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Bibliothek Forschung und Praxis

Ed. by Bonte, Achim / Degkwitz, Andreas / Horstmann, Wolfram / Kaegbein, Paul / Keller, Alice / Kellersohn, Antje / Lux, Claudia / Marwinski, Konrad / Mittler, Elmar / Rachinger, Johanna / Seadle, Michael / Vodosek, Peter / Vogt, Hannelore / Vonhof, Cornelia

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ISSN
1865-7648
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Volume 43, Issue 1

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Open Access aus der Sicht von Verlagen

Ergebnisse einer Umfrage unter Wissenschaftsverlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Open Access from the Publishers’ Point of View

Results of a survey among scholarly publishers in Germany, Austria and Switzerland

Mag. Christian KaierORCID iD: https://orcid.org/0000-0002-8750-6666 / MMag. Karin LacknerORCID iD: https://orcid.org/0000-0001-6096-1717
Published Online: 2019-04-05 | DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2019-2008

Zusammenfassung

Fördergeber, Universitäten und Bibliotheken drängen seit Jahren auf einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Während mit immer mehr großen Verlagen Open-Access-Abkommen ausverhandelt werden, waren kleinere Verlage bislang in den Debatten zur Open-Access-Transformation kaum vertreten. Wir befragten daher Vertreter von 82 kleinen und mittelständischen Wissenschaftsverlagen zu ihren Erfahrungen, Einstellungen und Angeboten zu Open Access. Es zeigte sich, dass Open Access für diese Verlage und ihre Autoren wichtiger wird, allerdings bestehen abhängig von Verlagsgröße, Fachbereichen und Literaturtypen deutliche Unterschiede bei Einstellungen und Kenntnissen bezüglich Open Access. Zentrale Anforderungen für eine Umstellung ihrer Publikationstätigkeit auf Open Access sind für Verlage ausreichende Finanzierung, mehr Standardisierung sowie eine bessere Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen Stakeholdern.

Abstract

Funders, universities, and libraries have been pushing for Open Access to scholarly publications for years. While Open Access agreements have been negotiated with a growing number of big publishers, smaller publishers hardly figured in the debates on the Open Access transformation so far. We therefore interviewed representatives of 82 small and medium-sized scholarly publishers about their experiences, attitudes and offers on Open Access. Our survey shows that Open Access is becoming more important for these publishers and their authors, although there are clear differences in attitudes and knowledge regarding Open Access, depending on their size, subject areas, and literature types. For publishers, key requirements to convert to Open Access are sufficient funding, more standardization, and better communication with other stakeholders.

Schlüsselwörter: Open Access; Wissenschaftsverlag; Umfrage; Geschäftsmodell; Wissenschaftliche Kommunikation

Keywords: Open Access; scholarly publisher; survey; business model; scholarly communication

1 Einleitung

Für „traditionelle“ Wissenschaftsverlage erfordert Open Access die Entwicklung neuer Verlagsleistungen und Geschäftsmodelle, jedoch drängen Fördergeber, Universitäten und Bibliotheken seit Jahren auf einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Sie argumentieren dabei mit der mangelnden Sichtbarkeit der Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung außerhalb von Bibliotheken und Forschungseinrichtungen sowie mit enormen Gewinnspannen einiger Verlage vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Zeitschriften.

Die Debatte um Open Access dreht sich damit auch um den Preis und den Wert, teilweise auch um die Substituierbarkeit verlegerischer Leistungen, dabei konzentriert sich aber zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung die Aufmerksamkeit auf wenige Verlagskonzerne, die schon jetzt einen Großteil des Marktes kontrollieren. Kleine und mittelständische Verlage kamen in dieser Debatte bisher selten vor, Ansatzpunkte für gemeinsame Lösungen wurden lange Zeit wenig diskutiert.

In diesem Kontext sollte unsere von Mai bis Juni 2018 durchgeführte Umfrage1 unter kleinen und mittelständischen Wissenschaftsverlagen im deutschsprachigen Raum dazu beitragen, die Positionen gerade dieser im Diskurs unterrepräsentierten Verlage besser kennenzulernen: Wie gehen „traditionelle“ Wissenschaftsverlage mit der Forderung nach Open Access für Publikationen um? Unser Ziel war es, damit einen Beitrag zu einem besseren Austausch zwischen Verlagen, Bibliotheken und anderen Stakeholdern zu leisten. Die hohe Rücklaufquote deutet darauf hin, dass das Thema Open Access von Programmverantwortlichen in diesen Verlagen als sehr relevant eingeschätzt wird und dass das Interesse an einem Austausch groß ist.

2 Zur Situation von Wissenschaftsverlagen

Im Unterschied zur von einigen Großverlagen dominierten Verlagslandschaft im Bereich Naturwissenschaften, Technik und Medizin (STM) sind die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) und die Rechtswissenschaften – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass in diesen Disziplinen großteils auf Deutsch publiziert wird – von einer Vielzahl kleinerer Verlage geprägt.2 Die Zahl der bloßen Imprints (Verlagsmarken) gegenüber eigenständigen Verlagsunternehmen nimmt allerdings aufgrund von Übernahmen laufend zu.3 Die Verlagsgröße bestimmt entscheidend mit, welchen Spielraum Verlage bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle haben. Großverlage wie Elsevier, Springer und Wiley sind aus vielen Gründen bei der Entwicklung elektronischer Publikationsangebote im Vorteil,4 vor allem stehen ihnen wesentlich größere Ressourcen zur Verfügung, um neue Infrastrukturen aufzubauen, und Experimente mit neuen Geschäftsmodellen sind für Großverlage mit weniger Risiko verbunden. In der Folge kommt es zu einer weiteren Differenzierung von Verlagen: Kleinere Verlage sind gezwungen, aufgrund fehlenden Investitionsspielraums „konservativer“ und weniger innovationsfreudig zu handeln, werden damit aber auch zunehmend weniger konkurrenzfähig,5 was die weitere Marktkonzentration begünstigt.

Ein großer Teil der Wissenschaftsverlage spricht mit Lehrbüchern, Sach- und Fachliteratur auch Zielgruppen abseits des Forschungsbetriebs an: Studierende, allgemeines und Fachpublikum wie Juristen, Ärzte und Techniker. Dies hat Auswirkungen auf die Einstellung dieser Verlage gegenüber Open Access, wie etwa an Initiativen wie dem Heidelberger Appell (2009) oder Publikationsfreiheit.de (2017) nachvollzogen werden kann: In diesen Initiativen, die von Verlagen maßgeblich unterstützt wurden,6 werden unterschiedliche Themen wie die Wissenschaftsschranke im deutschen Urheberrecht, das neue Zweitveröffentlichungsrecht sowie ein vermeintlicher Zwang, Open Access zu publizieren, angesprochen bzw. vermischt. Tatsächlich sind Verlage oftmals von all diesen unterschiedlichen Entwicklungen gleichermaßen betroffen und fühlen sich mitunter davon bedroht. Open Access erscheint manchen Verlagen als ein weiteres Element eines zunehmend schwierigeren Umfelds: Absatzzahlen gehen durch die immer größer werdende Anzahl an Publikationen (bei etwa gleichbleibenden Ankaufsbudgets wissenschaftlicher Einrichtungen) zurück, die Konkurrenz im Bereich der Lehrmaterialien wächst durch neue Lernplattformen und Open Educational Resources, erweiterte Autoren- und Nutzungsrechte schränken die Verwertungsmöglichkeiten von Verlagen ein, während die Forderung nach Open Access nicht nur den wissenschaftlichen Bereich, sondern auch Fachmedien betreffen kann, die bisher zum Beispiel in Form von Datenbanken gewinnbringend an Kunden außerhalb des Wissenschaftsbetriebs lizenziert oder verkauft werden können. Auch die aktuellen Diskussionen um den Wegfall der Verlegervergütung betreffen Verlage massiv, es könnte für sie dadurch zu weiteren finanziellen Einbußen kommen.7

Daneben beklagen Verlage eine mangelnde Wertschätzung und Finanzierung ihrer Leistungen. Die zunehmende Nachfrage nach englischsprachigen Publikationen und Orientierung an Standards aus dem STM-Bereich stellen sich als weitere große Herausforderungen nicht nur für Autoren, sondern insbesondere auch für kleinere sowie für GSK-Verlage dar.

3 Methoden und Abgrenzung

Für unsere Umfrage recherchierten wir Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und durchsuchten deren Webseiten auf wissenschaftliche Publikationen. Die Gesamtzahl an Wissenschafts- und Fachbuchverlagen8 im deutschsprachigen Raum wird mit über 600 angegeben,9 darunter befinden sich allerdings zahlreiche Fachbuchverlage ohne wissenschaftliches Programm sowie Kleinstverlage, deren Profil sich für die Umfrage nicht eignete. Wir berücksichtigten sowohl Zeitschriften- als auch Buchverlage und befragten ausschließlich kommerzielle Verlage („traditional publishers“10); die Erfahrungen mit Open Access von Universitätsverlagen und neu gegründeten reinen Open-Access-Verlagen werden in anderen Untersuchungen analysiert11 und standen daher bei unserer Befragung nicht im Fokus. Die Umfrage beschränkte sich nicht auf bestimmte Disziplinen. Voraussetzung für die Einladung zur Teilnahme war, dass sich der Unternehmenssitz des Verlags in Deutschland, Österreich oder der Schweiz befindet. Die Auswahl von relevanten Verlagen wurde dadurch erschwert, dass (wie oben erwähnt) hinter immer mehr Verlagsmarken keine unabhängigen Unternehmen stehen, sondern diese bloße Imprints größerer Anbieter sind. In einigen Fällen mussten wir aus eigenem Ermessen entscheiden, ob eine hinreichende Unabhängigkeit in der Verlagspolitik anzunehmen war und eine Einladung zur Teilnahme an der Umfrage erfolgen sollte. Insgesamt kontaktierten wir für unsere Umfrage 120 E-Mail-Adressen bei 82 Verlagen und Verlagsmarken.

Die Umfrage richtete sich an Programmverantwortliche in Verlagen und somit nicht nur an die Geschäftsführer dieser Unternehmen, sondern auch an jene Personen in Verlagen, die operativ einen oder mehrere Fachbereiche betreuen. Es ist daher möglich, dass aus einzelnen Verlagen zwei oder mehrere Personen an der Umfrage teilgenommen haben, die aber durchaus unterschiedliche Perspektiven und fachliche Hintergründe vertreten können. Aus diesem Grund verwenden wir bei der Darstellung der Ergebnisse den Begriff „Teilnehmer“ statt „Verlage“.

Die Umfrage gliederte sich in drei thematische Schwerpunkte (Allgemeine Einschätzungen zu Open Access aus Verlagssicht, Erfahrungen im eigenen Verlag mit Open Access, Meinungen zur Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens). Für die meisten Multiple-Choice-Fragen standen auch Kommentarfelder zur Verfügung. Sechs Fragen waren offen und ausschließlich per Kommentarfeld zu beantworten. Mit einer Ausnahme waren alle 33 Fragen optional und konnten übersprungen werden, was dazu führte, dass die Anzahl der Teilnehmer, die auf eine Frage antworteten, zwischen 18 und 39 variierte. Im Schnitt antworteten 32 bis 34 Teilnehmer pro Frage.12

4 Ergebnisse

4.1 Teilnehmer

Mehr als drei Viertel (78 Prozent) aller Teilnehmer sind auch im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich tätig, 25 Prozent geben an, (auch) im Bereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften tätig zu sein, 19 Prozent (auch) in Naturwissenschaften, Technik und Medizin. Neben wissenschaftlicher Literatur, die in allen Verlagen publiziert wird, veröffentlichen zwei Drittel der Teilnehmer auch Lehrmaterialien bzw. Lehrbücher, die Hälfte publiziert Sachbücher und Ratgeber. Etwas weniger geben an, Fachliteratur für Praktiker im Verlagsprogramm zu führen.

Alle 33 Teilnehmer, die unsere Fragen nach der Anzahl ihrer wissenschaftlichen Publikationen beantwortet haben, publizieren wissenschaftliche Monografien und Sammelbände, die Mehrheit davon (19 Teilnehmer) weniger als 100 Werke pro Jahr. Die meisten Teilnehmer (29) publizieren auch wissenschaftliche Zeitschriften, überwiegend zwischen einem und neun Zeitschriftentiteln.

Arten von Werken
Abb. 1

Arten von Werken

Die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ kennen zwei Drittel der Teilnehmer inhaltlich, 27 Prozent haben nach eigenen Angaben zumindest davon gehört. Zwei Teilnehmer gaben an, die Berliner Erklärung nicht zu kennen.

Des Weiteren wollten wir wissen, ob und in welchem Umfang Open-Access-Publikationen bereits Teil des Verlagsangebots sind. 32 von 35 Teilnehmern bieten demnach bereits Open-Access-Publikationen an, zwei geben an, keine Open-Access-Publikationen im Programm zu haben, ein weiterer plant, Open-Access-Angebote in Zukunft in sein Angebot aufzunehmen. Elf von 33 Teilnehmern publizieren keine Open-Access-Zeitschriften, 19 veröffentlichen zwischen einer und neun Open-Access-Zeitschriften, drei Teilnehmer zehn oder mehr Open-Access-Zeitschriften. Open-Access-Bücher wurden zu fast gleichen Teilen in kleinem (1-9), mittlerem (10-99) und größerem Ausmaß (über 100 bereits erschienene Werke) publiziert.

4.2 Nachfrage der Autoren nach Open Access

Den Teilnehmern zufolge nahm die Nachfrage nach Open-Access-Angeboten der Verlage in den letzten Jahren bei den meisten Verlagen mehrheitlich langsam (59 Prozent), teils sogar deutlich (31 Prozent) zu, nur 10 Prozent gaben an, dass die Nachfrage nicht gestiegen sei. Teilnehmer, die eine deutliche Zunahme verzeichnen, sehen Open Access überdurchschnittlich oft als zukünftigen Standard des wissenschaftlichen Publizierens (45 Prozent Zustimmung; insgesamt wählten 33 Prozent der Teilnehmer diese Antwort). Es handelt sich dabei überwiegend um Teilnehmer, die größere Verlage mit zumindest 100 jährlichen Buchveröffentlichungen und mehr als zehn Zeitschriftentiteln repräsentieren. In den Kommentaren wurden diese Angaben von einigen Teilnehmern näher erläutert, so wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass sich vor allem junge und international tätige Autoren stärker für Open Access interessieren und dass die Umstellung auf Open Access durch EU-Initiativen und Förderorganisationen vorangetrieben wird.

Nachfrage der Autoren
Abb. 2

Nachfrage der Autoren

Für die Autorenakquise sind Open-Access-Angebote für etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer mäßig, für einen kleineren Teil (18 Prozent) jedoch sehr relevant. Für 26 Prozent sind sie dagegen kaum von Bedeutung. Die Reputation des Verlags wird als das wichtigere Kriterium angesehen, der Grund für die Nachfrage nach Open Access seien größtenteils Fördervorgaben.

4.3 Einschätzungen zu Open Access aus Verlagssicht

Als größte Vorteile von Open Access gaben vor allem Teilnehmer mit geisteswissenschaftlichem Verlagsprogramm eine höhere Sichtbarkeit und Wettbewerbsvorteile des Verlags an. Teilnehmer mit naturwissenschaftlichem Verlagsprogramm sehen vergleichsweise weniger Wettbewerbsvorteile durch Open Access. Dies liegt möglicherweise daran, dass Open Access in den Naturwissenschaften bereits verbreiteter ist als in den Geisteswissenschaften. Die Erschließung eines neuen Marktes sowie finanzielle Anreize werden nur teilweise mit Open Access in Verbindung gebracht. Kommentare weisen auf die Chance einer Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Hochschulen, die Open Access unterstützen, sowie auf die Möglichkeit hin, Verlage stärker als Dienstleister zu positionieren, die mittels Open Access die Sichtbarkeit ihrer Autoren fördern.

Andererseits bringen Teilnehmer mit Open Access auch einige Nachteile in Verbindung, vor allem in Bezug auf rechtliche Unsicherheiten, unklare Geschäftsmodelle – hier ist eine hohe Zustimmung von Teilnehmern zu verzeichnen, die auch Sachbücher publizieren – und einen empfundenen Zwang durch Fördergeber. Teilnehmer, die eine solche Zwangsbeglückung mit Open Access sehen, geben geringere Kenntnisse ihrer Verlagsmitarbeiter bezüglich Open Access an, ihnen sind die erwarteten Verlagsleistungen für Open Access eher unklar und sie sehen weniger Entwicklungen im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens als der Durchschnitt. Zusätzliche Kosten durch Open Access werden hingegen von über 70 Prozent der Teilnehmer nur teilweise oder kaum als Nachteil angegeben.

Die offene Frage nach möglichen Anreizen für Verlage, Open-Access-Angebote zu entwickeln, wurde sehr unterschiedlich beantwortet. Zahlreiche Teilnehmer nannten finanzielle Anreize – insbesondere wurde auch mehrfach der Wunsch nach einem Finanzierungsmodell für Open-Access-Bücher geäußert –, klare Förderregeln und Förderstrukturen insbesondere auch für Autoren ohne institutionellen Hintergrund. Daneben wurden aber auch transparentere Kooperationsmodelle zwischen Verlagen und Universitäten bzw. Bibliotheken genannt, eine weitere Standardisierung gefordert und ein koordiniertes Vorgehen in zentralen Märkten wie EU und USA und die Berücksichtigung disziplinrelevanter, derzeit jedoch teilweise nicht förderbarer Publikationsformate mittels fachspezifischer Publikationsfonds vorgeschlagen.

Fast die Hälfte der Teilnehmer bevorzugt Gold Open Access, Green Open Access nennen dagegen knapp 30 Prozent als Wunschmodell, immerhin 14 Prozent (fünf Teilnehmer) gaben an, keines der genannten Modelle (Gold, Green oder Hybrid Open Access) zu favorisieren. Hybrid Open Access favorisierte lediglich ein Teilnehmer, in einigen Kommentaren wurde ein Nebeneinander von mehreren Modellen als wünschenswert genannt und wiederum auf die Frage der Finanzierung verwiesen.

Teilnehmer mit einer Präferenz für Gold Open Access antworteten auf weitere Fragen teils deutlich anders als die übrigen Teilnehmer: Sie geben häufiger an, die Berliner Erklärung zu kennen, finden die erwarteten Verlagsleistungen für Open Access überdurchschnittlich oft zumindest „ausreichend klar“ (69 Prozent gegenüber 57 Prozent), haben bereits mehr Open-Access-Bücher publiziert als die übrigen Teilnehmer und sind gegenüber Creative-Commons-Lizenzen überdurchschnittlich aufgeschlossen (54 Prozent gegenüber 48 Prozent). Fast jeder Zweite regelt die Zweitveröffentlichung auf Repositorien in einer Verlagspolicy (gesamt: 27 Prozent). Es handelt sich dabei zum größten Teil um Vertreter von Verlagen mit geisteswissenschaftlichem Programm (92 Prozent), die in Hinblick auf zukünftige Entwicklungen besonders oft mit der Zunahme von englischsprachigem Publizieren und (Open) Peer Review rechnen. Diese sind tendenziell öfter „reine“ Wissenschaftsverlage, die weniger häufig Fachbücher, Sachbücher und Lehrbücher verlegen.

Dahingegen empfinden Teilnehmer, die sich für Green Open Access aussprechen, zu einem hohen Anteil Open Access als Zwangsbeglückung durch Open-Access-Mandate von Fördergebern, ihnen sind die geforderten Verlagsleistungen weniger klar und sie schätzen die Kosten für die laufende Administration von Open-Access-Titeln höher ein als der Durchschnitt. 60 Prozent dieser Teilnehmer publizieren keine Open-Access-Zeitschriften, sie haben weniger Open-Access-Bücher in ihrem Verlagsprogramm, sind in hohem Maße skeptisch gegenüber Creative-Commons-Lizenzen und geben weniger oft als andere Teilnehmer an, die Berliner Erklärung inhaltlich zu kennen.

Die Leistungen, die Verlage für Open-Access-Publikationen erbringen sollen, sind für etwas mehr als die Hälfte aller Teilnehmer (57 Prozent) sehr klar bis ausreichend klar definiert. In Kommentaren wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass oft nicht bekannt ist, was Verlage alles leisten und dass diese Leistungen auch abgegolten werden müssen. Als Beispiele wurden Korrektorat, Marketing und die Prüfung und Dokumentation immer neuer Kanäle zur Förderung der Sichtbarkeit sowie die Verträge mit Dienstleistern wie Knowledge Unlatched genannt. Zusätzlich wurde auf die Problematik hingewiesen, die sich aus den zahlreichen unterschiedlichen Open-Access-Policies der Universitäten und Fördergeber ergibt und die das Publizieren von Open-Access-Reihen mit unterschiedlichsten Autorenzugehörigkeiten für den Verlag erschwert.

Kenntnisse der Verlagsmitarbeiter
Abb. 3

Kenntnisse der Verlagsmitarbeiter

Die Open-Access-Kenntnisse der Mitarbeiter im eigenen Verlag werden von der Hälfte der Teilnehmer als gut bis sehr gut, von einem Viertel als mittelmäßig eingeschätzt. Rund ein Fünftel hält die Kenntnisse der Mitarbeiter im eigenen Verlag allerdings für gering bis sehr gering. Teilnehmer aus größeren Verlagen geben tendenziell bessere Kenntnisse der Verlagsmitarbeiter an. Die Bandbreite der Kommentare ist groß: Sie reicht von „jahrelanger Einarbeitung in das Thema“ bis zu „terra incognita“, von „betrifft jeden“ über den Aufbau einer eigenen Open-Access-Taskforce bis zur Aussage, dass bisher nur wenige Mitarbeiter mit Open Access zu tun hatten.

Der Investitionsaufwand für eine Umstellung auf Open Access wurde besonders bei der Vernetzung von Inhalten (60 Prozent), gefolgt von der laufenden Administration (45 Prozent), als groß bis sehr groß eingeschätzt. Der Aufwand für Datenaufbereitung, Aus- und Weiterbildung von Personal sowie insbesondere technische Infrastruktur wurde von den Teilnehmern geringer eingeschätzt. Bezüglich der Höhe der Investitionen wurde ein Zusammenhang mit vorhandenem Know-how aus der Publikation von E-Books hergestellt. Einige Teilnehmer wiesen auf die nötige Umstellung des Finanzierungsmodells sowie die erforderliche gute SEO (Search Engine Optimization), um die digitalen Inhalte im Netz auffindbar zu machen, als expliziten administrativen Aufwand hin. Eine Automatisierung sei wegen heterogener Prozesse schwer zu erreichen. Die geringere Bedeutung von spezifischer Aus- und Weiterbildung wurde unter anderem damit kommentiert, dass die Verlagstätigkeiten sich mit Open Access im Grunde nicht ändern, die Umstellung betreffe im Wesentlichen das geänderte Finanzierungsmodell.

Auf die offene Frage nach Bedarf und Form allfälliger Unterstützung für Verlage wurden in den Antworten häufig finanzielle Aspekte (Kompensation entfallender Verkaufserlöse) genannt, sehr oft aber auch eine stärkere Standardisierung, klare Definitionen sowie eine bessere Koordination und Kooperationen mit Bibliotheken und Fördergebern. Des Weiteren forderten Teilnehmer „Fairness“ in Form einer ehrlichen Vollkostenrechnung auch für Universitätsverlage sowie eine angemessene Honorierung ihrer Verlagsleistungen.

Aus Sicht der Teilnehmer vom freien Zugang ausgeschlossen werden sollten in erster Linie jene Inhalte, bei denen Rechtsunsicherheit besteht (trifft voll oder weitgehend zu: 89 Prozent). Bei Inhalten, für die ein Markt außerhalb des Wissenschaftsbetriebs besteht, lag die Zustimmung (voll oder weitgehend) bei 61 Prozent; bei Inhalten, bei denen eine „kontrollierte“ Verbreitung gewünscht wird, fast ebenso hoch.

4.4 Praktische Erfahrungen mit Open Access

Nach der Erhebung der Anzahl bestehender Open-Access-Publikationen in den Verlagen der Teilnehmer (siehe unter 4.1) wurden diese nach ihren Erfahrungen und Praktiken gefragt: Zwei Drittel der Teilnehmer machen demnach ihre Open-Access-Publikationen in einem eigenen Bereich ihrer Verlagswebseite zugänglich, je ein knappes Drittel nutzt (teils zusätzlich) das Directory of Open Access Journals, das Directory of Open Books und/oder die OAPEN Library. Immerhin 18 Prozent gaben an, keine dieser Optionen zu nutzen, wobei in manchen Kommentaren darauf hingewiesen wurde, dass daran gearbeitet werde bzw. „Verhandlungen“ mit DOAJ und/oder DOAB stattfinden. Zusätzlich wurden in den Kommentaren Fachrepositorien, die Webseiten von Autoren bzw. ihrer Institutionen sowie institutionelle Repositorien genannt.

Auswirkungen von Open Access auf Verkaufs- bzw. Subskriptionszahlen
Abb. 4

Auswirkungen von Open Access auf Verkaufs- bzw. Subskriptionszahlen

Auf die Frage nach Auswirkungen einer Open-Access-Verfügbarkeit auf die Verkaufs- bzw. Subskriptionszahlen der jeweiligen Werke wurden von rund zwei Dritteln der Teilnehmer tendenziell sinkende Verkaufszahlen angegeben, nur zwei Teilnehmer (6 Prozent) sahen kaum Auswirkungen. Knapp ein Viertel der Teilnehmer gab an, dies nicht beurteilen zu können. Die Antwortmöglichkeit „tendenziell steigend“ wurde von keinem Verlag ausgewählt. Die Kommentare zu dieser Frage fallen allerdings sehr unterschiedlich aus: In mehreren Kommentaren wurde darauf hingewiesen, dass die Auswirkungen nicht eindeutig ermittelt werden könnten und es abhängig von Werk und/oder Thema auch steigende Verkaufszahlen gebe, andere geben an, dass Verkaufszahlen „dramatisch“ sinken. Ein Teilnehmer aus einem auf Nischenthemen spezialisierten Verlag sieht in Open Access die Chance, ein größeres Publikum zu erreichen als über die klassischen Publikationsformen.

4.5 Verwertungsrechte und Zweitveröffentlichung

Im folgenden Themenblock wurden Teilnehmer nach ihren Meinungen und Erfahrungen bezüglich Verwertungsrechten und des gesetzlichen Zweitveröffentlichungsrechts befragt.

Einstellung zu freien Lizenzen
Abb. 5

Einstellung zu freien Lizenzen

Dabei zeigte sich knapp die Hälfte der Teilnehmer (48 Prozent) gegenüber Creative Commons aufgeschlossen, womit für Verlage je nach Lizenzmodell ein moderater bis weitgehender Verzicht auf gewisse Verwertungsrechte einhergeht; ein Viertel (24 Prozent) zeigte sich neutral und ein Fünftel (21 Prozent) skeptisch. Aus den Kommentaren lässt sich ablesen, dass CC-Lizenzen akzeptiert werden, sofern die Finanzierung gewährleistet ist und dem Verlag keine Verluste daraus entstehen. Lediglich bei der Überlegung, welche CC-Lizenz den Autoren nahegelegt werden soll, gingen die Meinungen auseinander. Während ein Teilnehmer CC BY-NC sowie CC BY-ND ablehnt und generell CC BY empfiehlt, rät ein anderer explizit davon ab, weil dies auch eine kommerzielle Nutzung erlaubt, und bevorzugt CC BY-NC-ND.

Die folgenden Fragen beleuchten unterschiedliche Aspekte des Themas Zweitveröffentlichungen. Knapp die Hälfte der Teilnehmer gewährt Autoren von Aufsätzen und Zeitschriftenartikeln über das gesetzliche Zweitveröffentlichungsrecht hinausgehende Rechte, etwa die Verwendung der finalen Verlagsversion statt der accepted version und/oder eine kürzere bzw. gar keine Embargofrist. Vielfach wird im Einzelfall entschieden, welche über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehenden Rechte eingeräumt werden. Teilnehmer aus Verlagen, die Zweitveröffentlichungen sehr restriktiv handhaben (38 Prozent), sehen bezüglich Open Access mehr Nachteile und weniger Vorteile als der Durchschnitt und sind auch gegenüber Creative-Commons-Lizenzen sehr skeptisch. Sie bringen Open Access stärker als andere mit sinkenden Verkaufszahlen in Verbindung. Obwohl diese Teilnehmer keine signifikant anderen Angaben zur Nachfrage ihrer Autoren nach Open Access machen als die übrigen, sehen sie öfter als diese den Verkauf von Büchern auch in Zukunft als Haupteinnahmequelle ihres Verlags.

Rechtlich besteht bisher kein Anspruch von Autoren auf eine Open-Access-Zweitveröffentlichung von Monografien. Dennoch gab nur ein Teilnehmer an, das Zweitveröffentlichen von Monografien auf Repositorien grundsätzlich nicht zu erlauben. Zwei Drittel der Teilnehmer (67 Prozent) regeln dies im Einzelfall, rund ein Viertel (27 Prozent) hat eine Verlagspolicy für die Zweitveröffentlichung von Monografien auf Repositorien.

4.6 Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens

Der letzte Teil der Umfrage befasste sich mit Einschätzungen der Teilnehmer zu Entwicklungen im Bereich des wissenschaftlichen Publikationswesens und der Rolle von Open Access dabei.

Zukünftige Rolle von Open Access
Abb. 6

Zukünftige Rolle von Open Access

Die zukünftige Bedeutung von Open Access wurde dabei von 60 Prozent als Ergänzung bestehender Verlagsangebote gesehen, ein Drittel nimmt an, dass es zum Standard des wissenschaftlichen Publizierens wird. Nur ein einziger Teilnehmer sieht Open Access als vorübergehenden Trend bzw. als wenig relevant für die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens. In den Kommentaren wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass der zukünftige Markt für Open Access und damit dessen Bedeutung auch maßgeblich von den Förderbedingungen und -möglichkeiten sowie von der politischen Stimmung abhänge, die sich auch wieder von Open Access wegbewegen könnte. Außerdem gebe es Unterschiede zwischen den einzelnen Disziplinen und Publikationstypen.

Neben Open Access wird von der großen Mehrheit der Teilnehmer (83 Prozent) auch das englischsprachige Publizieren als wesentlicher Trend angesehen, rund die Hälfte der Teilnehmer sieht außerdem im zunehmenden internationalen Wettbewerb (53 Prozent) sowie in (Open) Peer Review (47 Prozent) weitere Entwicklungen. In Kommentaren zur Frage wurde auf große Unterschiede je nach Disziplin hingewiesen. Metriken wie der Impact Factor bzw. die Art ihrer Ermittlung, die „Quantität vor Qualität“-Mentalität mit Zersplitterung von Publikationen und damit einhergehender Publikationsflut, der wachsende Einfluss von STM-Standards in allen Bereichen sowie die immer früheren „Publikationspflichten“ für Nachwuchswissenschaftler werden von den Teilnehmern kritisch betrachtet.

Reaktionen der Teilnehmer auf die zu erwartenden Entwicklungen reichen von der Anpassung an die Marktentwicklung über Kooperationen, die Umstellung auf englischsprachiges Publizieren bis hin zu Pilotprogrammen. Hindernisse dabei werden wiederum in der Fixierung in der Open-Access-Debatte auf STM-Verlage gesehen sowie in fehlenden Ressourcen und in den mangelnden Englischkenntnissen der Autoren, die oft kostenintensive Übersetzungen bzw. Lektorat erfordern würden. Deutschsprachigen Verlagsprogrammen drohe demnach eine Provinzialisierung und die Zunahme des englischsprachigen Publizierens stellt sich aus Verlagssicht als gewaltige Herausforderung dar.

Als ihre zukünftigen Einnahmequellen sehen die Teilnehmer vor allem Services (Lektorat, Layout, Workflow-Management, ...), daneben nach wie vor Buchverkauf und Open-Access-Gebühren. Als weniger maßgeblich werden Einnahmen aus Zeitschriftensubskriptionen, Angeboten zum Forschungsdatenmanagement und aus Beratungs- und Weiterbildungsangeboten betrachtet. Erwähnt wurden des Weiteren E-Books und kostenpflichtige Datenbanken.

4.7 Unterschiede nach Fachbereichen

Anhand der getrennten Auswertung nach Teilnehmern, die in unterschiedlichen Fachbereichen tätig sind, lassen sich Unterschiede in der Praxis wissenschaftlichen Publizierens erkennen. Teilnehmer konnten mehrere Fachbereiche angeben, in denen ihr Verlag publiziert. Zu beachten ist, dass durch die geringen absoluten Teilnehmerzahlen nur grobe Tendenzen aufgezeigt werden können und eine genauere Auswertung der Antworten daher nicht sinnvoll scheint.

4.7.1 Verlage mit Programm in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften

78 Prozent (25 Teilnehmer) publizieren in den GSK. Aus diesem Grund sind relativ wenige Abweichungen von den Gesamtergebnissen der Umfrage zu verzeichnen. Die teilnehmenden GSK-Verlage publizieren mehrheitlich (54 Prozent) zumindest 100 Bücher pro Jahr, alle haben bereits Open-Access-Publikationen im Programm. Sie sehen Open Access positiver als der Durchschnitt, schätzen aber auch den Aufwand für die Umstellung ihrer Prozesse höher ein.

4.7.2 Verlage mit Programm in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

Acht Teilnehmer geben an, (auch) in diesem Fachbereich tätig zu sein, das sind 25 Prozent aller Umfrageteilnehmer. Fünf davon publizieren auch in den GSK. Die acht Teilnehmer weichen in folgenden Bereichen vom Durchschnitt ab:

  • 7 von 8 Teilnehmern haben auch Lehrbücher im Verlagsprogramm.

  • Teilnehmer aus REWI-Verlagen sehen keine deutliche Zunahme der Open-Access-Nachfrage.

  • Sie schreiben Open Access den Vorteil größerer Sichtbarkeit zu.

  • Sie sehen weniger Nachteile durch Open Access, vor allem kein „unklares Geschäftsmodell“.

  • Nur ein Teilnehmer von acht präferiert Gold Open Access, drei Verlage „kein Open-Access-Modell“.

  • Sie schätzen den Aufwand für eine Umstellung auf Open Access bezüglich technischer Infrastruktur und Vernetzung von Inhalten in Datenbanken deutlich geringer ein.

  • Nur 3 von 8 Teilnehmern geben an, einen eigenen Open-Access-Bereich auf der Verlagswebseite zu haben.

  • 5 von 8 Teilnehmern sind aufgeschlossen gegenüber Creative-Commons-Lizenzen.

  • Teilnehmer aus REWI-Verlagen gestatten überdurchschnittlich oft die Verwendung der Verlagsversion für die Zweitveröffentlichung.

  • Alle Teilnehmer aus REWI-Verlagen sehen eine Zunahme englischsprachigen Publizierens.

4.7.3 Verlage mit Programm in den Naturwissenschaften, Technik und Medizin

Sechs Teilnehmer geben an, (auch) in diesem Fachbereich tätig zu sein, das sind 19 Prozent der Umfrageteilnehmer. Sie weichen in folgenden Bereichen vom Durchschnitt ab:

  • 4 Teilnehmer haben auch Lehrbücher, Sachbücher und Fachliteratur in ihrem Verlagsprogramm.

  • Die Berliner Erklärung ist unter diesen Teilnehmern überdurchschnittlich bekannt.

  • Sie sehen deutlich stärkere Zunahme der Open-Access-Nachfrage als die übrigen Teilnehmer.

  • Open-Access-Angebote sind für sie überdurchschnittlich relevant für die Autorenakquisition.

  • Open Access bringt aus Sicht dieser Teilnehmer einen neuen Markt und finanzielle Anreize.

  • Open Access wird besonders stark mit einer „Zwangsbeglückung durch Fördergeber“ in Verbindung gebracht.

  • Investitionen in Open Access werden von ihnen durchwegs geringer eingeschätzt als von den übrigen Teilnehmern.

  • 5 von 6 Teilnehmern geben an, einen eigenen Open-Access-Bereich auf der Verlagswebseite zu haben.

  • Alle Teilnehmer sehen eine Zunahme englischsprachigen Publizierens.

5 Diskussion

5.1 Bedenken der Verlage bezüglich Open Access

Die große Mehrheit (90 Prozent) der Teilnehmer gibt in der Umfrage eine langsame bis deutliche Zunahme der Autorennachfrage nach Open-Access-Angeboten an, für einige Autoren seien diese Angebote sogar entscheidungsrelevant für die Verlagswahl. Es überrascht daher, dass sich nicht noch mehr Verlage aktiv mit der Entwicklung eigener Open-Access-Angebote beschäftigen, sondern sich im Gegenteil an Open-Access-kritischen Initiativen beteiligen.

Ein Grund dafür mag der oben erwähnte geringe finanzielle Spielraum vieler Verlage für Investitionen in Infrastrukturen und Weiterbildung für Open Access sein. Hinzu kommt, dass die Finanzierung von Open-Access-Publikationen sich als unsicher und komplex darstellt.13 Einzelne Teilnehmer äußerten die Befürchtung, dass das wissenschaftliche Publikationssystem durch die geänderte Finanzierung zunehmend „den Unwägbarkeiten der öffentlichen Hand ausgeliefert“ sei.14 Auch rechtliche Unsicherheiten bei der Verwendung von Inhalten Dritter spielen eine Rolle. Teilnehmer sehen außerdem einen zusätzlichen administrativen Aufwand durch z. B. Aufbereitung der (Meta-)Daten und einen höheren Beratungsaufwand, den sie bei Autoren leisten, um zusätzliche Publikationsoptionen zu vermitteln, der aber nicht wahrgenommen und abgegolten werde.

Mit Open Access wird auch eine verzerrte Wettbewerbssituation durch die DEAL-Verhandlungen15 mit internationalen Großverlagen einerseits sowie eine Benachteiligung gegenüber Universitätsverlagen andererseits assoziiert. Einige Teilnehmer befürchten, dass durch die DEAL-Verhandlungen die Marktkonzentration verstärkt wird und finanzielle Mittel der Bibliotheken noch mehr als bisher an einige wenige Großverlage gehen, sodass die Erwerbungsbudgets für den Ankauf von Titeln kleinerer Verlage nicht mehr ausreichen.16 Universitätsverlagen werfen einige Teilnehmer vor, ihre Dienstleistungen nicht zu realen Preisen („ohne ehrliche Vollkostenrechnung“, die etwa auch Kosten für Personal, Räumlichkeiten und deren Ausstattung umfassen müsste) anzubieten, nicht das volle Spektrum an Verlagsleistungen zu bieten und mit Unterstützung der Universitäten als „unfaire“ Marktteilnehmer zu agieren.

Verschiedene Geschäftsmodelle der Verlage für industrielle und kommerzielle Nutzer würden bei einer vollständigen Umstellung auf Open Access obsolet, da keine Gebühren für das Lesen wissenschaftlicher Publikationen mehr anfallen. Eine Mehrheit der Teilnehmer unserer Umfrage würde jedoch Inhalte, die auch außerhalb der Wissenschafts-Community gelesen und bezahlt werden, vom freien Zugang ausschließen wollen.17

Die Ergebnisse unserer Umfrage lassen aber auch darauf schließen, dass bei einigen Verlagen wenig Interesse an einer Weiterentwicklung hin zu neuen Publikationsformaten besteht. So werden etwa die Begriffe „Open-Access-Zeitschrift“ und „Hybrid Open Access“ unterschiedlich interpretiert, die „Berliner Erklärung“ ist nicht allen Teilnehmern bekannt und auch die Kenntnis von Anforderungen für Open-Access-Publikationen und deren Förderung scheint lückenhaft. Inwieweit es sich dabei um eine Hol- oder Bringschuld von Verlagen oder anderen Stakeholdern handelt, wäre diskussionswürdig. Es ist allerdings anzunehmen, dass Verlage, die sich nicht an veränderte Anforderungen anpassen (wollen), nicht dauerhaft bestehen werden können.

5.2 Open Access als Chance für Verlage

Wie das Ergebnis unserer Umfrage zeigt, wird Open Access von Verlagen durchaus als Chance begriffen,18 allerdings in unterschiedlichem Ausmaß und aus unterschiedlichen Motiven. Generell sehen größere Verlage Open Access positiver als kleinere Verlage. Die skeptischen bis sarkastischen Kommentare zu Open Access und zur weiteren Entwicklung des Verlagswesens, die im Rahmen unserer Umfrage abgegeben wurden, stammen überwiegend von Teilnehmern aus kleineren Verlagen.

Eine Vielzahl von Antworten und Kommentaren in unserer Umfrage zeigte, dass Verlagen eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Stakeholdern wie Bibliotheken und Fördergebern und eine Vereinfachung administrativer Abläufe beim Open-Access-Publizieren ein großes Anliegen ist. Zentrale Anforderungen aus Verlagssicht sind gemeinsame Standards und Plattformen, klar strukturierte Informationen und Finanzierungsmodelle.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Präferenz bestimmter Open-Access-Modelle Rückschlüsse auf Haltungen der Teilnehmer zu anderen Fragen zulässt (siehe unter 4.3). Das von 29 Prozent der Teilnehmenden favorisierte Green Open Access bedeutet aus Verlagssicht weniger Aufwand und ermöglicht eine passivere Haltung: Damit kann auf Autorenwünsche oder gesetzliche Vorgaben wie das Zweitveröffentlichungsrecht reagiert werden. Gleichzeitig haben Verlage, die dieses Modell verfolgen, weniger eigene Steuerungsmöglichkeiten und nehmen eher eine Fremdsteuerung oder gar Ausbeutung19 wahr. Nicht zuletzt verzichten sie auch auf mögliche Einnahmequellen. Teilnehmer, die in unserer Umfrage „Green Open Access“ präferieren, zeigen sich bei anderen Fragestellungen teils weniger gut informiert, vor allem aber auch skeptischer gegenüber Open Access. Gold Open Access hingegen, das von 46 Prozent der Teilnehmer bevorzugt wird, erfordert neue Strategien, Engagement und Investitionen, die sich ein Verlag leisten können und wollen muss, bietet aber auch finanzielle Anreize und ein neues Geschäftsmodell. In Stellungnahmen von Verlegerverbänden und Vertretern verschiedener Verlage20 wird durchwegs Gold Open Access als wünschenswertes und leicht umsetzbares Modell bezeichnet, während Green Open Access wesentlich kritischer gesehen wird. Dies wird unter anderem damit begründet, dass Letzteres keine entsprechende Finanzierung der Verlagsleistungen gewährleiste, die Intransparenz im Publikationsbereich erhöhe, die Akzeptanz durch die Autoren fraglich sei und Repositorien kostspielig seien, aber nicht alle Anforderungen wissenschaftlichen Publizierens erfüllten.

Die größte Zuversicht bezüglich zukünftiger Einnahmequellen für Verlage vermitteln Teilnehmer aus größeren Zeitschriftenverlagen, die überdurchschnittlich oft nicht nur mit weiterhin bestehenden Subskriptionseinnahmen, sondern auch mit steigenden Einkünften aus Open-Access-Gebühren, Services, Forschungsdatenmanagement und Beratungsangeboten für Autoren rechnen. Internationale Großverlage wie Springer bedienen solche Geschäftsfelder bereits, bieten Language Editing, Schreibkurse und einen Literatur-Empfehlungsdienst21 ebenso an wie Services zum Forschungsdatenmanagement. Ob beziehungsweise welche kleinen und mittelständischen Verlage in diesem Wettbewerb bestehen können und welche Marktnischen sie besetzen können, wird sich zeigen.

5.3 Status quo und aktuelle Entwicklungen

Verlage aus dem deutschsprachigen Raum sind in maßgeblichen Open-Access-Verzeichnissen noch wenig vertreten,22 und Open-Access-Publikationen spielen mit wenigen Ausnahmen in den Verlagsprogrammen noch keine große Rolle. Allerdings wurden 2018 gleich mehrere Open-Access-Pilotprogramme „traditioneller“ Verlage angekündigt und gestartet,23 in einem weiteren deutschen Pilotprojekt sollen 50 wissenschaftliche Zeitschriften von zehn (internationalen) Verlagen ab 2019 von einem Subskriptionsmodell auf Open Access umgestellt werden. Immer mehr Verlage ergänzen ihre Webseiten um Informationen zu Open Access und entsprechende Publikationsmöglichkeiten.24 Bei den Open-Access-Tagen 2018 und auf der Frankfurter Buchmesse 201825 fanden eigene Sessions und Diskussionsrunden zu Open-Access-Büchern statt. Vor kurzem wurden erstmals „Empfehlungen zu Qualitätsstandards für die Open-Access-Stellung von Büchern“ publiziert26 und Dienstleister wie Knowledge Unlatched positionieren sich zunehmend als Vermittler zwischen Verlagen und Bibliotheken. In Summe ist eine deutliche Dynamik spürbar, sich auch in kleineren Verlagen immer stärker mit neuen Anforderungen und Geschäftsmodellen zu beschäftigen. Es wird spannend zu sehen, wie sich Pilotprogramme und neue Angebote bezahlt machen; jedenfalls hat sich in jüngster Zeit ein wesentlich intensiverer Austausch zwischen den unterschiedlichen Stakeholdern entwickelt.

6 Schlussfolgerungen

„Die Verlage“ gibt es nicht. Auch im deutschsprachigen Raum handelt es sich (noch) um eine Vielzahl von Dienstleistern für den Wissenschaftsbetrieb, die mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen und Geschäftsmodellen arbeiten und zunehmend experimentieren. Sie unterscheiden sich etwa nach Verlagsgröße, Fachbereichen und Literaturtypen und zeigen daher ganz unterschiedliche Einstellungen gegenüber Open Access.

Ein Teil der befragten Verlage lehnt Open-Access-Modelle ab und/oder hat sich damit noch nicht intensiv auseinandergesetzt. Gründe dafür sind möglicherweise die Investitionskosten für neue Angebote, teilweise aber wohl auch ein Mangel an Informationen oder Desinteresse. Open Access wird von ihnen weniger als Chance denn als Bedrohung empfunden.

Andererseits steht der deutlich größere Teil der Umfrageteilnehmer einer Diskussion offen gegenüber und betont, seine Angebote an eine veränderte Nachfrage anpassen zu wollen. Dies bietet eine Gelegenheit, den Austausch und die Zusammenarbeit mit Verlagen stärker als bisher zu suchen, um die weitere Zunahme der Marktkonzentration im wissenschaftlichen Publikationswesen zumindest zu bremsen und auf eine größtmögliche Vielfalt an unabhängigen Publikationsdienstleistern und deren Know-how zurückgreifen zu können. Auch die angestrebte Transition zu Open Access könnte beschleunigt werden, indem die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Fördergebern mit den Verlagen als etablierten und als vertrauenswürdig empfundenen Partnern der Wissenschaftler verstärkt wird. Nicht zuletzt scheint damit eine raschere Umstellung des wissenschaftlichen Publizierens auf Open Access möglich als durch die Etablierung neuer Anbieter allein.

Aus den Ergebnissen unserer Umfrage lassen sich Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Stakeholdern ableiten, die wir abschließend skizzieren wollen:

  • Verlage sind gefordert, die Kenntnisse ihrer Mitarbeiter bezüglich Begrifflichkeiten und Anforderungen für Open-Access-Publikationen zu verbessern, sich aktiv zu informieren und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Fördervorgaben erfüllen zu können. Dazu gehört auch, für eine bestmögliche Vernetzung und Verbreitung von Open-Access-Publikationen zu sorgen und auf Praktiken zu verzichten, die Intransparenz fördern, etwa bei Impressumsangaben. Nicht zuletzt sollten sie ihre Leistungen besser kommunizieren und den damit verbundenen Aufwand transparenter machen, um stärker als zentrale und unverzichtbare Dienstleister im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens wahrgenommen zu werden.

  • Open-Access-Fördergeber sollten Informationen zu Förderbedingungen aktiv verbreiten und Hindernisse für (kleinere) Verlage wie unklare Formulierungen, unrealistische Anforderungen und häufige Änderungen von Förderbedingungen vermeiden.

  • Universitäten und Bibliotheken sollten einen stärkeren Fokus auf kleinere und mittelständische Verlage legen und diesen aktiv Angebote und Bedingungen für Open-Access-Publikationen vermitteln sowie verstärkt an der Etablierung von Infrastrukturen und Standards mitarbeiten. Ihre Fördermittel für Open Access sollten langfristig abgesichert und Prozesse einfacher gestaltet werden.

Literaturverzeichnis

Footnotes

  • 1

    Die Autoren bedanken sich bei Verena Köck (Grazer Methodenkompetenzzentrum, Universität Graz) und Otto Bodi-Fernandez (Austrian Social Sciences Data Archive, Universität Graz) für ihre Unterstützung bei der Erstellung und Auswertung der Umfrage. 

  • 2

    Zur „Monograph publishing landscape in Germany“ siehe Ferwerda et al. (2017) 59–61. 

  • 3

    Vgl. Fund (2017), Taubert (2016). Beispiele dafür sind etwa die Übernahme von Böhlau durch Vandenhoeck & Ruprecht, von Wilhelm Fink und Schöningh durch Brill und von UVK durch Narr Franke Attempto; auch de Gruyter hat in den letzten Jahren mehrere vormals eigenständige Verlage übernommen. 

  • 4

    Vgl. Taubert (2016). 

  • 5

    „Die Strukturkräfte des Markts wirken gemeinsam mit den Effekten der Digitalisierung der Tendenz nach gegen Kleinverlage (Belohnung von Größe). Es ist davon auszugehen, dass der in der Vergangenheit zu beobachtende Aggregationsprozess noch nicht abgeschlossen ist und auch in Zukunft mit dem Aufkauf von Verlagen bzw. dem ökonomischen Ende von Kleinverlagen zu rechnen sein wird“, siehe Taubert (2016) 100. 

  • 6

    Auf der Webseite des Börsenvereins des deutschen Buchhandels findet man nach wie vor (Stand: 23.10.2018) ein Musterschreiben für die Unterstützung des Heidelberger Appells; Publikationsfreiheit.de wurde von Verlagen initiiert. 

  • 7

    Vgl. Fund (2017) 17. 

  • 8

    Siehe Huber (2012). 

  • 9

    Siehe https://www.boersenverein.de/de/293243. 

  • 10

    Vgl. die Verlagstypologie von Ferwerda et al. (2017) 33: traditional publishers, university presses, new university presses, academic-led presses. 

  • 11

    Z. B. Schober (2018). 

  • 12

    Die Antwortdaten zur Umfrage „Verlage und Open Access“ sind abrufbar unter https://doi.org/10.5281/zenodo.1432920. 

  • 13

    Siehe dazu auch die b.i.t.online-Podiumsdiskussionen 2018 „Open Access – (k)eine Rolle für das Buch?“ bzw. „DEAL CH ... – ist die Kopie besser als das Original?“, Bergmann und Münch (2018). 

  • 14

    Ähnliche Befürchtungen äußert Siebeck (2014) 45. 

  • 15

    Siehe https://www.projekt-deal.de. 

  • 16

    Siehe z. B. Ball (2018) 12. 

  • 17

    Auch in verschiedenen Publikationen weisen Vertreter von Verlagen und Verlagsverbänden darauf hin, dass Nutzer außerhalb der Wissenschaft, z. B. aus Industrie und Privatwirtschaft, mit Open Access keinen Beitrag zu den Kosten des wissenschaftlichen Publizierens mehr leisten und aus diesem Grund die Publikationskosten für öffentlich finanzierte Institutionen durch Open Access steigen, siehe Hauff (2013) 26; Kalumenos (2011) 154; Siebeck (2014) 43–44. Der Bibliothekar Rafael Ball (2018) sieht gar eine Subvention und spricht von „Profiteuren der Transformation“ in der Privatwirtschaft. 

  • 18

    Siehe auch Bergmann und Münch (2018). 

  • 19

    Siehe auch Wiedmer (2015) 149. 

  • 20

    Vgl. Kalumenos (2011) 154–156; Hauff (2013) 26–28; Siebeck (2014) 41–44; Wiedmer (2015) 150. 

  • 21

    Rösler-Graichen, Michael: Ganz nah an der Community. Interview mit Daniel Ropers, CEO von Springer Nature. Boersenblatt.net. Verfügbar unter https://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit_daniel_ropers__ceo_von_springer_nature.1488513.html. 

  • 22

    Im Directory of Open Access Journals sind vor allem Zeitschriften der Verlage de Gruyter, Karger und Thieme zu finden (www.doaj.org); im Directory of Open Access Books neben de Gruyter vor allem die Verlage Transcript, Böhlau, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, W. Bertelsmann (wbv), Peter Lang, Barbara Budrich und C.H.Beck (www.doabooks.org). De Gruyter ist in beiden Verzeichnissen bei weitem am stärksten vertreten (Stand: 23.10.2018). 

  • 23

    Transcript in der Politikwissenschaft, Peter Lang in den Rechtswissenschaften und in der Romanistik. 

  • 24

    So etwa die Verlage Barbara Budrich, de Gruyter, Holzhausen, Karger, LIBRUM, Meiner, Nomos, Schwabe, Thieme und Transcript. 

  • 25

    b.i.t.online-Podiumsdiskussionen „Open Access – (k)eine Rolle für das Buch?“ und „DEAL CH ... – ist die Kopie besser als das Original?“, Frankfurter Buchmesse 2018, sowie auch schon b.i.t.online-Podiumsdiskussion „Verlegen in Zeiten der Transformation des Publikationswesens“, Frankfurter Buchmesse 2017, https://www.youtube.com/watch?v=INsQGNDfqK0. 

  • 26

    https://oa2020-de.org/blog/2018/07/31/empfehlungen_qualit%c3%a4tsstandards_oab%c3%bccher/, erstellt vom (deutschen) Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt gemeinsam mit Knowledge Unlatched und Transcript Verlag. 

About the article

Mag. Christian Kaier

Universitätsbibliothek Graz, Open Access Office; Publikationsservices, Universitätsplatz 3a, A-8010 Graz, Österreich

MMag. Karin Lackner

Universitätsbibliothek Graz, Open Access Office; Publikationsservices, Universitätsplatz 3a, A-8010 Graz, Österreich


Published Online: 2019-04-05

Published in Print: 2019-04-03


Citation Information: Bibliothek Forschung und Praxis, Volume 43, Issue 1, Pages 194–205, ISSN (Online) 1865-7648, ISSN (Print) 0341-4183, DOI: https://doi.org/10.1515/bfp-2019-2008.

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