. 63

Dank finanzieller Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder und des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst gelang es der SLUB Dresden zu Beginn des Jahres, bei einem amerikanischen Antiquariat die bisher in Privatbesitz befindlichen Skizzen zu Robert Schumanns erstem Klaviertrio op. 63 zu erwerben. Die im Jahr 1847 in Dresden entstandene Komposition, welche sich bis heute auf den Konzertpodien größter Beliebtheit erfreut, ist ein Schlüsselwerk der Kammermusik der deutschen Romantik. Die 25 mit Blei und Tinte fein beschriebenen Seiten geben nun auf beeindruckende Weise Einblick in Schumanns kompositorisches Denken und Konzipieren.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Auch im digitalen Zeitalter sind Originale in Bibliotheken unverzichtbarer Teil des Kulturerbes. Ich freue mich, dass die 25 Kompositionsseiten Schumanns nun für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Original und auch digital zur Verfügung stehen. Mein großer Dank gilt allen beteiligten Partnern, ohne die dieser Ankauf nicht möglich gewesen wäre.“

Wie im Haushaltsbuch des Ehepaars Schumann dokumentiert, komponierte der Musiker das Werk im Juni 1847 und schloss dessen Grobkonzeption bereits nach zwei Wochen ab. Nach verschiedenen Arbeiten an älteren Kompositionsprojekten und einer ausgedehnten Badekur in den Elbbädern stellte Schumann das Kammermusikwerk im September fertig und schenkte es seiner Gattin Clara zum 28. Geburtstag am 13. September. Es wurde noch am selben Abend mit befreundeten Musikern und Clara am Klavier uraufgeführt. Die Pianistin äußert sich begeistert: „Es klingt wie von einem, von dem noch vieles zu erwarten steht, so jugendfrisch und kräftig, dabei doch in den Ausführungen so meisterhaft!“

Mit seinem Geburtstagsgeschenk antwortete Robert auf das Klaviertrio op. 17 von Clara, welches sie ihm im Vorjahr zum Hochzeitstag übergeben hatte; so ist es Teil eines musikalischen Dialogs zwischen dem Künstlerehepaar.

Die Skizzen zu op. 63 erweitern nun den Bestand der Schumanniana der SLUB, der bereits Skizzenmaterial zu verschiedenen Klavierstücken und Liedern umfasst. Die SLUB besitzt außerdem das sogenannte Schumann-Album, eine aus mehr als 420 Blättern bestehende Sammlung mit Briefen und Albumblättern aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des Ehepaares, und etliche weitere Briefen von und an Robert und Clara Schumann, welche einen lebendigen Einblick in das künstlerische und private Leben der Familie geben.

Die Skizzen zu Opus 63, welche ein zentrales Dokument bürgerlicher Musikkultur aus Schumanns Dresdner Zeit darstellen, sind weltweit online einsehbar. Auf dieser Website präsentiert die SLUB ihre Bestände zu Robert und Clara Schumann: www.slub-dresden.de/sammlungen/musik/musik-spezialthemen/robert-und-clara-schumann/.

About the article

Published Online: 2016-05-10

Published in Print: 2016-06-01


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 50, Issue 6, Pages 589–594, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2016-0068.

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