Zusammenfassung
James Brooke (1803–1868), Sohn eines Beamten der East India Company und Gründer der Dynastie der sogenannten „White Rajahs of Sarawak“, besuchte die Region von Sarawak auf Borneo zum ersten Mal 1838 und war zwei Jahre später daran beteiligt, hier eine Rebellion niederzuschlagen. Als Dank und Belohnung übertrug ihm der Sultan von Brunei die Kontrolle über Sarawak als „Rajah“, und nach Bestätigung durch das britische Parlament wurde diese Position durch Brookes Neffen und Erben, Charles Brooke (1829–1917), verstetigt. James Brooke modernisierte die Verwaltung, führte ein einfacheres Steuersystem ein und bekämpfte das Piratentum. Als eine Kommission auf Singapur einberufen wurde, um Vorwürfe zu prüfen, Brooke habe Einheimische misshandelt, wurde er freigesprochen und in seinem Amt als britischer Generalkonsul bestätigt. Auch die britische Öffentlichkeit, der er sich nur während eines Kurzbesuches nach England 1847 stellte, war ambivalent: zwischen Bewunderung für einen Kolonialhelden einerseits und scharfer Kritik an seiner willkürlichen Kolonialherrschaft jenseits der offiziellen britischen Interessen andererseits. Der „Charakter“, ein viktorianisches Schlüsselwort, stand zur Diskussion, ebenso die Frage, in welchen Kategorien die Expansion zu erfassen sei. So ist Brooke ein gutes Beispiel für die „Hilflosigkeit“ und das „Unvollendete“ des britischen Empires im 19. Jahrhundert.



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