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Bibliothek Forschung und Praxis

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1865-7648
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Volume 40, Issue 3

Issues

Schülerwettbewerb zu ökonomischen Fragen bringt Jugendlichen Informations- und Medienkompetenz näher

Laura Bickel / Dr. Willi Scholz / Prof. Dr. Klaus Tochtermann
Published Online: 2016-11-30 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0060

Zusammenfassung

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft erreicht über einen Schülerwettbewerb, das YES! – Young Economic Summit, neue Nutzerschichten und vermittelt Schülern weiterführender und berufsbildender Schulen Informations- und Medienkompetenz. Ein wesentlicher Aspekt des YES!-Projektes ist es, dass die jungen Erwachsenen wichtige Schlüsselkompetenzen erlernen, um komplexe Sachverhalte zu durchdringen und sich eine fundierte Meinung bilden zu können.

Abstract

The ZBW – Leibniz Information Centre for Economics reaches new users through a student competition, the YES! – Young Economic Summit, and teaches young people information and media literacy. One main aspect of the YES!-project is to teach students key competences to master complex topics and to enable them to form an educated opinion.

Schlüsselwörter: Informationskompetenz; Schüler; ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Keywords: Information literacy; students; ZBW – Leibniz Information Centre for Economics

1 YES! – Young Economic Summit aktiviert neue Nutzerschichten und fördert kreative Ideen in den Wirtschaftswissenschaften

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft erreicht durch einen Schülerwettbewerb, das YES! – Young Economic Summit, neue Nutzerschichten und vermittelt Schülern Informations-und Medienkompetenz.

YES!-Logo. © Timo Wilke
Abb. 1:

YES!-Logo. © Timo Wilke

2 Die Aufgabe

Wenn Jugendliche nach Informationen suchen, dann suchen sie primär bei Google oder Wikipedia.1 Vor diesem Hintergrund ist es für die ZBW eine wichtige Aufgabe, Wege zu finden, wie man potentielle Nutzer erreichen und diese für die Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Recherche sensibilisieren kann, bevor diese sich im Studium bereits andere Recherchegewohnheiten angeeignet haben, die dann deutlich schwerer zu verändern sind.

Seit vielen Jahren ist die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz Kernaufgabe von Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Auch für die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft stehen Serviceleistungen für die effiziente und effektive Nutzung wirtschaftswissenschaftlicher Informationen im Zentrum ihres satzungsmäßigen Zweckes. Doch wie kann man potentielle Nutzer erreichen und diese für die Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Recherche sensibilisieren, wenn jede Antwort nur eine Google-Anfrage entfernt scheint?

3 Das Schülerprojekt

Die ZBW hat den erfolgreichen Versuch unternommen, über einen Schülerwettbewerb mit Schwerpunkt Ökonomie neue Nutzer zu erreichen.

Beim Schülerprojekt YES! – Young Economic Summit erarbeiten Schüler Lösungsideen für globale ökonomische, ökologische und soziale Herausforderungen. Das Themenspektrum reicht von der Flüchtlingskrise über die Ausgestaltung globaler Finanzmärkte bis hin zur Umsetzung der Sustainable Development Goals.

Für mich ist das Beste am YES!, dass Schülerinnen und Schülern die Chance geboten wird, wichtige Fragen unseres Planeten ernsthaft zu diskutieren. (Joshua Zavazava, YES!-Schüler 2015)

Organisiert in Projektgruppen beschäftigen sich die Jugendlichen mit einer spezifischen Problemstellung, um eine konkrete Lösungsidee dafür zu entwickeln. Angeleitet werden sie von mindestens einer Lehrkraft und Mentoren aus dem YES!-Team. Bei einer Schülerkonferenz präsentieren die Projektgruppen ihre Ideen und diskutieren diese mit Entscheidungsträgern von heute, wie beispielsweise Claudia Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank oder Alexander Likhotal, Präsident des Green Cross International. Das ganze Projekt ist als Wettbewerb um die beste Lösungsidee und die beste Medienarbeit angelegt. Die Jugendlichen stimmen selber darüber ab, welcher Lösungsvorschlag ihrer Meinung nach am meisten Potential hat und als Forderung der nächsten Generation an Institutionen und Organisationen zur Umsetzung und Nachverfolgung weitergegeben wird. Der Preis für die beste Medienarbeit wurde in den Wettbewerb integriert, um den Schülern die Notwendigkeit zu vermitteln, gute Ideen auch publik machen zu müssen und vor allem, um sie für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit (sozialen) Medien zu sensibilisieren.

4 Die Projektphasen

Das Projekt läuft über mehrere Monate und gliedert sich in verschiedene Projektphasen. Zum Auftakt kommen alle Projektschulen in der ZBW zum Kick-off zusammen. Bei diesem ersten Zusammentreffen werden die Projektgruppen über die verschiedenen Projektphasen informiert. Zusätzlich werden die zur Wahl stehenden Themen präsentiert und den Schülern Chancen, die sich auftun, verdeutlicht. Viele Teilnehmer lernen beim Kick-off erstmalig die ZBW und die anderen Projektpartner kennen und erfahren Einzelheiten über ihre Aufgaben und Angebote.

Kick-off 2016 in der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Standort Kiel. © Kai Meinke
Abb. 2:

Kick-off 2016 in der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Standort Kiel. © Kai Meinke

Nach dem Kick-off beginnt die eigentliche Arbeitsphase, in der sich die Projektgruppen intensiv mit ihrem gewählten Thema beschäftigen. Am Ende der Arbeitsphase soll eine konkrete (im Idealfall umsetzbare) Lösungsidee stehen. Dafür ist es wichtig, dass sich die Schüler zunächst dem breiten Themenspektrum nähern, sich einen Überblick verschaffen, welche Probleme es zu lösen gilt, was der aktuelle Stand der Forschung ist und welche Ideen bereits existieren, um dann eine eigene innovative Idee zu entwickeln. Um diese Aufgabe meistern zu können, brauchen die Jugendlichen einiges an Handwerkszeug, welches ihnen in verschiedenen Treffen und Workshops vermittelt wird.

5 Vermittlung von Schlüsselkompetenzen

Ein zentraler Bestandteil des YES! ist die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz. Kompetent mit Informationen umzugehen, ein informationssouveräner Bürger zu werden, ist unabdingbar für die soziale Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe und stellt somit eine wichtige Schlüsselkompetenz dar. Gerade durch das Überangebot an Informationen, die das Internet parat hält, ist es umso wichtiger, dass junge Erwachsene bereits frühzeitig lernen effektiv und effizient nach Informationen zu recherchieren und die Qualität der gefundenen Informationen zu bewerten. Da es für die gestellte Aufgabe im Rahmen des YES! essentiell ist, gute und verlässliche Informationen zu finden und die Lösungsidee auf eine fundierte Basis zu stellen, sind die Schüler offen für das vermittelte Wissen. Auf diese Weise können sie, auch außerhalb des klassischen schulischen Curriculums, für die Wichtigkeit von Informationsbeschaffung und -bewertung sensibilisiert werden. Während des gesamten Projekts wird ihnen die Möglichkeit gegeben die verschiedenen Teilkompetenzen (Suchen, Prüfen, Wissen, Darstellen und Weitergeben), die im Referenzrahmen Informationskompetenz der Kommission Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare2 definiert wurden, zu meistern und das erlangte Wissen auf ein konkretes Thema anzuwenden. Die Workshops zu Informationskompetenz und Medienkompetenz sind für alle Projektschüler ein fester Bestandteil im Rahmen des YES!.

Im Workshop zur Medienkompetenz erlernen die Schüler, die sich für Öffentlichkeitsarbeit interessieren, zunächst Social Media Community Management. Hierbei steht vor allem die Nutzung der Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter und Instagram im Vordergrund. Den Jugendlichen soll zum einen ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Kanälen nähergebracht werden und zum anderen sollen sie lernen, Inhalte für die Öffentlichkeit interessant aufzubereiten. Dies wird auch bei den Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit (z. B. erstellen eines Redaktionsplans, Bestimmung der Zielgruppe etc.), die ebenfalls im Rahmen dieses Workshops behandelt werden, vermittelt.

Im Workshop zur Informationskompetenz steht der kompetente Umgang mit Information im Mittelpunkt. Die Jugendlichen erlernen die Fähigkeiten, den Informationsbedarf zu erkennen, die relevanten Informationen zu ermitteln und zu beschaffen, sowie die gefundenen Informationen zu bewerten und zu verwenden.

Zunächst lernen die Schüler wie sie ihren Wissensbedarf formulieren und die entsprechenden Quellen finden können. Dazu wird ihnen gezeigt, wie man eine thematische Literatursuche strukturiert und mithilfe eines Thesaurus Suchbegriffe identifiziert. Nachdem die Schüler die relevanten Suchbegriffe identifiziert haben, bekommen sie Hilfestellung bei der Suche nach relevanter Literatur. Sie erfahren, wie man durch Kombination von Kernbegriffen, Synonymen, Über- und Unterbegriffen sowie verwandten Begriffen unter Verwendung verschiedener Operatoren den Suchstring optimiert und auf diese Weise die Suche eingrenzen bzw. erweitern und sich der relevanten Literatur nähern kann. Dieses Vorgehen können sie sowohl in gängigen Suchmaschinen anwenden, als auch in Fachbibliographien. Konkret wird ihnen die Suche nach Literatur bei EconBiz,3 dem Rechercheportal für Wirtschaftswissenschaften der ZBW, gezeigt. Für viele Schüler ist dies der erste Kontakt zu einer mehrdimensionalen Informationsrecherche, die sich nicht nur auf die einfache Suchmaschinenanfrage beschränkt. Zusätzlich erfahren die Jugendlichen, wie man die gefundenen Quellen beschafft. Die ZBW kann sich hier als kompetenter und zuverlässiger Partner bei der Informationsrecherche und -beschaffung positionieren und ihren Bekanntheitsgrad steigern. Gerade auch durch Hilfsangebote wie EconDesk4 erkennen die Schüler schnell den Mehrwert für sich und wirken als Multiplikatoren, um die Angebote auch bei Mitschülern (und perspektivisch bei Kommilitonen) bekannter zu machen.

Das YES! ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen, sondern auch um Strategien zur Informationsbeschaffung und ihrer Bewertung zu erlernen. (Hannah Deike Gabriel, YES!-Schülerin 2015)

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Workshops ist das Prüfen der gefundenen Information. Den Schülern werden Anhaltspunkte und Strategien an die Hand gegeben, um die Güte der gefundenen Information zu bewerten und somit reflektiert die gefundene Information für ihre Arbeit im Projekt verwenden zu können.

Gerade bei der Teilkompetenz Wissen ist die Kooperation mit Wissenschaftlern sehr wichtig. Im Rahmen des YES! wird eng mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zusammengearbeitet und den Projektgruppen steht die Expertise der Forschenden zur Verfügung. Der Austausch mit ihnen erlaubt den Schülern einen tieferen Einblick in das Thema und ermöglicht ihnen die Bearbeitung auf einem hohen Niveau. So können sie während eines Fachgesprächs mit dem Experten ihr Wissen überprüfen und die gefundene Information strukturieren, einordnen und vergleichen, um letztendlich eine eigene Idee zu formulieren.

Die beiden Teilkompetenzen Weitergeben und Darstellen werden besonders durch die Ausarbeitung und Präsentation der eigenen, konkreten Lösungsidee gefördert. Als Höhepunkt des Projekts kommen alle Projektgruppen sowie zusätzliche Teilnehmer (andere Schulen, Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft) bei einem zweitägigen Schülerkongress zusammen. Bei der Präsentation und Diskussion der Lösungsidee müssen Schüler die zugrunde liegende Information anschaulich und adressatengerecht aufbereiten und klar gegliedert wiedergeben. Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, da der Adressatenkreis sehr heterogen ist (zum einen Experten auf dem jeweiligen Gebiet, zum anderen Schüler, die keine Vorkenntnisse haben). Da die Teilnehmer in einem demokratischen Prozess die beste Lösungsidee wählen, ist es zudem unerlässlich, dass die Jugendlichen Interesse für ihr Thema wecken, das Publikum dafür begeistern und von ihrer Idee überzeugen.

YES! – Schülerkongress 2015. © Timo Wilke
Abb. 3:

YES! – Schülerkongress 2015. © Timo Wilke

6 Warum ein Schülerprojekt?

Für die ZBW ist das YES! – Young Economic Summit eine gute Gelegenheit, bereits frühzeitig Schüler über die ZBW und ihre Angebote zu informieren und so potentielle neue Nutzerschichten zu erreichen. Darüber hinaus kommt sie ihrer Verantwortung nach, Informationskompetenz zu vermitteln. In den ersten beiden Projektjahren haben bereits mehr als 350 Schüler an den Workshops zur Informationskompetenz teilgenommen und konnten die Dienste der ZBW ausprobieren und nutzen.

Durch eine intensive Zusammenarbeit über mehrere Monate hinweg verändern sich auch die Wahrnehmung der Schüler und deren Verständnis einer Bibliothek. Nachdem die Jugendlichen die ZBW vor Ort, die Ausstattung und die vielfältigen Angebote kennengelernt haben, wird die ZBW vermehrt als modernes Informationszentrum wahrgenommen, das neben dem Reichtum an gedruckten Büchern auch weitaus mehr zu bieten hat.

Besonders auffällig ist die Begeisterung der beteiligten Lehrkräfte, die das Angebot von Informationskompetenzschulungen für wichtig und relevant halten. Häufig wird angemerkt, dass die Schüler dieses Wissen in der Oberstufe brauchen, um Facharbeiten und Seminarvorträge erarbeiten zu können, in der Schule aber häufig die Zeit und/oder das nötige Know-how fehlt, diese Schlüsselkompetenzen zu vermitteln. Die ZBW bietet diese Schulungen bereits regulär für interessierte Schulklassen an, allerdings ist dieses Angebot in vielen Schulen nicht bekannt. Durch das YES! werden somit zusätzliche Lehrer auf die ZBW aufmerksam und erkennen die Vorteile, die eine Nutzung bietet. So sind durch die Lehrkräfte über die Projektgruppen hinaus Informationskompetenzschulungen etwa für ganze Klassenverbünde angefragt und durch die ZBW durchgeführt worden.

7 Gemeinsam mehr erreichen

Das Projekt wirkt auf verschiedenen Ebenen, bezieht eine Vielzahl von Akteuren mit ein und eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek und (zukünftigen) Nutzern.

Für die Schüler nimmt die Teilnahme an diesem Projekt einen ganz besonderen Stellenwert ein. Sie setzen sich intensiv und kritisch mit einem bestimmten Thema auseinander und erleben, dass man sich auch komplexen Sachverhalten durch eine strukturierte und gründliche Arbeitsweise nähern kann. Sie verbessern ihr Verständnis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge und lernen, sich ein eigenes differenziertes Bild zu machen, das auf gründlich recherchierten und belastbaren Informationen basiert. Die Motivation, weitreichende Informationskompetenz für die weitere persönliche Entwicklung zu erlangen, wird gefestigt und entwickelt sich zum Bestandteil der intrinsischen Bildungsmotivation.

Und nicht nur in den offensichtlichen, direkt in Verbindung mit dem YES! stehenden Dingen, sondern auch im Kleinen läuft das Projekt weiter. Durch die gesammelten Erfahrungen und die errungenen Kenntnisse setzt man sich ganz anders mit neuen Themen auseinander. All die globalen Probleme, mit denen wir uns beschäftigt haben, sind einem viel stärker bewusst geworden und ich persönlich gehe mit offeneren Augen durch die Welt. (Eva Johannsen, YES!-Schülerin 2015)

Ein zentraler Aspekt ist die Förderung eines intergenerationalen Dialogs während des Schülerkongresses und der Diskurs mit den Führungskräften von heute. Den Schülern wird vermittelt, dass ihre Meinungen und Ideen wichtig sind und Gehör finden. Gleichzeitig erkennen sie die Notwendigkeit, ihre Behauptungen und ihre Argumentation mit nachvollziehbaren Fakten und soliden Informationen zu untermauern, um in der Diskussion mit wichtigen Entscheidungsträgern bestehen zu können.

YES! is an excellent forward looking initiative. It’s build on natural youth aspiration to turn probability into reality. Youth movements will drive this progress, as young people do realise that their very future is at stake. Thankfully, they have less inertia and no sympathy for the vested interests as our political elites. As these voices grow louder, politicians will have to listen. (Alexander Likhotal, Präsident von Green Cross International)

Für den Erfolg des YES! ist jedoch die Zusammenarbeit mit Partnern essentiell. Sowohl bei der Finanzierung, der Organisation als auch der wissenschaftlichen Begleitung ist es lohnenswert, dass die ZBW auf Kooperationspartner zurückgreifen kann. In den ersten beiden Projektjahren waren dies primär das Institut für Weltwirtschaft und die Joachim Herz Stiftung. Durch die enge Zusammenarbeit entsteht ein weit verzweigtes Netzwerk, von dem alle Beteiligten profitieren können. Die Resonanz auf das Projekt und die Begeisterung für die Leistung der Schüler hat sowohl regional als auch überregional seine Kreise gezogen. So wurde etwa eine Präsentation von Lösungsideen zur Langzeitintegration von Flüchtlingen von zwei Schulgruppen vor der gesamten Landesregierung Schleswig-Holsteins vorgetragen. Durch solche Aktionen kann der Bekanntheitsgrad der verschiedenen Akteure beim YES! erweitert und auf neue Projekte ausgebaut werden.

YES!-Schüler präsentieren vor der Landesregierung. © Kai Meinke
Abb. 4:

YES!-Schüler präsentieren vor der Landesregierung. © Kai Meinke

8 Ausblick

Aufgrund der positiven Resonanz von allen Seiten (Träger, Kooperationspartner, Schulen, Sprecher, Politik etc.) soll das YES! perspektivisch ausgebaut und auf ganz Deutschland übertragen werden, sodass am Ende dieses Prozesses ein nationaler Schülerwettbewerb steht. Dies eröffnet viele neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Partnern in den jeweiligen Regionen und zur Nutzung digitaler Lehrangebote.

(Fach-)Bibliotheken vor Ort könnten in das Projekt integriert werden und Informationskompetenzschulungen in Schulen übernehmen. So ließen sich in den jeweiligen Bundesländern neue Nutzerkreise erschließen. Für Forschungseinrichtungen in den Regionen bestünde die Möglichkeit, die Schüler wissenschaftlich zu begleiten und dem häufig geäußerten Wunsch nachzukommen, Forschung für Bürger erfahrbar zu machen. Des Weiteren wurden bereits im Projektjahr 2016 Webinare zur Informationskompetenz angeboten. Dieses Angebot wurde von den Schülern begeistert aufgenommen, da es für sie eine völlig neue Art der Wissensvermittlung ist. Die Nutzung von Webinaren wird weiter ausgebaut werden, um mehr Interessierte zu erreichen und einen niederschwelligen Zugang zu Informationskompetenzschulungen zu ermöglichen.

Literaturverzeichnis

  • Förster, Thorsten (2012): Informationskompetenz in der Sekundarstufe II. In: Informationskompetenz in der Schule: Ein informationswissenschaftlicher Ansatz, hg. v. Sonja Gust von Loh und Wolfgang G. Stock, 109–48. Berlin: De Gruyter.Google Scholar

About the article

Published Online: 2016-11-30

Published in Print: 2016-12-01


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 40, Issue 3, Pages 378–384, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0060.

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