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Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 51, Issue 3-4

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Die Bedeutung der Affiliation für die Messung des Publikationsaufkommens einer Organisation: Erkenntnisse einer bibliometrischen Output-Analyse

Linda Thomas / Heike Stadler
  • Corresponding author
  • Universitätsbibliothek Potsdam, Dezernat Medienbearbeitung, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Deutschland, https://orcid.org/0000-0002-3495-4684
  • Universitätsbibliothek Potsdam, Dezernat Medienbearbeitung, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Deutschland, https://orcid.org/0000-0003-1637-7016
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Published Online: 2017-03-15 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2017-0031

Zusammenfassung

In Vorbereitung zur Teilnahme am Times Higher Education Ranking hat die Universität Potsdam das Publikationsaufkommen im Rahmen einer Output-Analyse gemessen. Es stellte sich heraus, dass die Angabe der Affiliation, welche die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätigen, eine wichtige Stellschraube zur Ermittlung der Grundzahl ist. Der vorliegende Artikel spiegelt die herausfordernde Ausgangssituation wider.

Abstract

While preparing the participation in the Times Higher Education Ranking, the University of Potsdam has measured the number of publications within an output analysis. It turned out that information about affiliation given by the scientists is an important factor in determining basic data. The following article reflects the challenging initial situation.

Schlüsselwörter: Bibliometrie; Affiliation; Output-Analyse

Keywords: bibliometrics; affiliation; output analysis

„Die Messung und Zählung des wissenschaftlichen Outputs einer Person, einer Organisation, einer Region oder eines Staates, bzw. von Staatengruppen, erfolgt durch die Bestimmung der Menge an wissenschaftlichen Veröffentlichungen. […] Gleichwohl ist die Menge der Anzahl der veröffentlichten Einheiten die Grundlage für alle weiteren, sogenannten indirekten bibliometrischen Indikatoren. Dabei ist es meist gar nicht so einfach, diese Grundzahl zu ermitteln.“1 Im Rahmen der Teilnahme der Universität Potsdam am Times Higher Education (THE) Ranking2 , ermittelte das Dezernat Medienbearbeitung der Universitätsbibliothek jene Grundzahl für die Einrichtung, zunächst ausschließlich für das Erscheinungsjahr 2015. Die Gesamtzahl an Veröffentlichungen, welche mittels einschlägiger Datenbanken, erhoben wurde, wurde schnell hinterfragt. Bereits im Prozess stellte sich durch Recherchen heraus, dass die Angabe von Wissenschaftlern zur Affiliation eine wichtige Stellschraube zur Messung des Publikationsaufkommens ist.

Hintergrund der intensiven Auseinandersetzung mit der Datenbasis für das THE Ranking, war die Vermutung, dass die Kennzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Gegebenheiten abhängen könnte, die optimiert werden müssen. Untersuchungsgegenstand war folglich das Publikationsaufkommen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Potsdam sowie der hohen Anzahl an gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen berufenen Professorinnen und Professoren (Stand 2015: 67). Durch den Abgleich der Daten aus dem Web of Science beziehungsweise PubMed (Abfrage Autor, Abfrage Affiliation), ergaben sich zwei Kernfragen: Wie viele Publikationen sind nicht abfragbar über die Zugehörigkeit der Einrichtung „Universität Potsdam“ (Affiliation)? Welchen Ursachen kann entgegengewirkt werden?

Ausgangssituation Output-Analyse für das Jahr 2015.
Abb. 1:

Ausgangssituation Output-Analyse für das Jahr 2015.

Abbildung 1 verdeutlicht insbesondere die herausfordernde Ausgangssituation für die Messung des Publikationsaufkommens der gemeinsamen Berufungen. Bei dieser Personengruppe bestand die Vermutung, dass aufgrund der Zugehörigkeit zu mehreren Einrichtungen, die Angabe zur Affiliation ungenau sein könnte und sich diese Tatsache folglich negativ auf die Kennzahl für das THE Ranking auswirken könnte, wenn bei einer Output-Analyse sich ausschließlich auf die Abfrage mittels Affiliation verlassen wird. Deutlich zeigte sich, dass fast zwei Drittel der Veröffentlichungen über das Web of Science mittels der Affiliation nicht abfragbar und somit auch für Außenstehende nicht ermittelbar sind. Aufgrund des Fächerspektrums der Datenbank PubMed lassen sich je nach Institut zwischen 40 und 90% der Publikationen der gemeinsamen Berufungen nicht der Universität Potsdam zuordnen. Fest stand, dass zukünftig vor allem die gemeinsam berufenen Professorinnen und Professoren für diese Thematik sensibilisiert werden müssen.

Die Angabe zur Affiliation wird bereits im Publikationsprozess hinterlegt. Die Annahme, dass bei Publikationen von gemeinsam berufenen Professorinnen und Professoren vorrangig die außeruniversitäre Einrichtung angegeben wird, hat sich durch Überprüfung der nicht abfragbaren Datensätze bestätigt. Die Verantwortung zu Autorenangaben liegt unter anderem auch beim corresponding author. Eine These war, dass die Fehlerquote höher sein könnte, wenn gemeinsam berufene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Co-Autoren sind. Vor diesem Hintergrund wurden die Ergebnismengen „enthalten“ und „nicht abfragbar“ (siehe Abb. 1) auf den Anteil der gemeinsamen Berufungen als corresponding author hin im Web of Science analysiert. Erstaunlicherweise war der Anteil in beiden Teilmengen mit ca. 24% fast identisch. Somit konnte die Annahme nicht bestätigt werden.

Anteil corresponding author für das Jahr 2015.
Abb. 2:

Anteil corresponding author für das Jahr 2015.

Parallel zur durchgeführten Output-Analyse wurde als weiterführende Untersuchung ermittelt, wie viele Professorinnen und Professoren eine ORCID und/oder ResearcherID vorweisen können. Hintergrund war die Suche nach einer weiteren Quelle zur Messung des Publikationsaufkommens und eine potentielle Teilnahme am ORCID Deutschland Konsortium. Für etwa 5% aller Professorinnen und Professoren der Universität Potsdam (12 bzw. 17 von 278), aber immerhin 16% aller gemeinsamen Berufungen (11 von 67) konnte eine ResearcherID und/oder ORCID (Stand: August 2016) ermittelt werden. Eine Konsequenz dieser Erkenntnis ist, dass die Universität Indikatoren für die weitere Optimierung der bibliometrischen Daten definiert hat. Dazu zählen unter anderem:

  • Anteil der Professoren/innen, die über eine ResearcherID bzw. ORCID verfügen,

  • Anteil der nicht abfragbaren Publikationen von gemeinsam berufenen Professoren/innen.

Seit November vergangenen Jahres ist die Universität Potsdam als Gründungsmitglied am ORCID DE-Konsortium3 beteiligt.

Nachweis einer öffentlich sichtbaren ORCID und/oder ResearcherID für das Jahr 2016.
Abb. 3:

Nachweis einer öffentlich sichtbaren ORCID und/oder ResearcherID für das Jahr 2016.

Gemeinsam mit der Universitätsleitung hat die Universitätsbibliothek kontextgebunden folgende Empfehlungen vereinbart:

  • Die Affiliationen in den einschlägigen Datenbanken müssen durch gezielte Anfrage an die Betreiber weiter gebündelt werden.

  • Der Professorenschaft der Universität sollte durch ein Anschreiben vom Präsidium empfohlen werden, eine standardisierte Schreibweise der Affiliation zu verwenden. Unterstützend hierzu wurde bereits auf der Website der Universitätsbibliothek eine Standardversion der Affiliation auf Deutsch und Englisch bereitgestellt, die von Professoren zur eigenen Verwendung bzw. zur Weitergabe an externe Kooperationspartner verwendet werden soll.

  • Die Leitungsebene der Außeruniversitären Forschungseinrichtungen, mit denen die Universität Potsdam gemeinsame Berufungen eingerichtet hat, soll durch das Präsidium angeschrieben und um Weiterleitung des oben genannten Anschreibens an die gemeinsam berufenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gebeten werden.

  • In oben genanntem Anschreiben soll auf die Verwendung von ORCID bzw. auch ResearcherID, Scopus Author ID und Google Scholar und das Zusammenführen der Publikationen in diesen Profilen hingewiesen werden. Dabei ist wichtig, dass das Profil öffentlich gemacht und mit entsprechenden Informationen hinterlegt wird. Hierzu erstellt die Universitätsbibliothek ein kurzes Informationsblatt, das dem Schreiben angehängt werden kann. Zusätzlich soll das Bewusstsein für dieses Thema durch ein Plakat und eine Veröffentlichung (Universitätszeitung und/oder Website) verstärkt werden. Weiterhin soll ein Kurz-Kurs für Wissenschaftler/innen durch die Universitätsbibliothek angeboten werden.

Anfang 2018 ist es geplant seitens der Universitätsbibliothek ein Gesamtfazit über die erreichten Ziele zu erstellen.

Footnotes

  • 1

    Vgl.: Ball, Rafael 4. Grundlagen bibliometrischer Analysen. In: Bibliometrie: einfach – verständlich – nachvollziehbar. Praxiswissen (4). Berlin, 2013, S. 23–37. http://epub.uni-regensburg.de/29503/1/9783110293753.23.pdf [Zugriff: 17.01.2017]. 

  • 2

    Siehe: https://www.timeshighereducation.com/ [Zugriff: 17.01.2017]. 

  • 3

    Siehe: http://www.orcid-de.org/konsortium/ [Zugriff: 17.01.2017]. 

About the article

Linda Thomas

Linda Thomas

Universitätsbibliothek Potsdam, Dezernat Medienbearbeitung, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, https://orcid.org/0000-0002-3495-4684

Heike Stadler

Heike Stadler

Universitätsbibliothek Potsdam, Dezernat Medienbearbeitung, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, https://orcid.org/0000-0003-1637-7016


Published Online: 2017-03-15

Published in Print: 2017-03-01


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 51, Issue 3-4, Pages 333–338, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2017-0031.

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