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Byzantinische Zeitschrift

Ed. by Berger, Albrecht


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ISSN
1868-9027
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Volume 96, Issue 2

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Statuen hoher Würdenträger im Stadtbild Konstantinopels

Franz Alto Bauer
Published Online: 2008-02-07 | DOI: https://doi.org/10.1515/BYZS.2003.493

Zusammenfassung

Der dargelegte Befund deutet darauf hin, daß es in Konstantinopel wie in Rom und anderen Provinzmetropolen zahlreiche Statuen hoher Beamter und Würdenträger gab. Allerdings fehlt ein entsprechender Befund für die Regierungszeit Konstantins d. Gr.; erst unter der Regierung Konstantius' II. lassen sich die ersten Beamtenstatuen feststellen. Das mag am Zufall der Überlieferung liegen, deckt sich aber immerhin damit, daß erst unter diesem Kaiser der Rahmen für eine breite magistratische Repräsentation gegeben war. Unter Konstantius II. wurde der Konstantinopler Senat zahlenmäßig beträchtlich erweitert, zudem gleichberechtigt neben den römischen Senat gestellt, wurde das Amt des Stadtpräfekten eingeführt und, wie Paul Speck gezeigt hat, zugleich die Allpräsenz des Gründerkaisers Konstantin im Stadtbild relativiert, so daß überhaupt erst die Grundlagen für die öffentliche Repräsentation der Senatsaristokratie gegeben waren. Hatte Konstantin die nach ihm benannte Stadt zunächst als Residenzstadt errichtet, deren Bauten und Ausstattung ganz auf seine Person ausgerichtet waren, so schuf sein Sohn Konstantius die Voraussetzungen für die Entwicklung einer selbstbewußten Senatsaristokratie und einer entsprechenden Präsenz im Stadtbild. Die wenigen Indizien deuten darauf hin, daß sich die Statuen dieser Würdenträger, sofern es sich um senatorische Beamte handelte, beim Senat am Augusteion befanden. Stets dürfte es sich dabei um ‚einfache’ Statuen gehandelt haben, die allenfalls vergoldet waren, um bronzene Statuen oder um solche aus Marmor, die den Beamten in der Toga mit seinen Insignien zeigten.

Seit dem fünften Jahrhundert läßt sich beobachten, daß eine kleine Gruppe einflußreicher Beamter und Heerführer entweder durch eine Vielzahl verschiedener Bildnisse an verschiedenen Orten oder aber durch die wesentlich aufwendigere Denkmalform eines Reiterstandbilds an prominenten Orten geehrt wird. Nie jedoch fand sich die Statue eines Nichtkaisers auf einem Ehrenbogen oder einer Säule, von denen es in Konstantinopel so viele gab. Diese blieben dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten, der so im Denkmal den Abstand zu den aufwendigen Monumenten einflußreicher Personen wahren und auch erhöhen konnte. Doch beschränkte sich das kaiserliche Denkmal nicht nur auf einfache Ehrensäulen. Mehrfach sind Gruppen von Ehrensäulen überliefert, die städtebaulich an zentralen Stellen plaziert wurden. Zudem begegnet in der Spätantike zum erstenmal die Reiterstatue auf einem Säulenmonument, werden also zwei zunächst verschiedene Monumentformen miteinander verbunden (Abb. 7). Diese für die Spätantike typische Potenzierung der Wirkungsstrukturen und die Kombination bislang verschiedener Repräsentationsformen des imperialen Monuments ist wohl auch Folge des Konkurrenzdrucks durch allmächtige Militärs, die ihrerseits solche Selbstdarstellungsmodi aufgriffen. Die Kaiserdenkmäler bestimmen bis heute unser Bild von der Stadt Konstantinopel und lassen bisweilen vergessen, daß sie vor dem Hintergrund zahlreicher kleinerer Denkmäler hochrangiger Beamter errichtet wurden, unter denen einige so aufwendig waren, daß sie den Kaiser zum Aufgriff neuer, bislang noch nicht dagewesener Monumentformen zwangen.

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Published Online: 2008-02-07

Published in Print: 2004-04-01


Citation Information: Byzantinische Zeitschrift, Volume 96, Issue 2, Pages 493–514, ISSN (Print) 0007-7704, DOI: https://doi.org/10.1515/BYZS.2003.493.

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