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Bibliothek Forschung und Praxis

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1865-7648
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Volume 38, Issue 3

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„Verbindende Schritte in eine digitale Zukunft.“ – Ein „All-in-One“-Projekt zur Learning- & Supporting-Library für praktizierende Lehrpersonen

Gabriela Lüthi-Esposito
  • Corresponding author
  • Bereichsleiterin Bildungsmedien PHBern Institut für Medienbildung Helvetiaplatz 2 CH-3005 Bern Schweiz
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/ Prof. Gerhard Pfander / Verena Wamser
Published Online: 2014-11-26 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2014-0050

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag beschreibt das Projekt „All-in-One“ des Instituts für Medienbildung der deutschsprachigen Pädagogischen Hochschule, PHBern, in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Konzeptbüro Reich und Wamser. Wie kann man dem Trend der zunehmenden Digitalisierung in Schule und Gesellschaft begegnen? Im Zentrum des Projekts standen die Umgestaltung und ein Kulturwechsel in der Mediothek unter den Aspekten: Kundenorientierung, Standortmarketing, Leitmedienwechsel, „Learning Library“ und nachhaltige Zukunftsentwicklung für die Mediothek.

Abstract

The present article features the project “All-in-One”, a cooperation of the Institute for Media Education, PHBern, University of Teacher Education Bern, architects and designers Reich und Wamser from Düsseldorf. How can we face the trend of increasing digitalisation in school and society? The main part of the project was the remodelling of the Media Centre combined with a general focus on customer orientation, location marketing, changing key media products, “learning library” and a sustainable development of the Institute’s library for the future.

Schlüsselwörter: Lernende Bibliothek; Leitmedienwechsel; Digitalisierung

Keywords: Learning library; key media change; digitalisation

1 Ein weiterer Schritt in die digitale Zukunft – verwurzelt in der analogen Herkunft

Welchen Einfluss und Gewicht Bibliotheken der rasch fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft und damit einhergehend ihrem Berufs- und Lebensumfeld geben, trägt maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit der eigenen Geschäftsmodelle und Konzepte bei. Geprägt von dieser Annahme entwickelten die Mitarbeitenden des Instituts für Medienbildung der PHBern ein gemeinsames, integrierendes Konzept der künftigen Medienbildung, Medienpädagogik und der Ausleihe von Bildungsmedien. Praktizierende Lehrpersonen kommen nun vor Ort nebst den bekannten und bewährten Lernmedien und Lehrmitteln auch mehr oder weniger spontan in Berührung mit neuen Technologien und bewusst erzeugten digitalen Inhalten. Dadurch entsteht für die bisherigen Kunden der Mediothek (praktizierende Lehrpersonen des Kantons Bern) ein niederschwelliger, barrierefreier Zugang in gewohnter Umgebung mit neuen Diensten und Möglichkeiten. Gleichzeitig schafft es das Institut für Medienbildung, alle Institutsbereiche mit „All-in-One“ direkt in den Kundenkontakt einzubauen und bekannt zu machen und erreicht aus Kundensicht eine Stärkung als Kompetenzzentrum für Medienbildung für den Kanton Bern. So stehen für alle Fragen der Mediennutzung, des Medienverhaltens von Schülern und insbesondere auch im Forschungsbereich bezüglich des Einbezugs neuer Medien direkt Ansprechpersonen zur Verfügung. „All-in-One“ ist ein für das Institut zukunftsfähiges und schulnahes Umsetzungsprojekt, das aber im Prinzip nichts anderes abbildet, als den gegenwärtig heterogenen Umgang mit verschiedenen Medien insbesondere auf Stufe der Volksschulen in der Schweiz1. Das Konzept orientiert sich daher an den wachsenden, multimedialen Bedürfnissen der Klientel und schafft unbewusst noch mehr: Dadurch, dass die Berührungen zwischen analogen und digitalen Medien oder Mitteln konkurrenzfrei und neutral gewährt werden, entsteht kein Verdrängungskampf, sondern ein befruchtendes Miteinander aller Institutsbereiche aber auch der angebotenen Medien.

2 Ausgangssituation

Das Innovationsprojekt „All-in-One“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Konzeptbüro Reich und Wamser von September 2012 bis Dezember 2013 entwickelt und umgesetzt. Im Zentrum des Projekts standen die Umgestaltung und ein Kulturwechsel in der Mediothek unter den Aspekten Kundenorientierung, Standortmarketing, Leitmedienwechsel, „Learning Library“ und nachhaltige Zukunftsentwicklung für die Mediothek. Da das Institut für Medienbildung der PHBern einen weitreichenden und umfassenden Kompetenzbegriff der Medienbildung sowohl in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen als auch in der Forschung und Entwicklung der Medienbildung anstrebt, bündelte das Projekt sämtliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen mit dem Ziel, für Kunden die vollständige Produkt- und Dienstleistungspalette sowie die Fachexpertise des Instituts in der Mediothek unmittelbar präsent und fassbar zu machen (siehe Abb. 1).

Nach dem physischen Umbau der Mediothek und dem Einbau von digitalen Elementen im August 2013, wurde das neue Betriebsmodell zunächst experimentell als Pilotprojekt implementiert. Da Medienbildung die verschiedenen Aspekte des Unterrichtens mit und über Medien beinhaltet, nimmt sie als Querschnittsthema auf allen Schulstufen eine zunehmend wichtige Rolle ein.2 Zur Erreichung der obengenannten Projektziele wurden in allen Ressorts Anstrengungen unternommen, um neueste Technologien und Entwicklungen im Bereich der Medienbildung mit bestehenden Qualitäten der Mediothek gewinnbringend für die Unterrichtsvorbereitung der Lehrpersonen einzubauen und umzusetzen. Seit dem Januar 2014 ist das Konzept unter dem Titel „Hereinspaziert – Medienbildung konkret“ operativ.3 Dieses Konzept sieht – ergänzend zum gesamten Angebot – jeden Mittwochnachmittag (üblicherweise der schulfreie Nachmittag an Volksschulen) unterschiedliche Veranstaltungen, Ausstellungen, Beratungsmöglichkeiten für Lehrpersonen zu bestimmten ausgewählten Medienbildungsthemen vor.

Kernkompetenzen des Instituts und der PHBern
Abb. 1:

Kernkompetenzen des Instituts und der PHBern

3 Motivation

Die verschiedenen Ressorts des Instituts, namentlich die Mediothek, das Ressorts Medien Online und die Beratungsstelle für Religion, Ethik, Gesundheitsförderung sowie die Medienwerkstatt, die Schulinformatik (Schulen ans Netz / ICT und Schule) und die Forschung, Entwicklung und Lehre im Bereich der Medienbildung sollen einerseits für die Kunden deutlicher als eine Einheit erkennbar werden und andererseits intern stärker vom gegenseitigen Austausch profitieren. Das Institut für Medienbildung wurde ein Jahr zuvor aus einer Zusammenlegung zweier Organisationseinheiten der PHBern neu aufgestellt – zum Standort der Bildungsmedien gesellte sich das Zentrum für Bildungsinformatik. Das Projekt „All-in-One“ hatte somit auch den Zweck, Verständnis für eine gemeinsame Vision zu wecken und eine neue Kultur der Zusammenarbeit zu etablieren. Gemeinsam sollen neue ganzheitliche bedarfs- und kundengerechte Produkte und Dienstleistungen entstehen. Das Bekanntmachen und die aktive Vermarktung dieser erweiterten Produkt- und Dienstleistungspalette sowie des Standortes Helvetiaplatz waren von Anfang an ebenfalls wichtige Aspekte des Projektes. Die Umgestaltung der Mediothek hatte neben dem Nutzen für die Kundschaft und dem Anstreben der internen Synergien auch den aktuellen Leitmedienwechsel vom Buch zum Internet im Blick4 und setzte daher innenarchitektonisch und technisch ganz auf moderne und innovative Lösungen.

„All-in-One“ Layout Mediothek
Abb. 2:

„All-in-One“ Layout Mediothek

4 Kooperation, Aktivierung, Orientierung an Kunden

Um die verschiedenen Akteure von Anfang an einzubeziehen, fanden vier ganztägige Workshops mit Vertretungen aller Ressorts statt5. Dazu eingeladen war auch eine Vertretung des nahestehenden Instituts für Weiterbildung. Dazu eingeladen war auch eine Vertretung des nahestehenden Instituts für Weiterbildung der PHBern. Beide Institute bedienen mit den praktizierenden Lehrpersonen dieselbe Zielgruppe. Da es bereits eine umfassende Kooperation in Sachen Marketing gab, war eine Involvierung in dieses Projekt naheliegend. Die Lehrpersonen als Kunden des Instituts kommen nicht nur aus der Stadt Bern, sondern aus dem ganzen Kanton, daher wurden ihre Bedürfnisse via Online-Befragung erhoben und konnten ebenfalls einfließen in den ständigen Austausch zwischen den Vertretern der PHBern und dem Konzeptbüro Reich und Wamser.

Das Vorgehen des Projektteams war pragmatisch: Sämtliche Angebote des Instituts wurden aus Sicht der Kunden befragt: Was suchen und wünschen Besucher? Wo erkennen Kunden das Alleinstellungsmerkmal des Instituts? Was erwarten Besucher von einer modernen und zukunftsfähigen Bibliothek? An der Online-Befragung beteiligten sich innerhalb weniger Tage über 40 Kunden und äußerten dabei ihr Interesse an einem Ort des Experimentierens mit neuen Medien und Technologien, Beratung, Infrastruktur für die Materialsuche und einem Ort der Begegnung und des fachlichen Austauschs. Das gemeinsame Erarbeiten des Projektkonzeptes setzte von den Projektteilnehmenden ein hohes Maß an Veränderungswillen und die Bereitschaft, sich z. T. auf experimentelle und unbekannte Wege einzulassen.6 Neben der Erarbeitung des „All-in-One“-Konzeptes, den Inhalten für die multimedialen Medien sowie dem operativen Betriebsmodell mussten auch die nicht immer einfachen Veränderungsprozesse von der Instituts- und Geschäftsleitung sorgfältig gesteuert und gemanagt werden. Die Sinnhaftigkeit und die Identifikation mit dem Projekt wurden dadurch erzielt, dass das Konzept gemeinschaftlich in mehreren Projekt-Workshops erarbeitet wurde. Das operative Konzept wurde zunächst nur als Pilotprojekt implementiert. Nach einer Phase der Erprobung wurde das Modell mit Hilfe der Feedbacks der Mitarbeitenden sowie der Kunden modifiziert und optimiert. Mit diesen Maßnahmen wurde erreicht, dass die Mitarbeitenden weitgehend das Projekt mitgetragen haben. Da die Implementierung des Betriebsmodells schrittweise erfolgte und sich sowohl Kunden als auch die Mitarbeitenden dadurch nach und nach mit den einzelnen Elementen des Konzeptes intensiv auseinander setzen konnten, hatten insbesondere die Mitarbeitenden der Mediothek genügend Zeit, Kompetenzen und auch Freude an den neuen Elementen aufzubauen.

5 Kreativität und nachhaltige Innovationen des Projekts

Die räumliche Gestaltung des „All-in-One“-Projekts verknüpfte die bewährten Qualitäten einer Mediothek mit denen eines digital ausgestatteten und vernetzten Experimentier-Ortes: Das Projekt bietet im Rahmen des gewählten attraktiven innenarchitektonischen Designs sowohl ein klassisches Mediotheks-Angebot (Monographien, Anschauungsmaterialien zum Demonstrieren oder Konkretisieren von Unterrichtsthemen, Lernspiele, didaktische Lernfilme, Schultheater, persönlichen Service, fachkundige Beratung, ansprechende Rückzugs- und Arbeitsmöglichkeiten) als auch einen Schnitt- und Treffpunkt zwischen analogen und digitalen Lern-Welten (Internet, Medienwand, Touchscreens und Tablets, ebenfalls mit fachkundiger Beratung) und umfasst dazu das vielversprechende Konzept einer Learning Library, d. h. einer Mediothek, in der die verschiedenen Institutsmitglieder sowie Besucher mit- und voneinander lernen.

Experimentelle Technologien
Abb. 3:

Experimentelle Technologien

Die Verknüpfung der herkömmlichen Mediothekenangebote mit den Ressourcen einzelner Ressorts des Instituts für Medienbildung macht es nun möglich, sich in der Mediothek als Kunde spielerisch mit neuen Techniken und praktisch auch beiläufig mit digitalen Alternativen und Methoden des Unterrichtens vertraut zu machen, gemeinsam mit Fachpersonen wie auch im Austausch untereinander: Betreffenden Fragestellungen der Kunden zu den neuen Technologien geben kompetente Mitarbeiter Auskunft und Support, weshalb wir von einer Learning- & Supporting Library für Lehrpersonen und Studierende in allen Belangen, was die Medienbildung angeht, sprechen dürfen. Die Kunden der Mediothek können sich vor Ort zu den klassischen Themen wie Katalogrecherche, Medien zu einem Thema oder auch zu Technologien wie 3D-Drucken in der Schule, iPad / Tablet-Einsatz in der Schule, Online-Mikroskope für die Schule etc. informieren und beraten lassen.7 Die „Learning Library“ der PHBern wird somit ein attraktiver Treffpunkt, der zum Experimentieren und Austauschen einlädt. Die Kunden des Instituts werden aktiv in Erwerb und Vermittlung von Wissen und Kompetenzen eingebunden (Bibliothek als Dritter Ort). Auf diese Weise können sogar neue Produkte und Projekte des Instituts für Medienbildung entstehen. Das Projekt „All-in-One“ bekommt damit eine nachhaltig innovative Wirkung.

Gesamtansicht „All-in-One“
Abb. 4:

Gesamtansicht „All-in-One“

6 Rundgang

Ein Rundgang durch die neu gestalteten Räumlichkeiten der „All-in-One“-Mediothek am Helvetiaplatz in Bern verdeutlicht in der architektonischen Umsetzung schnell den Kerngedanken der Learning & Supporting Library. Bei der Gestaltung wurde insbesondere auf Kommunikation auf Augenhöhe und die Reduktion jeglicher Hemmschwellen geachtet, was die Besucher zum aktiven Mitmachen und Experimentieren anregen soll. Die Kunden werden so nicht nur passiv über die zahlreichen Angebote der Mediothek und deren Partnerinstitutionen informiert, sondern sie werden selbst zum Akteur und dadurch zu Mitgestaltenden des zukünftigen Gesichts dieser innovativen Fortbildungs- und Entwicklungsstätte, deren Angebote und somit den sich wandelnden Nutzen sie treibend mitprägen. Die zeitgerechte Verschmelzung von analog und digital ist dabei im neuen Design der Räumlichkeiten ein prägendes Leitthema und schafft auch optisch einen innovativen Kontrast zwischen der Bodenständigkeit handfester Tatsachen und der Flüssigkeit virtueller Inhalte. Während sich vielerorts die Bibliothek als Räumlichkeit und ihr digitaler Auftritt (wie etwa die Onlineausleihe oder Auftritte im Web und sozialen Netzwerken) weitgehend autark von einander entwickeln, bilden sie hier eine gleichermaßen innovative wie zweckmäßige Einheit, die einen echten Mehrwert der Räumlichkeit mit sich bringt.

Community Table
Abb. 5:

Community Table

Der viereinhalb Meter lange „Community Table“, der heute das räumliche und kommunikative Herzstück der „All-in-One“-Mediothek der PHBern bildet, verdeutlicht das innovative Gedankengut des Konzeptes besonders gut. Gleich einer toskanischen Landhaustafel strahlt er durch seine großzügigen Dimensionen und die sanften, hellen Holz- töne familiäre Geborgenheit und Gastfreundschaft aus. Hier treffen sich Mitarbeitende der einzelnen Ressorts und Besucher zum regen Austausch, gegenseitiger Inspiration und zum Arbeiten.

Der Tisch bietet eine enorme Fläche zum Ausbreiten von Büchern und Anschauungsmaterialien, für das Skizzieren von gemeinsamen Unterrichtsarrangements und für die individuelle Beratung und Hilfestellung durch das hier anwesende Fachpersonal der unterschiedlichen Ressorts. Dabei kann auch an eigenen digitalen Endgeräten gearbeitet werden, deren Stromversorgung durch Anschlüsse an der Tischunterseite sichergestellt ist, Wireless Lan sorgt für den Zugriff auf das World Wide Web. Auch neue Medientechnik fließt in diesen Dreh- und Angelpunkt des Geschehens mit ein. Wie aus einer fremden Welt und doch stimmig im Design, ist am Kopfstück zum Haupteingang hin ein

Beratung Community Table
Abb. 6:

Beratung Community Table

großer Multitouchscreen direkt in das Möbelstück integriert und erinnert an einen überdimensionalen Tablet PC. Hier werden die Besucher zusätzlich auf digitaler Ebene zum Informieren, Experimentieren und miteinander Austau schen animiert. Dabei können mittels USB Slots auch eigene Inhalte wie Präsentationen und Kurzfilme eingespeist und die Teamwork-Ergebnisse mit nach Hause genommen werden. Der Multitouch ist ferner an das interne Netzwerk angeschlossen und ermöglicht die Übertragung von Präsentationen und Workshops auf die große Medienwand. Nicht nur die Dimensionen und Angebote des Tisches, auch die bewusst gewählte Stehhöhe des Tisches leisten einen wesentlichen Beitrag zum Abbau von Berührungsängsten. Da sich Besucher nicht extra setzen und ihre Kleidung ablegen müssen, können sie quasi im Vorbeilaufen ganz unverbindlich am Tisch hinzustoßen – man kommt spontan ins Gespräch. Dies geschieht dann wortwörtlich auf Augenhöhe, wodurch jenes unbehagliche Gefühl vermieden wird, welches leicht aufkommt, wenn stehende und sitzende Personen miteinander kommunizieren.

Medienwand mit Multitouch-Elementen
Abb. 7:

Medienwand mit Multitouch-Elementen

Das optische Highlight mit Fernwirkung und Wiedererkennungswert bildet sicherlich die imposante Medienwand an der Stirnseite der „All-in-One“-Mediothek. Mit mehr als fünf Metern Breite präsentiert sie sich zum Aktionsraum als digitale Spielwiese mit integriertem Multitouchscreen im Maxiformat voller technischer Raffinessen. Dabei bildet ihr massiver Holzrahmen eine symbolische Klammer zwischen analoger und virtueller Welt und den jeweiligen Angeboten des Instituts für Medienbildung. Die Medienwand ist äußerst vielseitig nutzbar und bildet eine ideale Basis für die sich laufend wandelnden digitalen Entwicklungen und Angebote. Zahlreiche Multitouchscreens fügen sich zu einer riesigen, interaktiven Leinwand zusammen, die von mehreren Benutzern gleichzeitig bedient und bespielt werden kann. Hier finden u. a. in Gruppen digital unterstützte Diskussionen statt, es werden Lern-Apps8 getestet, Unterrichtspräsentationen oder Arbeitsergebnisse der Medienwerkstatt präsentiert. Dabei macht man sich auch die Einsetzbarkeit der Medienwand als Großbildschirm zu Nutze, auf welcher auch Filmvorführungen stattfinden. Die nötige Beschallung erfolgt entweder über die in den Holzrahmen integrierten Lautsprecher oder über Funkkopfhörer, eine Vielzahl an In- und Outputs für technische Geräte macht die Einspeisung von Inhalten auch durch die Nutzer selbst möglich. Die örtliche Präsenz der Fachkräfte für ICT und Medien bietet bei Bedarf unkompliziert Hilfestellung bei der Bedienung. Wird die Screenwall nicht gerade individuell genutzt, dient sie aktuell als riesiges Selbstinformationscenter für die Kunden. Über die eigens programmierte, kinderleicht bedienbare Startseite der Medienwand-Bespielung können Besucher auf die institutseigenen Angebote, Onlinemedien und das gesamte Internet zugreifen, wodurch gleichermaßen eine indirekte

Medienwand – haptische Elemente
Abb. 8:

Medienwand – haptische Elemente

als auch gezielte (Selbst-)Information gewährleistet wird. Ergänzt wird die interaktive Front der Medienwand durch eine beschreibbare Tafel, an der auch haptisch Notizen zu den digitalen Workshops und Aktionen festgehalten werden können. Zusätzlich können hier ergänzendes Infomaterial, Flyer oder kleine Wechselpräsentationen flexibel mittels einhängbarer Prospekthalter, Fachböden und Vitrinen eingebunden werden.

Das haptische Gegenstück der virtuellen Experimentierwand befindet sich direkt auf der Rückseite. In ruhiger, diskreter Atmosphäre wurde hier ein idealer Raum zum ungestörten Ausprobieren und Querdenken geschaffen. Kleinere Arbeitsgruppen nutzen diesen Bereich gerne zum Austausch und gemeinschaftlichem Arbeiten. Zum längeren Verweilen werden hier besonders gerne die mobilen Beistelltische und Polsterhocker genutzt, die sich in frischen Blautönen und unterschiedlichen Größen ideal in die Bestandsarchitektur einfügen. Die Experimentierwand selbst bietet volle Flexibilität in der Nutzung. Gleich einer großen, weißen Leinwand ist sie frei bespielbar. Praktische Auslage- und Präsentationsfachböden, Aufhängungen für Posterbeiträge, Schreibablagen, Stifteköcher, Pin- und Whiteboards ermöglichen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Dabei können hier auch digitale Endgeräte angeschlossen werden und kleine, einhängbare Vitrinen bieten Raum für Wechselausstellungen der Ressorts und Besuchergruppen.

Die treibende Idee des stetigen Experimentierens, Austausches und gegenseitigen Informierens einer Learning & Supporting Library setzt sich wie ein roter Faden auch in den zahlreichen neuen Kleinmöbeln fort, welche rundum flexibel und modular eingesetzt werden können. Während multifunktionale Podeste, Vitrinen, Pulte und Präsentationstische immer genau dort, wo es gerade gewünscht ist, belebende Kommunikations- und Experimentierinseln bilden, sorgen die passenden, lounge-artigen

Beratungssituation mit Ausstellungselementen
Abb. 9:

Beratungssituation mit Ausstellungselementen

Sitzgelegenheiten als Ruheinseln für die nötige Entspannung. Daneben bieten zwei neue Sitzungsräume Raum für stilleres Zusammenarbeiten, Workshops, Seminare und persönliche Beratung. Sie sind sowohl von der Mediothek aus als auch autark über das Eingangsfoyer begehbar und bieten sich so für flexible Nutzungskonzepte an.

Die architektonische Umsetzung macht das Innovationskonzept der „All-in-One“-Mediothek auch haptisch greifbar, verbindet virtuelle und reale Welten und fügt sich dabei gestalterisch harmonisch in die helle und geradlinige vorhandene Möblierung der Mediothek ein. Das Ergebnis ist eine rundum inspirierende Einheit, die zukunftsweisend die Türen zu einer Mediothek der Zukunft öffnet und hierzu eine ideale Plattform bildet.

7 Erste Erfahrungen und Kundenstimmen

Erste Erfahrungen zeigen, dass die Kunden unterschiedliche Hemmungen aufweisen, mit den neuen Medien an einem „Lernort“ Mediothek umzugehen. Um diesen zu begegnen, sind die Inhalte der Medienwand und auf dem Touch-Screen am Community-Table so gestaltet, dass sie niederschwellig und spielerisch zum Benutzen animieren. Außerdem wurden die Mitarbeitenden geschult, auf die Kundschaft zuzugehen, die sich für die neuen Elemente interessiert zeigt. Im Gespräch können Berührungsängste leicht abgebaut werden. Angesprochene Kunden betrachten das Projekt als innovativ und zukunftsweisend und unterstützten den eingeschlagenen Kurs, um auch für die kommenden digitalen Herausforderungen des Unterrichtens an Schulen gerüstet zu sein.

Zum Beispiel: Kundin S.H., Lehrerin, Thunstetten: „Die Mediothek bietet mir nun nebst den „altbekannten“ Büchern, Lehrmitteln und Hilfestellungen auch Anregungen für die Zukunft des Unterrichtens und zeigt sich offener, mir sämtliche Fragen der Medienbildung zu beantworten. So fühle ich mich auch sicherer und fitter den Anforderungen eines kommenden Lehrplans 21 im Bereich der integrierten Medienbildung bestehen zu können.“

8 Literatur-und Quellenangaben

9 Quellen

Footnotes

About the article

Published Online: 2014-11-26

Published in Print: 2014-12-19


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 38, Issue 3, Pages 418–425, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2014-0050.

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