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Bibliothek Forschung und Praxis

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ISSN
1865-7648
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Volume 38, Issue 3

Issues

„Medien-Elternabend“: Stadtbibliothek Mannheim macht Mütter und Väter stark für die Medienerziehung ihrer Kinder

Ellen Ertelt
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  • Dipl.-Medienwiss., Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Mannheim Stadthaus N 1 D-68161 Mannheim
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/ Marion Hekmann
  • Dipl.-Bibl. / M.Sc. Informationswirtschaft Leitung Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Mannheim Stadthaus N 1 D-68161 Mannheim
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Published Online: 2014-11-26 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2014-0049

Zusammenfassung

Wie selbstverständlich bewegen sich heute Kinder und Jugendliche in den neuen Welten von iPhone, PlayStation, Facebook und Co. Viele Mütter und Väter können da nicht mithalten und sind besorgt ob möglicher schlechter Einflüsse auf ihren Nachwuchs. Hier setzt der „Medien-Elternabend“ in der Mannheimer Stadtbibliothek an: Auf der jährlich stattfindenden kostenlosen Informationsveranstaltung geben unterschiedlichste Mannheimer Experten Eltern konkrete Hilfestellungen, wie diese ihre Kinder befähigen können, (neue) Medien sicher und sinnvoll zu nutzen.

Abstract

Today children and teenagers move quite naturally in the worlds of iPhone, PlayStation, Facebook and the like. A great number of mothers and fathers can’t keep pace and are worried due to possible bad influences on the young generation. The “Parental Media Evening” in the Mannheim Public Library takes those issues in account: At the annual and free-of-charge information evening various experts from Mannheim provide specific guidance to parents to enable their children to use (new) media in a safe and reasonable way.

Schlüsselwörter: Stadtbibliothek; Medienkompetenz; Medienerziehung; Veranstaltungskonzept; Internet; Soziale Netzwerke; Gaming

Keywords: Public library; media literacy; media education; event conception; Internet; social networks; gaming

Von Medienkindern und Elternsorgen

Die Medienkompetenz unter Kindern und Jugendlichen zu fördern, haben sich viele öffentliche Akteure auf die Fahnen geschrieben: Ob Kindertagesstätte, Schule, Kirche oder Bibliothek – unterschiedlichste Einrichtungen bieten spezielle Angebote und stellen versiertes Personal, um die junge Generation in einem sinnvollen und sicheren Medienumgang zu schulen. Doch das Gros der Verantwortung, Medienkompetenz an Mädchen und Jungen zu vermitteln, liegt fweiterhin bei den Eltern. In der Regel sind sie es, die ihre Kinder als erste an Medien heranführen, mit ihnen täglich gemeinsam verschiedenste Medieninhalte nutzen und ihnen hierfür immer wieder neue Geräte zur Verfügung stellen.

Doch wie ist es um die Medienkompetenz der Mütter und Väter bestellt? Inzwischen können viele von ihnen mit ihrem Nachwuchs nicht mehr mithalten, wenn es um die Nutzung neuer Medientechniken oder neuer Medieninhalte geht – wie sollen sie ihre Töchter und Söhne dann kompetent und glaubwürdig zu einem konstruktiven Mediengebrauch bewegen? Es mutet grotesk an: „Digital Immigrants“ instruieren „Digital Natives“ u. a. im Umgang mit digitalen Medien?

Erschwerend wirkt sich die elterliche Sorge um mögliche schädliche Einflüsse medialer Inhalte und Anwendungen aus. Doch auch in der Medienerziehung führen Ängste und die daraus oftmals resultierenden Reglementierungen nicht selten zum Gegenteil des erhofften Verhaltens bei Kindern: Ob im Kinderzimmer, auf dem Schulhof oder bei Freunden – fortan wird heimlich geguckt, geklickt und gezockt. So haben Mütter und Väter deutlich weniger Handlungsspielraum bei der Medienerziehung ihres Nachwuchses.

Doch an wen können sich Eltern mit ihren Sorgen zur vermeintlich schädlichen Mediennutzung ihrer Kinder wenden? Wer stärkt ihnen den Rücken für die tagtäglichen Herausforderungen im Umgang mit fernsehverliebten Kleinkindern oder jugendlichen Facebook-Junkies?

Die Stadtbibliothek als Tor zur neuen Medienwelt

Die Aufgabe von Stadtbibliotheken beschränkt sich längst nicht mehr auf die Bereitstellung von Medien zu Information und Unterhaltung und die klassische Förderung von Lese- und Informationskompetenz. Öffentliche Bibliotheken sind Orte des lebenslangen Lernens und des kulturellen Lebens geworden und verstehen sich inzwischen als „universelle Medienhäuser“: Hier erhalten Menschen jeden Alters und jeden Hintergrunds vielseitige Förderung bei einem gewinnbringenden Umgang mit (neuen) Medieninhalten und ‑geräten.

Die Medienkompetenzförderung ist ein strategischer Schwerpunkt unserer Arbeit in der Stadtbibliothek Mannheim. Als öffentlich-rechtliche und allseits anerkannte Bildungseinrichtung mit zahlreichen Stadtteilvertretungen haben wir dabei die Möglichkeit, niedrigschwellige und breitenwirksame Angebote zu machen. Die Stichworte sind: vor Ort, öffentlich, kostenfrei, handlungsorientiert, inhaltlich vielseitig und variabel im Anspruchsniveau.

Die Zentralbibliothek ist die Hauptstelle von insgesamt 15 Einrichtungen der Stadtbibliothek Mannheim. Mitten in der Innenstadt gelegen, bietet sie Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren rund 134 000 Sach- und Unterhaltungsmedien, mehr als ein Zehntel davon sind audiovisuelle Medien. Hier wird an jedem ersten Mittwoch eines Monats um 18 Uhr die kostenlose und handlungsorientierte Informationsveranstaltung [medienmittwoch]² angeboten. Diese Reihe steht unter dem Motto „Erkunden und ‚be-greifen‘ Sie die Weiten der neuen Medienwelt in Ihrer Stadtbibliothek vor Ort!“ und schult interessierte (junge wie ältere) Erwachsene in ihrer Medienkompetenz. Die Themen reichen von E-Books und Spielekonsolen bis hin zu Sozialen Netzwerken und Datenschutz im Internet. Die Teilnehmerzahl bewegt sich zwischen 15 und 35 Personen – hinzu kommen stets einige Mitarbeiter der Stadtbibliothek Mannheim, die den [medienmittwoch]² als interne Fortbildung nutzen.

Mit mehr als 150 Teilnehmern dient der „Medien-Elternabend“ jedes Jahr als öffentlichkeitswirksamer Auftakt zur Veranstaltungsreihe [medienmittwoch]² und zählt damit zu den größten Veranstaltungen der Stadtbibliothek Mannheim. An diesem Abend liegt der Fokus speziell auf der Förderung von Medien(erziehungs)kompetenz unter Eltern. Dies ist uns ein wichtiges Anliegen: Denn während bei der Vermittlung von Medienkompetenz an Kinder die Eltern eine zentrale Rolle spielen, ist es unseres Erachtens die Aufgabe der Stadtbibliothek, Mütter und Väter in Fragen der eigenen Mediennutzung wie der ihrer Kinder zu beraten und zu schulen.

„Medien-Elternabend“: Sinnvolle Medienerziehung ‚be-greifen‘

Der „Medien-Elternabend“ findet stets am letzten Mittwoch im Januar statt. Die Veranstaltung beginnt nach Schließung der Zentralbibliothek um 19 Uhr und wird mit einem 20-Minuten-Vortrag eines anerkannten Medienexperten eröffnet. Für den „Medien-Elternabend 2013“ konnten wir den renommierten Medienpsychologen Prof. Dr. Peter Vorderer gewinnen. Er steht der ICA, der größten internationalen Fachgesellschaft für Kommunikationswissenschaft, als Präsident vor und forscht an der Universität Mannheim zur Wirkung neuer Medien. In seiner Key-Note präsentierte Professor Vorderer neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Medienwirkung bei Kindern und verknüpfte diese mit Handlungsempfehlungen für Eltern.

In seiner Key-Note macht Medienpsychologe Prof. Dr. Vorderer Eltern mehr Mut für die Medienerziehung der Kinder
Abb. 1:

In seiner Key-Note macht Medienpsychologe Prof. Dr. Vorderer Eltern mehr Mut für die Medienerziehung der Kinder

Den „Medien-Elternabend 2014“ eröffnete der Hamburger Medienexperte Jöran Muuß-Merholz. Der Diplom-Pädagoge arbeitet mit seiner Agentur „J&K – Jöran und Konsorten“ an der Schnittstelle von Bildung und Medien und ist ein bundesweit gefragter Referent. Angelehnt an sein Buch „Mein Kind ist bei Facebook – Tipps für Eltern“ erläuterte er in seinem Kurzvortrag die Hintergründe von Sozialen Netzwerken im Allgemeinen, die Funktionsweise von Facebook im Speziellen und wie Kinder und Jugendliche zu einer sinnvollen und sicheren Nutzung solcher Angebote bewegt werden können.

An die Eröffnungsrede schließt sich der eineinhalbstündige „Themenbasar“ an: Hier haben die Besucher des „Medien-Elternabends“ nicht nur die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, sondern an zahlreichen über die gesamte Fläche der Zentralbibliothek verteilten Themenstationen Mannheimer Fachleute persönlich um Rat zu fragen. Beim „Medien-Elternabend 2014“ beteiligten sich folgende Einrichtungen, die sich größtenteils unentgeltlich und mit viel Herzblut eingebracht haben:

  • Chaos Computer Club Mannheim: „Die Computer-Profis zeigen, wie Sie Ihre Kinder vor Datenklau im Internet schützen können.“

  • Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Mannheim: „Forscher präsentieren aktuelle Daten zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.“

  • Jugendförderung Mannheim: „Lernen Sie MaJO.de kennen und erfahren Sie, wie sich Mannheimer Jugendliche online organisieren.“

  • klicksafe: „Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz sensibilisiert für Gefahren im Internet.“

  • Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Mannheim: „Die Beamten zeigen, wie Sie Ihre Kinder vor Cybercrime schützen können.“

  • pro familia Mannheim: „Sexualpädagogen beraten zu Internet-Pornografie und geben Erziehungstipps zum Thema Liebe und Sex.“

  • Stadtmedienzentrum Mannheim: „Erfahren Sie, wie Schüler zu Medienscouts ausgebildet werden und ihr Wissen an Jüngere weitergeben.“

Am Eingang zum „Themenbasar“ wird ein Lageplan der Zentralbibliothek ausgegeben, auf dem zudem alle Stationen des Abends verzeichnet sind. So können die Besucher einen individuellen inhaltlichen Schwerpunkt setzen – je nachdem, welche Themen für sie persönlich von Relevanz sind. Dies ist auch bei den eigens für den Abend eingerichteten Medien- und Materialständen der Fall: Für die „Infothek“ stellen uns zahlreiche bundesweite Aktionen und Institutionen zur Förderung von Medienkompetenz unter Eltern und Kindern kostenlose Informationsmaterialien bereit. Die Teilnehmer des „Medien-Elternabends“ sind eingeladen, die sie interessierenden Flyer und Broschüren mit nach Hause zu nehmen. Bei der „Mediathek“ handelt es sich um eine aus allen Bestandsgruppen der Mannheimer Stadtbibliothek zusammengestellte Auswahl an mehr als 280 Medien rund um das Thema „Medien(erziehungs)kompetenz“, darunter vorrangig Fachliteratur, aber auch Jugendromane, Spielfilme und Konsolenspiele.

„Infothek“: Kostenlose Flyer und Broschüren bundesweiter Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz
Abb. 2:

„Infothek“: Kostenlose Flyer und Broschüren bundesweiter Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz

„Mediathek“: Direkt ausleihbare Medien der Stadtbibliothek zum Thema „Medienkompetenz“
Abb. 3:

„Mediathek“: Direkt ausleihbare Medien der Stadtbibliothek zum Thema „Medienkompetenz“

Auf diese Weise wird die Vielfalt des Bestandes präsentiert und den Besuchern Material für die eigene Medienbildung und die des Nachwuchses an die Hand gegeben. Alle Medien sind direkt ausleihbar, zudem stellt unser Team auf dem „Medien-Elternabend“ gerne neue Bibliotheksausweise aus.

Nicht zuletzt besteht auf dem „Themenbasar“ die Gelegenheit, unter Anleitung des Bibliothekspersonals an „Do-it-yourself“-Ständen neue Mediengeräte auszuprobieren und die Materie zu „be-greifen“:

  • Bibliothekspädagogik: „Probieren Sie neue Kinderbuch-Apps für das iPad sowie die Lesestifte TING und tiptoi aus.“

  • E-Services der Zentralbibliothek: „Besuchen Sie unsere virtuelle Bibliothek www.metropolbib.de und übertragen Sie digitale Medien auf Tablet-PC und E-Book-Reader.“

  • Jugendbereich JungLe+ der Zentralbibliothek: „Erproben Sie sich an verschiedenen Spielekonsolen und überraschen Sie Ihre Kinder mit neuem Know-how.“

Die Kombination von klassischer Information und praktischen Angeboten ist das besondere Merkmal des „Medien-Elternabends“. Denn wie auch die Medienexperten Prof. Dr. Vorderer und Jöran Muuß-Merholz in ihren Eröffnungsvorträgen bekräftigten: Fundiertes Wissen gepaart mit eigenen Medienerfahrungen ist die Basis, um Kinder zu kompetenten Mediennutzern zu erziehen bzw. ausbilden zu können.

Mehrere Gewinner auf ganzer Linie

Die Veranstaltungsreihen „Medien-Elternabend“ und [medienmittwoch]² zählen zu den „kommunikativen Leuchttürmen“ unserer Arbeit im Bereich Medienkompetenzförderung, sie signalisieren eine beständige Unterstützung von Eltern im Speziellen und Mannheimer Bürgern im Allgemeinen: Die Stadtbibliothek Mannheim als „Haus der Medien“ stellt für Menschen jeden Alters und jeden Hintergrunds nicht nur Medien, sondern auch individuelle Antworten auf unterschiedlichste Fragen rund um deren Inhalte, Geräte und Nutzung bereit. Eine breitenwirksame Kommunikation dieser Leistung liegt uns am Herzen, da die räumlichen Gegebenheiten der Mannheimer Zentralbibliothek nicht mehr ihrem gesellschaftlichen Auftrag gerecht werden.

In Mannheim engagiert sich eine große Vielfalt an Initiativen in der Medienkompetenzförderung. Wir freuen uns sehr, dass die oben genannten Einrichtungen wiederholt unserer Einladung zum „Medien-Elternabend“ gefolgt sind und im kommenden Jahr eine erneute Teilnahme planen. Gemeinsam haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, unser breit gefächertes Wissen aus den Bereichen Bildung, Prävention und Forschung zu bündeln und ein tragfähiges Netzwerk für eine beständige Unterstützung von Mannheimer Eltern bei der Medienerziehung ihrer Kinder zu schaffen.

Dazu haben wir eine Win-win-Partnerschaft geschlossen: Neben dem Wissens- und Erfahrungsaustausch ermöglicht der „Medien-Elternabend“ allen Beteiligten eine öffentlichkeitswirksame Darstellung der eigenen Arbeit – sowohl auf der Veranstaltung selbst als auch in der begleitenden Kommunikation. Zudem besteht die Gelegenheit, jedes Jahr neue interessante Kontakte zu knüpfen. Die Zentralbibliothek stellt dazu eine in der Stadt zentral gelegene, thematisch passende und aufmerksamkeitsstarke Plattform dar.

Mit vielfältigen Kommunikationsmaßnahmen mehr erreichen

Der „Medien-Elternabend“ steht als öffentliche und kostenfreie Veranstaltung grundsätzlich allen Interessierten offen. Die Kernzielgruppe sind jedoch Mannheimer Mütter und Väter – auch und vor allem solche, die als sozial benachteiligt gelten können. Bei diesen besteht häufig ein hoher Beratungsbedarf in Sachen „Medienerziehung“, der jedoch aufgrund intellektueller, finanzieller, kultureller oder sprachlicher Hürden nicht immer gestillt werden kann.

Die Einladung dieser Zielgruppe zum „Medien-Elternabend“ erfolgt über eine breit angelegte Werbekampagne im Stadtgebiet Mannheims. Dazu nutzen wir nicht nur die etablierten Werbe- und PR-Kanäle der Stadtverwaltung Mannheim und der oben genannten Partner, zuletzt wurden auch rund 5 000 Flyer und 1 000 Plakate produziert, verteilt und verschickt – finanziert vom „Medienkompetenz-Fund“, siehe www.mkf-bw.de, und der Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“, siehe www.kindermedienland-bw.de.

Die Stadtbibliothek Mannheim hat mit insgesamt 15 (auch an sozialen Brennpunkten der Stadt angesiedelten) Zweigstellen direkten Zugang zur Zielgruppe der Eltern – hier werben unsere Kollegen mit Plakaten und Flyern sowie in persönlichen Gesprächen für den „Medien-Elternabend“. Zudem erfolgt eine Massenpostsendung mit Werbemitteln an mehr als 300 pädagogische, soziale, interkulturelle und medizinische Einrichtungen in Mannheim – Orte, an denen Eltern anzutreffen sind oder sozial benachteiligte Menschen Unterstützung suchen. Als besonders öffentlichkeitswirksam erachten wir den zweiwöchigen Aushang von Werbeplakaten in städtischen Bussen und Bahnen.

Um die „Learnings“ des „Medien-Elternabends“ in der Mannheimer Bevölkerung möglichst breit zu streuen, werden neben allen Mitarbeitern der Stadt Mannheim auch Multiplikatoren aus Schulen, Kitas und anderen pädagogischen Einrichtungen persönlich per E-Mail eingeladen.

Last but not least: Die webbasierte Kommunikation im Vorfeld der Veranstaltung beinhaltet nicht nur ausführliche Informationen auf der Internetseite www.stadtbibliothek.mannheim.de, sondern auch regelmäßige Postings von Texten und Fotos auf der Facebook-Seite www.facebook.com/stadtbibliothek.mannheim. Hier sind wir mit den Partnern des „Medien-Elternabends“ vielfach verlinkt und schaffen so immer wieder neue Aufmerksamkeit für „Medien-Elternabend“ und [medienmittwoch]² sowie unser Anliegen der Medienkompetenzförderung.

Für die Nachberichterstattung zum „Medien-Elternabend 2014“ haben wir erstmals einen Kurzfilm angefertigt. Dieser steht auch den Kooperationspartnern für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und kann über den YouTube-Kanal der Stadt Mannheim abgerufen werden: www.youtube.com/watch?v=PHshpp2FsX0. Der Film gibt einen lebendigen Eindruck von den Inhalten und dem Ablauf der Abendveranstaltung, beinhaltet Statements der beteiligten Medienexperten und protokolliert direktes Feedback aus dem Publikum der Mannheimer Eltern.

Wie wir das Erfolgskonzept weiterdenken

Bei der Konzeption des „Medien-Elternabends“ im Sommer 2012 fehlten uns die Erfahrungswerte für eine solche Veranstaltung, entsprechend wurde zuerst eine Besucherzahl von nur 80 Personen anvisiert. Bei der ersten Veranstaltung konnten wir jedoch nahezu 150 Gäste zählen, bei der zweiten bereits über 160. Diese beeindruckenden Teilnehmerzahlen sowie das rundherum positive Feedback aus dem Publikum und der Gruppe der Kooperationspartner haben uns dazu veranlasst, nun jedes Jahr einen „Medien-Elternabend“ zu veranstalten.

Der jährliche Turnus wird auch den schnellen inhaltlichen wie technischen Veränderungen der Medien gerecht und gibt uns die Möglichkeit, immer wieder inhaltliche und organisatorische Anpassungen vorzunehmen, z. B. um künftig noch mehr sozial benachteiligte Menschen zu erreichen. Beim zweiten „Medien-Elternabend“ im Januar 2014 konnten wir bereits deutlich mehr Eltern sogenannter „bildungsferner Schichten“ ausmachen. Der dritte „Medien-Elternabend“ im Januar 2015 soll sich mehr als bisher auch an Eltern mit Migrationshintergrund richten. Dazu sind u. a. vorgesehen: neue Partner aus der interkulturellen Arbeit, mehrsprachige Werbemittel und Informationsmaterialien sowie Dolmetscher auf dem „Themenbasar“.

Bitte nachmachen!

Das inhaltliche wie organisatorische Gerüst des „Medien-Elternabends“ ließe sich leicht von anderen Stadtbibliotheken übernehmen. Zunächst ist das Thema „Medien(erziehungs)kompetenz“ überall von aktuellem Interesse. Entsprechend finden sich in jeder Stadt verschiedenste Medienexperten, die sich auch außerhalb ihres Tagesgeschäfts engagieren, und das häufig unentgeltlich. Die oben geschilderte Idee einer lokalen Win-win-Partnerschaft ist sicherlich in vielen Orten sehr reizvoll. Möglicherweise lässt sich das in Mannheim bestehende Netzwerk nutzen, um für andere interessierte Stadtbibliotheken Kontakte zu potenziellen Partnern wie Polizei, pro familia oder Universität zu vermitteln. Und die für den Eröffnungsvortrag des Mannheimer „Medien-Elternabends“ engagierten Medienexperten sind vielerorts als Referenten tätig und eventuell zu Auftritten in anderen Stadtbibliotheken bereit.

Indes lässt das Veranstaltungsformat des „Medien-Elternabends“ ausreichend Spielraum für individuelle Variationen – die Auswahl an Referenten, Partnern und Schwerpunktthemen ist unkompliziert an die lokalen Gegebenheiten anzupassen. Es besteht sogar die Möglichkeit, beim Publikum zu variieren: In der Stadtbibliothek veranstaltete „Medien-Lehrerabende“ oder „Medien-Familienabende“ ziehen sicherlich ebenfalls viele Besucher an.

Gerne stehen wir interessierten Stadtbibliotheken für Informationen rund um das Konzept und die Organisation des „Medien-Elternabends“ zur Verfügung und stellen bei Bedarf die etablierten Textbausteine der Kooperations- und Referentenanfragen sowie der Werbemittel bereit.

About the article

Published Online: 2014-11-26

Published in Print: 2014-12-19


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 38, Issue 3, Pages 430–435, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2014-0049.

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