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Bibliotheksdienst

Editor-in-Chief: Michalke, Karin / Ihrig, Hartmuth

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2194-9646
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Volume 52, Issue 3-4

Issues

10 Jahre Strategische Allianz BVB – KOBV

Published Online: 2018-03-10 | DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2018-0035

Ende Dezember 2007 wurde die Strategische Allianz begründet, eine institutionalisierte Partnerschaft zwischen dem Bibliotheksverbund Bayern (BVB) und dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV).

Hintergrund der Überlegungen waren die Erweiterung des Dienstleistungsangebots im jeweiligen Verbund sowie die Erschließung von Synergieeffekten.

Die Strategische Allianz steht dabei auf den beiden Säulen Dienstleistungs- und Entwicklungspartnerschaft. Im Zentrum der Dienstleistungspartnerschaft steht der vom BVB betriebene gemeinsame Verbundkatalog B3Kat. Im Rahmen der Allianz kamen hier insgesamt 27 Bibliotheken und rund 4,3 Mio. Titelneuaufnahmen dazu. Gemeinsam haben BVB- und KOBV-Bibliotheken den B3Kat seitdem auf über 27,6 Mio. Titelaufnahmen anwachsen lassen. Weitere Komponenten der Dienstleistungspartnerschaft sind das Hosting von SISISLokalsystemen durch den BVB sowie der Betrieb von OPUSHochschulschriftenservern durch den KOBV.

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft wurden bisher mit den beiden im Zuse Institut Berlin angesiedelten Entwicklerstellen sieben Projekte erfolgreich durchgeführt, beispielhaft seien hier die Verbesserung des Datenaustauschs mit Literaturverwaltungsprogrammen, die Entwicklung von Tools zur Daten- und Fehleranalyse in Bibliothekskatalogen sowie der Ausbau des Autorenmanagements in OPUS genannt.

Weitere spannende Herausforderungen – insbesondere die Unterstützung der Bibliotheken im Bereich Open Access Transformation und Open Science – stehen vor der Tür …

AnsprechpartnerInnen:

Leiter der Verbundzentrale des Bibliotheksverbunds Bayern, Jürgen Kunz, Tel.: 089/28 638-4320, E-Mail: juergen.kunz@bsb-muenchen.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BVB, Ulrike Rehusch, Tel.: 089/28 638-2057 E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

Geschäftsführende Leiterin des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg, Beate Rusch, Tel. 030/84185-298, E-Mail: rusch@zib.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit KOBV , Julia Goltz-Fellgiebel, Tel. 030/84185-487, E-Mail: goltz@zib.de

Fördermittel für Open-Access-Infrastrukturen: BMBF unterstützt ZB MED-Projekt

SynOA-PUB ist ein Projekt, das die Ausweitung und Stabilisierung von Open-Access-Publikationsinfrastrukturen zum Ziel hat. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat einen entsprechenden Projektantrag von ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften bewilligt. Es stellt dafür Drittmittel in Höhe von rund 300.000 Euro bereit. Mit den Geldern wird das Informationszentrum in den kommenden zwei Jahren seine Open-Access-Publikationsplattform weiterentwickeln und auf den Bedarf verschiedener Wissenschaftsdisziplinen anpassen. Die neuen Tools ermöglichen es Forschenden, ihre Ergebnisse schnell und qualitativ gesichert Open Access zu veröffentlichen.

Zu Beginn des Projektes werden Bedarfsanalysen und Experteninterviews durchgeführt, um Anforderungen und technische Möglichkeiten für zukunftsfähige Publikationstools zu identifizieren. Diese Analysen ergeben die nächsten Projektschritte: den Aufbau einer Open-Access-Publikationsplattform für Kongressabstracts aus den Lebenswissenschaften sowie weiterer Tools für Bücher und Zeitschriften. Das neue Angebot steht dann Forschenden aller Fachbereiche zur Verfügung und unterstützt so das interdisziplinäre Arbeiten.

Alle Entwicklungen nutzen exemplarisch die technische Infrastruktur der ZB MED-Publikationsplattform PUBLISSO. Durch die Verwendung des bestehenden Systems werden Synergien genutzt. Der Entwicklungs- und Wartungsaufwand bleibt dadurch entsprechend gering.

„Indem wir das Projekt SynOA-PUB mit den Analysen starten, kommen wir sowohl mit den Fachcommunities als auch mit Entwicklerinnen und Entwicklern ins Gespräch. Dadurch können wir in der Folge ein passgenaues Publikationstool zur Verfügung stellen“, erläutert Dr. Ursula Arning, bei ZB MED verantwortlich für den gesamten Open-Access-Bereich, das Vorgehen. „Unser Ziel ist es, den Forschenden den Weg zum Open Access zu ebnen und uns als verlässlichen und innovativen Partner der Wissenschaft zu etablieren.“

Open Access, also der unbeschränkte und kostenfreie Zugang zu wissenschaftlichen Informationen, hat sich inzwischen neben den subskriptionsbasierten Veröffentlichungen als feste Säule des wissenschaftlichen Publizierens erwiesen. ZB MED gehört seit der ersten Stunde zu den Unterstützern dieses Gedankens. Das Informationszentrum entwickelt kontinuierlich neue Ideen und Services rund um Open Access. Alle Aktivitäten bündelt es im Publikationsportal PUBLISSO.

Weitere Informationen unter:

publisso.de

zbmed.de

Wie nutzen wir Suchmaschinen, um etwas zu lernen? Neues interdisziplinäres Projekt zu „Search as learning“

Erfolgreich im Leibniz-Wettbewerb „Kooperative Exzellenz“: Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, Forschungszentrum L3S und Leibniz-Institut für Wissensmedien erforschen gemeinsam Lernprozesse im Internet

Das Internet ist als Rechercheinstrument nicht mehr wegzudenken: Sei es in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Wäre es eine Bibliothek, dann die größte der Welt – mit Millionen von Regalen, gefüllt mit unzähligen Büchern, Texten, CDs und Filmen. Doch wie gewinnt man dort eine Übersicht, wenn man etwas lernen möchte? Wie suchen wir nach Informationen, wenn wir etwas wissen und lernen wollen, welche Suche führt uns an welches Ziel? Wie gehen wir vor, wenn wir bestimmte Informationen zu einem bestimmten Thema finden möchten und welche Bedeutung hat die Informationssuche beim Lernen? Von Suchmaschinen über Linklisten bis hin zu Wikis und Videoportalen – sie alle bieten Hilfestellung für die Recherche.

In den vergangenen Jahren erlangte das Forschungsfeld unter dem Schlagwort „Search as Learning“ (SAL) große Popularität. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt „SALIENT: Search as Learning – Investigating, Enhancing, and Predicting Learning during Multimodal (Web) Search“ werden die Kooperationspartner aus Informatik (Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften in Hannover und dem Forschungszentrum L3S) und Psychologie (Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)) zukünftig die Gelingensfaktoren derartiger Suchprozesse erforschen und sogenannte Recommender-Systeme entwickeln, die den Nutzerinnen und Nutzern weitere geeignete Lerninhalte empfehlen.

Inhaltlich geht es in dem Forschungsvorhaben darum, wie multimediale Online-Ressourcen – beispielsweise Texte, Bilder und Videos – genutzt werden, um Informationsbedürfnisse zu erfüllen, also etwa die Nutzung von durch Internetsuchmaschinen auffindbaren Web-Dokumenten bei der Bewältigung von Lernaufgaben.

Leibniz-Gemeinschaft fördert Forschungsprojekt SALIENT

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bewilligte Ende November 2017 entsprechend der Empfehlung des „Senatsausschusses Wettbewerb (SAW)“ das Forschungsprojekt SALIENT im Rahmen der Förderlinie „Leibniz – Kooperative Exzellenz“ mit einer Fördersumme in Höhe von 961.000 Euro. Das Förderprogramm zielt darauf ab, exzellente Forschung an verschiedenen Instituten – innerhalb und außerhalb der Leibniz-Gemeinschaft – zu vernetzen. Neben dem Hauptantragsteller, der TIB in Hannover, vertreten durch Prof. Dr. Ralph Ewerth und Prof. Dr. Sören Auer, sind außerdem das Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover (Dr. Stefan Dietze und Prof. Dr. Wolfgang Nejdl) und das Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen (IWM) mit der AG Wissenskonstruktion (Dr. Peter Holtz und Prof. Dr. Ulrike Cress) sowie der AG Multimodale Interaktion (Dr. Yvonne Kammerer und Prof. Dr. Peter Gerjets) beteiligt. „Das Projekt ist zudem eines der ersten gemeinsamen Vorhaben von TIB und L3S im Rahmen des Joint Lab „Data Science and Open Knowledge“ der TIB und der Leibniz Universität Hannover, das im Sommer dieses Jahres zur Vertiefung der Kooperation gegründet wurde“, betonen Prof. Dr. Sören Auer, Direktor der TIB, und Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom L3S.

Dr. Peter Holtz vom IWM und Dr. Stefan Dietze vom L3S freuen sich besonders darauf, die momentan im Rahmen des EU-Projektes „AFEL – Analytics for Everyday Learning“ begonnene erfolgreiche Kooperation bei der Erforschung komplexer Lern- und Wissenskonstruktionsprozesse im Internet auch nach 2018 fortsetzen zu können. „Durch das Bündeln verschiedener Formen der Expertise können so tiefere Einsichten gewonnen werden, als es für jeden der beteiligten Projektpartner alleine möglich wäre“, so Holtz. Das L3S-Team, geleitet von Dr. Stefan Dietze, wird im Projekt SALIENT auf aktuelle interdisziplinäre Arbeiten im Bereich Learning Analytics aufbauen (zum Beispiel im Bereich AFEL) und Ergebnisse in weitere Schwerpunktinitiativen im Kontext Digitaler Bildung einbringen.

Der Sprecher des Projektes, Prof. Dr. Ralph Ewerth, erhofft sich aus den Ergebnissen des interdisziplinären Projektes einen Beitrag für künftige innovative Bibliotheksdienste in Form von virtuellen Lernumgebungen: „Die Zukunftsvision ist, dass wir eines Tages Lernenden je nach Bedarf passgenau bestimmte Stellen in Vorlesungsaufzeichnungen, etwa aus dem AV-Portal (https://av.tib.eu/) der TIB, oder anderes Lehrmaterial im Web empfehlen können.“

Das Forschungsprojekt wird im Jahr 2018 starten und drei Jahre gefördert werden.

Ansprechpartner:

Technische Informationsbibliothek (TIB)

Dr. Sandra Niemeyer

Pressereferentin

Kommunikation und Marketing

Welfengarten 1 B // 30167 Hannover

T 0511 762-2772 // F 0511 762-2686

sandra.niemeyer@tib.eu, www.tib.eu

Nestor-Siegel für die TIB: Vertrauenswürdiges digitales Langzeitarchiv der Bibliothek ausgezeichnet

Digitale Informationen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – dazu gehören digitale Fotos und Videos genauso wie digitale Bibliotheksbestände, elektronische Dissertationen, Forschungsdaten und 3D-Objekte. Dies alles muss gesammelt, zugänglich gemacht und für zukünftige Generationen erhalten werden: Das garantiert die TIB mit ihrem digitalen Langzeitarchiv, das im Dezember 2017 mit dem nestor-Siegel zertifiziert wurde. Das Siegel des Kompetenznetzwerks zur digitalen Langzeitarchivierung bestätigt die Vertrauenswürdigkeit des von der TIB betriebenen Langzeitarchivs.

Hervorragende Arbeit in der digitalen Langzeitarchivierung

Die TIB ist die vierte Einrichtung weltweit, die das Zertifikat erhält. Zwei nestor-Gutachter haben insgesamt 34 Kriterien geprüft, zu denen nicht nur die technische Lesbarkeit, die durchgeführten Erhaltungsmaßnahmen und die Interpretierbarkeit der wissenschaftlichen Objekte zählen, sondern unter anderem auch Aspekte wie Finanzierung, personelle Ressourcen, IT-Sicherheit sowie organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen gehören. Das Ergebnis: nestor verleiht der TIB für das von ihr betriebene Langzeitarchiv für die Bestandsgruppen graue Literatur, Deutsche Forschungsberichte, Dissertationen der Leibniz Universität Hannover, Open-Access-Verlagspublikationen und Objekte des Institutionellen Repositoriums der Leibniz Universität Hannover das nestor-Siegel für vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive. „Die Zertifizierung bestätigt die qualitativ hochwertige Arbeit und die transparenten Prozesse der TIB im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung und unterstreicht deren Vorreiterrolle“, sagt Thomas Bähr, Leiter Bestandserhaltung und Langzeitarchivierung an der TIB.

TIB ist verlässlicher Partner in der digitalen Langzeitarchivierung

Die TIB bietet verschiedene Dienstleistungen im Kontext der digitalen Langzeitarchivierung: von der Beratung zur Einlieferung und Übernahme der zu bewahrenden Objekte über die Anreicherung mit Metadaten bis zur Archivierung und Erhaltungsmaßnahmen. Die Angebote der TIB richten sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen sowie kommerzielle Forschung. „Das nestor-Zertifikat zeigt, dass die TIB ein verlässlicher Partner bei der digitalen Langzeitarchivierung ist. Nach den ersten Pilotkunden ist es nun unser Ziel, weitere Kundinnen und Kunden für unsere Angebote zu gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Sören Auer, Direktor der TIB.

Die TIB erhält mit dem nestor-Siegel nach dem Data Seal of Approval bereits das zweite Zertifikat für ihr vertrauenswürdiges Langzeitarchiv.

Ansprechpartner:

Technische Informationsbibliothek (TIB)

Dr. Sandra Niemeyer

Pressereferentin

Kommunikation und Marketing

Welfengarten 1 B // 30167 Hannover

T 0511 762-2772 // F 0511 762-2686

sandra.niemeyer@tib.eu, www.tib.eu

Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek erwirbt Sammlung zur europäischen Zeitungsgeschichte

367 Jahre nachdem in Leipzig die erste Tageszeitung der Welt gedruckt wurde, konnte das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig eine zeitungshistorische Sammlung von europäischem Rang erwerben. Mit fast 7.000 Dokumenten schließt der Bestand eine Lücke in den Sammlungen des Museums und erlaubt es, an einem herausragenden medienhistorischen Gegenstand Regional- und Universalgeschichte zu verbinden. Denn wie kaum ein anderes Medium bündelt die Zeitung die ganze Bandbreite der buch- und mediengeschichtlichen Fragestellungen und bietet sowohl der Technik-, Kultur- und Sozialgeschichte als auch der Geschichte des Wissens und der Zensur zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Die zeitungsgeschichtliche Sammlung wurde von dem Krefelder Verleger Hans-Ulrich Nieter in mehr als 30 Jahren zusammengetragen und hat ihren Schwerpunkt im 18. bis 20. Jahrhundert. Sie gliedert sich in 15 Themengruppen: handschriftliche Vorläufer der Zeitung und Flugblätter sind ebenso vertreten wie seltene Dokumente zu Redaktion, Verlag, Werbung und Vertriebswegen, aber auch zur Geschichte der Zensur und zu Zeitungsleserinnen und Zeitungslesern. Eine Sammlung historischer Karikaturen zur Zeitung ergänzt den Bestand ebenso wie Kriegszeitungen und biografische Zeitkapseln zu einzelnen Personen der Zeitungsgeschichte. Die Bedeutung der Sammlung liegt in ihrer thematischen Breite und europäischen Ausrichtung: Denn: „Zeitungen sind eines der großen Kulturmittel, durch die wir Europäer Europäer geworden sind“, wie der Historiker, Publizist und Aufklärer August Ludwig von Schlözer schon Ende des 18. Jahrhunderts gesagt hat.

Als der Leipziger Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch (1614–1678) am 1. Juli 1650 die erste Tageszeitung der Welt druckte, bot Leipzig einen idealen Ort für das sechsmalige Erscheinen der „Wöchentlichen“ (zwei Jahre später: „Einkommenden“) „Nachrichten“. Als Messestadt war Leipzig ein Knotenpunkt wichtiger Kommunikationswege mit einer hohen Postfrequenz, einem dichten Korrespondentennetz und einer Fülle einlaufender Nachrichtenbriefe. Über Jahrhunderte hinweg war die Tageszeitung das Medium Nummer eins, wenn es darum ging, sich ein Bild von der Welt zu machen. Ihre Erfolgsgeschichte als Massenmedium verdankt die Zeitung im 19. Jahrhundert technischen Innovationen und dem Kampf um die Pressefreiheit: 1914 werden 4.221 Zeitungen in Deutschland verlegt – die Hochzeit des Zeitungswesens. Für 2017 meldet der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger noch 333 Tageszeitungen.

Als ein Baustein innerhalb der interdisziplinär angelegten Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums bietet die Sammlung Nieter einen unikalen Bestand zur Geschichte und Gegenwart des Zeitungswesens. Stephanie Jacobs, Leiterin des Museums, freut sich: „Eine so gut sortierte Sammlung übernehmen zu können, birgt für unser Museum die einmalige Chance, in einer Zeit, die den größten Umbruch in der Geschichte des Mediums Zeitung erlebt, einen Blick in die Geschichte zu werfen, die historischen Dokumente unter dem Blickwinkel aktueller Fragestellungen zu beleuchten und einen Blick in die Zukunft zu wagen.“ Der Sammler Hans-Ulrich Nieter fasst zusammen: „Dass die Sammlung nun nach Leipzig als einem der Ursprungsorte der Zeitungsgeschichte zurückkehrt, erfüllt mich mit großer Zufriedenheit und erleichtert mir zugleich den Abschied von den Dokumenten, die mich über Jahrzehnte begleitet haben. Ich weiß die Sammlung in Leipzig in guten Händen.“

Ansprechpartnerin:

Dr. Stephanie Jacobs, Tel.: +49 341 2271-575, s.jacobs@dnb.de

Nachlass von „Herbstmilch“-Autorin Anna Wimschneider in der Bayerischen Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) erhält von der Erbengemeinschaft den Nachlass Anna Wimschneiders (1919-1993) geschenkt, darunter das handschriftliche Manuskript ihres autobiografischen Romans „Herbstmilch“.

Herzstück des Nachlasses ist das handgeschriebene Manuskript ihrer Autobiografie „Herbstmilch“, das Anna Wimschneider in der Küche ihres Bauernhofes in zwei DIN A4 Heften in deutscher Schreibschrift verfasste. Der Roman erschien erstmals 1985 im Piper Verlag und wurde zum Bestseller. 1988/89 verfilmte Joseph Vilsmaier Wimschneiders Lebenserinnerungen. Der Film avancierte 1989 zu einem der meistbesuchten Kinofilme in Deutschland. Zudem existieren verschiedene Bühnenfassungen von „Herbstmilch“ sowie ein Hörbuch (2007).

Des Weiteren umfasst der Nachlass zahlreiche Fotografien, Korrespondenz mit dem Piper Verlag sowie Leserbriefe. Aber auch Urkunden wie das Bundesverdienstkreuz und eine Dokumentation ihrer öffentlichen Auftritte in Funk und Fernsehen gehören zum Archiv.

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Das Leben und Werk Anna Wimschneiders stehen beispielhaft für eine ganze Generation im ländlichen Raum. Wir fühlen uns sehr geehrt, durch den Erhalt ihres Nachlasses ein Stück deutsche Zeitgeschichte bewahren zu dürfen.“

Die BSB beherbergt eine der größten Nachlasssammlungen im deutschsprachigen Raum. Der mehr als 1.100 Nachlässe umfassende Bestand bezieht sich schwerpunktmäßig auf die politische und kulturelle Geschichte Bayerns, darunter Nachlässe von Gelehrten, Intellektuellen und Künstlern wie Max Weber, Oskar Maria Graf, Paul Heyse und Hermann Lenz. Zum Bestand gehören auch rund 150 Schriftstellernachlässe.

Ansprechpartner:

Dr. Maximilian Schreiber

Bayerische Staatsbibliothek

Abteilung Handschriften und alte Drucke/

Referat Nachlässe und Autographen

Ludwigstr. 16

80539 München

Tel. 089/28638-2771

E-Mail: maximilian.schreiber@bsb-muenchen.de

Ulrike Rehusch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 089/28 638-2057

E-Mail: presse@bsb-muenchen.de

Lange herbeigesehnt, endlich da: Die Badische Landesbibliothek startet mit der Selbstverbuchung

Nach mehrmonatigen Umbaumaßnahmen im Foyer der Badischen Landesbibliothek ist es endlich soweit: Dank modernster Technologie können die Nutzerinnen und Nutzer der BLB seit dem 6. Dezember 2017 einen Großteil der vorhandenen Medien in Selbstbedienung ausleihen. Das Schlangestehen an der Leihstelle gehört damit der Vergangenheit an. Und das Beste: Die Nutzer können die entliehenen Medien künftig rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche über den Rückgabeautomaten in der Arkade zurückgeben.

„Mit der Einführung der Selbstverbuchung verbessert die Badische Landesbibliothek ihren Service entscheidend. Was sich für die Nutzer jetzt so einfach gestaltet, ist das Ergebnis umfangreicher Vorarbeiten und Vorüberlegungen in unterschiedlichen Bereichen der Bibliothek. Ein großer Dank geht deshalb an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Prozess maßgeblich mitgestaltet haben“, betont Dr. Volker Wittenauer, Stellvertretender Direktor der Badischen Landesbibliothek. Knapp 600.000 Medien wurden im Vorfeld mit sog. RFID-Chips ausgestattet; zahlreiche Geschäftsabläufe innerhalb der Bibliothek wurden neu konzipiert bzw. angepasst.

An insgesamt drei Selbstverbuchungsstationen im Foyer der BLB können die Nutzer fortan einen Großteil der Bestände selbst verbuchen. Die Medien werden dabei mit der Benutzerkarte erfasst und auf das eigene Konto verbucht. Eine Stapelverbuchung ermöglicht die Erfassung von bis zu fünf Medien gleichzeitig. Bestellungen aus dem Geschlossenen Magazin und dem Außenmagazin werden unter einem individuellen Abholcode für die Nutzer in Regalen bereitgelegt. Die Rückgabe der entliehenen Medien erfolgt über die Rückgabestation in Nähe der Erbprinzenstraße.

Mit der Einführung der Selbstverbuchung hat die Badische Landesbibliothek ihre Position als moderne, kundenfreundliche und vor allem serviceorientierte Bibliothek weiter ausgebaut. Ausleihe und Rückgabe von Medien werden deutlich vereinfacht und das Bibliothekspersonal kann sich künftig verstärkt auf die qualifizierte Beratung und Schulung von Nutzern konzentrieren.

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Published Online: 2018-03-10

Published in Print: 2018-03-26


Citation Information: Bibliotheksdienst, Volume 52, Issue 3-4, Pages 303–312, ISSN (Online) 2194-9646, ISSN (Print) 0006-1972, DOI: https://doi.org/10.1515/bd-2018-0035.

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