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Bibliothek Forschung und Praxis

Ed. by Bonte, Achim / Degkwitz, Andreas / Horstmann, Wolfram / Kaegbein, Paul / Keller, Alice / Kellersohn, Antje / Lux, Claudia / Marwinski, Konrad / Mittler, Elmar / Rachinger, Johanna / Seadle, Michael / Vodosek, Peter / Vogt, Hannelore / Vonhof, Cornelia

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1865-7648
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Volume 40, Issue 2

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Rezensionen

Published Online: 2016-07-01 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0018

Aufklärung der Öffentlichkeit – Medien der Aufklärung. Festschrift für Holger Böning zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Rudolf Stöber, Michael Nagel, Astrid Blome und Arnulf Kutsch. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2015. 411 Seiten. 15 s/w-Abbildungen und 11 Tabellen. Kart. ISBN 978-3-515-10996-3 (Print); ISBN 978-3-515-11001-3 (E-Book). 64,- €

VodosekPeterProf. Dr. 1Seestraße 89, D-70174 StuttgartGermany

Diese Festschrift ist einem Wissenschaftler zugeeignet, der als Sprecher des Instituts „Deutsche Presseforschung“ der Universität Bremen zu Recht als spiritus rector dieser einzigartigen Einrichtung gerühmt wird. Der promovierte Germanist und Professor für Neuere Deutsche Literatur und Geschichte der deutschen Presse ist aber nicht nur ein weithin anerkannter Presse-, sondern auch ein bedeutender Aufklärungsforscher, vor allem für die Zeit der Spätaufklärung. Im Rahmen der letzteren hat er sich insbesondere um die Erforschung der Volksaufklärung Verdienste erworben. Seine großen bibliografischen Veröffentlichungen, die er in Kooperation mit Fachkollegen erarbeitet hat, nennt das Vorwort seine opera magna, angesichts derer man geneigt ist, das Horaz’sche Exegi monumentum aere perennius zu zitieren.

Wendet man sich unüblicher Weise zuerst der 35 Seiten (S. 366–400) füllenden Personalbibliografie zu, die Wilbert Ubbens zusammengestellt hat, und die Bönings Veröffentlichungen von 1983 bis 2014 verzeichnet, erkennt man schnell die ganze Breite seiner intellektuellen Interessen und Forschungsaktivitäten. Sie spiegelt sich auch in der thematischen Vielfalt der 18 Beiträge der Festschrift. Ihrer Gliederung haben die vier Herausgeber aus den Universitäten Bamberg, Bremen und Leipzig die Periodisierung der Aufklärung als Gerüst zugrunde gelegt:

  • Themenblock 1: Die frühe Aufklärung (Medien und Diskussionen),

  • Themenblock 2: Die Hochaufklärung (Konzepte und Öffentlichkeit),

  • Themenblock 3: Aufklärung als bleibendes Anliegen (Publizistik in kritischer Perspektive).

Unter diesen Überschriften lassen sich grosso modo drei Themengruppen ausmachen: Periodika (Kalender, Messrelationen, Intelligenzblätter, Zeitungen, Zeitschriften), die Aufklärung in einzelnen Ländern (Kursachsen, Österreich, Russland, Lettland) und Einzelpersönlichkeiten (Gabriel Schupp, Friedrich Eberhard von Rochow, Georg Freund, Thomas Mann/Richard Wagner). Die Autoren kommen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen von Bremen bis Wien, von Basel bis Thorn, von Leipzig bis Wisconsin – ein Beleg für das weitgespannte Netzwerk Bönings und die Anerkennung, die er auf nationaler und internationaler Ebene gefunden hat.

Wenn im Folgenden auf einige Beiträge exemplarisch näher eingegangen wird, ist die Auswahl immer mit einem gewissen Unbehagen verbunden. Auch wenn sie bloß dem begrenzten Umfang einer Rezension und nicht der Beliebigkeit zuzuschreiben ist, folgt der Rezensent letztlich doch seinen eigenen fachlichen Interessen und Kenntnissen. Im Themenblock 1 beschäftigt sich Volker Bauer mit der Konvergenz zweier Gattungen von periodischen Schriften des 18. Jahrhunderts, den Volkskalendern und den Staatskalendern. Der Volkskalender, charakterisiert durch ein inhaltlich weites Spektrum und ein sehr breites Zielpublikum, war fallweise auch ein „Trägermedium für handschriftliche Eintragungen“, gewissermaßen ein „Schreibkalender“. Als ein „Universalkalender“ unterschied er sich vom „als Spezialkalender fungierenden Staatskalender“, der eher als Nachschlagewerk für behördliche Personaldaten diente. Obrigkeitliche Kalenderpolitik förderte die Entwicklung von Amtskalendern, die auf den Volkskalendern aufbauten. Michael Nagel hingegen untersucht die „Inszenierte Mündlichkeit in der Publizistik der Aufklärung“, die als „arrangiertes Gespräch“ und „erzählte Geschichte“ in den dialogisch aufgebauten Zeitschriften um 1700 entsteht. Sein durchaus kritischer Vergleich mit den Talkshows im Fernsehen arbeitet heraus, dass der Leser anders als der Zuschauer das „Spiel mit der unmittelbaren Mündlichkeit“ durchschaute.

Themenblock 2 beginnt mit der Volksaufklärung in Russland unter Katharina der Großen. In der Überschrift zu seinem Beitrag zitiert Bernd Sösemann eine bemerkenswerte Einsicht der Zarin: „Wenn man die Wahrheit auf seiner Seite hat, muss man sie den Augen des Volkes aussetzen“. Ein Satz, den man auch heute noch Politikern ins Stammbuch schreiben möchte. Sösemann kommt zu dem Schluss, dass der „déspotisme éclairé“ in der Regierungszeit Katharinas II. zu einem Element des Staatsbildungsprozesses wurde und die gesellschaftlichen Kräfte permanent herausforderte. Reinhart Siegert spürt dem dank auch der Forschungen Bönings weiter wachsenden Umfeld der schreibenden Bauern, oft zugleich auch sogenannte „Musterbauern“, im 18. und 19. Jahrhundert nach. Mit dem Beispiel des von ihm entdeckten Gabriel Schupp, den er als einen „Benjamin Franklin aus dem Hotzenwald“ bezeichnet, ein Vergleich, den man wohl mit einem gewissen Schmunzeln zur Kenntnis nehmen soll, ermöglicht er nicht nur einen weiten Blick auf die Bauernaufklärung, sondern schließt sogar noch mit einem „Knalleffekt“: Ein Zufallsfund kurz vor der Drucklegung ergab, dass Schupp nach heutigem Verständnis Plagiator eines Landpfarrers war, allerdings in wohlmeinender Absicht. Siegert sieht darin „einen Rezeptionsbeleg für volksaufklärerische ‚Popularität‘“. Ganz andere Wege wandelt hingegen Hans Adler, der anhand von Johann Christoph Greilings „Theorie der Popularität“ von 1795 „Die Aufhebung des ‚Vernunftsolos‘ durch Versinnlichung“ thematisiert. Seine hochtheoretische Untersuchung nimmt ihren Ausgang vom scheinbaren Unterschied zwischen den Schriften „die Volksaufklärung ‚betreiben‘ einerseits und Schriften, die über Volksaufklärung ‚nachdenken‘ andererseits“. Für Greiling erweist sich dabei Kants Philosophie als grundlegend, weil er mit ihrer Hilfe seine Theorie der Popularität philosophisch „unterfüttert“.

Den Herausgebern ist es geglückt, vor allem in den beiden ersten Themenblöcken Texte einzuwerben, welche die sehr unterschiedlichen Seiten der Aufklärung ausleuchten und die trotz der kaum mehr zu überschauenden Fülle der einschlägigen Literatur mit neuen Erkenntnissen aufwarten. Der Themenblock 3 präsentiert sich hingegen sehr disparat, vor allem wenn man nicht jeden kritischen Text oder einen das Wissen mehrenden Diskurs unter dem Begriff Aufklärung subsumiert. Als Beleg möge unter anderem die „Skizze“ „Thomas Mann und Richard Wagner“ von Hans-Wolfgang Jäger dienen, ebenso als weiteres Beispiel „Die deutsch-baltische Presse in Lettland während der Zwischenkriegszeit“ von Arnulf Kutsch. Andererseits bedient Letzterer zweifellos das erkenntnisleitende pressehistorische Interesse Bönings. Allerdings hätte eine Definition von Aufklärung weg von der „historisch belasteten“ Epochenbezeichnung hin zu einem „erweiterten Aufklärungsbegriff“ den Vorzug zu dokumentieren, „dass der Prozess der Aufklärung nie abgeschlossen ist“. Die Bedenken des Rezensenten bedeuten somit keineswegs Zweifel an der wissenschaftlichen Dignität der einzelnen Beiträge.

Von diesen bescheidenen Einwänden abgesehen ist der fachlich bereichernde, mustergültig edierte Band mit seinem ansprechenden Layout breit zu empfehlen. Gewünscht hätte man sich nur noch kurze biografische Notizen zu den Autoren, gewissermaßen zur „Aufklärung“ der Leser.

Holger Böning/Reinhart Siegert: Volksaufklärung. Biobibliographisches Handbuch zur Popularisierung aufklärerischen Denkens im deutschen Sprachraum von den Anfängen bis 1850. Bd. 3,1–4: Reinhart Siegert: Aufklärung im 19. Jahrhundert – „Überwindung“ oder Diffusion? Einführung von Reinhart Siegert. Introduction translated by David Paisey. Mit einer kritischen Sichtung des Genres „Dorfgeschichte“ aus dem Blickwinkel der Volksaufklärung von Holger Böning. Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog, 2016. Ca. 2 000 Seiten. Fest geb. ISBN 978-3-7728-1216-3. 1 592,- € (bei Gesamtabnahme 1 392,– €). Teilbd. 3.1: 1801–1820 (Napoleonik, Befreiungskriege, Karlsbader Beschlüsse)Teilbd. 3.2: 1821–1840 (Biedermeier)Teilbd. 3.3: 1841–1860 (Vor- und Nachmärz)Teilbd. 3.4: Fundstücke 1 861 ff., Undatierte Titel, Übersetzungen, Zeitschriften, Kalender

VodosekPeterProf. Dr. 2Seestraße 89, D-70174 StuttgartGermany

Die Volksaufklärung, dieses nach den Worten von Reinhard Wittmann „in vieler Hinsicht einmalige Phänomen“, war eine Bewegung, die breiten Teilen des Volkes, dem „gemeinen Mann“, aufklärerische Gedanken näher bringen wollte, um es mit den Worten eines Zeitgenossen „verständig, gut, wohlhabend, zufriedener und für die Gesellschaft brauchbarer zu machen“.1 Sie brachte eine Fülle von Schriften hervor, die teils direkt für das Volk bestimmt waren, teils, wie Manfred Nagl es formuliert hat, der „Metakommunikation der Volksaufklärer untereinander“ dienten. Das Handbuch „Volksaufklärung“ ist der großangelegte und geglückte Versuch, dieses Schrifttum bibliographisch zu erfassen, zu dokumentieren und zu kommentieren.

Mit dem dritten Band nähern sich die Autoren Böning und Siegert dem Abschluss eines Projekts, das man – auch wenn man mit großen Worten sparsam umgehen sollte – als Jahrhundertwerk bezeichnen darf. 26 Jahre sind nach der Veröffentlichung des ersten Bandes verstrichen, wobei die Beschäftigung mit dem Thema bei beiden Bearbeitern bis in die Zeit ihrer Dissertationen zurückreicht.2 Auch wenn noch ein vierter Band mit den Biographien der Volksaufklärer, ein biographisches Lexikon also, in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft erwartet werden darf, möchte man in den Schlusschor des dritten Teiles von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ einstimmen: „Vollendet ist das große Werk“ und blasphemisch verändert fortfahren: „Der Herren Lob sei unser Lied“. Dass die vier Teilbände des dritten Bands mit knapp 2 000 Seiten gleichzeitig ausgeliefert worden sind, lässt die unglaubliche Kraftanstrengung und gebündelte Energie erkennen, die dahinter steht. Dass das ganze Projekt von Anfang an ohne weitere Mitarbeiter realisiert wurde, dürfte in unserer Zeit ohne Beispiel sein.

Die lange zurückliegende Veröffentlichung der Bde. 1 (1990) und 2 (2001) lässt es geraten erscheinen, noch einmal kurz auf sie bzw. exemplarisch auch auf einige Rezensionen in bibliothekarischen bzw. buchwissenschaftlichen Zeitschriften hinzuweisen.3 Bereits Wittmann hat nachdrücklich hervorgehoben, dass den Bearbeitern „ein großer Wurf“ gelungen sei. Böning und Siegert haben in ihrem „Dank“ in Bd. 2 darauf hingewiesen, dass zu Beginn ihrer Arbeit der Forschung etwa 500 Titel zum Thema bekannt gewesen seien. Ergebnis der Recherchen für Bd. 1 waren aber bereits 1 494 Titel, Bd. 2 verzeichnete an die 4 000 und die vier Teilbände von Bd. 3 bringen knapp 5 400, insgesamt also fast 11 000 Titel (zusätzlich etlicher in Anhängen erfasster Sonderfälle wie zum Beispiel undatierte Titel, Übersetzungen, Zeitschriften und Kalender des 19. Jahrhunderts). Dem gegenüber enthält die Projekt-Datenbank „Volksaufklärung“ zurzeit etwa 27 000 Titelaufnahmen, über die noch zu sprechen sein wird. Über die Auswahlkriterien der Titel für das Handbuch wird in den Hinweisen für den Benutzer Rechenschaft abgelegt. Dass sie in Rezensionen der Bde. 1 und 2 hinterfragt und auch kritisiert wurde, ist legitim.4 Realität und Wünschbarkeit lassen sich wie bekannt nicht immer zur Deckung bringen. Hier gilt wohl auch die Einsicht, die Siegert in seinen Dankesworten zu Bd. 3 wie folgt ausdrückt: „Doch wir sind der Überzeugung, dass eine gute Bibliographie zur rechten Zeit besser ist als eine perfekte am Sankt-Nimmerleins-Tag“ (Bd. 3.1, S. VII). In diesem Zusammenhang soll auch die finanzielle Seite des Unternehmens nicht unerwähnt bleiben: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft konnte ihren Richtlinien entsprechend das Projekt nur befristet, bis Mitte 1999, fördern. Unterstützung kam noch von der Volkswagen- und von der Fritz Thyssen Stiftung. Der Verlag Frommann-Holzboog brachte das Werk ohne Zuschüsse heraus. Noch ein Wort zu den Bearbeitern! Die Bde. 1 und 2 sind in Zusammenarbeit von Böning und Siegert entstanden, Bd. 3 ist fast ausschließlich Letzterem zu verdanken. Er blieb in engem Kontakt zu Böning, der nur mehr sporadisch mitarbeiten konnte.

Die Bibliographie konzentriert sich auf den deutschsprachigen Bereich: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Deutschsprachige Publikationen aus vorwiegend anderssprachigen europäischen Gebieten wie zum Beispiel innerhalb der Habsburger Monarchie oder aus den baltischen Territorien werden berücksichtigt, sind aber aufgrund der bibliographischen Grundlagen unterrepräsentiert. Da die Bibliographie chronologisch aufgebaut ist, ergibt sich folgende Bandaufteilung. Sie ist der Versuch einer fächerübergreifenden Periodisierung, welche sich nicht an die üblichen Epochengrenzen hält:

Bd. 1: Die Genese der Volksaufklärung und ihre Entwicklung bis 1780.

Bd. 2: Der Höhepunkt der Volksaufklärung 1781–1800 und die Zäsur durch die Französische Revolution.

Der folgende Band soll nun im Mittelpunkt der nachfolgenden Ausführungen stehen:

Bd. 3: Aufklärung im 19. Jahrhundert – „Überwindung“ oder Diffusion?

Die Grenzziehung zwischen Bd. 2 und 3 hängt weniger mit der strukturgeschichtlichen Schwelle um 1800 zusammen, für die Reinhart Koselleck den Begriff der „Sattelzeit“ geprägt hat, als mit arbeitstechnischen Erwägungen: 1800 endet der Berichtszeitraum eines wichtigen, als bibliographische Basis dienenden Hilfsmittels, nämlich Johann Samuel Erschs Allgemeinen Repertoriums der Literatur für die Jahre 1785–1800.

Der Band ist unterteilt in vier Teilbände:

Bd. 3.1: 1801–1820. Napoleonik, Befreiungskriege, Karlsbader Beschlüsse.

Bd. 3.2: 1821–1840. Biedermeier.

Bd. 3.3: 1841–1860. Vor- und Nachmärz.

Diese historisch begründete Untergliederung trägt den Zäsuren bzw. Schwerpunktverlagerungen und Veränderungen der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und konfessionellen Verhältnisse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Rechnung.

Bd. 3.4: Fundstücke 1861 ff., Undatierte Titel, Übersetzungen, Zeitschriften, Kalender.

Siegert bietet dafür den einstmals gebrauchten, heute außer Gebrauch gekommenen Begriff „Paralipomena“ an. Es handelt sich hier um nicht mehr durch systematische Recherche aufgespürtes Material, das aber immerhin so interessant erschien, dass es dem Benutzer nicht vorenthalten werden sollte. In diesem Teilband erfolgt die Verzeichnung nicht wie in den Bänden 1–3.3 in Jahresschritten sondern nach Jahrzehnten.

Dem Hauptteil, der eigentlichen Bibliographie, sind auch in Bd. 3 wie schon in den ersten beiden Bänden umfassende Hinweise für den Benutzer, eine Einführung, ein Verzeichnis der wichtigsten benutzten Hilfsmittel und ein Abkürzungsverzeichnis vorangestellt. Jeder Teilband bringt am Schluss ein Personen- und ein Titelregister.

Die Einführung aus der Feder Siegerts versucht in vier Schritten auf über 40 Seiten die Beantwortung der selbstgestellten Frage, ob die Aufklärung im 19. Jahrhundert deren „Überwindung“ oder doch eher ihre Diffusion gebracht hat. Abschnitt 1 beschäftigt sich mit terminologischen Problemen. In Abschnitt 2 referiert Siegert den Stand von Aufklärung und Volksaufklärung um 1800. Abschnitt 3 widmet sich der Entwicklung der Volksaufklärung nach 1800. Für drei der vier Teilbände folgt er dabei dem Schema: Weiterführung der bisherigen Volksaufklärungsbestrebungen – Neue Themen bzw. Themenschwerpunkte – Herausragende Schriften – Regionale und konfessionelle Differenzierung – Veränderungen im Buchwesen. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Siegert sieht durch die über 5 000 Belege den Beweis erbracht, „dass die Aufklärung im 19. Jahrhundert keineswegs ‚überwunden‘ oder gar tot war“ (Bd. 3.1, S. LIX). Seine Ausführungen sind nicht nur Erläuterungen zum Stand von Aufklärung und Volksaufklärung um und nach 1800, nicht nur Beschreibung der fortschreitenden Entwicklung, sondern bieten auch eine Fülle neuer Einsichten und Interpretationen. Speziell hingewiesen sei auf seinen Vorschlag für Volksaufklärungsschriften den im angelsächsischen Bereich eingeführten Terminus persuasive literature aufzugreifen. Gemeint ist Literatur, die überzeugen, überreden und mit Erfolg raten will, ganz im Sinn des lateinischen persuadere. Wie bereits in Bd. 2 ist auch diese Einführung von dem englischen Buchhistoriker David Paisey ins Englische übersetzt worden. Bedauerlich bleibt allerdings, dass die schon früher geäußerte Anregung nicht aufgegriffen werden konnte, die Hinweise für den Benutzer, die auf immerhin 20 Seiten wichtige Informationen enthalten, ebenfalls zu übersetzen.

Diese Hinweise sind in allen drei Bänden des Handbuchs wie folgt strukturiert und mehrfach untergliedert:

  • 0

    Definitionen: „Volk“, „Volksaufklärung“

  • 1

    Gegenstand der Bibliographie

  • 2

    Grundlage des Titel-Thesaurus

  • 3

    Titelaufnahme

  • 4

    Anordnung und Kommentierung der Titel

  • 5

    Erschließung durch Register.

Sie sind, was die Generalia betrifft, weitgehend textidentisch. Nur im vorliegenden Bd. 3 wird zusätzlich detailliert auf dessen Besonderheiten und auf Neuerungen eingegangen. Zum Teil bauen sie auf den Erfahrungen mit den beiden Vorgängerbänden auf. Die Aktualisierung greift bereits bei den Definitionen, bei denen es Siegert gelungen ist, den ersten Nachweis des Begriffs „Volksaufklärung“ von 1784 auf 1782 vorzuverlegen.

Auf die Datenbank als Basis des Projekts und die damit verbundenen Innovationen wird eigens hingewiesen, etwa dass der Band mit entsprechenden Konsequenzen ohne Zwischenschaltung von Textverarbeitung direkt aus den Feldern ausgegeben wurde. Ebenso wird der geplante Online-Zugang zur Projekt-Datenbank „Volksaufklärung“ angesprochen. Diese soll künftig mit ihren 27 000 Titelaufnahmen (zusätzliche Titel, ganze Inhaltsverzeichnisse, Vorworte, Textpassagen im Volltext) nach Klärung der rechtlichen Fragen und der Aufbereitung für externe Nutzer über einen Server der Universitätsbibliothek Freiburg i.Br. im Internet zugänglich sein. Nach diesem Schritt wäre auch eine Sacherschließung über die Datenbank denkbar, so dass auf gedruckte Register verzichtet werden kann. Geprüft wird außerdem die Möglichkeit, in den noch ausstehenden Biographienband ein Verfasser- und Titel-Gesamt-Register aufzunehmen. Eine Lösung für die Digitalfotos von etwa 90 000 Schlüsselseiten wird ebenfalls angestrebt.

Einer der Vorzüge der Bibliographie besteht darin, dass etwa zwei Drittel der aufgenommenen Titel, im Gesamtwerk also über 10 000, im Rahmen von zeitaufwendigen Bibliotheksreisen durch Autopsie erfasst und die Standortnachweise mit aufgenommen wurden. Für diesen Zweck nutzte Siegert in den letzten Jahren extensiv die Möglichkeiten von Digitalkameras. Außerdem konnten in der Schlussphase der Arbeit noch über 500 „digitale Autopsien“, das heißt Daten aus Digitalisierungsprojekten genutzt werden. Die Erschließungstiefe hinsichtlich der Standorte bezeichnet Siegert mit Recht als beispiellos. Bei den in Bd. 3 verzeichneten selbständig erschienenen Schriften liegt sie bei 91 % (4 384 von 4 819 Titeln). Für diesen Band war die Autopsie geradezu die Voraussetzung für die Aufnahme eines Titels. Der Grund dafür liegt darin, dass es im 19. Jahrhundert kaum noch möglich ist, allein aus der Titelformulierung eine aufklärerische Geisteshaltung abzuleiten.

In Bd. 3 wurde auf bibliographische Essays, wie sie versuchsweise noch Bd. 2 bereichert hatten, verzichtet. Es handelte sich damals um Beiträge von Heinrich Scheel über den literarischen Niederschlag der Volksaufklärung der Mainzer Republik 1792/93, von Holger Böning der Helvetischen Revolution und Republik 1798–1803 und von Reinhart Siegert über Volksaufklärung und Kolportage. Sie fanden seinerzeit keine Resonanz, was Siegert auf bestimmte Nutzungsmodalitäten in den Bibliotheken zurückführt. Ein notwendiger, für den Bearbeiter wie für den Benutzer aber weitaus schmerzlicherer Verzicht betrifft die periodischen Schriften. Sie konnten nicht mehr aufgenommen werden, weil keine Aussicht bestand, die Finanzierung für ein großes Ergänzungsprojekt zu sichern, das nach der Einschätzung Siegerts einen Teilband 3.5 gefüllt hätte. Immerhin ist Bd. 3.4 als Anhang 3 eine Kurztitelliste der Zeitschriften des 19. Jahrhunderts beigefügt, die ca. 800 Zeitschriftentitel nachweist. Sie ist eine unbearbeitete Kurzfassung aus den Einträgen in die Datenbank. Gleiches gilt für die Kalender. Anhang 4 bringt rund 420 Kalendertitel, von denen aber im Unterschied zu den Zeitschriften etwa ein Fünftel kommentiert werden konnte. Beide Anhänge weisen in einem vorgeschalteten knappen Text auf die Problematik hin und enthalten auch Hinweise für die Benutzung.

Die Zielsetzung, das Handbuch nicht nur als Bibliographie sondern „zugleich als ein Lesebuch zur Geschichte der Volksaufklärung zu präsentieren“ (Bd. 3.1, S. XXIX), verschafft dem Gesamtwerk in Konzept und Realisierung geradezu ein Alleinstellungsmerkmal. In ausführlichen, zum Teil sich über mehr als zwei Spalten erstreckenden Kommentaren werden die bibliographisch exakt erfassten Titel einschließlich Standortangaben und Signaturen ausführlich charakterisiert „hinsichtlich des Inhalts, der Absichten und Motive des Autors sowie der von ihm angesprochenen Adressaten“ (Bd. 3, S. XXIX). Da Vollständigkeit nicht möglich und auch nicht sinnvoll war, werden die in der Forschungsliteratur bereits behandelten Schriften nur kurz kommentiert, weitgehend unbekannte hingegen ausführlich. Hier liegt ein Ansatzpunkt für Kritik. Sicher hätten sich die einen dies und andere das mehr oder weniger gründlich behandelt gewünscht. In jedem Fall aber ist eine von den Autoren mit Bezug auf die Kommentierung gehegte Hoffnung erfüllt, „ein Lesebuch zur Geschichte der Volksaufklärung [zu] präsentieren“ (Bd. 1, S. XVI), nämlich: „Wir würden uns freuen, wenn dadurch dem Benutzer und vor allem dem Leser auch ein wenig von dem Vergnügen vermittelt würde, das Entdeckung und Lektüre der Schriften uns bereitet haben“ (Bd. 3.1, S. XXIX). In der Regel sucht der Benutzer einer Bibliographie einen Titelnachweis und dazu bestenfalls eine knappe Annotation. Im Fall Volksaufklärung muten Titel oft kurios an und wollen es im ursprünglichen Wortsinn von „Neugier“ oder „besondere Aufmerksamkeit erregen“ mit dem Blick auf die Zielgruppe auch sein. So besteht für den Benutzer von heute durchaus die „Gefahr“, sich festzulesen. Einige Beispiele mögen dies belegen:

Siegfried und Florigunde. Oder: durch Gefahr wird die Tugend gestärkt, und die Ausdauer in derselben belohnt (Nr. 6318);

[Christian Jakob Wagenseil]: Das Wunderbüchlein oder Nachrichten von blauen Feuern, Irrwischen, Blut-, Schwefel- und Froschregen, Todespropheten, Kometen, Wünschelruthen und andern merkwürdigen Dingen. Zur Belehrung gegen den Aberglauben (Nr. 6333). Was hier eher abwegig erscheint, trifft aber auch auf die Formulierung von Titeln zu, die Bereichen wie der Landwirtschaft, der Medizin, den sozialen Verhältnissen usw. gewidmet sind:

Zuruf nebst ohnmaßgeblichen Vorschlägen zur ungesäumten und gemeinschaftl. Vertilgung oder wenigstens Verminderung der schädlichen Feldmäuse, dem baierischen Landmanne zur Befolgung, der kurfürstl. General-Landesdirektion aber zur Betreibung dieses wichtigen Unternehmens vorgelegt von einem Landgeistlichen in Baiern (Nr. 5794).

Friedrich August Ferdinand Fritze: Ach! Neue Bedenklichkeiten über die Schutzpocken-Impfung bey Kindern: Nebst hypothetischer Behauptung, ob es nicht besser sey, der Natur einen gänzlich freien Lauf bey dem Blatternprocess der Kinder zu lassen? und einer kurzen Anweisung, wie Eltern ihre Kinder bey den natürlichen Blattern zu halten haben, daß so leicht keines davon sterben wird. Eine populare und gemeinnützige Abhandlung für Freunde der Wahrheit von einem reisenden deutschen Arzte (Nr. 6243).

Christian Gottfried Flitner: Schutz und Rettung in Todesgefahr [...] über die Behandlung Erfrorner, Ertrunkener, Erwürgter, durch Dämpfe oder verschluckte Körper Erstickter, Vergifteter, vom Blitze oder Schlagflusse Getroffener, durch Fall oder Sturz Lebloser, Fallsüchtiger, Ohnmächtiger, scheintodt Betrunkener, Verbrannter und Verbluteter; nebst Vorschriften über die Kennzeichnung und die Behandlung von Hundswuth und Wasserscheu an Menschen und Thieren, über die Verhütung des Lebendigbegrabens durch Leichenhäuser, Familienbündnisse und Totenschauärzte, über die Gefahr bei Leichenbegängnissen, bei ansteckenden Krankheiten, Gewittern und in andern Fällen. Ein Noth- und Hülfsbuch für Jedermann [...] (Nr. 7465).

Büchlein für das fromme Hirtenkind vorzüglich im Allgäu, auch von den erwachsenen Hirten zu gebrauchen (Nr. 8554): Zielgruppe sind die als Armutsmigranten in das Land gekommenen sogenannten Verdingkinder.

Im weiteren Verlauf der Volksaufklärung im 19. Jahrhundert nimmt die Zahl der beinahe barock erscheinenden Titel zugunsten nüchternerer, sachbezogenerer Formulierungen ab.

Im Unterschied zu den vorhergehenden Bänden sind in Bd. 3 die Kommentare nahezu ausschließlich von Siegert formuliert worden. 135 wurden von Holger Böning beigesteuert, der einen Teil der dem Genre „Dorfgeschichte“ zuzuordnenden Schriften gesichtet und unter dem Aspekt der Volksaufklärung bearbeitet hat.

Eine besondere Erwähnung hat die gediegene Ausstattung des Gesamtwerkes verdient: Die Bände sind in dunkelblaues Leinen gebunden und tragen aufgeklebte Titelschilder auf Rücken und Vorderdeckel. Schon anlässlich des Erscheinens von Bd. 1 im Jahr 1990 hatte ein Rezensent gemeint, dass dieser beim Wettbewerb der schönsten Leineneinbände prämiert zu werden verdiente. Die Typografie zeichnet sich durch eine qualitätsvolle Antiqua aus, die verschiedenen Auszeichnungsschriften und Schriftgrade sind bequem zu lesen.

Die Volksaufklärung ist innerhalb der europäischen Aufklärungsbewegung ein deutscher Sonderfall. Die Forschungstätigkeit der letzten Jahrzehnte ist rege und hat eine Reihe wichtiger Publikationen hervorgebracht.5 Ein Handbuch wie dieses wird künftig die Arbeit durch die schiere Materialfülle, die es aufbereitet, und die Informationen, die es bietet, erleichtern und vielleicht sogar auf neue Grundlagen stellen. Bd. 3 belegt insbesondere die Transformation der Volksaufklärung zur Volksbildung. Die einleitenden Bemerkungen Siegerts brauchen hier nicht wiederholt zu werden. In einem Fazit verdienen aber seine verdienstvollen Ausführungen zum terminus ad quem des Endes der Volksaufklärung eine besondere Erwähnung. War es bereits schwierig, die DFG zu überzeugen, den Untersuchungszeitraum bis zur Revolution 1848/49 auszudehnen, wird seine Spurensuche bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts nicht ohne Widerspruch bleiben. Exemplarisch erinnert sei ferner noch an seine Akzentuierungen im Themenspektrum der Volksschriften oder an die Hinweise auf die Veränderungen im Buchwesen wie etwa die Neuerungen in den Vertriebswegen durch Volksschriftenvereine und später durch überregionale Volksbildungsvereine, die wiederum die Gründung von Volksbibliotheken betrieben haben. Schließlich dokumentiert er die neuen Entwicklungen mit Blick auf die Autoren, die politische Ausrichtung und vieles andere mehr. So schafft er solide Grundlagen für weitere Forschungen. Aber nicht nur die Wissenschaft wird daraus Nutzen ziehen. Man kann sich zum Beispiel vorstellen, dass auch Antiquare für bibliographische Recherchen gerne nach dem Handbuch greifen werden. Da aber die überwiegende Zahl der Titel wohl als verschollen gelten muss und nur in den nachgewiesenen Bibliotheken einsehbar sein wird, darf man sich vermutlich auf frei flottierende Exemplare keine allzu großen Hoffnungen machen.

Hans Adler hat diese kommentierte Bibliographie „eine überwältigende Provokation der Aufklärungsforschung“ und das durchaus im positiven Sinn genannt. Er geht sogar soweit zu konstatieren: „Aufklärungsforschung über den deutschsprachigen Raum ohne Böning/Siegerts ‚Volksaufklärung‘ kann nicht erfolgreich sein“.6 Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Footnotes

  • 1

    Zerrenner, Heinrich: Volksbuch. Magdeburg 1787. Das Zitat ist dem Untertitel entnommen. 

  • 2

    Siegert, Reinhart: Aufklärung und Volkslektüre. Exemplarisch dargestellt an Rudolph Zacharias Becker und seinem „Noth- und Hülfsbüchlein“. Mit einer Bibliographie zum Gesamtthema. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens. Bd. 19, Frankfurt am Main 1978, Sp. 565–1 344; auch als Separatdruck Frankfurt a. M. 1978 [Zugleich Freiburg i. Br., Univ., Diss., 1977]; Böning, Holger: Heinrich Zschokke und sein „Aufrichtiger und wohlerfahrener Schweizerbote“. Die Volksaufklärung in der Schweiz. (Europäische Hochschulschriften: Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, Bd. 563), (Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Bd. 193) Bern, Frankfurt a. M. 1983 [Zugleich Bremen, Univ., Diss. 1982]. 

  • 3

    Bd. 1: Böning, Holger: Die Genese der Volksaufklärung und ihre Entwicklung bis 1780. 1990; Bd. 2: Siegert, Reinhart und Holger Böning: Der Höhepunkt der Volksaufklärung 1781–1800 und die Zäsur durch die Französische Revolution. Einführung von Reinhart Siegert. Introduction translated by David Paisey. Bibliographische Essays von Heinrich Scheel† zur Mainzer Republik, Holger Böning zur Helvetischen Republik, Reinhart Siegert zur volksaufklärerischen Kolportage. Teilbd. 1–2. 2001. Rezensionen: Zu Bd. 1 Manfred Nagl in: BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis 16 (2) (1992), S. 278–279; Peter Vodosek in: Buch und Bibliothek 43 (1991) 5, S. 487–488; Klaus Schreiber in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 37 (6) (1990), S. 514–516; Reinhard Wittmann in: Buchhandelsgeschichte/Börsenblatt Nr. 24 (1992) S. B 26–30. Zu Bd. 1 und 2 Peter Vodosek in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 49 (5–6) (2002), S. 342–343. Bd. 2 wurde in BIBLIOTHEK – Forschung und Praxis nicht besprochen. 

  • 4

    Vgl. dazu Anm. 3. 

  • 5

    Exemplarisch in jüngster Zeit: (Hg.) Böning, Holger, Hanno Schmitt und Reinhart Siegert: Volksaufklärung. Eine praktische Reformbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts. (Presse und Geschichte – Neue Beiträge; Bd. 27). Bremen 2007; (Hg.) Siegert, Reinhart, Peter Hoare und Peter Vodosek: Volksbildung durch Lesestoffe im 18. und 19. Jahrhundert. Voraussetzungen – Medien – Topographie. Educating the People through Reading Material in the 18th and 19th Century – Media – Principles. (Philanthropismus und populäre Aufklärung; Bd. 5, Presse und Geschichte – Neue Beiträge; Bd. 68) Bremen 2012; (Hg.) Stöber, Rudolf, Michael Nagel, Astrid Blome und Arnulf Kutsch: Aufklärung der Öffentlichkeit – Medien der Aufklärung. Stuttgart 2015. 

  • 6

    Stöber et al. (Anm. 5) S. 217. 

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Published Online: 2016-07-01

Published in Print: 2016-07-01


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 40, Issue 2, Pages 302–307, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0018.

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