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Bibliothek Forschung und Praxis

Ed. by Bonte, Achim / Degkwitz, Andreas / Horstmann, Wolfram / Kaegbein, Paul / Keller, Alice / Kellersohn, Antje / Lux, Claudia / Marwinski, Konrad / Mittler, Elmar / Rachinger, Johanna / Seadle, Michael / Vodosek, Peter / Vogt, Hannelore / Vonhof, Cornelia

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1865-7648
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Volume 37, Issue 2

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„Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2013“ – Kurzberichte kreativer Projekte

Published Online: 2013-07-08 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2013-0040

Perspektive Bibliothek: Die Open-Access-Zeitschrift der Münchener Bibliotheksreferendare

Seit Juli 2012 gibt es die Open-Access-Zeitschrift Perspektive Bibliothek (www.perspektive-bibliothek.uni-hd.de), die inhaltlich das gesamte Spektrum bibliotheks- und informationswissenschaftlicher Themen abdeckt. Grundlage für die in Perspektive Bibliothek erscheinenden Artikel sind dabei schriftliche Arbeiten, die an der Bibliotheksakademie Bayern im Rahmen der theoretischen Referendarsausbildung angefertigt werden. Mit Hilfe der Zeitschrift profitiert die bibliothekarische Fachöffentlichkeit vom Fachwissen der Referendare sowie ihrem noch frischen, unverstellten Blick auf das neue Berufsfeld. Gleichzeitig bietet Perspektive Bibliothek angehenden Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich potenziellen Arbeitgebern auch mittels einschlägiger Veröffentlichungen in einer dezidierten Fachzeitschrift zu präsentieren. Darüber hinaus kann mit der stärkeren Sichtbarkeit der erbrachten Leistungen an der Bibliotheksakademie die Qualität der dortigen Ausbildung unterstrichen werden.

Mit der Zeitschrift möchten die Verantwortlichen einen Beitrag zum Aufbrechen traditioneller Strukturen der Fachkommunikation leisten. Denn leider spiegelt sich aus ihrer Sicht die aus der deutschen Bibliotheksgemeinde kommende Forderung nach mehr Open Access im Wissenschaftsbereich in nur wenigen eigenen OA-Publikationen wider. Mit den Zeitschriften Libreas, medizin-bibliothek-information und seit Kurzem 027.7 gibt es gerade einmal drei genuine deutschsprachige OA-Journals.

In Anbetracht der Downloadzahlen der ersten beiden Ausgaben ist die Gründung von Perspektive Bibliothek als großer Erfolg zu bewerten. Die erste Ausgabe wurde am 16. Juli 2012 veröffentlicht, die zweite Ausgabe am 14. Oktober 2012. Seitdem wurden die 17 Artikel und zwei Editorials insgesamt mehr als 10.000 Mal heruntergeladen. Perspektive Bibliothek genießt somit bereits jetzt eine hohe Akzeptanz und ist zu einer etablierten Anlaufstelle geworden, um sich kompakt und grundlegend zu aktuellen bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Themen zu informieren.

Gelingen kann ein solches Projekt nur mit der Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner: die Dozenten der Bibliotheksakademie (Peer Review), die Bibliotheks

akademie Bayern (Kommunikation) und die UB Heidelberg (Hosting). Die wichtigsten Kooperationspartner sind aber die potenziellen Autoren, die Referendare der Bibliotheksakademie. Nur durch die von ihnen gelieferten Inhalte gibt es die Zeitschrift. Aktuell ist es bereits abzusehen, dass die Leser auch weiterhin interessante Artikel erwarten können.

Dr. Jochen Apel, Universitätsbibliothek Heidelberg, Postfach 105749, D-69117 Heidelberg, apel@ub.uni-heidelberg.de

Martin Hermann, Bayerische Staatsbibliothek Direktionsreferat, Ludwigstraße 16, D-80539 München, martin.hermann@bsb-muenchen.de

Medienarchiv der Künste: Eine neue Plattform für künstlerische und wissenschaftliche Medien

Für die Online-Präsentation von digitalen Medienformaten haben sich längst verschiedene, weltweit genutzte Plattformen (z. B. Flickr, YouTube etc.) etabliert. Diese beschränken sich jedoch meist auf nur ein einziges Format und haben darüber hinaus keine thematische Ausrichtung. An der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK hingegen wurde nun eine Mediendatenbank bereitgestellt, die es ermöglicht, alle gängigen Medienformate gemeinsam an einem Ort zu veröffentlichen und zu teilen. Darüber hinaus unterstützt sie die Einbettung der künstlerischen und wissenschaftlichen Medien in den fachlichen Kontext dieser Kunsthochschule und erlaubt damit eine professionelle mediale Praxis.

Dieses „Medienarchiv der Künste“ steht seit Januar 2013 als gemeinschaftliche Plattform allen Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden der ZHdK zur Verfügung. Es kann ein breites Spektrum medialer Inhalte (Bilder, Videos, Audio-Daten und Dokumente) verwalten und unterstützt im Besonderen kollaborative Formen des Arbeitens. Die Einsatzbereiche des Medienarchivs sind hauptsächlich auf Lehre und Forschung gerichtet, aber es profitiert auch das Archiv der ZHdK. Denn die neu geschaffene Ablage ist zentral und erleichtert damit die ersten Schritte im Archivierungsprozess von künstlerischen und wissenschaftlichen Werken.

Die Grundprinzipien der Software sind einfach: Beliebig viele Mitglieder einer Institution verwalten einen Medienpool über einen Webbrowser. Der Medienpool besteht aus Medieneinträgen und Sets, mit denen verschiedene Formen der Ordnung geschaffen werden. Dabei können auf mehreren Ebenen differenzierte Zugriffsberechtigungen vergeben werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verwaltung sowie dem Import und Export von Metadaten geschenkt.

Das Medienarchiv der ZHdK wurde 2009 bis 2013 als hausinternes Entwicklungsprojekt von den beiden Abteilungen Informationstechnologie-Zentrum ITZ und Medien- und

, 2, 3: Medienarchiv der Künste: Eine neue Plattform für künstlerische und wissenschaftliche Medien
Abb. 1

, 2, 3: Medienarchiv der Künste: Eine neue Plattform für künstlerische und wissenschaftliche Medien

Informationszentrum MIZ als freie Software realisiert. Interessierte Institutionen können basierend auf der Software eigene Medienarchive betreiben und das System für ihre Zwecke anpassen und weiterentwickeln. Auf Anfrage werden Anpassungen der Software und Hosting externer Instanzen als Dienstleistung durch die ZHdK angeboten.

Detaillierte Informationen gibt es unter http://madek.zhdk.ch, Zugang zum Medienarchiv: http://medienarchiv.zhdk.ch.

Susanne Schumacher, Medienarchiv der Künste, Produktmanagement Medien- und Informationszentrum MIZ, Ausstellungsstraße 60, Postfach CH-8031, Zürich, susanne.schumacher@zhdk.ch

JuLiD – Leseförderung mit und für Jugendliche

Einmal im Monat gibt es ein ganz besonderes Event in der Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich – Weibelfeldschule: Dann werden Kekse geknabbert, Tee getrunken und hitzige Diskussionen über neue Bücher schallen durch die Bibliothek. Dann ist wieder JuLiD-Treffen! JuLiD steht für Jugend-Literatur Dreieich – ein Juryname, den sich die Mitglieder der Jugendliteraturjury selbst gegeben haben. Die 16 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen aus dem hessischen Dreieich treffen sich seit 2009 regelmäßig, um über neue Jugendbücher zu sprechen. Organisiert wird das Projekt von Diplom-Bibliothekarin Linda Hein.

Die Jurymitglieder machen Buchvorschläge, dann werden die Wunschbücher direkt als Rezensionsexemplare beim Verlag angefragt. Regelmäßig stöbern die Jurymitglieder aber auch in Buchhandlungen. Derzeit sind über 120 Bücher in der Besprechung. Was und wie viel gelesen wird, entscheidet jeder selbst – einzige Bedingung: Das Buch ist im aktuellen Kalenderjahr erstmals in Deutschland erschienen.

Bei den Treffen werden dann die gelesenen Bücher den anderen JuLiD-Mitgliedern angepriesen – oder auch nicht. Denn JuLiD ist knallhart, wenn es um Buchbewertungen geht. Ist die Story unglaubwürdig, das Ende aber halbwegs in Ordnung, bekommt ein Buch eben nur 4 von 15 möglichen Punkten. Kritik ist erlaubt, eine Begründung aber wichtig. So lernen die jugendlichen Leser, was für sie ein gutes Buch ausmacht. Mit der Zeit erweitert sich so auch der Lesehorizont der JuLiD-Mitglieder. Anfängliche Fantasy-Leserinnen und -Leser entdecken, dass auch Bücher aus anderen Genres ansprechen und bereichern können.

: Die Siegerbücher 2012 von JuLiD
Abb. 1

: Die Siegerbücher 2012 von JuLiD

Um den Verlagen Feedback zu ihren neusten Büchern zu geben, verfassen die JuLiD-Mitglieder Buchkritiken, die auf ihrer Website www.julid-online.de veröffentlicht werden. Alle Artikel erscheinen parallel auf der Facebook-Seite der Schulbücherei Weibelfeldschule. Auf diese Weise können auch andere Jugendliche sehen, was sich wirklich zu lesen lohnt. Sogar Lehrer stöbern mittlerweile so die nächste ansprechende private oder schulische Lektüre auf.

Im Juni werden dann die fünf besten Bücher des vergangenen Kalenderjahres ausgewählt, und die beste Reihe wird gekürt. Die Bücher werden mit Plakaten und Postkarten in regionalen Buchhandlungen und Bibliotheken im Rhein-Main-Gebiet beworben. So gibt JuLiD anderen Jugendlichen, aber auch dem Buchhandel, Bibliotheken und anderen Interessierten eine Empfehlung für die Favoritenbücher.

Im Herbst 2012 wurde die Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich – Weibelfeldschule für das Projekt JuLiD vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet. Das Preisgeld fließt in neue Bücher, es sichert die jährliche Büchereilesung und wird in Ausflüge der Jury zu Verlagen investiert.

Linda Hein, Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich – Weibelfeldschule, Am Trauben 17, D-63303 Dreieich, linda.hein@live.de

Kinderkultur und Leseförderung in einer Hand: Die Kinder- und Jugendbibliothek Kelsterbach

Die Stadt- und Schulbibliothek Kelsterbach geht seit 2011 neue Wege: Der Bereich Kinderkultur wurde der Kinder- und Jugendbibliothek aus dem Kulturamt übertragen.

Schon zuvor bot die Bibliothek zahlreiche Kinderveranstaltungen und Leseförderung im Curriculum an. Als Vorbild dienten Niederländische Bibliotheken, die z. B. Kunstwerkstätten in die Kinderbereiche eingebaut hatten. Eine Idee, die sofort Anklang fand, zumal es in Kelsterbach keine Jugendkunstschule gab. Neben der Umstrukturierung der Kinderkultur in die Bibliothek bot sich auch eine inhaltliche Veränderung an. Es stellte sich die Frage: Was bedeutet der Begriff Kinderkultur?

Kultur für Kinder und Jugendliche ist mehr als Buchen von Entertainment. Kinder und Jugendliche sollen nicht nur in der Schule Bildung erfahren. Kinder sollen lernen, kulturell und ästhetisch zu handeln und selbst produktiv zu werden. Sie müssen sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, um sich selbst wahrzunehmen. Bei kulturellen Projekten, wo sie selbst handeln, ihre Ideen einbringen und als Partner angesehen werden, sehen sie sich selbst als Teil der Öffentlichkeit und entwickeln eine positive Persönlichkeit. Kinder mit Migrationshintergrund erfahren im Bereich öffentlicher Kultur Anerkennung, die durch Schulleistungen nicht erzielt wird. Multikultureller Austausch und wachsende Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen oder Anderssein sind so schon bei Kleinkindern feststellbar.

In Zusammenarbeit mit der Jugendförderung und unter Berücksichtigung zahlreicher Vereine wurde eine Bestandsaufnahme der aktuellen Angebote für Kinder und Jugendliche gemacht. Diese offenbarte viele fehlende Kulturangebote.

Seit 2011 ist nun die Kinderkultur in der Hand der Kinder- und Jugendbibliothek Kelsterbach. Mit der Einstellung eines Freiwilligen des FSJ Kultur konnten erste Pläne in die Tat umgesetzt werden.

Neu entstandene Projekte sind: monatliches Kinderkino, wöchentliche offene Kunstwerkstatt, Kinder-Kulturfest, Konzerte, Theater, Kinder-Kultur-Flyer, monatliche Kinder-Presse u.v.m.

Mit der Kinderkultur bekam die Bibliothek einen ganz neuen Stellenwert in der Kelsterbacher Kulturlandschaft. Den „kleinen Bürgern“ konnten über 50 neue Angebote offeriert werden, und die Besucherzahl stieg um zehn Prozent. Durch die Kooperation mit der Jugendförderung lassen sich neue Projekte einfacher umsetzen, und durch die gemeinsame Betreuung des Freiwilligen findet ein regelmäßiger Austausch statt.

Bibliotheken müssen sich bei immer schlechteren Haushaltslagen neue Partner und Wege suchen, ihre Bedeutung für Bürger ausweiten. Städte werden durch Angebote für Familien und Bildungs- und Kulturangebote attraktiver. Gemeinden werben beim Städtebau mit Bildungseinrichtungen vor Ort, um junge Familien zu überzeugen, hier ist auch die Kinderkultur wichtiger Teil.

In Kelsterbach haben Bibliothek und Kinderkultur zum positiven Image der Stadt maßgeblich beigetragen. Die Stadt- und Schulbibliothek erhielt bei einer Familienumfrage 2011 als einzige Institution, noch vor den Sportvereinen, die Note 1.

Gerade kleine Gemeinden, in denen Etatmittel immer knapper werden, können mit solchen Vernetzungen gewinnen. Nur mit der Umstrukturierung von Etatmitteln, dem Einsatz des „Freiwilligen Sozialen Kulturellen Jahres“ und der Zusammenarbeit mit Institutionen vor Ort konnte das Kulturangebot in Kelsterbach erweitert werden.

Meike Kaiser, Stadt- und Schulbibliothek Kelsterbach, Am Mittelfeld 15, D-65451 Kelsterbach, m.kaiser@kelsterbach.de

Informations- und Bildungskompetenz für sozial Benachteiligte: iPads in Patientenbibliotheken von Quarantänestationen in Chile

Chile zählt noch zu den Schwellenländern und hat neben einem unterentwickelten und chronisch unterfinanziertem Sozialsystem kaum eine Lesekultur. Schuld an letzterem ist vor allem die weltweit höchste Buchsteuer von 19 Prozent. Dadurch gehören Bücher zu Luxusartikeln, die sich der Normalbürger kaum leistet. Öffentliche Bibliotheken gibt es nur in den wohlhabenden Gemeinden. So entwickelte das Bibliotheksteam des Goethe-Instituts Santiago de Chile ein Projekt zur Leseförderung für die Zielgruppe junge Menschen, die in sozial benachteiligten Strukturen leben.

Man ging in das staatliche Kinderkrankenhaus Chiles, Dr. Luis Calvo Mackenna, das sich in Santiago-Providencia befindet. Dort werden Kinder aus dem ganzen Land behandelt und besonders diejenigen, die schwere und langwierige Krankheiten haben und aus sozial schwachen Familien kommen. Oft sind diese Kleinen viele Monate weit weg von Zuhause und können auch nicht die Schule besuchen. Im Kinderkrankenhaus gibt es eine Patientenbibliothek. In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus veranstaltete die Bibliothek des Goethe-Instituts Santiago de Chile im Jahr 2011 ein Seminar zur Bedeutung von Büchern und dem therapeutischen Vorlesen für junge Patienten und organisierte auch einen Satz neuer Bücher für die Krankenhausbibliothek.

Leider können nicht alle Patienten diese Bibliothek besuchen. Auf diese Kinder wurde im vergangenen Jahr der Fokus gelegt. Man lud die Bibliothekarin Stefanie Klenk aus Deutschland ein, um einen Vortrag über Patientenbibliotheken in München zu halten. Außerdem berichteten die lokalen ehrenamtlichen Vorleserinnen von ihrer Tätigkeit.

Leider bleiben die Kinder, die auf der Quarantänestation sind von diesem Service ausgeschlossen und bekommen auch keine Bücher oder Spielsachen, damit jegliche Keimträger fernbleiben. Aber gerade diese Kinder bräuchten Ablenkung, Unterhaltung und die Auseinandersetzung mit ihrer besonderen Situation mittels Büchern, Geschichten und Bildern.

So wurde ein iPad für die Kinder der Transplantationsstation gekauft, wo strenge Quarantäne herrscht. Dieses Gerät ist ausschließlich für die Patienten dieser Station gedacht. Es eignet sich für jedes Alter und die verschiedenen Interessen bis hin zu einfachen Unterrichtseinheiten und lässt sich zudem problemlos reinigen und desinfizieren. Mittlerweile zirkuliert das iPad bereits ein Jahr auf der Station, und man kann sehen, dass es sehr gut angenommen wird. Selbst Zweijährige haben damit Freude, Dank der leichten Touch&Slide-Funktionen.

Dieser Einsatz eines iPads beim Projekt der Förderung der Informations- und Bildungskompetenz sozial Benachteiligter ist einzigartig in Chile und erreicht in ganz Südamerika Modellcharakter.

Nicole Thomas, Bibliothekarin Goethe-Institut Santiago de Chile, Holanda 100 7510021, Providencia Chile, Bibl@santiago.goethe.org

Kontinuierliche interne Fortbildung zum Selbermachen: Das „Bibliothekstraining“ an der UB Ilmenau

Seit April 2012 läuft an der UB Ilmenau ein Programm zur internen Weiterbildung. In 14-tägigem Abstand werden ca. 30 bis 60 Minuten dauernde Vorträge oder Übungen zu unterschiedlichsten berufsspezifischen Themen angeboten, an denen alle Mitarbeiter der UB ohne vorherige Anmeldung spontan teilnehmen können. Das Themenspektrum reicht von der Vorstellung der Arbeit einzelner Bibliotheksabteilungen über Computerübungen, Datenbankpräsentationen, einem Englisch-Kurs bis hin zu Vorträgen über Patentwesen oder Urheberrecht. Es werden auch speziellere Themen angeboten, z. B.:

  • Rundgang über den Campus der Technischen Universität

  • „Durchspielen“ einer alljährlich im Rahmen der KinderUni mit Schülergruppen durchgeführten Schatzsuche mit den UB-Mitarbeitern

  • Praxisbesuch in der hauseigenen Buchbinderei

  • Studenten der TU präsentieren die Ergebnisse einer von ihnen in der UB durchgeführten Benutzerumfrage.

Das breite Themenfeld soll Einblicke in alle Tätigkeitsfelder innerhalb der Bibliothek geben, die Gesamtzusammenhänge in den Arbeitsabläufen verdeutlichen, die Distanz zu anderen Abteilungen verringern und Neugier auf die Welt jenseits des eigenen Schreibtischs wecken. Die Teilnehmerzahl liegt im Schnitt bei 15 Personen, das entspricht einem Drittel der Mitarbeiter, an besonderen Veranstaltungen nehmen teilweise mehr als die Hälfte aller Kolleginnen und Kollegen teil. Eine Evaluation am jeweiligen Quartalsende ermöglicht es, die nächsten Programme auf die Wünsche der Mitarbeiter zuzuschneiden und gegebenenfalls beliebte oder besonders gut besuchte Veranstaltungen zu wiederholen. Im direkten Kontakt untereinander werden Wünsche übermittelt, vergangene Veranstaltungen diskutiert und Meinungen zur Programmgestaltung insgesamt ausgetauscht.

Organisiert wird das Programm von vier Personen, die fest in der UB beschäftigt sind. Der wesentliche Arbeitsaufwand liegt in der Zusammenstellung des Quartalsprogramms und dem Koordinieren der Termine mit den Referenten. Dies nimmt pro Monat nicht mehr als eine Stunde in Anspruch. Unbedingt notwendig ist die Bereitschaft der Bibliotheksmitarbeiter, als Vortragende einzelne Veranstaltungen (mit) zu gestalten. Hier war anfängliche Skepsis zu spüren, die im Laufe der Monate aus dem Weg geräumt werden konnte. Inzwischen bringen sich Mitarbeiter aus allen Hierarchieebenen und Arbeitsbereichen ein, es bieten sich sogar immer mehr Kollegen initiativ als Referenten an.

Als ein kontinuierliches Programm mit geringem Aufwand und hohem Nutzen – nicht nur fachlicher, sondern auch kommunikationsfördernder Natur – ist das Bibliothekstraining an jeder größeren Einrichtung umsetzbar.

Silke-Maria Otto, Universitätsbibliothek Ilmenau, Langewiesener Straße 37, D-98693 Ilmenau, silke-maria.otto@tu-ilmenau.de

Ursula Kampling, Universitätsbibliothek Ilmenau, Langewiesener Straße 37, D-98693 Ilmenau ,ursula.kampling@tu-ilmenau.de

Milena Pfafferott, Universitätsbibliothek Ilmenau, Langewiesener Straße 37, D-98693 Ilmenau, milena.pfafferott@tu-ilmenau.de

Carola Lecke-Vollgraf, Universitätsbibliothek Ilmenau, Langewiesener Straße 37, D-98693 Ilmenau, carola.lecke-vollgraf@tu-ilmenau.de

About the article

Published Online: 2013-07-08

Published in Print: 2013-07-08


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 37, Issue 2, Pages 166–171, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2013-0040.

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© 2013 by Walter de Gruyter. This article is distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 3.0 Public License BY-NC-ND 3.0

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