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Peer reviewed

Historische Zeitschrift

Editor-in-Chief: Müller, Jürgen / Treichel, Eckhardt

Ed. by Fahrmeir, Andreas / Leppin, Hartmut

6 Issues per year


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2196-680X
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Volume 292, Issue 2

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Der kinderlose König. Ein Testfall für die Ausdifferenzierung des Politischen im 11. Jahrhundert

Karl Ubl
  • 1 Eberhard Karls-Universität Tübingen, Historisches Seminar - Mittelalterliche Geschichte, Tübingen, Deutschland
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Published Online: 2011-03-17 | DOI: https://doi.org/10.1524/hzhz.2011.0013

Zusammenfassung

Die Regierungszeit Heinrichs II. durchzog eine endlose Reihe von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen, die dem Herrscher den Beinamen "König der Konflikte" (Stefan Weinfurter) eintrug. Bei der Erklärung für diese Charakteristik ist bislang zu wenig die Tatsache beachtet worden, daß Heinrich schon bald nach seiner Königserhebung im Jahr 1002 die Hoffnung auf einen Erben öffentlich aufgab. Daß er ein kinderloser König war und daß diese Kinderlosigkeit eine beinahe unverrückbare Tatsache war, prägte daher maßgeblich seine Herrschaft und muß bei der Deutung seiner konfliktträchtigen Regierung berücksichtigt werden. Um die Schwierigkeiten und strukturellen Probleme herauszuarbeiten, mit denen kinderlose Könige im 11. Jahrhundert konfrontiert waren, werden im ersten Teil des Aufsatzes Vergleichsfälle aus anderen europäischen Reichen herangezogen (Hugo von Tuszien, Rudolf III. von Burgund und Eduard der Bekenner). Im zweiten Teil werden die Ergebnisse hinsichtlich der Problematik kinderloser Könige für die Deutung der Herrschaft Heinrichs II. herangezogen. Im Ergebnis wird dafür plädiert, in Heinrich weniger einen vorbildhaften Realpolitiker zu sehen, der die Zentralgewalt stärken wollte und deshalb Konflikte in Kauf nahm, sondern einen Herrscher, der aufgrund seiner Kinderlosigkeit immer wieder mit Anfechtungen seiner Autorität zu kämpfen hatte.

Abstract

The reign of Henry II stands out due to the numerous conflicts and warlike feuds which earned him the sobriquet "king of conflicts" (Stefan Weinfurter). Debating the reasons for this peculiarity, historians tend to neglect the fact, that Henry declared himself to remain childless soon after his accession in 1002. The present paper aims at specifying the challenges and structural problems of childless kings during the early 11th century by examining other rulers who did not produce a heir (Margrave Hugo of Tuscany, Rudolf III of Burgundy and Edward the Confessor). This comparative view sustains the conclusion that Henry II did not provoke conflicts because of his presumed effort at centralisation, but rather because his reign lacked dynastic stability.

Keywords: Politische Herrschaft; Königtum; Erbfolge

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Published Online: 2011-03-17

Published in Print: 2011-03-01


Citation Information: Historische Zeitschrift, Volume 292, Issue 2, Pages 323–363, ISSN (Print) 0018-2613, DOI: https://doi.org/10.1524/hzhz.2011.0013.

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