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International Journal of Health Professions

The journal of Verein zur Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen

1 Issue per year

Open Access
Online
ISSN
2296-990X
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Editorial

Published Online: 2018-02-21 | DOI: https://doi.org/10.2478/ijhp-2018-0001

International journal of health professions im fünften jahr

Dieses Jahr wird das IJHP fünf Jahre alt. Unser Journal hat sich von einen Baby zu einem kleinen Kind entwickelt, das schon vieles kann, aber weiterhin viel Unterstützung benötigt, damit es sich auch künftig optimal entwickeln kann. Eine ganze Reihe von Artikeln zu – meist interprofessionellen – Themen der Fachhochschul-Gesundheitsberufe konnten in den bisherigen Ausgaben publiziert werden und stehen frei zugänglich online zur Verfügung. Sie zeigen, dass Pflege, Hebammen und Therapieberufe auf gutem Wege sind, die Herausforderungen der Zukunft anzupacken.

Megatrends, wie zum Beispiel die verstärkte Alterung der Bevölkerung, die zunehmende Digitalisierung, Individualisierung, Gendershifts, Big Data sowie Migration und Urbanisierung stellen neue Herausforderungen dar, die sich gerade in den Gesundheitsberufen und deren Forschungsvorhaben auswirken. Parallel dazu wollen sich im deutschsprachigen Raum die einzelnen Professionen als wissenschaftliche Disziplinen etablieren, was mit vermehrter Forschung und Spezialisierung einhergeht. Gleichzeitig stehen Interdisziplinarität und Interprofessionalitätin Ausbildung und Versorgungspraxis auf der Agenda.

Etablierung als wissenschaftliche disziplin

Die Etablierung als neue Disziplin im akademischen Wissenschaftsbetrieb erfordert eigenständige Forschungstätigkeit in den Gesundheitsprofessionen. Hier besteht im deutschen Sprachraum auf struktureller Ebene noch einiger Nachholbedarf im Vergleich zu angelsächsischen oder nordeuropäischen Ländern, wo beispielsweise die Physiotherapie, die Pflege und die Ergotherapie seit Jahren an Universitäten etabliert sind. Aber auch im deutschsprachigen Raum bewegt sich etwas – wenn auch in kleinen Schritten. In der Schweiz haben sich Bachelor- und Masterstudiengänge für die Gesundheitsberufe an den Fachhochschulen etabliert. Doch haben Fachhochschulen kein Promotionsrecht, womit die Fachhochschul-Gesundheitsberufe von der dritten Stufe der Bologna-Bildungssystematik, dem Doktorat, ausgeschlossen sind. Der Sammelband Promotion in den Therapiewissenschaften (Höppner, 2016) befasst sich ausführlich mit diesem Thema. Aber auch hier sind in der Schweiz erfreuliche Fortschritte festzustellen: Der Bund förderte mit einem speziellen Programm Kooperationsprojekte im Bereich der Doktoratsausbildung zwischen den Schweizer Universitäten einerseits sowie Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen andererseits. Das Departement Gesundheit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und die Medizinische Fakultät der Universität Zürich haben mit Erfolg ein Projekt eingereicht. Seit diesem Jahr besteht das Doktoratsprogramm „Care and Rehabilitation Sciences“, das den nach dem Gesundheitsberufegesetz geregelten Gesundheitsberufen eine universitäre postgraduale Qualifikationsmöglichkeit (Dr. sc. med./ Ph. D.) ermöglicht (vgl. https://www.med.uzh.ch/de/Doktoratsprogramme/careandrehabscience.html#8).

Der Fokus des Programms liegt auf der Forschung mit gesunden oder kranken Menschen in der Prävention, in der klinischen (ambulanten oder stationären) Versorgung, in der Rehabilitation und auf angewandten Studien auf der Basis von Grundlagenforschung zur Entwicklung und Verbesserung von Interventionen und Therapien.

Interdisziplinarität und interprofessionalität

Der Aufbau einer wissenschaftlichen Disziplin schließt die Interdisziplinarität nicht aus, wie Walkenhorst (2016) ausführte. Im Gegenteil: Anhand exemplarischer Prozesse zeigte sie auf, dass die Auseinandersetzung mit den anderen Berufen und Disziplinen für die Akademisierung der Gesundheitsberufe eine Voraussetzung ist und gestärkt werden sollte. Auch der erste Artikel in Volume 5 dieses Journals kommt zum Schluss, dass die Politik dafür mehr Unterstützung und bessere Rahmenbedingungen schaffen sollte (Herinek, Wild und Herzberg, 2018).

Hürden und Lösungsmöglichkeiten für die Förderung interprofessionellen Lehrens, Lernens und Arbeitens gibt es auf allen Ebenen: auf der politischen, der strukturellorganisatorischen in Bildung und Praxis, aber auch auf der mentalen. Zahlreiche Beiträge dieses Journals befassen sich damit. Im letzten Issue thematisieren Wild und Ewers (2017) zum Beispiel die Stereotypen in den Köpfen von Lernenden, oder Kramer-Jackman et al. (2017) berichten über Erfahrungen mit internetbasierten Teamsimulationen als Mittel zur Überwindung organisatorischer Hürden (Kramer-Jackman et al, 2017).

In eigener sache: neuerungen ab 2018

Ab 2018 erscheint das International Journal of Health Professions in neuer Form. Vorstand und Editors haben sich für „open volume“ entschieden, d.h. akzeptierte Artikel werden fortlaufend mit fester Seitenzahl publiziert. Pro Jahr wird es nur noch eine Ausgabe geben. Die print-ahead-V orveröffentlichung ohne Seitenzahl und die semesterweise Zusammenfassung und Paginierung entfallen. Der verlegerische Prozess vereinfacht sich damit, was Vorteile für Autoren/-innen und Leser/-innen mit sich bringt. Die Artikel sind ohne Zwischenschritte in definitiver Form zu finden und zitierbar. Auch erschien uns die Erscheinungsweise als „open volume“ angemessener für eine Online-Zeitschrift, da die Produktion von Heften (Issues) von Printprodukten hergeleitet ist. Immer mehr wissenschaftliche Journals stellen auf diese Erscheinungsweise um. Damit eröffnen wir eine zukunftsgerichtete Form und freuen uns auf ebensolche Beiträge.

Und die zukunft

Wir setzen außerdem weitere Aktivitäten in Richtung eines Impact-Faktors für das IJHP. Das erscheint uns wesentlich, um mehr und qualitativ noch bessere Manuskripte zu veröffentlichen. In diesem Sinne ist es wichtig, unsere Artikel zu zitieren und das Fachpublikum kontinuierlich auf die Publikationen und unser Journal hinzuweisen.

Das IJHP ist auf gutem Weg, benötigt allerdings – wie die wissenschaftlichen Disziplinen der Gesundheitsberufe überhaupt – unsere gemeinsamen Bemühungen für eine optimale Weiterentwicklung.

Thomas Bucher, Tanja Stamm und Axel Schäfer Editors-in-Chief

Literatur

  • Herinek, D., Wild, H., Herzberg, J. (2018). Interprofessionelles Lehren und Lernen in den Gesundheitsprofessionen aus Sicht von Experten/-innen. International Journal of Health Professions 5 (1), 3-14. Google Scholar

  • Höppner, H. (Hrsg.) (2016). Promotion in den Gesundheitsberufen. Mabuse, Frankfurt/M. Google Scholar

  • Kramer-Jackman, K. L., Sabata, D., Gibbs, H., Bielby, J., Bucheit, J., Bloom, S., Shrader, S. (2017). Creating an Online Interprofessional Collaborative Team Simulation to Overcome Common Barriers of Interprofessional Education. International Journal of Health Professions 4 (2), 90–99. Google Scholar

  • Walkenhorst, U. (2016). Die Relevanz Interprofessioneller Lern- und Arbeitsprozesse im Kontext der Akademisierung der Gesundheitsberufe. International Journal of Health Professions 3(1), 21–28. Google Scholar

  • Wild, H., Ewers, M. (2017). Stereotype von Lernenden in den Gesundheitsprofessionen – Perspektiven für die Forschung zum interprofessionellen Lernen, Lehren und Arbeiten. International Journal of Health Professions 4(2), 79–89. Google Scholar

About the article

Published Online: 2018-02-21


Citation Information: International Journal of Health Professions, Volume 5, Issue 1, Pages 1–2, ISSN (Online) 2296-990X, DOI: https://doi.org/10.2478/ijhp-2018-0001.

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© 2018 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License. BY-NC-ND 3.0

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