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Bibliothek Forschung und Praxis

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ISSN
1865-7648
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Volume 40, Issue 2

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DARIAH-DE in Zahlen

Sibylle Söring
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  • Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, Abteilung Forschung und Entwicklung, Platz der Göttinger Sieben 1, D-37073 GöttingenGermany
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Published Online: 2016-07-01 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0038

Zusammenfassung

Die DARIAH-DE Infrastruktur bildet mit ihren Diensten und Lösungen die Grundlage zahlreicher Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Digital Humanities. Nach fünfjähriger Förderung von DARIAH-DE sowie neun Jahren TextGrid, das 2015 in DARIAH-DE überführt wurde, hat DARIAH-DE heute über 3 100 registrierte Nutzer. Die entsprechend vielfältigen Anwendungsszenarien in Zahlen sind Gegenstand dieses Artikels.

Abstract

The DARIAH-DE infrastructure with its services and solutions provides the basis for various research endeavours in the digital humanities. With five years of funding for DARIAH-DE and nine years for TextGrid – part of DARIAH-DE since 2015 – today DARIAH-DE has more than 3 100 users. Their diversity and connection to DARIAH are the topic of this article.

Schlüsselwörter: Förderung; Kooperation; Nutzer; Lehre; Statistik; Zahlen

Keywords: Cooperation; funding; numbers; statistics; teaching; users

1 Nutzerzahlen

Die DARIAH-DE Infrastruktur verzeichnet heute über 3 100 registrierte Nutzer.

Die Gesamtnutzerzahlen1a von DARIAH-DE sind, wie in Abb. 1 zu sehen, seit Januar 2012 kontinuierlich gestiegen. Ab September 2014 wurden zahlreiche technologische Kernkomponenten von TextGrid – neben der Nutzerverwaltung auch verschiedene Repository-Technologien und das TextGridLab – in DARIAH-DE integriert. Dies erklärt den zeitgleichen sprunghaften Anstieg der DARIAH-DE-Gesamtnutzerzahlen sowie die nach der Zusammenführung der Nutzeraccounts von DARIAH-DE und TextGrid erfolgte Steigerung auf etwa doppelt so viele monatliche Account-Registrierungen. Durch die Kooperation der beiden Angebote DARIAH-DE und TextGrid auf zentralen Ebenen wie der Nutzerverwaltung ist es nun möglich, sich mit nur einem Account für beide Angebote zu registrieren und mit nur einem Login auf die gesamte Bandbreite von Diensten und Werkzeugen zuzugreifen.

Registrierungs-Verlauf 2012–2015
Abb. 1:

Registrierungs-Verlauf 2012–2015

2 Confluence-Spaces

Eine sowohl von DARIAH-DE als auch von TextGrid-Kooperationsprojekten viel genutzte Anwendung bildet die (kommerzielle) Wiki-Software Confluence,1 die mit einem differenzierten Rollen- und Rechtesystem die Kommunikation und Kollaboration auch größerer Projektverbünde ermöglicht. Unter dem Dach von DARIAH-DE firmieren derzeit rund 60 solcher Wiki-Spaces. Täglich nutzen zwischen 130 und 260 Nutzer kostenfrei die kollaborative Arbeitsumgebung.

Insgesamt2 umfasst die DARIAH-DE-Nutzerverwaltung derzeit 261 Gruppen mit 3 170 registrierten Benutzern aus Deutschland und dem übrigen Europa, Russland und Nordamerika, denen je unterschiedliche Zugriffsrechte und -rollen an den verschiedenen DARIAH-DE-Diensten zugeordnet sind. Dazu gehören neben den granularen Zugriffsrechten in den Confluence-Spaces auch Lese- und Schreibrechte in den verschiedenen Diensten des Developer-Portals, aber auch Angebote aus assoziierten Projekten wie dem FP7-Projekt CENDARI, dessen Nutzerverwaltung und Rechtemanagement komplett über die DARIAH AAI2a abgebildet wird. Wegen der stark gestiegenen Nutzerzahlen wurde eine Confluence-Lizenz erworben, die den hohen Nutzerzahlen gerecht wird.

3 Herkunft der Accounts

Auskunft über die Herkunft eines Accounts können die bei der Registrierung angegebenen E-Mail-Adressen geben. DARIAH-DE richtet sich als deutscher Beitrag der europaweit agierenden Forschungsinfrastruktur „DARIAH-EU – Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities“3 zuallererst an die geistes- und kulturwissenschaftliche Community im deutschsprachigen Raum. Dies spiegelt sich auch in der prozentualen Verteilung der Accounts nach Länder-Domains wieder: Rund 58 % der bei der Registrierung angegebenen E-Mail-Adressen stammen von Institutionen aus Deutschland (Domain „de“), weitere fünf Prozent gehören mit Einrichtungen in Österreich (Domain „at“) und der Schweiz (Domain „ch“) dem deutschsprachigen Ausland an. Weitere sieben Prozent der Accounts stammen aus Frankreich (Domain „fr“), vier Prozent aus den USA (Domain „edu“). Acht Prozent der Nutzer haben bei der Registrierung universelle E-Mail-Adressen (Domain „com“, „net“, „org“) angegeben, die keinem Land zugeordnet werden können. Die übrigen 18 % stammen vorwiegend aus dem europäischen Umland wie Großbritannien, den Niederlanden, Italien und Belgien. Die insgesamt rund 50 Domains verteilen sich aber weltweit auch auf Länder wie Brasilien, Japan, Singapur, Australien, Neuseeland, Namibia und den Libanon (vgl. Abb. 2).

Herkunft der Accounts nach Länder-Domains
Abb. 2:

Herkunft der Accounts nach Länder-Domains

4 Kooperationen

DARIAH-DE hat in den vergangenen fünf Jahren eine breite Nutzercommunity aufgebaut und unterstützt zahlreiche geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsprojekte im In- und Ausland. Insbesondere durch das Zusammenwachsen mit TextGrid ist zudem eine Vielzahl von Kooperationspartnern hinzugekommen, die Komponenten beider Infrastrukturen nutzen und dadurch auch zu einem weiteren „Zusammenwachsen“ der Communitys beitragen.

Abb. 3 zeigt, wie sich um die beiden Nuklei DARIAH-DE und TextGrid mittlerweile rund 80 Forschungsprojekte gruppiert haben. Der Grad der Kooperation variiert dabei. Projekte und Forschungsverbünde, die innerhalb der beiden blauen Kreise stehen, arbeiten besonders eng mit DARIAH-DE bzw. TextGrid zusammen, um gezielt bestimmte Entwicklungen gemeinsam voranzutreiben. In diesen Projekten haben Mitglieder des Konsortiums einen eigenen Stellenanteil. Projekte und Projektverbünde, die außerhalb der Kreise aufgeführt sind, nutzen verschiedene Komponenten der Infrastrukturen, entwickeln sie im Projekt weiter und spielen die Ergebnisse zurück in die Community. Erfreulich ist die stetig wachsende Zahl von Projekten, die auf DARIAH-DE und TextGrid zurückgreifen und dadurch die Weiterentwicklung mitgestalten. Sie bilden, wie oben beschrieben, das Zentrum des „Kooperativen Modells“ von DARIAH-DE, das einen wesentlichen Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie liefert.

Diese derzeit rund 80 Projekte (Stand März 2016) werden von unterschiedlichen Förderinstitutionen betreut und gefördert. Dies ist ein ermutigendes Zeichen sowohl für die Offenheit und Innovationskraft der Forschungsinfrastruktur, ihre Rolle als „Inkubator“ für Spitzenforschung4 als auch für ihre Nachhaltigkeitsperspektive.

Kooperationsprojekte und laufende Antragsverfahren DARIAH-DE und TextGrid (Stand Mai 2016)
Abb. 3:

Kooperationsprojekte und laufende Antragsverfahren DARIAH-DE und TextGrid (Stand Mai 2016)

Kooperationen (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)
Abb. 4:

Kooperationen (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)

Anträge in Begutachtung (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)
Abb. 5:

Anträge in Begutachtung (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)

anvisierte Kooperationen (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)
Abb. 6:

anvisierte Kooperationen (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)

abgeschlossene Projekte (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)
Abb. 7:

abgeschlossene Projekte (aufgeschlüsselt nach Förderinstitution)

Zu den am häufigsten genutzten Ressourcen zählt zunächst die grundlegende technische Infrastruktur, insbesondere virtuelle Server und Storage. Darüber hinaus werden auch Lösungen für kollaborative Arbeitsumgebungen und Beratung verstärkt abgerufen. Der zweite Fokus der Kooperationen liegt auf dem Gebiet der Forschung und insbesondere der Forschungsdaten. Hier lässt sich ein Schwerpunkt auf konkreten Services und Ressourcen verzeichnen, dicht gefolgt von Beratungsangeboten, Guidelines oder Best Practices.

DARIAH-DE und TextGrid reagieren hier auf einen nach wie vor hohen Bedarf in den Geistes- und Kulturwissenschaften.

5 Lehre

Der Bereich Lehre konnte in den letzten drei Jahren intensiviert werden. Die online frei verfügbaren5 Lehr- und Lernmaterialien werden vielfach genutzt, fortlaufend ergänzt und erweitert.

6 Workshops und Schulungen

Ergänzt wird dieses Angebot von regelmäßigen Workshops und Schulungen zu spezifischen Themen, u. a. im Rahmen nationaler und internationaler Tagungen und Kongresse (DHd, DH) sowie im Kontext verbundseigener Veranstaltungen wie dem DH Summit in Berlin vom 3. bis 4. März 2015 und der DARIAH-DE Grand Tour in Göttingen am 18. und 19. Februar 2016. Mit jeweils durchschnittlich 20–40 Teilnehmenden, rund 100 Teilnehmer bei größeren Formaten wie der Grand Tour oder dem DH Summit 2015, sind diese sehr gut nachgefragt und bieten einen wertvollen direkten Kontakt zu Forschenden aus den Digital Humanities in Deutschland und dem europäischen Ausland.

7 Fördermittel

DARIAH-DE wird seit März 2011 in der nunmehr dritten Förderphase vom BMBF6 bis zum 28. Februar 2019 gefördert. Für sämtliche drei Projektlaufzeiten sind insgesamt rund 15 Millionen Euro inklusive Projektpauschale für den Aufbau einer digitalen Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften bewilligt worden.

Die dreijährige erste Phase (März 2011 bis Februar 2014) wurde insgesamt mit knapp 6 Millionen Euro (2 Millionen Euro pro Jahr) gefördert und diente dem Aufbau der Forschungsinfrastruktur. In der anschließenden zweijährigen zweiten Phase (März 2014 bis Februar 2016), deren Förderung insgesamt rund 4,6 Millionen Euro (2,3 Millionen Euro pro Jahr) betrug, wurde die Entwicklung weiter ausgebaut und um aktuelle Forschungsfragen und -methoden ergänzt.

Das breite Aufgabenspektrum im Projekt DARIAH-DE bedurfte und bedarf Expertenwissen in den verschiedensten Bereichen, wie der Fach- und Informationswissenschaft, der Informatik, der Betriebswirtschaft und der Förderpolitik. Dies spiegelt sich in beiden Förderphasen in der Beteiligung von Partnern der unterschiedlichsten Fachrichtungen und Institutionen wider. Dazu zählen Universitäten, Bibliotheken, Facheinrichtungen, Rechenzentren, Akademien der Wissenschaften, die Max-Planck-Gesellschaft, ein kommerzieller Partner und die Open Knowledge Foundation als gemeinnütziger Verein.

Prozentuale Verteilung der Gesamtfördersumme DARIAH-DE I und II auf die Einrichtungen
Abb. 8:

Prozentuale Verteilung der Gesamtfördersumme DARIAH-DE I und II auf die Einrichtungen

Anschließend an die beiden ersten Projektphasen ist im Frühjahr 2016 eine weitere, dreijährige dritte Förderphase vom BMBF bewilligt worden, die sich unmittelbar an die bisherige Förderung anschließt. In den insgesamt knapp 5 Millionen Euro (rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr) inklusive Projektpauschale sind insgesamt rund 435 000 Euro für den Basisbetrieb von TextGrid (rund 145 000 Euro pro Jahr) enthalten.

Die Mittel sollen vorwiegend eingesetzt werden, um die zukünftige Community-Pflege sowie die nachhaltige Weiterentwicklung und Einbindung eigener und externer Tools und Dienste in die DARIAH-DE-Infrastruktur und schließlich ihre stabile Überführung in den Dauerbetrieb auch nach Förderende zu gewährleisten.

In allen drei Projektlaufzeiten entfällt der Hauptteil der Aufwendungen auf die Personalmittel, da im geistes- und kulturwissenschaftlichen Projekt DARIAH-DE, anders als bei naturwissenschaftlichen Vorhaben, z. B. kostenintensive Anschaffungen von Großgeräten für die Grundlagenforschung, entfallen. Die Sachmittel beinhalten den deutschen Beitrag für DARIAH-EU, Mittel für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern, für die Durchführung von Veranstaltungen, für Lizenzen und Mitgliedschaften und für die Öffentlichkeitsarbeit.

Der Forschungsverbund ist auch weiterhin sehr heterogen aufgestellt, hat sich im Laufe der Jahre jedoch dynamisch verändert. Nach dem Start mit 17 Partnern in DARIAH-DE I und 20 Partnern in DARIAH-DE II besteht der Verbund heute aus 15 Partnern und ist in Umfang und Ausrichtung gezielt auf die Überführung von DARIAH-DE in die Betriebsphase ab 2019 zugeschnitten.

Footnotes

About the article

Published Online: 2016-07-01

Published in Print: 2016-07-01


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 40, Issue 2, Pages 259–263, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0038.

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