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ISSN
1865-7648
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Volume 42, Issue 3

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Austrian Transition to Open Access (AT2OA)

Austrian Transition to Open Access (AT2OA)

Mag. Bruno BauerORCID iD: https://orcid.org/0000-0002-4729-331X / Mag. Christof Capellaro
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/ Tobias Zarka
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Published Online: 2018-12-01 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2018-0062

Zusammenfassung

„Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ ist ein Hochschulraumstrukturmittelprojekt zur Förderung von Open Access an den 21 öffentlichen Universitäten in Österreich mit der Laufzeit 2017–2020. AT2OA widmet sich in vier Teilprojekten den Themen (1) Analyse der Auswirkung einer Umstellung auf Open Access, (2) der Finanzierung von Open-Access-Übergangsmodellen, (3) dem Auf-, Ausbau und der Finanzierung von OA-Publikationsfonds und (4) der Förderung von OA-Publikationen und alternativen OA-Publikationsmodellen von Universitäten.

Abstract

The goal of the “Austrian Transition to Open Access (AT2OA)” project is to support the large-scale transformation of scientific publications from Closed to Open Access and to implement measures supporting this transformation. The project aims to increase Austria’s Open Access publication output by restructuring licence agreements with publishers and by providing targeted support for researchers’ publication activities. It will also establish new venues for Open Access publishing. The subprojects will examine the following topics: (1) Impact analysis of the transition to Open Access; (2) Funding for transitional Open Access business models; (3) Publication funds; (4) Support for Open Access publications and alternative Open Access publication models. These subprojects will be supplemented by networking and knowledge transfer activities.

Schlüsselwörter: Österreich; öffentliche Universitäten; Open Access

Keywords: Austria; federal universities; Open Access

1 Rahmenbedingungen für Open Access in Österreich

In den ersten Jahren nach der Berliner Erklärung 20031 wurden in Österreich nur wenige Open-Access-Maßnahmen gesetzt.2 Dieses Bild zeigte sich etwa für die 21 öffentlichen Universitäten, wie durch eine vom Forum Universitätsbibliotheken Österreichs (ubifo) im Jahre 2012 durchgeführte Erhebung festgestellt wurde.3 Nur die Universität Wien als größte Universität des Landes,4 der FWF als bedeutende Forschungsförderungseinrichtung5 und die Akademie der Wissenschaften als größte außeruniversitäre Forschungsträgerin in Österreich6 zeichneten sich in dieser Phase durch größere Open-Access-Aktivitäten aus.

Auf nationaler Ebene sind für die erste Dekade nach der Veröffentlichung der Berliner Erklärung zwei Positionierungen für Open Access zu nennen: die 2009 vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung veröffentlichte „Strategie 2020“7 sowie die 2010 verabschiedeten „Empfehlungen der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) zu einer Open-Access-Politik der Universitäten“,8 die allerdings nur empfehlenden Charakter hatten.

Für die jüngere Entwicklung von Open Access in Österreich von besonderer Bedeutung war die 2012 erfolgte Gründung des Open Access Network Austria (OANA). In diesem Forum sind Vertreter von Forschungsstätten, Forschungsförderern und der Forschungspolitik vertreten, um auf nationaler Ebene eine gegenseitige Abstimmung der Open-Access-Aktivitäten der beteiligten Institutionen und eine gemeinsame Positionierung gegenüber den Informationsanbietern vorzunehmen sowie die Bereitstellung relevanter Informationsquellen für Wissenschaftler, Forschungsstätten und für die Forschungspolitik zu betreiben.9 Gab es 2012 noch an keiner der 21 öffentlichen Universitäten in Österreich eine Open Access Policy, so haben mittlerweile zehn Universitäten eine entsprechende Leitlinie verabschiedet.10

Einen weiteren wichtigen Impuls setzte OANA dabei mit der Veröffentlichung der „Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich“11 im Herbst 2015. Diese bestehen aus Leitlinien zu 16 Themenfeldern, die dazu beitragen sollen, die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich bis 2025 auf Open Access umzustellen.

Eine konkrete Möglichkeit zur Umsetzung von Teilen dieser Leitlinien bot eine 2016 erfolgte Ausschreibung von Hochschulraumstrukturmittelprojekten durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), in deren Rahmen insgesamt 97,5 Mio. Euro zur Anschubfinanzierung universitärer Kooperationsvorhaben zur Verfügung gestellt wurden, davon 12,5 Mio. Euro für Projekte zur Verwaltungsinnovation. Mit der Berücksichtigung des Themas Open Access in diesem Kontext orientierte sich das Bundesministerium am „Gesamtösterreichischen Universitätsentwicklungsplan 2016–2021“12 sowie an der „Österreichischen ERA Roadmap“.13 Der ministerielle Ausschreibungstext für das Themenfeld „Open Innovation/Digital Roadmap/Open Access/Open Research Data“ lautete:

„Bezugnehmend auf die derzeit in Ausarbeitung befindlichen nationalen Strategien zu Open Innovation und zur Digital Roadmap sowie den Empfehlungen der ERA zu Open Research Data, der nationalen ERA Roadmap und dem ‚Amsterdam Call for Action on Open Science‘ sowie den veröffentlichten Empfehlungen der OANA für eine Open Access Strategie in Österreich werden von Universitäten getragene österreichweite Kooperationsvorhaben zu diesen Themen gestärkt [...]. Eingereichte Projektanträge zu Open Access sollen sich an den Empfehlungen des Open Access Network Austria (OANA) orientieren, nach denen die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich bis 2025 auf Open Access umgestellt werden soll.“14

Im Herbst 2016 erfolgte die Einreichung des Projektantrags „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ durch alle 21 öffentlichen Universitäten Österreichs. Die Konzeption des Projektes, in dem sieben der 16 OANA-Empfehlungen aufgegriffen wurden, erfolgte im Rahmen des Forums Universitätsbibliotheken Österreichs (ubifo).15 Der Schwerpunkt von AT2OA liegt hauptsächlich auf Gold-Open-Access-Maßnahmen, weil wichtige Aktivitäten für Green Open Access bzw. den Aufbau von Repositorien bereits im Hochschulraumstrukturmittelprojekt „e-Infrastructures Austria“16 gesetzt worden waren.

Im Dezember 2016 fiel die Entscheidung des zuständigen Bundesministeriums, das Projekt „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ aus den Hochschulraumstrukturmitteln mit einer Laufzeit von 2017 bis 2020 zu fördern.

2 Ziele von „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“

Seit Januar 2017 erfolgt an den 21 öffentlichen Universitäten und drei weiteren kooptierten Partnereinrichtungen (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institute for Science and Technology Austria) die Umsetzung des Kooperationsprojekts „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ mit dem Ziel, Maßnahmen für die Transformation des Publikationswesens von Closed Access zu Open Access zu setzen. Im Rahmen des Projekts sollen durch Neugestaltung der Lizenzverträge mit wissenschaftlichen Verlagen und durch gezielte Publikationsunterstützung der Forschenden eine Steigerung des österreichischen Open-Access-Publikationsoutputs generiert und neue Wege für das Open-Access-Publizieren eröffnet werden.

In Teilprojekten werden Themen wie (1) Analyse der Auswirkung einer Umstellung auf Open Access, (2) Finanzierung von Open-Access-Übergangsmodellen, (3) Auf-, Ausbau und Finanzierung von OA-Publikationsfonds und (4) Förderung von OA-Publikationen und alternativen OA-Publikationsmodellen von Universitäten bearbeitet. Ergänzt werden diese Teilprojekte durch Vernetzungsaktivitäten und Maßnahmen zum Wissenstransfer.

Im Rahmen von Teilprojekt 1 wird untersucht, ob für Österreich eine vollständige Umstellung vom bisherigen Zeitschriftenfinanzierungsmodell (Subskriptionsmodell) auf Open Access ohne Mehrkosten möglich ist und welche Auswirkungen auf (Literatur)-Budgets und Zahlungsflüsse in Österreich eine Umstellung mit sich bringen würde. Darüber hinaus soll auf Basis von internationalen Best-Practice-Modellen ein Konzept für das Monitoring des Open-Access-Publikationsoutputs in Österreich entwickelt werden.

Teilprojekt 2 beschäftigt sich vor allem mit der Verhandlung und dem Abschluss von Verträgen mit Open-Access-Komponenten sowie deren Evaluation. Der Open-Access-Aspekt dieser Transformationsverträge soll mit zentralen Mitteln gefördert werden, wobei Erkenntnisse aus den Analysen des Teilprojekts 1 berücksichtigt werden.

Im Rahmen von Teilprojekt 3 soll der Auf- und Ausbau lokaler Publikationsfonds vorangetrieben und finanziell unterstützt werden. Ziel ist es hierbei, die Nachhaltigkeit lokaler Fonds zu sichern, die Transparenz zu erhöhen und die Förderrichtlinien in einigen zentralen Punkten unter strategischen Gesichtspunkten zu vereinheitlichen.

Um der Marktkonzentration der Verlage entgegenzuwirken, sollen in Teilprojekt 4 alternative Publikationsmodelle an den Universitäten initiiert und gestärkt werden. Beispielsweise soll ein Anstoß für universitäre und österreichweite Open-Access-Initiativen von Universitätsverlagen und universitätsnahen Verlagen gegeben und die Förderung von Open-Access-Monografien und Qualitätssicherungskomponenten in diesem Bereich vorangetrieben werden.

Im gesamten Projekt arbeiten mehr als 60 Mitarbeiter überwiegend aus den Universitätsbibliotheken, zum Teil aber auch aus anderen universitären Abteilungen zusammen. Durch diese breite Beteiligung wird sichergestellt, dass möglichst viele Interessen der verschiedenen Stakeholdergruppen – z. B. publikationsschwache versus publikationsstarke, geisteswissenschaftliche versus naturwissenschaftliche – berücksichtigt werden.

Die Leitung der Teilprojekte liegt für Teilprojekt 1 bei der Wirtschaftsuniversität Wien und der Medizinischen Universität Wien, für Teilprojekt 2 bei der Universität Wien und der Universität Graz, für Teilprojekt 3 bei der Universität Salzburg und der Universität Graz sowie für Teilprojekt 4 bei der Akademie der bildenden Künste Wien. Den Lead für das Gesamtprojekt hat die Universität Wien übernommen, wo auch das Koordinationsbüro des Projekts angesiedelt ist.

Strategisch begleitet wird das Projekt von einem Lenkungskomitee, bestehend aus zehn Rektoren und Vizerektoren, sodass eine möglichst rasche und direkte Abstimmung zu essentiellen Fragen zwischen den Leitungsebenen der Universitäten und den operativ handelnden Personen aus den betreffenden Bibliotheken gewährleistet wird (Abb. 1).

Gliederung des Hochschulraumstrukturmittelprojektes „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ (Grafik: Tobias Zarka)
Abb. 1

Gliederung des Hochschulraumstrukturmittelprojektes „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ (Grafik: Tobias Zarka)

3 Projektmanagement, Kommunikation und Webseite

Das Projektmanagement, bestehend aus Projektleitung und Koordinationsbüro, ist an der Universität Wien angesiedelt. Das aus zwei Personen bestehende Koordinationsbüro, finanziert aus Projektmitteln, fungiert als Knotenpunkt für das gesamte AT2OA-Netzwerk und bildet die zentrale Anlaufstelle für alle in das Projekt eingebundenen Personen.

In die Zuständigkeit des Koordinationsbüros fallen auch koordinative Tätigkeiten innerhalb der vier Teilprojekte einschließlich der insgesamt acht Unterarbeitsgruppen und der Projektleitung sowie die gesamte Terminkoordination, die Planung von Sitzungen und Workshops sowie das Berichtswesen.

Weil in den Teilprojekten von AT2OA mehr als 60 Mitarbeiter beteiligt sind, war eine der ersten Arbeitsschwerpunkte der Aufbau einer effizienten Kommunikationsinfrastruktur, um einen optimalen Informationsfluss innerhalb des Projekts zu gewährleisten.

Der Großteil der Kommunikation innerhalb des Projektes findet via E-Mail statt. Hierzu wurde für jedes der vier Teilprojekte eine Service-E-Mailadresse eingerichtet, die eingehende Nachrichten an alle am jeweiligen Teilprojekt beteiligten Personen weiterleitet. Fallweise werden Meetings auch im Rahmen von Telefon- und Webkonferenzen abgehalten.

Die vier Teilprojekte haben im Frühjahr 2017 die Arbeiten aufgenommen, wobei im ersten Projektjahr insgesamt 20 Koordinationstreffen organisiert wurden. Zusätzlich werden noch vierteljährlich Treffen der Projektleitung mit den Teilprojektleitungen sowie zumindest einmal jährlich eine Vollversammlung abgehalten.

Die Sicherstellung eines effektiven und transparenten Projektfortgangs ist primäre Aufgabe der Koordinationstreffen. Wiederkehrende Tagesordnungspunkte bei diesen Sitzungen sind: die Präsentation von Zwischenergebnissen, die Definition von Teil- bzw. Nichtzielen, die Formulierung von Aufgaben und deren Verteilung innerhalb der Teilprojekte, die Diskussion und Beschlussfassung zu inhaltlichen Fragen und die Vorbereitung der Lenkungsausschüsse.

Konzeption, Programmierung und Gestaltung der Projektwebsite von AT2OA17 liegt ebenfalls beim Koordinationsbüro. Ihre Funktionalität ist darauf ausgerichtet, die zwei projektspezifischen Anforderungen – Projektinformation und -dokumentation – zu erfüllen.

Die Projektinformationen sind zweisprachig (Deutsch und Englisch) und allgemein zugänglich. Sie beinhalten eine Übersicht zur organisatorischen Struktur, einschließlich der Verlinkungen zu den Webauftritten aller Projektpartner, zum inhaltlichen Konzept sowie zu den Zielen von AT2OA. Mit Fortgang des Projekts sollen an dieser Stelle auch Fortschrittsberichte veröffentlicht werden.

Die Projektdokumentation besteht aus einer strukturierten Zusammenstellung relevanter Informationen (Besprechungsprotokolle, Arbeitsberichte, Link- und Datensammlungen), die in einem passwortgeschützten Bereich ausschließlich den Projektpartnern zugänglich ist.

Zur leichteren optischen Wiedererkennung des Projektes wurde ein AT2OA-Logo entwickelt. Dessen farbige Gestaltung nimmt Bezug auf die organisatorische Struktur von AT2OA. Jedem der vier Teilprojekte sowie dem Gesamtprojekt ist eine der fünf Farben zugeordnet, wobei sämtliche projektbezogenen Unterlagen diesem Farbcode folgen.

4 Analyse der Auswirkung einer Umstellung auf Open Access (AT2OA Teilprojekt 1)

Der Schwerpunkt von Teilprojekt 1 liegt auf der Analyse der österreichischen Publikationstätigkeit und der Untersuchung von Kosten- und Budgetfragen in Zusammenhang mit Open Access. Ausgehend von der Fragestellung des MPDL Open Access White Paper18 wird erhoben, mit welchen Kosten Open Access verbunden ist und ob für Österreich eine vollständige Umstellung vom bisherigen Lizenzmodell auf ein Open-Access-Geschäftsmodell ohne Mehrkosten möglich ist.

4.1 Analyse des Publikationsoutputs

Als zentrale Grundlage zur Klärung vieler Fragestellungen im gesamten Projekt wird der Publikationsoutput der österreichischen Forschungseinrichtungen erhoben und analysiert. Begonnen wurde mit einer zentralen Erhebung für die Jahre 2014, 2015 und 2016 aus Literaturdatenbanken. Es ist geplant, auch das Jahr 2017 in die Analyse einzubeziehen, wenn vollständige Daten vorliegen. Die Deduplizierung der Daten, Zuordnung der Artikel zur einzelnen Einrichtungen, Identifikation des Corresponding Authors und Normierung der Verlagsnamen stellen sich als eine zeitraubende Herausforderung dar. In einer späteren Phase des Projekts sollen diese Daten mit dezentralen Erhebungen aus den CRIS-Systemen der Einrichtungen ergänzt und abgeglichen werden, um ein Gesamtbild der Publikationsaktivitäten der Einrichtungen zu bekommen.

Die Budget- und Kostenfragen werden in einer Transition- und einer Nach-Transition-Studie analysiert.

4.2 Nationale Open-Access-Transition-Studie

In der Transition-Studie wird der Frage nachgegangen, ob und welche budgetären Konsequenzen ein Ausbau von Open Access in den nächsten Jahren für die einzelnen Einrichtungen hätte. Als Zeitrahmen für die untersuchte Periode wurden die Jahre 2019 bis 2021, der Zeitraum der nächsten mit dem Ministerium zu verhandelnden Leistungsvereinbarungsperiode, festgelegt.

Charakterisiert wird diese Studie durch die Berechnung von Best-/Expected-/Worst-Szenarien für verschiedene Verlage mit Open-Access-Komponenten sowie die Berechnung des finanziellen Bedarfs für unterschiedliche Ausbaustufen für einen Open-Access-Publikationsfonds auf Basis der Publikationsdaten der Einrichtungen, wobei in diesem Kontext auch die Kostenübernahme für APCs durch die Fördergeber berücksichtigt werden. Für die Transition-Studie werden dafür exemplarisch Open-Access-Ausgaben des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) der letzten Jahre herangezogen. Die Ergebnisse der Transition-Studie sollen Mitte 2018 vorliegen. Die ihr zugrundeliegende Analyse betrifft eine Zeitspanne, während der das Subskriptionsmodell für wissenschaftliche Zeitschriften und das neue Open-Access-Modell parallel nebeneinander bestehen.

4.3 Nationale Open-Access-Nach-Transition-Studie

Die Nach-Transition-Studie geht von dem Szenario aus, dass ein Umstieg auf Open Access – weltweit – abgeschlossen ist. Es gilt abzuklären, wie sich diese Umstellung des Publikationssystems auf das Gesamtsystem und auf die Budgets und die Zahlungsströme der einzelnen wissenschaftlichen Einrichtungen auswirken werden. Insbesondere für forschungsstarke Institutionen mit STM-Schwerpunkt ist gegenüber dem aktuellen Zeitschriftenbezugsmodell von höheren Kosten auszugehen, während bei kleineren Einrichtungen mit Einsparungen zu rechnen sein wird. Mit der Nach-Transition-Studie sollen Anhaltspunkte geschaffen werden, an welchen Universitäten bei einer vollständigen Umstellung auf Open Access Mehrkosten bzw. Entlastungen anfallen werden. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für eine zukünftig zu führende Diskussion über einen entsprechenden Ausgleich der Literaturetats zwischen den einzelnen Institutionen in einer reinen Open-Access-Welt bilden.

Zu dieser Fragestellung liegen bereits vergleichbare Studien u. a. aus Deutschland, den USA19 und der Schweiz20 vor, auf denen die österreichische Nach-Transition-Studie aufgebaut werden soll. Die Konzeption dieser Studie startete im Frühjahr 2018, nach Abschluss der Transition-Studie.

4.4 Open-Access-Monitoring

Ein weiteres Arbeitspaket betrifft das Thema der Messung des Fortschritts von Open Access in Österreich. In einem ersten Schritt wurde im April 2018 ein Workshop mit internationalen Vortragenden zum Thema „Open Access Monitoring – Approaches and Perspectives“ in Wien veranstaltet. Auf Basis von Best-Practice-Modellen in anderen europäischen Ländern wird derzeit an einem Konzept für das Monitoring des Open-Access-Publikationsoutputs in Österreich gearbeitet.

5 Finanzierung von Open-Access-Übergangsmodellen (AT2OA Teilprojekt 2)

Im Rahmen der Kooperation E-Medien Österreich (KEMÖ)21 arbeiten die österreichischen Universitätsbibliotheken gemeinsam mit über 50 weiteren wissenschaftlichen Institutionen daran, durch koordinierte Beschaffung kostengünstig elektronische Ressourcen zu erwerben. Seit rund zwei Jahren liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf Verhandlung und Abschluss von Verträgen mit Verlagen, die eine möglichst kostenneutrale Transformation von einem subskriptionsbasierten auf ein Open-Access-basiertes Publikationssystem zum Ziel haben.

Die Vorreiterrolle, die Österreich mit Ländern wie z. B. den Niederlanden und Großbritannien international in Bezug auf Open-Access-Verträge einnimmt, führt dazu, dass weitere Verleger bereit sind, mit den österreichischen Universitätsbibliotheken neue Geschäftsmodelle zu verhandeln. Obwohl grundsätzlich genügend Geld im Gesamtsystem Universitäten – Verleger vorhanden ist, wie Untersuchungen von Schimmer22 und Reckling23 (s. a. Finch-Report24) gezeigt haben, kann der Umstieg auf Ebene der Einzelinstitutionen mit Finanzierungsproblemen verbunden sein. Um durch diese Schwierigkeiten nicht das gesamte Open-Access-Publizieren zu verhindern, sollen mit den zentral bereitgestellten Finanzmitteln über die bereits existierenden Verträge hinaus weitere Transitionsmodelle gefördert werden.

In der gegenwärtigen Übergangsperiode von einem subskriptionsbasierten auf ein Open-Access-basiertes Publikationssystem werden deswegen von der KEMÖ verschiedene Geschäftsmodelle getestet, um zu überprüfen, wie die Kosten, die durch ein paralleles Bedienen von Subskriptions- und Open-Access-Gebühren anfallen, minimiert werden können.

Drei Modelle – Offsetting-Deals, Read-&-Publish-Deals sowie Switches – haben sich als mit den Verlagen verhandelbar herausgestellt.25

Offsetting-Deals sind Vereinbarungen, in denen die Kosten für die Subskriptionen mit den Kosten für das hybride OA-Publizieren verknüpft werden. In den meisten Fällen verringern die für das hybride Publizieren zu zahlenden Article Processing Charges (APCs) die Subskriptionskosten. Es gibt aber auch die Umkehrung, in der die Bezahlung des Subskriptionspreises zu einer deutlichen Reduzierung der APCs führt. In Österreich ist für den Abschluss von Offsetting-Deals eine Reduktion von deutlich über 80 % der avisierte Verhandlungsansatz. Derzeit gibt es hier Vereinbarungen mit IOP, Taylor & Francis und SAGE.

Als Read-&-Publish-Deals werden Vereinbarungen bezeichnet, bei denen eine Gesamtsumme sowohl für den Zugriff auf die Subskriptionszeitschriften als auch für das Open-Access-Publizieren ohne weitere Gebühren mit einem Verlag ausverhandelt wird. Derartige Verträge gibt es aktuell mit Springer und Emerald.

Switches sind Vereinbarungen, die die komplette Umstellung des Publikationsoutputs eines Wissenschaftsbereiches vom Subskriptionssystem auf Open Access bewirken, wie das unter der Führung von CERN betriebene Projekt SCOAP3 (Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics) belegt.

Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen wurde im Rahmen des Projekts die Vorgabe erarbeitet, einerseits Verhandlungen mit Verlagen zu eröffnen, die für eine möglichst große Anzahl von Projektteilnehmern relevant sind und die einem im Teilprojekt 2 entwickelten Open-Access-Kriterienkatalog („Leitlinie für Verlagsverträge für die OA-Transformation im Rahmen von HRSM-AT2OA“) in möglichst vielen Punkten entsprechen.

Der Kriterienkatalog unterteilt sich in allgemeine Bedingungen (wie z. B. einem Bekenntnis zur OA-Transformation), in solche zu den Finanzierungsmechanismen (wie z. B. die Vermeidung von „Double Dipping“) und in operative (wie z. B. zur Rechnungslegung, Autoreninformation, Artikelkennzeichnung und dem Freischalten von Artikeln). Darüber hinaus muss der Verlag sich auch verpflichten, neben der Lieferung der Zugriffsstatistiken in vorgegebenen Zeiträumen aussagekräftige Daten zu den aus dem Deal finanzierten Open-Access-Artikeln zur Verfügung zu stellen.

Verlage, die in wesentlichen Punkten keine Bereitschaft gezeigt haben, Verhandlungen über einen Hybrid-Open-Access-Transformationsvertrag aufzunehmen, mussten aus dem Pool der aus den zentralen Mitteln zu fördernden Verhandlungspartner herausgenommen werden.

Im Rahmen dieses Regelwerks wurde bis jetzt der Verlag Wiley ausgewählt, mit dem folgende Eckpunkte im Rahmen eines für den Zeitraum 2018 bis 2020 geltenden Lizenzvertrages fixiert werden konnten:

  • Zugriff auf die Wiley Journal Database zurück bis 1997 (zurzeit sind alle Journals in der Database),

  • Archivrechte auf die Journals, die während der Vertragslaufzeit in der Database sind,

  • unlimitierte Anzahl von OA-Publikationen in Wiley’s hybriden Zeitschriften (für akzeptierte Artikel ab 1.1.2018) für Corresponding Authors der teilnehmenden Einrichtungen.

Im Laufe der nächsten zwei Jahre sind nun Verhandlungen mit kleineren, innovativen Verlagen geplant, um gemeinsam neue, nachhaltige Umstiegsszenarien zu erarbeiten und dadurch dabei mitzuwirken, dass auch sie den Open-Access-Gedanken in ein Geschäftsmodell umsetzen können.

Aber auch von der Evaluation der existierenden Verträge, speziell im Hinblick auf die finanziellen Auswirkungen sowie auf die Änderungsrate der Open-Access-Publikationen der am Projekt teilnehmenden Einrichtungen, werden wichtige Erkenntnisse für zukünftige Entwicklungen erwartet.

6 Auf- und Ausbau von Open-Access-Publikationsfonds (AT2OA Teilprojekt 3)

Publikationsfonds stellen wichtige Bausteine für eine umfassende und gut funktionierende Open-Access-Infrastruktur sowohl auf der Ebene der einzelnen Forschungseinrichtungen als auch auf nationaler Ebene dar. Ziel von Publikationsfonds ist die effiziente und nachhaltige Gestaltung von subskriptionsbasiertem zu Publikationsgebührenbasiertem Open-Access-Publizieren.26 Open-Access-Publikationsfonds werden von wissenschaftlichen Einrichtungen als Finanzierungs- und Steuerungsinstrument bei der Übernahme von Open-Access-Publikationsgebühren betrieben.27

Teilprojekt 3 verfolgt das Ziel, den Aufbau und Betrieb von Open-Access-Publikationsfonds in finanzieller, ideeller und organisatorischer Hinsicht zu unterstützen, und ist somit als Ergänzung zu Teilprojekt 2 zu sehen. Während die in Teilprojekt 2 angestoßenen Rahmenverträge besonders darauf abzielen, das Zeitschriftenportfolio eines oder mehrerer Verlage komplett zugänglich zu machen und die in diesem Verlag erscheinenden Open-Access-Hybridartikel aller teilnehmenden Partnereinrichtungen zu vergüten, ermöglicht es die Förderung über einen Publikationsfonds, die Finanzierungs- und Förderentscheidung auf der Ebene der Einzelpublikation zu treffen und dabei auch – je nach Ausrichtung und Zielstellung der betreffenden Institution – reine Open-Access-Publisher und monografische Publikationsformen zu berücksichtigen.

Die Bereitstellung eines Publikationsfonds ermöglicht es, die an mittlerweile vielen der am Projekt AT2OA beteiligten Einrichtungen verabschiedeten Open-Access-Policies mit Leben zu füllen. Mit dem Aufbau eines solchen Fonds kann außerdem eine zentrale Anlaufstelle an der betreffenden Einrichtung entstehen, bei der Fragen, Auskünfte und Daten rund um das Thema Open Access gebündelt werden.

Ein wichtiges Ziel von Teilprojekt 3 sind ferner die Vernetzung sowie der Wissens- und Erfahrungsaustausch von Publikationsfondsverantwortlichen untereinander.

Ein weiteres Ziel ist die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien, die die Einrichtung und den Betrieb von Publikationsfonds in administrativer Hinsicht erleichtern und zu einer Vereinheitlichung von Arbeitsabläufen und Förderbedingungen beitragen soll.

Im Kontext des Themas Publikationsfonds wurden fünf Arbeitspakete festgelegt, die im Rahmen von Unterarbeitsgruppen bearbeitet werden.

6.1 Zusammenstellung von Publikationsfonds wissenschaftlicher Einrichtungen in Österreich

Weil zu Beginn des Projekts AT2OA keine vollständige Aufstellung von Publikationsfonds in Österreich vorlag, wurde diese Aufgabe als erstes Arbeitspaket von Teilprojekt 3 übernommen. Seit Mitte 2017 ist eine Liste mit Links zu Publikationsfonds österreichischer Institutionen auf der Webseite der OANA abrufbar.28 Diese umfasst neben Universitäten auch einige Fachhochschulen und wird laufend aktualisiert und ergänzt. Die Liste dient darüber hinaus als Grundlage für die Kommunikation und Abstimmung von Workflows und Förderbedingungen und stellt eine wichtige Voraussetzung für die weitere Vernetzung im Bereich der Publikationsfonds dar.

6.2 Handreichung für Förderbedingungen von Open-Access-Publikationsfonds

Die bestehenden Publikationsfonds der an AT2OA beteiligten Einrichtungen sind durch heterogene Förderbedingungen gekennzeichnet, sodass eine Abstimmung unter einigen strategisch wichtigen Gesichtspunkten angestrebt wird. Als Anstoß und Ausgangspunkt dazu wird im Teilprojekt derzeit eine Handreichung für Förderbedingungen erarbeitet. Diese wird nach Themen/Publikationstypen gegliedert sein und auch disziplinspezifische Hinweise enthalten. Zu einzelnen Punkten, die für die Förderentscheidung relevant sind (z. B. geforderte Art der Begutachtung der Publikation, Höhe der APCs, Lizenzen, Kostentransparenz), sollen unterschiedliche Umsetzungsvarianten dargestellt und einander hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile gegenübergestellt werden. Das geplante Papier soll den Publikationsfondsverantwortlichen als Hilfsmittel dienen, aber auch einige Erläuterungen enthalten, die an Autoren weitergegeben werden können. Um Redundanzen zu vermeiden, wird die Handreichung auf bereits ausformulierte Standards in diesem Bereich Bezug nehmen (z. B. „Science Europe Principles on Open Access to Research Publications“29) und auf die Open-Access-Policies wichtiger Forschungsförderer abgestimmt sein.

6.3 Workflows für Open-Access-Publikationsfonds

Einen entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Einrichtung und dem Betrieb eines Open-Access-Fonds stellt die Planung und Implementierung effizienter Workflows für die Publikationsförderung – von der Information von Wissenschaftlern über die individuelle Antragsbearbeitung bis zur Verrechnung und Dokumentation der gezahlten Förderungen bzw. Zuschüsse – dar. In einem eigenen Arbeitspaket wurden Aufgaben, die sich aus diesen Abläufen ergeben, gesammelt und im Sinne einer Stellenbeschreibung für Publikationsfondsmanager festgehalten. Geplant ist auch die Erstellung eines Ablaufdiagramms, das die wichtigsten Bearbeitungsschritte bei der Antragsabwicklung sowie eine Kurzanleitung bzw. die gemeinsame Verständigung zum Umgang mit Problem- und Zweifelsfällen enthält, wie etwa die Frage der Zuordnung eines Artikels, bei dem zwei Corresponding Authors aus unterschiedlichen Einrichtungen erscheinen.

6.4 Erhebung von Daten für das Monitoring von OA-Publikationsfonds

Ein eigenes Arbeitspaket ist dem noch verhältnismäßig jungen Arbeitsfeld, der strukturierten Sammlung, Aufbereitung und Bereitstellung von Daten für das Monitoring von Open-Access-Publikationsfonds, gewidmet. Die Workflows zeigen ein sehr heterogenes Bild und werden derzeit laufend optimiert.30 Ziel ist die Erarbeitung einer Empfehlung für die Datenerfassung im Kontext von Publikationsfonds, wobei besonders die diesbezüglichen Anforderungen an CRIS (Current Research Information Systems) berücksichtigt werden sollen. Zunächst wurde eine Liste der bisher an österreichischen Einrichtungen erhobenen einschlägigen Daten erstellt, die im Anschluss mit internationalen Vorlagen, etwa von JISC31 und OpenAPC,32 abgeglichen wurde. Anfang 2018 liegt als Zwischenergebnis ein Template mit 21 Feldern vor, das derzeit diskutiert und optimiert wird.

6.5 Empfehlung zur Buchung von Open-Access-Publikationskosten

Dieses Arbeitspaket zielt darauf ab, die Erfassung unterschiedlicher Arten von Publikationskosten zu optimieren. Kosten für Article und Book Processing Charges, aber auch Druckkostenzuschüsse und andere mit Publikationen verbundene Kosten, die nicht über Publikationsfonds finanziert werden, sind in vielen Einrichtungen wenig transparent erfasst. Teilweise werden unterschiedliche Aufwendungen (etwa für Drucksorten, Printpublikationen und Open Access) im Buchhaltungssystem unter derselben Kostenart verbucht, darüber hinaus ist anhand des Buchungstextes oft keine eindeutige Zuordnung der Kosten zu Publikationen möglich, die in CRIS erfasst sind. Verlage haben nicht selten einen besseren Überblick über die Geldflüsse an den Institutionen als diese selbst.

Um in Zukunft eine umfassende, einheitliche und transparente Darstellung unterschiedlicher Kosten, die in Zusammenhang mit Publikationen entstehen, erreichen zu können, wurde mit den Abteilungen für Rechnungswesen und Controlling Kontakt aufgenommen. Ziel ist es, eine Optimierung der Buchungen zu erreichen, sodass ein möglichst großer Anteil der Publikationskosten sichtbar und nachvollziehbar wird. Dies ist auch wichtig, um die Auswirkungen von Verlagsabkommen abschätzen zu können, die oft über Bibliotheksetats finanziert werden.

7 Förderung von OA-Publikationen und alternativen OA-Publikationsmodellen von Universitäten (Teilprojekt 4)

Teilprojekt 4 ist der gemeinsamen Etablierung von Maßnahmen zur Förderung von nicht-kommerziellen Open-Access-Verlagen (mit einem Schwerpunkt im Bereich Monografien), alternativen Publikationsmodellen und -infrastrukturen sowie der besseren Dissemination von Informationen über Open Access und der Stärkung des Bewusstseins für Open Access gewidmet.

7.1 Universitäts- und universitätsnahe Verlage

Die steigende Anzahl an Initiativen zur Gründung und Förderung von Verlagen an universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (in weiterer Folge als Universitätsverlage bezeichnet) lässt einen eindeutigen Trend erkennen: Zahlreiche Wissenschaftsinstitutionen suchen zunehmend Wege, mittels eigener Verlage dem Aufbau der zur Veröffentlichung von wissenschaftlichen Informationen (Publikationen, Forschungsdaten etc.) notwendigen Infrastruktur und der Aneignung des dafür benötigten Know-hows der fortschreitenden Marktkonzentration entgegenzuwirken, sich von konventionellen, kommerziellen Verlagen abzukoppeln und ihren Wissenschaftlern fundierte Alternativen zu diesen anzubieten.33 Die Etablierung von solchen wissenschaftsnahen und oftmals auch abteilungsübergreifenden Serviceeinrichtungen, die vor allem Forschende der eigenen Institution bei der Realisierung ihrer Publikationsprojekte – und zwar sowohl in elektronischer als auch in gedruckter Form – unterstützen, sowie das Prinzip des Open Access bilden in diesem Zusammenhang eine wichtige Basis für die angestrebte Aktivierung von Universitätsverlagen.34 Weil die österreichischen Universitätsverlage allerdings bisher, insbesondere was Open Access angeht, eher individuell agiert haben, wird im Arbeitspaket „Universitäts- und universitätsnahe Verlage“ die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Forcierung von Open-Access-Kooperations- und Koordinationsaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene betrieben. Zur Erreichung dieses Ziels wird – in Zusammenarbeit mit anderen einschlägigen Open-Access-Initiativen, wie z. B. dem EU-Projekt HIRMEOS (High Integration of Research Monographs in the European Open Science Infrastructure)35 sowie in Anlehnung an die OANA-Checkliste für Open-Access-Zeitschriften36 – eine Checkliste für die Herausgabe von Open-Access-Monografien und ein dazugehöriges Addendum zum Thema Geschäftsmodelle erarbeitet.37

7.2 Open-Access-Awareness & alternative Open-Access-Publikationsmodelle und -infrastrukturen

Teile dieses Abschnitts wurden einem internen Entwurf von Falk Reckling zum Thema „TP4 Förderung von OA-Publikationen und alternativen OA-Publikationsmodellen: Förderungskriterien für Open Access Services (OAS)“ entnommen.

Um der dominierenden Rolle einiger kommerzieller Wissenschaftsverlage etwas entgegenzusetzen, und auch aufgrund der – insbesondere im Bereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften stark verbreiteten – Skepsis hinsichtlich bestimmter Finanzierungsmodelle (z. B. des Author-Pays-Modells),38 ist es für die Etablierung von offener wissenschaftlicher Kommunikation notwendig, alternative, nicht-kommerzielle und von der Wissenschaft kontrollierte Open-Access-Services (OAS) langfristig zu fördern; ein Ziel, das unter anderem die Initiative Global Sustainability Coalition for Open Science Services (SCOSS)39 verfolgt. Hierfür bedarf es allerdings diverser Kriterien, die dabei helfen sollen, aus der Fülle von Initiativen die erfolgversprechendsten zu identifizieren. Solche wurden bereits im Rahmen von SCOSS erarbeitet.40 In Anlehnung daran ist ein Ziel des Arbeitspakets „Open-Access-Awareness & alternative Open-Access-Publikationsmodelle und -infrastrukturen“ die Erstellung eines „Kriterienkatalogs für die Beurteilung nicht-kommerzieller/alternativer Open-Access-Verlage und -Infrastrukturen“, der auf den SCOSS-Kriterien aufbauen und gegebenenfalls ergänzt werden soll.

In einem weiteren Arbeitspaket sollen Empfehlungen hinsichtlich potentieller Fördermechanismen erstellt werden. Diesbezüglich wird zu überprüfen sein, bei welchen Initiativen es sinnvoll ist, Ressourcen zu bündeln, um eine effizientere Abwicklung, einen effektiveren Kompetenzaufbau, eine erhöhte Sichtbarkeit und größere Mitspracherechte bei den infrage kommenden Open-Access-Services zu erreichen. Empfehlenswert wäre die gesicherte Bereitstellung eines fixen jährlichen Betrags, wobei diese Mittel zu Lasten nicht offener (Subskriptions-)Modelle kommerzieller Großanbieter gehen sollten, sodass die Gesamtausgaben für die wissenschaftliche Kommunikation nicht weiter steigen. Diesbezügliche Überlegungen, auf denen aufgebaut werden sollen, finden sich bereits bei David W. Lewis41 und Ted Bergstrom.42

Auch institutionelle Repositorien, die zwar nicht im Rahmen von AT2OA gefördert werden, sind in den Kontext von alternativen Open-Access-Publikationsinfrastrukturen miteinzubeziehen.

Das zweite Arbeitspaket von Teilprojekt 4 von AT2OA betrifft Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, ein stärkeres Bewusstsein für Open Access in Österreich zu entwickeln. Dies soll einerseits – in enger Kooperation mit bereits existierenden Initiativen wie der „Informationsplattform Open Access“43 und dem „Open Access Directory“44 – durch die Schaffung eines disziplin- und publikationskulturspezifischen Informationsangebots hinsichtlich unterschiedlicher Möglichkeiten Open Access zu publizieren, und andererseits durch die Planung (und Durchführung) einer Open-Access-Awareness-Kampagne erreicht werden.

8 Resümee

Nach zirka einem Drittel der Laufzeit des Hochschulraumstrukturmittelprojektes „Austrian Transition to Open Access (AT2OA)“ kann eine erste positive Zwischenbilanz gezogen werden.

AT2OA vereint die entscheidenden Open-Access-Akteure in Österreich, das zuständige Ministerium als Geldgeber, die Universitätenkonferenz als Vertretungsgremium der 21 öffentlichen Universitäten, an denen das Projekt umgesetzt wird, und den FWF als bedeutende Forschungsförderungseinrichtung in Österreich, weil FWF-Mittel für Open Access in das Projekt miteingebracht werden.

Das Thema Open Access steht mittlerweile an allen öffentlichen Universitäten in Österreich fix auf der Agenda.

Die Strukturierung der Teilprojekte hat es ermöglicht, die heterogenen Perspektiven und Interessen der beteiligten Universitäten in einem gemeinsamen Projekt zusammenzuführen.

An den Universitätsbibliotheken der öffentlichen Universitäten, an denen die Teilprojekte im Wesentlichen bearbeitet werden, wird wertvolles Know-how im Kontext des Themenfeldes Open Access generiert. Eine wichtige Rolle kommt dabei auch der KEMÖ zu, in der alle am Projekt beteiligten Einrichtungen vertreten sind und die für die Verhandlung und den Abschluss von Lizenzverträgen mit Open-Access-Komponenten zuständig ist.

Literaturverzeichnis

Footnotes

About the article

Mag. Bruno Bauer

Mag. Christof Capellaro

Mag. Andreas Ferus , MSc

Mag. Georg Fessler

Mag.ͣ Renata Granat

Mag. Lothar Hölbling

Mag. Christian Kaier

Dr. Frank Koren-Wilhelmer

Mag.ͣ Brigitte Kromp

Mag.ͣ Maria Seissl

Tobias Zarka


Published Online: 2018-12-01

Published in Print: 2018-11-28


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 42, Issue 3, Pages 463–475, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2018-0062.

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