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International Journal of Health Professions

The journal of Verein zur Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen

1 Issue per year

Open Access
Online
ISSN
2296-990X
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Editorial

Thomas Bucher
Published Online: 2016-12-09 | DOI: https://doi.org/10.1515/ijhp-2016-0015

Diese Ausgabe des International Journal of Health Professions (IJHP) fokussiert auf Forschungsergebnisse und präsentiert zwei neue Formate von Artikeln, die im IJHP bisher noch nicht veröffentlicht wurden: die Potenzialanalyse und das Studienprotokoll.

Die Potenzialanalyse überprüft, inwiefern eine Intervention zur Lösung eines gesundheitlichen Problems beitragen kann. Mit der Fokussierung auf klientenzentrierte Endpunkte schliesst sie die Perspektive der Patienten/-innen ein, berücksichtigt aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhang, indem sie die Relevanz des Gesundheitsproblems beschreibt (Vorkommen, verursachte Kosten) und die Übertragbarkeit von Interventionen in einen konkreten Versorgungskontext (z.B. ein Land) thematisiert. Dieses Format bietet gerade für die neu akademisierten Gesundheitsberufe die Chance, den Wissenstransfer, evidenzbasierte Praxis und Interventionsforschung zu stärken sowie neue Handlungsfelder zu identifizieren. Das IJHP unterstützt die Veröffentlichung von Potenzialanalysen, da sie seinem Hauptziel entspricht – die Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen.

Für die Berichterstattung von Potenzialanalysen gibt es einen Leitfaden (vgl. die ersten beiden Beiträge von Müller et al. und Roesner et al. in dieser Ausgabe). Die Anordnung der einzelnen Kapitel dieses Leitfadens entspricht nicht der gängigen Norm von wissenschaftlichen Publikationen. Das erkannten auch die Autoren dieses Leitfadens, und passten das Schema zur Berichterstattung an, indem sie das Methodenkapitel standardgemäss vor den Ergebnissen platzierten. Für die Potenzialanalysen in dieser Ausgabe des IJHP haben die Editors-in-Chief die alte Anordnung akzeptiert, weil sie vor dieser Anpassung des Leitfadens eingereicht wurden; für zukünftige Einreichungen wird jedoch der neue Leitfaden Geltung haben (Voigt-Radloff et al., 2016).

Das Studienprotokoll beschreibt ein geplantes Forschungsvorhaben. Es umfasst den aktuellen Wissensstand, die Ziele der geplanten Untersuchung sowie die verwendeten Methoden. Solche Protokolle sind Standard in der medizinischen Forschung und werden in entsprechenden Registern veröffentlicht, damit die Forschungscommunity überprüfen kann, welche Untersuchungen geplant sind und wie sie durchgeführt werden. Das IJHP veröffentlicht ausgewählte Studienprotokolle, wenn sie für die Leser/-innen einen Gewinn darstellen. Das ist der Fall, wenn sie inhaltlich und methodisch lehrreich sind, indem sie gutes Anschauungsmaterial für wissenschaftliches Vorgehen liefern. Das ist im Studienprotokoll von Müller et al. in dieser Ausgabe der Fall. Die Editors-in-Chief behalten sich jedoch vor, für die Veröffentlichung von Studienprotokollen die Auflage zu machen, dass auch Ergebnisse der geplanten Studien im IJHP veröffentlicht werden.

Zwei Artikel behandeln explizit die interprofessionelle Zusammenarbeit in der gesundheitlichen Versorgung. Schlüter-Cruse et al. untersuchten die Zusammenarbeit von ambulant tätigen Hebammen mit anderen Berufen mittels systematischem Review. Weiss et al. zeigen anhand des Ansatzes der sozialen Identität, wie interprofessionelle Zusammenarbeit zu einer gemeinsamen „shared practice identity” mehrerer Professionen führen kann, was auch der besseren Versorgung von Patienten/-innen dient.

Schmidt et al. berichten über Pflegestützpunkte, welche Pflegeberatung für zuhause lebende Patienten/-innen anbieten und sie zeigen auf, wie das case management verbessert werden kann. Diermayr et al. untersuchten aus der Betroffenenperspektive die physikalischen und soziokulturellen Barrieren von Rollstuhlfahrern/-innen. Ihre Ergebnisse liefern Hinweise an Rollstuhlfahrer/-innen und verschiedenste Professionen wie z.B. Städteplanung, um Hindernisse zu umgehen oder zu beseitigen. Treusch et al. zeigen den Nutzen von ergotherapeutischen Interventionen bei der Behandlung von depressiven Patienten/-innen in der psychiatrischen Behandlung.

Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Demenz wird an Bedeutung zunehmen. Zwei Beiträge thematisieren die Behandlung von Patienten/-innen mit Demenz in unterschiedlichen Settings. Über die besonderen Anforderungen in der Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus berichtet der Beitrag von Perkhofer et al. Aus ihrer Studie resultierte eine Fortbildung mit dem Ziel, die spitalinterne und –externe interprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz zu optimieren. Kipfer et al. zeigen, wie durch den Einbezug von biographischen Informationen Verhaltensauffälligkeiten von dementen Heimbewohnern/-innen im Pflegealltag reduziert werden können.

Diese Ausgabe des IJHP hält damit eine breite Palette an Themen bereit, die für die interdisziplinäre Forschung wie auch die interprofessionelle Praxis von Gesundheitsberufen relevant sind. Wir danken den Autoren/-innen für ihre Beiträge und wünschen ihnen viele interessierte Leser/-innen.

Literatur

  • Voigt-Radloff S., Stemmer R., Korporal J., Horbach A., Ayerle G.M., Schäfers R., Greening M., Binnig M., Mattern E., Heldmann P., Wasner M., Braun C., Lohkamp M., Marotzki U., Kraus E., Oltman R., Müller C., Corsten S., Lauer N., Schade V., Kempf S. Forschung zu komplexen Interventionen in der Pflege- und Hebammenwissenschaft und in den Wissenschaften der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Version 2.0, März 2016. Retrieved from: https://freidok.uni-freiburg.de/data/10702 on October 6, 2016. Google Scholar

Editorial

This issue of the International Journal of Health Professions (IJHP) is focussing on research and presents two new formats of articles that haven’t been published in the IJHP before: the potential analysis and the study protocol.

The potential analysis investigates if a specific intervention has the potential to resolve a health problem. It includes the patient’s perspective (clinical endpoints) as well as the social context by describing its relevance (epidemiology and costs) and the transfer of interventions in a specific healthcare context (e.g. a specific country). The format of the potential analysis offers the opportunity to strengthen knowledge transfer, evidence-based practice and the conduct of clinical trials in the interprofessional field of health professions and to identify new fields of action for them. The IJHP supports the publication of potential analysis because they are in line with the main goal of the journal: the promotion of science amongst the health professions.

There exists a guideline for reporting the results of a potential analysis (see the first two articles in this issue by Müller et al. and Roesner et al.). The sequence of the sections is against the standard in scientific publications, because the method section is placed at the very end of the articles. The authors of these guidelines have realised this and made adjustments. The editors-in-chief accepted the unusual sequence of the sections in the two articles presented in this issue because they have been submitted before the new guidelines were published. In the future, we will accept articles only when they are in line with the new guidelines (S Voigt-Radloff et al., 2016).

The study protocol describes a research plan in detail. It contains the state of the art in the study field, the goals of the planned research and the methods used. Study protocols are standard in medical research, and they are published in registers. This way the scientific community is able to check the planned research projects and how they are done. The IJHP publishes selected study protocols if they are of interest for the community. This is the case when the study and especially the method section are instructive for other researchers. This is true for the study protocol of Müller et al. presented in this issue of the IJHP. For the future publication of study protocols, the editors may require that the authors will publish the results in the IJHP as well.

Two articles address the topic of interprofessional collaboration in health care. Schlüter-Cruse et al. investigated the collaboration of midwives in out-of-hospital obstetrical care with other professional groups in a systematic review. Using a social identity approach, Weiss et al. demonstrate how interprofessional teamwork could lead to a shared practice identity focused on multi-disciplinary working.

Schmidt et al. report a study about care support points offering care counselling for residents and they point out how the case management can be improved. Diermayr et al. investigated the barriers that wheelchair users encounter in their daily life. Their results provide information to wheelchair users enabling them to avoid physical barriers in the community and to a variety of professions (e.g. architects) to reduce and remove barriers in public spaces. Treusch et al. demonstrate the contribution of occupational therapy in the treatment of patients suffering from depression in a psychiatric day clinic.

The treatment of patients with dementia will become an important topic in health care. Two articles in this issue deal with the treatment of patients with dementia in different settings. Perkhofer et al. describe the challenges for health professionals when they work with patients with dementia in a hospital setting. Their results were the basis for the development of interprofessional training units. Kipfer et al. show how biographical information can be used in order to diminish behavioural symptoms.

This issue of the International Journal of Health Professions offers a variety of articles with a broad scope. All of them are relevant for interdisciplinary research and for the interprofessional collaboration amongst health professionals. We would like to say thank you to the authors for their contributions and wish them many interested readers.

References

  • Voigt-Radloff S., Stemmer R., Korporal J., Horbach A., Ayerle G.M., Schäfers R., Greening M., Binnig M., Mattern E., Heldmann P., Wasner M., Braun C., Lohkamp M., Marotzki U., Kraus E., Oltman R., Müller C., Corsten S., Lauer N., Schade V., Kempf S. Forschung zu komplexen Interventionen in der Pflege- und Hebammenwissenschaft und in den Wissenschaften der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Version 2.0, März 2016. Retrieved from: https://freidok.uni-freiburg.de/data/10702 on October 6, 2016. Google Scholar

About the article

Published Online: 2016-12-09

Published in Print: 2016-12-01


Citation Information: International Journal of Health Professions, Volume 3, Issue 2, Pages 81–84, ISSN (Online) 2296-990X, DOI: https://doi.org/10.1515/ijhp-2016-0015.

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